AELF: Abschlußfeier des einsemestrigen Studiengangs an der AELF-Landwirtschaftsschule – Abteilung „Hauswirtschaft“

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„Die Kette des Lebens“

Abschlußfeier des einsemestrigen Studiengangs

an der AELF-Landwirtschaftsschule – Abteilung „Hauswirtschaft“

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In einem feierlichen Rahmen wurden 22 junge Damen des einsemestrigen Studiengangs Hauswirtschaft“ der AELF-Landwirtschaftsschule Holzkirchen, Abteilung Hauswirtschaft, ins weitere Leben entlassen. Um dies gebührend zu würdigen, gaben sich neben dem Schulleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen (AELF), Rolf Oehler, auch Persönlichkeiten aus der Politik, wie der Landtagsabgeordnete des Bayerischen Landtags, Florian Streibl sowie der stellvertretende Landrat des Landkreises Miesbach und Bürgermeister der Gemeinde Warngau, Klaus Thurnhuber und  Leni Gröbmair, Bürgermeisterin  der Gemeinde Dietramszell, die Ehre. Ferner waren, als Vertreter der Bauernverbände, die Kreisbäuerin des Landkreises Miesbach, Marlene Hupfauer und deren Stellvertreterin, Andrea Rieder sowie die Kreisbäuerin des Landkreises Bad Tölz – Wolfratshausen, Ursula Fiechtner, der BBV-Kreisobmann des Kreisverbandes Holzkirchen, Hans Hacklinger und die Ehrenkreisbäuerin des Landkreises Miesbach, Katharina Klaus, anwesend. Desweiteren waren die Semesterleiterinnen, Theresia Lindermayer und Gerlinde Simon, die Schulleitung im Bereich Hauswirtschaft sowie die Lehrerinnen der Hauswirtschaftsschule Holzkirchen, vertreten.

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In seiner Laudatio begrüßte der AELF-Amtsleiter, Rolf Oehler, die anwesenden Ehrengäste, Eltern, Lehrerinnen und Absolventinnen, zur nun bereits dritten Schulabschlußfeier im Bereich „Hauswirtschaft“, die er zurück in den „Ernst des Lebens“ verabschieden durfte. Er dankte insbesondere Landrat Wolfgang Rzehak für die Unterstützung durch den Landkreis Miesbach. Auch erwähnte der Schulleiter lobenswert, dass durch die gute Zusammenarbeit der Eltern, Schülerinnen und Lehrerinnen, das gesamte Schulklima positiv geprägt sei. Zum Abschluß seiner Rede wünschte Oehler den Absolventinnen viel Mut auf ihrem Lebensweg und hoffte, dass sie das Erlernte auch stets anwenden.

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.AELF-Amtsleiter Rolf Oehler bei seiner Festrede

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Auch der stellvertretende Landrat und Bürgermeister der Gemeinde Warngau, Klaus Thurnhuber, begrüßte die Schulfamilie, die Ehrengäste, die Eltern sowie die Absolventinnen und gratulierte ihnen zum erfolgreichen Abschluß. „Gesundes Essen und gehaltvolles Essen sei heutzutage in aller Munde“, bemerkte Thurnhuber. „Wohin man höre – wird gesagt – gesundes Essen sei die Zukunft! Aber was gehört dazu, was soll das sein, laut Gesellschaft? Nun, regional sollte es sein, die Rohstoffe vom Bauern um die Ecke, vom Familienbetrieb und vielleicht noch ökologisch – aber wer soll das alles vereinen? Wer hat die Kompetenz, den Sachverstand, die Qualifikation?“ „Das seid ihr!“, betonte Thurnhuber in seiner Rede an die jungen Frauen. „Ihr habt euch die Qualifikation geholt, alles Wichtige zu vereinen. Doch die Lebensmittelindustrie hat sich das ganz anders vorgestellt, und zwar mit Fertigprodukten, in die zum Haltbarmachen viele Konservierungsstoffe rein kommen, um sie dann in Plastik eingepackt auf die Reise um den Globus zu schicken und schließlich als Billigprodukt anzubieten. Ein Joghurtbecher, beispielsweise, legt 1000 Kilometer zurück, bis er im Geschäft ist. Da fragt man sich, will man das wirklich haben? Allergien werden immer mehr, besonders bei Kindern. Auch die Ärzte wissen oft keinen Rat. Hier fragt man sich, ob das auch gesellschaftlich korrekt ist. Wir sind alle gut beraten, wenn wir genauer hinschauen, was wir essen, wie es zubereitet wird und das ist auch die Chance für die Regionen, diese kleinen Wirtschaftskreise aufrecht zu erhalten, dass der Landwirt, bzw. Bauer, auch was davon hat. Wir leben in einer Region, in der die Kaufkraft gut ist und wir das auch vermitteln müssen.“ „Und deshalb seit ihr“, so Thurnhuber weiter, „die das gelernt haben, in gewissem Maße echte Botschafter, die dies in die Gesellschaft bringen. Aus den verschiedensten Regionen seid ihr hier her gekommen, um euch echtes Fachwissen anzueignen und dieses in der Gesellschaft zu verbreiten. Dazu wünsche ich euch viel Erfolg, Gottes Segen und alles Gute“, bekräftigte Thurnhuber.

Auch Lene Gröbmair, Bürgermeisterin der Gemeinde Dietramszell, gratulierte den Absolventinnen zu ihren Abschlüssen. „Sie haben eine zusätzliche Ausbildung gewählt, da ja alle schon eine Berufsausbildung gemacht haben und Mitten im Leben stehen. Sie seien daher alle noch lebenstüchtiger, da Sie sich die Zeit genommen hätten, diese Ausbildung zu machen und ihr Leben noch mehr zu füllen, und zwar nicht nur beruflich; denn mit dieser Ausbildung in der Hauswirtschaft könnten Sie auch später ggf. eine Gemeinde führen. Sie haben mehr an Streßbewältigung gelernt und Sie wissen, wie man was macht. Es geht bei der Ausbildung nicht nur darum, dass man den Haushalt in die Mitte stellt; es geht auch darum, dass man das, was alles im Haushalt anfällt – die Bedürfnisse der Menschen – auch erkennt und umsetzen kann. Und dies in einer strukturierten Art und Weise, da man ein Grundwissen hat, dass man flexibel handeln kann, da man ja weiss, wie es geht. Sie wissen, wie man rationeller arbeitet, wie man ‚managt‘ und organisiert. Ihr habt gelernt, wie man quasi den Haushalt – neben Beruf und Familie – nebenbei bewältigen kann, ohne etwas zu vernachlässigen. Und was mir auch viel Wert ist, dass ihr das Kochen gelernt habt; dass ihr nicht auf das hereinfallt, was sonst so alles angeboten wird. Ihr wisst, was der Körper braucht und wie man es ansprechend serviert, denn der Mensch steht schließlich im Mittelpunkt. Ihr habt das Beste aus der Vergangenheit mitbekommen und tragt es in die Zukunft. Die Möglichkeiten für Frauen sind immer besser geworden. Die Frau wurde selbständiger, vereint Beruf, Haushalt und Familie. Ihr könnt was und bleibt Selbstbewußt – genießt es, behaltet euch diese Errungenschaften und haltet sie hoch! Macht euren Beruf ehrlich, machts gut weiter und alles Gute auf euren Lebensweg“, so Lene Gröbmair.

Der Landtagsabgeordnete Florian Streibl beglückwünschte die Absolventinnen ebenso. Er verglich, dass sich dieser Abschluß in der heutigen Zeit etwas ungewöhnlich anhöre, da andere zu diesem Zeitpunkt ihr Abitur feierten, doch sie hätten nun Lebenskompetenzen gelernt. „Eine Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn es Menschen gibt, die diese Lebenskompetenzen haben.“ Er wisse, von was er spreche, denn auch seine Mutter war Lehrerin der Hauswirtschaft und er habe mitbekommen, wie ein Haushalt geführt werden müsse. Es müsse aus der Tradition herauskommen, wie ein Haushalt und auch eine Gesellschaft funktionieren soll. Das ist elementar wichtig. So gebe es in Städten von Europa Wohnungen, in denen es keine Küchen mehr gibt. Es gibt dort nur noch einen Computer und eine Mikrowelle. Ferner gibt kein soziales Leben mehr; da geht man dann in eine Kneipe, wenn man einen Menschen treffen möchte. Da verarmt eine Gesellschaft. Es ist wichtig, dass man den Zusammenhalt in der Familie hat und damit auch die Kompetenzen an die nächste Generation vermittelt. Das sei dann auch Aufgabe der jungen Frauen, diese Kompetenzen an die nächste Generation weiter zu geben und auch das Wissen weiter zu geben, dass man nicht für sich allein lebt, sondern dass man auch für die Gesellschaft und seine Mitmenschen da ist. Dass man sich in Vereinen und für seine Mitmenschen engagiert und dass das Leben in der Gesellschaft funktioniert. Das sind die Grundwerte, die wir haben. Wenn man diese Werte nicht mehr wertschätzt, dann gehen sie verloren und das gehe ganz ganz schnell“, so Streibl. „Dann kommt das Essen wirklich nur noch aus der Plastikschale und daher ist es wichtig, dass die „Fachkräfte für Ernährung und Hauswirtschaft“ ihr Wissen weitergeben und einsetzen, auch in der Gesellschaft. Heutzutage gibt es viele, die über die Politik schimpfen, über die Wirtschaft schimpfen, über Europa schimpfen, unser Land schimpfen“, erklärte der Abgeordnete, „aber geht mit offenen Augen durchs Leben, dann werdet ihr sehen, in was für einem großartigen Land wir leben! Wir leben in einem von Gott gesegneten Land. Wir haben Wohlstand wie noch nie in der Geschichte, wir haben Rechte und Freiheiten wie noch nie in der Geschichte und die Freiheiten, die Frauen heute haben, sind ein ganz hoches Gut, für das man sich auch einsetzen muß! Diese Freiheiten sollen alle haben – wie die Freiheit, seine Meinung zu sagen, ohne Angst zu haben. Dies sind alles Dinge, die erst errungen werden mussten und an denen weiter gearbeitet werden muss. Da müssen alle mitmachen – das kann nicht nur „die Politik“ – und dann bleibt unser Land auch so, wie es ist“, so Streibl.

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Bei der Abschlußfeier mit von der Partie: MdL Florian Streibl

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Die Kreisbäuerin des Landkreises Miesbach, Marlene Hupfauer, ließ es sich auch nicht nehmen, den jungen Frauen Glück zu wünschen. Mit einem Zitat von Jochen Mares eröffnete sie ihre Festrede: „Jeder schöne Augenblick ist eine Perle, die wir auf die Kette unseres Lebens fädeln, jeder glitzernde Glücksmoment, den wir genießen, macht unsere Kette ein klein wenig kostbarer“ – und an die Schülerinnen gewandt: „Eure Kette des Lebens wird heute um mindestens eine Perle aufgewertet; denn Ihr habt heute einen Glücksmoment und dies macht eure Kette ein klein wenig kostbarer. Ihr habt nun den Titel ‚Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung‘ erreicht“, so Hupfauer. Dann resümierte sie: „Wie kommt man denn eigentlich zu diesem Entschluß, die Hauswirtschaft zu erlernen? Ihr habt alle bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hinter euch, und zwar in verschiedensten Berufen. Aber ihr habt bemerkt, dass die beste Berufsausbildung nichts nützt, wenn man sich später – wenn man eventuell eine Familie hat – sich im Haushalt nicht auskennt. Kann man sich das nicht selber aneignen oder einfach bei „YouTube“ runterladen? Nein! Man muss tiefgründiges Wissen erlernen und in die Materie eintauchen, man muss den Beruf lernen, wenn man „Up to date“, auf dem Laufenden, sein will! Denn der Beruf ist modern und zeitgemäß. Alle Berufe in der Hauswirtschaft sind modern sowie zukunftssicher und gewinnen immer mehr an Bedeutung. Denn die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten 20 Jahre haben vermehrt Zukunftsmärkte im Bereich der Hauswirtschaft geschaffen. So führt die demografische Entwicklung dazu, dass es einen steigenden Anteil an älteren Menschen geben wird und dass hauswirtschaftliche Dienstleistungen vermeht in Anspruch genommen werden. Durch die Berufstätigkeit beider Ehepartner wird die Versorgung im Haushalt eingeschränkt. Durch die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten, die Einführung der Ganztagsschulen und -kindergärten, die Versorgung in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung steigt der Bedarf an hauswirtschaftlichen Fachkräften“, so Hupfauer. „Es ist egal“, erkärte sie weiter, „ob ihr euer Wissen und Können privat einsetzt oder der Öffentlichkeit zugute kommen lasst. Eines müßt ihr mir versprechen: Bildet euch immer weiter, bleibt nie stehen, Weiterbildung ist wichtig! Ihr seit nicht nur schulisch auf zack, sondern auch menschlich eine Bereicherung“, ergänzte sie. Abschließend wünschte sie den jungen Hauswirtschaftsdamen noch viele Perlen auf die Lebenskette und dass nach kleinen Tiefs immer wieder ein „Bergauf“ komme.

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AELF-Amtsleiter Rolf Oehler

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Die Semesterleiterin Theresa Lindermayer bedachte, wie schnell doch die Zeit vergangen sei. Diese jungen Frauen hätten sich für den einsemestrigen Studiengang zur „Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung“ entschieden. Die Anstrengungen seien groß gewesen, was sich aber gelohnt hätte, da alle 22 Absolventinnen den Abschluß geschafft haben. Viele Studierende hätten sich während dieser Zeit persönlich weiterentwickelt, sind im Auftreten sicherer geworden, haben ihr Zeitmanagement optimiert und haben ihre Neigungen gefunden; sei es in der Küche, beim Nähen oder im Garten. Sie hätten sogar ‚Sprachbarrieren‘ überwunden; schließlich kamen sie aus acht verschiedene Landkreisen zusammen und haben letzendlich Freundinnen gewonnen. „Dieser Jahrgang sei ein Premiumjahrgang gewesen“, betonte die Semesterleiterin. „Er war leicht nuanciert, hochprozentig, nachhaltig, vollmundig, aktiv in der Schule und in der Freizeit, absolut zuverlässig, in den Leistungen überraschend, in der Gruppe harmonisch“, scherzte sie. Mit einem Ausflug in die Vergangenheit, an die Veranstaltungen und Geschehnisse im Semesterhalbjahr und einem Dank an die Lehrkräfte, schloß Theresia Lindermayer mit den Worten: Das Wissen ist eine Vorratskammer, die überprüft und aufgefüllt werden muß“.

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Semesterleiterin Theresia Lindermayer bei ihrer Ansprache

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Die Klassensprechenrinnen, v.l. Marina Hupfauer und Katharina Käser, erläuterten ausführlich,
wie die Studierenden ihre Zeit in der Landwirtschaftsschule Holzkirchen und „anderswo“ verbrachten

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Alle Lehrkräfte erhielten von den Klassensprecherinnen,
Marina Hupfauer und Katharina Käser, ein Abschiedsgeschenk

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Marina Hupfauer schloß den einsemestrigen Studiengang „Hauswirtschaft“
an der AELF-Landwirtschaftsschule Holzkirchen -Abteilung Hauswirtschaft- mit der Traumnote 1,0 ab!

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Die Abschiedsrede für die Studierenden hielt Gerlinde Simon, die den Fleiß und die engagierten Leistungen der jungen Frauen nochmals hervorhob. Ebenso dankte sie den Lehrkräften für die gute Zusammenarbeit und auch dem AELF-Amtsleiter, Rolf Oehler, für das entgegengebrachte Vertrauen und die stetige Unterstützung. Die Abschlußzeugnisse wurden schließlich von Rolf Oehler und  Klaus Thurnhuber überreicht.

Trotz der oftmals unüberhörbaren und sehr umtriebigen Bedinungen des Gasthofs „Beim Huber in Linden“ in Dietramszell-Linden, war es dennoch eine schöne Feier.

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ar– Bilder: ar

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