Landfrauen-Kolumne Archiv

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Landfrauen-Kolumne
von Elisabeth Doll
aus Weilheim-Marnbach

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Wir leben in Bullerbü!

Wer kennt nicht die Geschichte von der grandiosen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren: “Wir Kinder von Bullerbü“. Ja, ‚leben in Büllerbü‘, so geht es mir momentan in der „Coronazeit“. Es ist dieser „Eigene Kosmos“, den wir auf unserem Hof haben. Auf einem Einödhof bleibt viel von Draußen einfach draußen. Sicher, beim Einkaufen merke ich die Anspannung in den Geschäften, der notwendige Sicherheitsabstand, mein längst überfälliger Frisörbesuch, die kommende Maskenpflicht, geschlossene Geschäfte und noch einiges mehr.

Gerade jetzt schätze ich meinen Arbeitsplatz im Garten, Haus und am Hof. Auch mein Mann, der ‚Vollblutholzer‘ fährt mit seinem Rückezug, als wäre nichts geschehen, jeden Tag in den Wald. ‚Home-Office‘ mit gleichzeitiger Kinderbetreuung das war, als meine Kinder noch klein waren alltäglich. Ob bei der Stallarbeit oder auf dem Feld, die Kinder waren dabei. Auch später mussten die Größeren auf die Kleineren aufpassen. So war es auch schon in meiner Kindheit.

Als Kind sieht man die Dinge ja anders. Was gab es mit den Kindern Diskussionen, wenn in den Schulferien die Freunde per Flugzeug in den Urlaub starteten und es bei uns aus betrieblichen Gründen nicht ging. Jetzt sehen Sie es als Privileg an, auf einem Hof zu leben. Gerade meine Tochter – die in München lebt – merkt nun, welche Einschränkungen Sie durch Corona hat. Seit neuestem sind wir bei Ihr „das Auenland“!

Oft höre ich von Spaziergängern die an unserem Hof vorbei kommen den Satz: „Ach, ist das schön hier, haben Sie keine Ferienwohnung oder Wohnung zu vermieten?“ Ich erkläre ihnen dann, dass es seinen Preis hat so zu leben. Der Hof sollte für die nächste Generation erhalten werden, das heißt immer gibt es etwas zu renovieren, investieren und manches geht auch nicht. Gerade mit längerem Wegfahren schaut es ganz schlecht aus.

Letztes Jahr habe ich mir – nach über 30 Ehejahren – einen längeren Urlaub geleistet. Das hat zwar meinen ökologischen Fußabdruck radikal vergrößert, aber ich habe dadurch auch Einblicke in andere Formen von Kultur und Landwirtschaft gewinnen können. Es ging nach Kuba, mit einer landwirtschaftlichen Studienreisegruppe. Das war eine ganz andere Welt! Obwohl es dort an vielem mangelt und gerade die Landbevölkerung sehr arm ist, machen die Menschen einen zufriedenen Eindruck und unterstützen sich gegenseitig.

Wieder daheim, also in der Heimat, wurde mir richtig bewusst, das letztendlich nicht zählt, welche Länder oder Erdteile schon bereist wurden, welche „Adventures“ man erlebt hat, sondern wie und wo man in der Früh aufsteht, welche Menschen um einen sind und ob die Arbeit die täglich verrichtet werden muss, einen erfüllt und von der Gesellschaft geschätzt wird.

Elisabeth Doll

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Osterkorb: Eine schöne Tradition
Gedanken rund um das Osterfrühstück
von der Bezirksbäuerin Oberbayern und ersten stv. Landesbäuerin – Christine Singer – aus Spatzenhausen-Hofheim

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Mit dem Ostersonntag endet die Fastenzeit. Sicher ist die Fastenzeit lange nicht mehr so entbehrungsreich wie in früheren Zeiten, als zwischen Aschermittwoch und Ostersamstag Fleisch, Eier, Milchprodukte, Gebäck und andere Leckereien verboten waren. Gehalten hat sich aber in vielen Familien die schöne Tradition des gemeinsamen Osterfrühstücks, mit geweihten Speisen aus dem Osterkorb.

Auch bei mir kommen an Ostern die traditionellen Speisen auf den Frühstückstisch: Das gemeinsame Osterfrühstück ist für unsere Familie immer etwas sehr schönes“. Normalerweise werden die Speisen in der Osternacht geweiht und dann am Ostermorgen miteinander gegessen. Heuer wird es anders sein, da keine Gottesdienste stattfinden. „Den Osterkorb werde ich trotzdem herrichten auch wenn wir die Speisen nicht zum segnen in die Kirche tragen können. Es geht um Bewusstsein! Die österlichen Speisen werden mit besonderer Dankbarkeit und Wertschätzung verzehrt. Werte, die mir bei Lebensmitteln gerade jetzt, in dieser veränderten Lebenssituation in der wir uns alle befinden, besonders wichtig sind.

Die Weihe der Speisen im Ostergottesdienst hat eine lange Tradition. Bereits im zehnten Jahrhundert nach Christus wurden in Rom u.a. Lamm, Eier, Käse, Butter, Brot und Honig für das Osterfest geweiht. Der religiöse Sinn der Speisenweihen und des gemeinsamen Frühstücks liegt in der Tischgemeinschaft mit dem auferstandenen Herrn im Kreise der Familie mit Speisen, auf die in der Fastenzeit verzichtet wurde.

Ich packe traditionell folgende Speisen in den Osterkorb: Osterlämmchen, Osterschinken, selbstgebackenes Brot, Osterfladen, für jedes Familienmitglied ein gekochtes Ei, ein rohes Ei für den Knödelteig am Ostertag sowie Salz. Dazu kommt noch eine Osterkerze, die in der Osterzeit bei den Mahlzeiten angezündet wird.

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Jede Familie hat ihre eigenen Vorstellungen, welche Speisen in das Osterkörberl gehören. Individuelle Fastenregeln, wie z. B. der Verzicht auf Alkohol und Süßes in der Fastenzeit, finden sich heute oftmals auch Süßigkeiten, Wein oder Bier in den Osterkörben. Manche Frauen fertigen mit viel Liebe und Geschick aus Butter kunstvolle Butterlämmer, die zur Weihe getragen werden. Die Menge der Speisen im Osterkorb sollten so gewählt sein, dass beim gemeinsamen Frühstück möglichst alles aufgegessen werden kann.

Bei uns auf dem Hof werden grundsätzlich keine Lebensmittel verschwendet und gerade die geweihten Speisen werden bis auf den letzten Krümel aufgegessen. Dass geweihte Speisen etwas ganz Besonderes sind, zeigt sich auch in den bäuerlichen Bräuchen. Eierschalen aus dem Osterkorb werden im Gemüsegarten oder auf dem Acker eingegraben – und der Buchs, der den Osterkorb ziert, wird zu den Palmzweigen in den Herrgottswinkel gesteckt.

Für alle, die ebenso wie ich ihren Osterkorb mit einem selbst gebackenen Osterlamm bestücken möchten, habe ich hier das passende Rezept:

Rührteig-Osterlamm
Zutaten:
– 75g weiche Butter
– 100 g Zucker
– 1 Pck. Vanillezucker
– 1 Eßl. Rum
– 2 Eier
– 140 g Mehl
– 1 TL Backpulver
– etwas Butter für die Form
– etwas Mehl für die Form
– etwas Puderzucker zum Bestäuben
– und schließlich die Lamm-Form

Zubereitung:
Die Lamm-Form fetten und mehlen. Überschüssiges Mehl gut abklopfen. Den Backofen auf 180 Grad – bei Umluft auf 160 Grad – vorheizen. Weiche Butter mit Zucker und Vanillezucker schaumig rühren. Nach und nach die Eier und den Rum zugeben und weiter rühren. Mehl mit Backpulver mischen und ebenfalls unterrühren. Teig, beim Kopf beginnend, in die umgedrehte Form füllen. Dabei einige Male die Form klopfen damit sich der Teig gut verteilt. Die Form knapp 3-4 Zentimeter unter den Rand füllen. Lamm-Form auf ein Backblech im unteren Bereich stellen und ca. 35 – 40 Min backen.

In der Form abkühlen lassen. Danach vorsichtig die Verschlüsse lösen und das Lamm aus der Form lösen. Den Boden des Lamms mit einem Sägemesser etwas begradigen und stehend komplett erkalten lassen. Das ausgekühlte Osterlamm beliebig mit Puderzucker bestäuben.

Christine Singer

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Landfrauen-Kolumne
von Ursula Fiechtner
Kreisbäuerin des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen

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Als ich meine einleitenden Worte zum letzten Landfrauentag, Anfang Februar schrieb, hätte ich im Traum nicht daran gedacht, dass mich „diese Thematik“ dermaßen einholen würde: „Medikamente im Ausland produziert und jetzt ein Engpaß“, so wird es mit den Nahrungsmitteln auch mal kommen, weil viele Landwirte durch die ständigen Ansprüche der Gesellschaft, genervt ihre Betriebe aufgeben und sich verändern würden.

Eine trügerische Sicherheit, „alles zu jeder Zeit“ und zu immer niedrigsten Preisen – in prall gefüllten Supermärkten – kaufen zu können. Es wird vieles „woanders“ billiger produziert. Die deutsche bzw. bayerische Landwirtschaft – gut für besondere Schmankerl – aber das Normale bekommen wir auch von europäischen Nachbarn oder sogar anderen Kontinenten.

Mit einer Pandemie, wie sie uns jetzt alle fest im Griff hat, habe ich wirklich nicht gerechnet! Wohlüberlegt, wird der Einkauf nun geplant und das Wichtigste besorgt. Bei vielen dürfte doch der „Klopapiervorrat“ endlich mal reichen, oder? Man sollte es wirklich nicht übertreiben und besonnen handeln! Letztendlich sollte man nur für die alltägliche Versorgung der Familie einkaufen und nicht „hamstern“!

Sicherlich haben einige gelächelt, als wir Landfrauen das Fach „Alltagskompetenzen bzw. Schule fürs Leben“ gefordert haben. Vor gut zwei Monaten wurde nun dieser Forderung seitens des Kultusmininsteriums stattgegeben. Mit Projektwochen sollte der Start zum Schuljahr 2020/21 erfolgen. Mit der Corona-Pandemie hat sich dieses Thema quasi verselbständigt. Jetzt liegt es an den Eltern einen Startschuß im eigenen häuslichen und erzieherischen Bereich zu geben. Es erfordert je nach Kind und Jugendlichen mehr oder weniger Durchsetzungskraft in dieser „Bleib Dahoam-Zeit“-Ausnahmesituation. „Hotel Mama“ ist aber keine Option! Kinder und Jugendliche müssen gefördert und gefordert werden und Eltern müssen Aufgabenerfüllung verlangen.

In Alltagskompetenzen steckt viel Potenzial. Der „Alltag zuhause“ erfordert auch eine gute Struktur. Logistische Fähigkeiten beim Planen und Durchführen eines Einkaufs und motorische Fähigkeiten beim Zubereiten von Lebensmitteln – zu leckeren Speisen – sind gefragt. „Bruchrechnen“ kann auch mit einem selbstgebackenen runden Kuchen, und zwar ohne „App“, veranschaulicht werden. Es sind nun die Sozialkompetenzen in der Aufgabenteilung gefragt, um miteinander diese echte Krise bestmöglich zu bewältigen!

Altersgerechte Aufgaben für unseren Nachwuchs sind in jedem Haushalt vorhanden: U.a. Essen kochen, Geschirr abspülen sowie den Wohnbereich säubern und „wenn’s Not tut“ auch mal den Keller aufräumen!

„Loben“ sollte man nicht vergessen, denn loben zieht nach oben! Bestätigung, Lob, Dankbarkeit machen fürs Leben stark und sind auch sehr wertvoll für die Persönlichkeitsbildung. Und man sollte ja nicht meinen: „Nicht geschimpft ist gelobt genug!“

Eins möchte ich auch unbedingt noch loswerden: Die ganzen „Fridays for Future“-Gruppen könnten jetzt handeln und sich überall einbringen – wo „Not am Mann ist“! Ausländische Saisonarbeiter haben Probleme, die deutschen Landwirte heuer bei der Ernte zu unterstützen.

Für „das Bier beim Oktoberfest“ – beispielsweise – braucht zuerst einmal der Hopfen eine „Unterstützung“ – denn er muss an die Hopfendrähte gebunden werden, um später emporwachsen zu können. Das ist eine mühselige Arbeit, die viele Hände beansprucht. „Heuer wär’s gerecht, wenn nur diejenigen, welche bei der Vorarbeit geholfen haben, zum Oktoberfest gehen dürften – falls es überhaupt stattfindet.“

Auch die „Tafeln“ könnten jetzt tatkräftige junge Leute brauchen! Viele Senioren, wären um Unterstützung dankbar. Pflegekräfte, Ärzte und Betreuungspersonal, diese Berufsgruppen wären ebenfalls um Einkaufshilfen froh. Ein Teil der jungen Leute werden es bestimmt schon tun, davon bin ich überzeugt. Gestärkt fürs Leben aus dieser Krise gehen, ist auch ein Erfolg.

„Jede Krise ist eine Chance“: Ein wahres Sprichwort!

Ursula Fiechtner

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Landfrauen-Kolumne
von Elisabeth Doll
aus Weilheim-Marnbach

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Neulich zeigte mir mein Mann -ein Vollblutholzer- seinen momentanen Lieblingswald. In dem kann man sich so gut entspannen; der hat was Verwunschenes sagt er. Ja, es war wirklich ein beeindruckender Wald. Seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet, große abgestorbene Bäume in denen der Specht seine Mahlzeiten holt, viel Totholz, der Waldboden mit Moosen und Farnen zugewachsen. Und jetzt hat mein Mann es dem Borkenkäfer zu verdanken, dass er dort Holzen darf. Da sah ich auf einmal eine alte Zinkwanne mitten im Wald liegen. Ich als leidenschaftliche Gärtnerin sah sofort vor meinem geistigen Auge wie die Wanne bepflanzt in meinem Garten steht.

Da liegt noch mehr rum“ war der Kommentar von meinem Mann. Er zeigte mir die Stelle und ich war Sprachlos. Alte, verrostete Fahrräder, eine Unmenge von Flaschen, Zinkwannen und andere undefinierte Gegenstände lagen dort eingewachsen, mit Moos überdeckt, seit Jahrzehnten vergessen mitten im Wald. Des is a Fuigruam“ sagte mein Mann. „Füllgruben“ hatte man in früheren Zeiten – ohne kommunale Abfallentsorgung. Jedes Dorf hatte so eine „Fuigruam“.

Ich fand dort tatsächlich ein noch gut erhaltenes Waschbrett, eine Bettpfanne aus Zink, nochmal eine kleine Zinkwanne und eine alte Kaffeekanne. Diese Gegenstände kann ich alle dekorativ in meinem Garten unterbringen. Kopfschüttelnd half mir mein Mann „die Schätze“ ins Auto zu tragen. Jedoch stimmte mich das ganze nachdenklich. Wir leben in einem der schönsten Fleckchen in Bayern und wie Gedankenlos werfen manche ihren Müll einfach weg. Sei es auch nur das ‚Kaugummibabirl‘, das benützte Taschentuch oder die Pfandflasche, die man beim Spazierengehen am Straßenrand findet. Nicht zu vergessen die grünen oder roten Hundetüten – befüllt oder leer in den Wiesen. Das Flaschenpfand hätte heutzutage für einen Wochenendkauf gereicht. Auf dem Flohmarkt hätten die Zinksachen schnell einen Abnehmer gefunden und über die alten Fahrräder hätte sich der Schrotthändler gefreut.

Froh bin ich, dass bei uns heutzutage alle 14 Tage die Müllabfuhr kommt, dass es einen Recyclinghof gibt, eine Altpapiersammlung und dass die Gesellschaft immer verantwortungsvoller und nachhaltiger mit unserem schönen Fleckchen Heimat umgeht!

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Elisabeth Doll

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Landfrauen-Kolumne
von Marlene Hupfauer
Kreisbäuerin des Landkreises Miesbach

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Zuerst einmal möchte ich Ihnen allen noch ein gesundes und vor allem friedliches neues Jahr wünschen!

„Frieden“ ja das sagt man immer so locker dahin, aber ich glaube er ist wichtiger den jeh. Haben Sie nicht auch das Gefühl, das die ganze Welt auf den Kopf steht? Weltmächte die unter dem Deckmantel „Frieden“ kämpfen; Politiker, die uns jeden Tag neue „Märchen“ auftischen, wie morgen die Welt auszusehen hat. Wo keiner mehr daran denkt ob ein „arbeitendes Volk“ damit überhaupt noch klar kommt. Eine Politik die immer grüner wird, so grün, das ich mich manchmal fragen muss – von was wir uns in 20 Jahren überhaupt noch ernähren werden. Ach ich vergaß – in 20 Jahren, da sind wir alle so „digital“ gesteuert und versorgt – da brauchen wir ja gar keine Lebensmittel mehr! Verzeihen Sie mir meine Ironie aber momentan fehlt mir als Kreisbäuerin jedes Verständnis, was gerade mit unserer heimischen Landwirtschaft so getrieben wird. Hat man denn wirklich jeden Respekt und jede Achtung vor Menschen verloren, die einem seit dem letzten Weltkrieg immer Nahrungsmittel gereicht haben.

Anfang Januar erreichte mich über Whatsapp folgender Text von einen „UNBEKANNTEN VERFASSER“. Normalerweise halte ich nicht viel von solchen Texten die kreuz und quer durch die Welt rauschen, aber diesen möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, den ich nicht besser hätte schreiben können.

01.01.2020, 5.30 Uhr, minus 6 Grad. Ich bin im Stall, wie jeden 01. Januar nach Silvester: Wie auch an heilig Abend, an Geburtstagen, Feiertagen, Wochenenden und an allen anderen Tagen im Jahr. Der Unterschied dieses Jahr: ich hab die Nase voll, es macht keinen Spaß mehr! Malträtiert von der Politik, schlechte Presse, Social Media und Unverständnis der Bürger und Bürgerinnen. Allesamt Menschen die jetzt im Bett liegen und schlafen.

Nachdem sie gestern Abend Raclette hatten oder Fondue – mit üppig Käse, Fleisch im Überfluss und dazu noch Brot und Gemüse, Wein und Bier. Menschen die uns morgen wieder Steine in den Weg legen. Die in ihrem Leben noch nicht einen einzigen Tag in einem Stall gearbeitet haben, nicht wissen was es bedeutet keinen Feierabend und keinen Urlaub zu haben, die nicht wissen wie es ist, mit Fieber und Magen-Darm Grippe zu arbeiten – und sich dennoch herausnehmen alles besser zu wissen und über uns bestimmen zu können.

Die Auflagen werden immer strenger, immer mehr Papierkramm – immer Kosten- und Zeitintensiver. Kälber, bei denen man beim Verkauf drauf zahlt, gesunde Tiere die zum Schlachter müssen weil sie sich nicht mehr rechnen. Auflagen der Schlachthöfe immer unbegreiflicher für immer weniger Ertrag.

Nahrungsmittel die verramscht werden, Familienbetriebe die zerstört werden. Eine unbegreifliche Düngeverordnung. Nicht nachvollziehbare Auflagen bei der Bodenbearbeitung. Um nur einige Punkte zu nennen. Viele der Landwirte haben sich den Beruf nicht ausgesucht. Sie haben den Betrieb voller Stolz von den Eltern überreicht bekommen, nur um jetzt die Fussabtreter der Nation zu sein. Wollten sich was aufbauen, ihre Familie davon ernähren, wollten den Betrieb sicher durch die nächste Generation führen, nur um jetzt nicht mehr zu wissen, wie sie den nächsten Tag überstehen sollten, um am Ende ihrer Kräfte, am Rande der Belastungsgrenze zu existieren. Subventionen? Will ich doch gar nicht. Das ist doch nur ein Druckmittel der Regierung. Das ist Erpressung. Tust Du genau was ich dir sage, bekommst Du Geld. Ich will eine funktionierende Marktwirtschaft, ohne angelogen zu werden. Mit ordentlichen Preisen in den Supermärkten. Nicht umsonst heißt es, an der Landwirtschaft verdient jeder, nur nicht der Landwirt. Schuld an gefühlt jedem Problem der Nation. CO² ? Die Landwirte waren´s!

Zuviel Nitrat? Auch die Landwirte! Bienen- und Insektensterben? Na wer wohl? Fast kein Wort über Industrie, Auto, Tourismus, Kreuzfahrtschiffe, immer mehr Flugverkehr. Nein denn die haben eine zu große Lobby. Stattdessen auf die Landwirte, die können sich nicht wehren. Ich streite keine Mitschuld ab, aber wenn mit dem Finger auf uns gezeigt wird, wenn sich Landwirte das Leben nehmen und die Kinder in der Schule gemobbt werden, hört bei mir der Spaß auf! Und alle werden über einen Kamm geschert. Ist einer Tierquäler sind es alle! Ist einer Umweltsünder, heißt es „die Landwirte“… Ich hingegen weiß, dass es durchaus noch ein paar wenige Menschen gibt, die Verständnis dafür haben und dankbar sind. Auch ich habe mir den Beruf nicht ausgesucht, aber eines ist sicher. Ich werde ihn nicht an die nächste Generation übergeben, sondern bin froh, wenn der Alptraum ein Ende hat. Dann können alle die ach so tolle irische Butter, argentinisches Rindfleisch und Schweizer Käse essen, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung über die dortigen Zustände zu wissen. Und wenn der letzte Landwirt vernichtet ist, wird man merken, dass Gesetze keine Lebensmittel produzieren!“ – Zitat Ende.

Was empfinden Sie nun? Ich war schockiert, weil jede Zeile leider so wahr ist. Mit meinem Ehrenamt habe ich jeden Tag mit diesen Problemen – die uns zur Zeit als Bäuerinnen und Bauern beschäftigen – zu tun, aber alle auf einmal zu lesen – und da sind bei weitem noch nicht alle angesprochen – das wurde sogar mir zu viel.

Wie lange wollen wir alle noch weg sehen? Solange bis wirklich keine Bauernfamilie mehr kann?

Ich bin ja gespannt wer sich jetzt vor den Kommunalwahlen alles so für die Bauernfamilien stark macht! Wir werden herumgereicht wie ein Spielball! Was wir jetzt brauchen sind Kommunalpolitiker die Ihre Stimme erheben, die auch nach den Wahlen noch zu hören sind. Stimmen die sich auch einmal gegen die Regierung aussprechen, das manches einfach nicht so geht. Und Stimmen die es ernst mit uns meinen, weil Sie genau wissen was es für einem Landkreis bedeuten würde, wenn es keine Landwirtschaft mehr gäbe.

Normalerweise bin ich ein sehr positiver Mensch und versuche immer in allem das „Gute“ zu sehen, heute bin ich ein bisschen ernster, weil so ein Thema kann und darf man nicht „schönen“! Ich bin Bäuerin aus voller Leidenschaft – und möchte es auch bleiben. In diesen Sinne wünschen ich Ihnen – liebe Leserinnen und Leser – eine gute Zeit und vielleicht a´bißl mehr Verständnis und wieder mehr Wertschätzung für Ihre Bauernfamilien.

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Marlene Hupfauer

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Landfrauen-Kolumne
von Ursula Fiechtner
Kreisbäuerin des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen

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Ja und schon ist es wieder vorbei, Weihnachten 2019, bzw. „Sommer-Weihnachten 2019“. Jetzt, wurde der Christbaum abgeräumt; eine Tätigkeit, bei der viele Gedanken durch den Kopf gehen. Viele Kugeln und verschiedener Schmuck, die ich schon seit über 36 Jahren am Baum habe. Neuerer Christbaumschmuck, den ich als Ersatz, bei Bruch, gekauft habe. Das der Schmuck nicht allzu gegensätzlich ausfällt, dafür sorgen die vielen Christkindlmärkte, da läßt sich was finden. Aber nie habe ich eine ganze neue Dekolinie, zwecks Farbe oder Stil, erneuert bzw. ausgemustert. Ich blieb bei Rot/Gold, bei den Kugeln, nach vielen Trendfarben-Wechseln, mittlerweile wieder „in“.

Nur zu oft wird in Frauenzeitschriften, die man bei Friseur- und Arztterminen liest, in Perfektion dekoriert, eigentlich schon mehr „gestylt“. In jungen Ehejahren gab das unser Geldbeutel nicht her, bzw. sah ich auch keine Notwendigkeit darin. Wenn ich etwas los werden wollte, hab ich es immer ganz unten platziert. Warum? Weil Kleinkinder, doch hin und wieder etwas zerlegen. So hab ich mir und meinen Kindern Ärger erspart. Meistens haben unsere Kinder, dem „gebrochenen Christbaumschmuck“ selbst am meisten bedauert. Ja – und inzwischen, brauchen meine erwachsenen Kinder, den Christbaum mit dem Schmuck aus Kinderzeiten. „No problem“ – und nachhaltig dazu, ohne dass wir uns bewußt über Nachhaltigkeit Gedanken machen, sondern weils nicht dauernd „was Neues“ sein muss.

Und heuer nach Weihnachten präsentierte der „WDR-Kinderchor“ das tolle „Oma-Lied“! Da muss man als „Oma“ schon ganz schön schlucken! Die Kinder können nichts dafür. Ich frag mich nur, welche Gedanken sich der Chorleiter gemacht hat bzw. nicht gemacht hat!

Falls ich seine Mutter wäre, würde ich meine Dienste für seine Familie einschränken! Würden das meine Enkel singen, könnten sie auf manche Extra-Pfannkuchen – „von der Oma“ – verzichten! Gegessen wird, was alle essen und keine Extra-Herdplatte dafür anmachen. Ausflüge oder Extra-Chauffeurdienste gibts dann nicht, weil „Oma“ keine „Umweltsau“ sein möchte. Ich argumentiere dann bei jedem Wunsch dagegen, ohne dass ich ihnen böse bin. Ich würde sie nur spüren lassen, wie das im Alltag auf sie selber zurückfällt.

Ich habe auch schon Gstanzl für Kinder gedichtet, aber nie verletztend für die betroffene Person – das ist oberstes Gebot, wenn etwas öffentlich vorgetragen wird! Da bemühen sich Eltern, Großeltern, Erzieher und Lehrer, Werte zu vermitteln und dann kommt „soooo etwas“ vom „WDR-Kinderchor“! …das löst bei mir Fassungslosigkeit aus!

Vorbild sein und bleiben, ein Vorsatz fürs Jahr 2020, der nachhaltig wirkt – und immer noch am besten taugt.

Ursula Fiechtner

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