Landfrauen-Kolumne

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Landfrauen-Kolumne
von Marlene Hupfauer
Kreisbäuerin des Landkreises Miesbach

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Griaß Gott liebe Leserinnen und Leser

Zuerst einmal möchte ich Ihnen allen noch ein gesundes und vor allem friedliches neues Jahr wünschen!

„Frieden“ ja das sagt man immer so locker dahin, aber ich glaube er ist wichtiger den jeh. Haben Sie nicht auch das Gefühl, das die ganze Welt auf den Kopf steht? Weltmächte die unter dem Deckmantel „Frieden“ kämpfen; Politiker, die uns jeden Tag neue „Märchen“ auftischen, wie morgen die Welt auszusehen hat. Wo keiner mehr daran denkt ob ein „arbeitendes Volk“ damit überhaupt noch klar kommt. Eine Politik die immer grüner wird, so grün, das ich mich manchmal fragen muss – von was wir uns in 20 Jahren überhaupt noch ernähren werden. Ach ich vergaß – in 20 Jahren, da sind wir alle so „digital“ gesteuert und versorgt – da brauchen wir ja gar keine Lebensmittel mehr! Verzeihen Sie mir meine Ironie aber momentan fehlt mir als Kreisbäuerin jedes Verständnis, was gerade mit unserer heimischen Landwirtschaft so getrieben wird. Hat man denn wirklich jeden Respekt und jede Achtung vor Menschen verloren, die einem seit dem letzten Weltkrieg immer Nahrungsmittel gereicht haben.

Anfang Januar erreichte mich über Whatsapp folgender Text von einen „UNBEKANNTEN VERFASSER“. Normalerweise halte ich nicht viel von solchen Texten die kreuz und quer durch die Welt rauschen, aber diesen möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, den besser hätte ich in nicht schreiben können.

„01.01.2020, 5.30 Uhr, minus 6 Grad. Ich bin im Stall, wie jeden 01. Januar nach Silvester: Wie auch an heilig Abend, an Geburtstagen, Feiertagen, Wochenenden und an allen anderen Tagen im Jahr. Der Unterschied dieses Jahr: ich hab die Nase voll, es macht keinen Spaß mehr! Malträtiert von der Politik, schlechte Presse, Social Media und Unverständnis der Bürger und Bürgerinnen. Allesamt Menschen die jetzt im Bett liegen und schlafen.

Nachdem sie gestern Abend Raclette hatten oder Fondue – mit üppig Käse, Fleisch im Überfluss und dazu noch Brot und Gemüse, Wein und Bier. Menschen die uns morgen wieder Steine in den Weg legen. Die in ihrem Leben noch nicht einen einzigen Tag in einem Stall gearbeitet haben, nicht wissen was es bedeutet keinen Feierabend und keinen Urlaub zu haben, die nicht wissen wie es ist, mit Fieber und Magen-Darm Grippe zu arbeiten – und sich dennoch herausnehmen alles besser zu wissen und über uns bestimmen zu können.

Die Auflagen werden immer strenger, immer mehr Papierkramm – immer Kosten- und Zeitintensiver. Kälber, bei denen man beim Verkauf drauf zahlt, gesunde Tiere die zum Schlachter müssen weil sie sich nicht mehr rechnen. Auflagen der Schlachthöfe immer unbegreiflicher für immer weniger Ertrag.

Nahrungsmittel die verramscht werden, Familienbetriebe die zerstört werden. Eine unbegreifliche Düngeverordnung. Nicht nachvollziehbare Auflagen bei der Bodenbearbeitung. Um nur einige Punkte zu nennen. Viele der Landwirte haben sich den Beruf nicht ausgesucht. Sie haben den Betrieb voller Stolz von den Eltern überreicht bekommen, nur um jetzt die Fussabtreter der Nation zu sein. Wollten sich was aufbauen, ihre Familie davon ernähren, wollten den Betrieb sicher durch die nächste Generation führen, nur um jetzt nicht mehr zu wissen, wie sie den nächsten Tag überstehen sollten, um am Ende ihrer Kräfte, am Rande der Belastungsgrenze zu existieren. Subventionen? Will ich doch gar nicht. Das ist doch nur ein Druckmittel der Regierung. Das ist Erpressung. Tust Du genau was ich dir sage, bekommst Du Geld. Ich will eine funktionierende Marktwirtschaft, ohne angelogen zu werden. Mit ordentlichen Preisen in den Supermärkten. Nicht umsonst heißt es, an der Landwirtschaft verdient jeder, nur nicht der Landwirt. Schuld an gefühlt jedem Problem der Nation. CO² ? Die Landwirte waren´s!

Zuviel Nitrat? Auch die Landwirte! Bienen- und Insektensterben? Na wer wohl? Fast kein Wort über Industrie, Auto, Tourismus, Kreuzfahrtschiffe, immer mehr Flugverkehr. Nein denn die haben eine zu große Lobby. Stattdessen auf die Landwirte, die können sich nicht wehren. Ich streite keine Mitschuld ab, aber wenn mit dem Finger auf uns gezeigt wird, wenn sich Landwirte das Leben nehmen und die Kinder in der Schule gemobbt werden, hört bei mir der Spaß auf! Und alle werden über einen Kamm geschert. Ist einer Tierquäler sind es alle! Ist einer Umweltsünder, heißt es „die Landwirte“… Ich hingegen weiß, dass es durchaus noch ein paar wenige Menschen gibt, die Verständnis dafür haben und dankbar sind. Auch ich habe mir den Beruf nicht ausgesucht, aber eines ist sicher. Ich werde ihn nicht an die nächste Generation übergeben, sondern bin froh, wenn der Alptraum ein Ende hat. Dann können alle die ach so tolle irische Butter, argentinisches Rindfleisch und Schweizer Käse essen, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung über die dortigen Zustände zu wissen. Und wenn der letzte Landwirt vernichtet ist, wird man merken, dass Gesetze keine Lebensmittel produzieren!“ – Ziat Ende.

Was empfinden Sie nun? Ich war schockiert, weil jede Zeile leider so wahr ist. Mit meinem Ehrenamt habe ich jeden Tag mit diesen Problemen – die uns zur Zeit als Bäuerinnen und Bauern beschäftigen – zu tun, aber alle auf einmal zu lesen – und da sind bei weitem noch nicht alle angesprochen – das wurde sogar mir zu viel.

Wie lange wollen wir alle noch weg sehen? Solange bis wirklich keine Bauernfamilie mehr kann?

Ich bin ja gespannt wer sich jetzt vor den Kommunalwahlen alles so für die Bauernfamilien stark macht! Wir werden herumgereicht wie ein Spielball! Was wir jetzt brauchen sind Kommunalpolitiker die Ihre Stimme erheben, die auch nach den Wahlen noch zu hören sind. Stimmen die sich auch einmal gegen die Regierung aussprechen, das manches einfach nicht so geht. Und Stimmen die es ernst mit uns meinen, weil Sie genau wissen was es für einem Landkreis bedeuten würde, wenn es keine Landwirtschaft mehr gäbe.

Normalerweise bin ich ein sehr positiver Mensch und versuche immer in allen das „Gute“ zu sehen, heute bin ich ein bisschen ernster, weil so ein Thema kann und darf man nicht „schönen“! Ich bin Bäuerin aus voller Leidenschaft – und möchte es auch bleiben. In diesen Sinne wünschen ich Ihnen – liebe Leserinnen und Leser – eine gute Zeit und vielleicht a´bißl mehr Verständnis und wieder mehr Wertschätzung für Ihre Bauernfamilien.

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Es griaßt ganz herzlich

Marlene Hupfauer

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Landfrauen-Kolumne
von Ursula Fiechtner
Kreisbäuerin des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen

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Griaß ́d Eich!

Ja und schon ist es wieder vorbei, Weihnachten 2019, bzw. „Sommer-Weihnachten 2019“. Jetzt, wurde der Christbaum abgeräumt; eine Tätigkeit, bei der viele Gedanken durch den Kopf gehen. Viele Kugeln und verschiedener Schmuck, die ich schon seit über 36 Jahren am Baum habe. Neuerer Christbaumschmuck, den ich als Ersatz, bei Bruch, gekauft habe. Das der Schmuck nicht allzu gegensätzlich ausfällt, dafür sorgen die vielen Christkindlmärkte, da läßt sich was finden. Aber nie habe ich eine ganze neue Dekolinie, zwecks Farbe oder Stil, erneuert bzw. ausgemustert. Ich blieb bei Rot/Gold, bei den Kugeln, nach vielen Trendfarben-Wechseln, mittlerweile wieder „in“.

Nur zu oft wird in Frauenzeitschriften, die man bei Friseur- und Arztterminen liest, in Perfektion dekoriert, eigentlich schon mehr „gestylt“. In jungen Ehejahren gab das unser Geldbeutel nicht her, bzw. sah ich auch keine Notwendigkeit darin. Wenn ich etwas los werden wollte, hab ich es immer ganz unten platziert. Warum? Weil Kleinkinder, doch hin und wieder etwas zerlegen. So hab ich mir und meinen Kindern Ärger erspart. Meistens haben unsere Kinder, dem „gebrochenen Christbaumschmuck“ selbst am meisten bedauert. Ja – und inzwischen, brauchen meine erwachsenen Kinder, den Christbaum mit dem Schmuck aus Kinderzeiten. „No problem“ – und nachhaltig dazu, ohne dass wir uns bewußt über Nachhaltigkeit Gedanken machen, sondern weils nicht dauernd „was Neues“ sein muss.

Und heuer nach Weihnachten präsentierte der „WDR-Kinderchor“ das tolle „Oma-Lied“! Da muss man als „Oma“ schon ganz schön schlucken! Die Kinder können nichts dafür. Ich frag mich nur, welche Gedanken sich der Chorleiter gemacht hat bzw. nicht gemacht hat!

Falls ich seine Mutter wäre, würde ich meine Dienste für seine Familie einschränken! Würden das meine Enkel singen, könnten sie auf manche Extra-Pfannkuchen – „von der Oma“ – verzichten! Gegessen wird, was alle essen und keine Extra-Herdplatte dafür anmachen. Ausflüge oder Extra-Chauffeurdienste gibts dann nicht, weil „Oma“ keine „Umweltsau“ sein möchte. Ich argumentiere dann bei jedem Wunsch dagegen, ohne dass ich ihnen böse bin. Ich würde sie nur spüren lassen, wie das im Alltag auf sie selber zurückfällt.

Ich habe auch schon Gstanzl für Kinder gedichtet, aber nie verletztend für die betroffene Person – das ist oberstes Gebot, wenn etwas öffentlich vorgetragen wird! Da bemühen sich Eltern, Großeltern, Erzieher und Lehrer, Werte zu vermitteln und dann kommt „soooo etwas“ vom „WDR-Kinderchor“! …das löst bei mir Fassungslosigkeit aus!

Vorbild sein und bleiben, ein Vorsatz fürs Jahr 2020, der nachhaltig wirkt – und immer noch am besten taugt.

 

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… bis näxt ́s Moi
Eure Ursula Fiechtner

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