Landfrauen-Kolumne

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Landfrauen-Kolumne
von Ursula Fiechtner
Kreisbäuerin des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen

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Als ich meine einleitenden Worte zum letzten Landfrauentag, Anfang Februar schrieb, hätte ich im Traum nicht daran gedacht, dass mich „diese Thematik“ dermaßen einholen würde: „Medikamente im Ausland produziert und jetzt ein Engpaß“, so wird es mit den Nahrungsmitteln auch mal kommen, weil viele Landwirte durch die ständigen Ansprüche der Gesellschaft, genervt ihre Betriebe aufgeben und sich verändern würden.

Eine trügerische Sicherheit, „alles zu jeder Zeit“ und zu immer niedrigsten Preisen – in prall gefüllten Supermärkten – kaufen zu können. Es wird vieles „woanders“ billiger produziert. Die deutsche bzw. bayerische Landwirtschaft – gut für besondere Schmankerl – aber das Normale bekommen wir auch von europäischen Nachbarn oder sogar anderen Kontinenten.

Mit einer Pandemie, wie sie uns jetzt alle fest im Griff hat, habe ich wirklich nicht gerechnet! Wohlüberlegt, wird der Einkauf nun geplant und das Wichtigste besorgt. Bei vielen dürfte doch der „Klopapiervorrat“ endlich mal reichen, oder? Man sollte es wirklich nicht übertreiben und besonnen handeln! Letztendlich sollte man nur für die alltägliche Versorgung der Familie einkaufen und nicht „hamstern“!

Sicherlich haben einige gelächelt, als wir Landfrauen das Fach „Alltagskompetenzen bzw. Schule fürs Leben“ gefordert haben. Vor gut zwei Monaten wurde nun dieser Forderung seitens des Kultusmininsteriums stattgegeben. Mit Projektwochen sollte der Start zum Schuljahr 2020/21 erfolgen. Mit der Corona-Pandemie hat sich dieses Thema quasi verselbständigt. Jetzt liegt es an den Eltern einen Startschuß im eigenen häuslichen und erzieherischen Bereich zu geben. Es erfordert je nach Kind und Jugendlichen mehr oder weniger Durchsetzungskraft in dieser „Bleib Dahoam-Zeit“-Ausnahmesituation. „Hotel Mama“ ist aber keine Option! Kinder und Jugendliche müssen gefördert und gefordert werden und Eltern müssen Aufgabenerfüllung verlangen.

In Alltagskompetenzen steckt viel Potenzial. Der „Alltag zuhause“ erfordert auch eine gute Struktur. Logistische Fähigkeiten beim Planen und Durchführen eines Einkaufs und motorische Fähigkeiten beim Zubereiten von Lebensmitteln – zu leckeren Speisen – sind gefragt. „Bruchrechnen“ kann auch mit einem selbstgebackenen runden Kuchen, und zwar ohne „App“, veranschaulicht werden. Es sind nun die Sozialkompetenzen in der Aufgabenteilung gefragt, um miteinander diese echte Krise bestmöglich zu bewältigen!

Altersgerechte Aufgaben für unseren Nachwuchs sind in jedem Haushalt vorhanden: U.a. Essen kochen, Geschirr abspülen sowie den Wohnbereich säubern und „wenn’s Not tut“ auch mal den Keller aufräumen!

„Loben“ sollte man nicht vergessen, denn loben zieht nach oben! Bestätigung, Lob, Dankbarkeit machen fürs Leben stark und sind auch sehr wertvoll für die Persönlichkeitsbildung. Und man sollte ja nicht meinen: „Nicht geschimpft ist gelobt genug!“

Eins möchte ich auch unbedingt noch loswerden: Die ganzen „Fridays for Future“-Gruppen könnten jetzt handeln und sich überall einbringen – wo „Not am Mann ist“! Ausländische Saisonarbeiter haben Probleme, die deutschen Landwirte heuer bei der Ernte zu unterstützen.

Für „das Bier beim Oktoberfest“ – beispielsweise – braucht zuerst einmal der Hopfen eine „Unterstützung“ – denn er muss an die Hopfendrähte gebunden werden, um später emporwachsen zu können. Das ist eine mühselige Arbeit, die viele Hände beansprucht. „Heuer wär’s gerecht, wenn nur diejenigen, welche bei der Vorarbeit geholfen haben, zum Oktoberfest gehen dürften – falls es überhaupt stattfindet.“

Auch die „Tafeln“ könnten jetzt tatkräftige junge Leute brauchen! Viele Senioren, wären um Unterstützung dankbar. Pflegekräfte, Ärzte und Betreuungspersonal, diese Berufsgruppen wären ebenfalls um Einkaufshilfen froh. Ein Teil der jungen Leute werden es bestimmt schon tun, davon bin ich überzeugt. Gestärkt fürs Leben aus dieser Krise gehen, ist auch ein Erfolg.

„Jede Krise ist eine Chance“: Ein wahres Sprichwort!

Ursula Fiechtner

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