550 Jahre Pfarrkirche Heilig Kreuz Schaftlach

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550 Jahre
Pfarrkirche Heilig Kreuz
Schaftlach

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Waakirchen – Ein historisch bedeutsames Jubiläum wird von Freitag, 3. bis Sonntag 5. Juli 2026 in Schaftlach, Gemeinde Waakirchen, gefeiert. Denn vor nunmehr 550 Jahren, genauer gesagt am 4. August 1476, wurde die »Pfarrkirche Heilig Kreuz Schaftlach« geweiht und damit den Einwohnern der Gemeinde als Ort für die Gemeinschaft, des Glaubens und der Hoffnung, übergeben. Das Gebiet rund um Schaftlach war einst im Besitz des ehemaligen Klosters Tegernsee. Deshalb sei anzunehmen, dass die heutige Kirche Heilig Kreuz vom Tegernseer Klosterbaumeister Alex Gugler erbaut wurde. Interessant sei auch, dass bereits seit dem Jahr 1315 dort ein Gebäude gestanden haben soll, da dies urkundlich bestätigt sei. Als ein kunsthistorisches Kleinod von internationaler Bedeutung gilt das »ottonische Schaftlacher Kreuz«, das den Altarraum der Kirche schmückt. Der Entstehungszeitrahmen des Monumentalkreuzes, das, laut wissenschaftlichen Recherchen, aus dem Kloster Tegernsee stammen soll, werde in die Jahre 960 bis 1010 n. Chr. datiert.

So soll nun die Weihe dieses Gotteshauses vor 550 Jahren mit einer mehrtägigen Feierlichkeit in der Halle der »Eisratz‘n Schaftlach« an der Piesenkamer Straße gedacht werden. Die Eröffnung der Feierlichkeit erfolge am Freitag, 03. Juli ab 18:00 Uhr mit dem Fassanstich und der Begrüßung durch Pfarrer Stefan Fischbacher vom Pfarrverband Waakirchen-Schaftlach und dem Schirmherrn Norbert Kerkel, 1. Bürgermeister der Gemeinde Waakirchen. Am Samstag, 4. Juli werde ab 10:00 Uhr ein Schafkopfturnier veranstaltet und ab 19:00 Uhr sorge die Band »Honky Tonk Five« für musikalische Unterhaltung. Der Festgottesdienst am Sonntag, 5. Juli mit Abt Barnabas Bögl vom Kloster Ettal soll um 10:00 Uhr beginnen und finde an der Kirche Heilig Kreuz im Freien statt. Anschließend erfolge ein Festzug zur Eishalle. Das musikalische Rahmenprogramm gestaltet an diesem Tag die »Knappenkapelle Marienstein-Waakirchen«. Um 18:00 Uhr läute eine Abschlußvesper das Ende der Jubiläumsfeier ein.

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Grußwort von Pfarrer Stefan Fischbacher
»Wer durch das Portal unserer Kirche tritt, betritt nicht nur ein Gebäude aus Stein, sondern einen Raum, der seit Jahrhunderten vom Glauben, vom Gebet und von der Hoffnung der Menschen lebt. Seit 550 Jahren steht die Kirche Heilig Kreuz in Schaftlach als sichtbares Zeichen für das, was uns trägt: Der Glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Christus. Besonders eindrucksvoll ist das Schaftlacher Kreuz, ein lebensgroßes, vollständig erhaltenes ottonisches Kruzifix aus der Zeit um 970 – eines der ältesten und bedeutendsten seiner Art in Deutschland. Es ist nicht nur ein Kunstwerk, es ist Ausdruck unseres Glaubens. Es zeigt einen gekreuzigten Christus, der uns Hoffnung macht: Das Leben besiegt den Tod, Christus lebt in Ewigkeit. 

Die zentral am Hochaltar gezeigte Kreuzreliquie macht unsere Kirche zudem zum Wallfahrtsort. Sie erinnert uns daran, dass das Kreuz Hoffnung stiftet. Über viele Generationen hinweg kamen Menschen hierher, um zu beten, zu bitten, zu danken. Und sie kommen bis heute und schöpfen Trost, Kraft und Hoffnung.

Für viele von uns ist die Heilig Kreuz Kirche weit mehr als ein Denkmal der Geschichte. Sie ist Heimat im Glauben. Hier wird getauft, getraut, gebetet, getrauert und gefeiert. Hier ist die Mitte unserer Gemeinde –über Jahrhunderte hinweg und auch heute. So kann fast jeder Schaftlacher und jede Schaftlacherin seine/ihre persönliche Geschichte erzählen. Zum Jubiläum danke ich allen, die unsere Kirche mit Leben füllen – durch ihren Glauben, ihre Mitarbeit, ihre Musik, ihr Dasein. Möge sie weiterhin ein Ort sein, an dem Menschen Gott begegnen. Und möge das Kreuz in ihrer Mitte uns auch in Zukunft Orientierung, Halt und Hoffnung geben.

Pfarrer Stefan Fischbacher
Pfarrverband Waakirchen-Schaftlach

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Grußwort von Bürgermeister Norbert Kerkel
»Die Kirche Heilig Kreuz Schaftlach ist ein historisch wertvoller Bau – schon 1315 wurde ein Vorgängerbau erstmals urkundlich erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Kirche, Umbauten, barocke Ausstattungen und in den Jahren 2000-2002 eine umfassende Neugestaltung des Altarbereichs – durch den Bildhauer Werner Mally. Nun, mehr als 20 Jahre später, steht unsere Kirche erneut vor einer wichtigen baulichen Aufgabe: Das Dach und der Turm sind dringend sanierungsbedürftig, weshalb seit dem Sommer 2025 umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Schäden durch Witterung, lockere Schieferplatten und Blitzeinschlag an der Turmspitze machen diese Maßnahmen unumgänglich.

Ich bin zuversichtlich, dass es uns gemeinsam gelingt, diese wertvolle Kirche für kommende Generationen zu erhalten und so das Glaubenszeugnis, das sie seit Jahrhunderten trägt, fortzuführen. Die Heilig Kreuz Kirche steht als Kulturdenkmal und spirituelles Zentrum im Ort – ein Zeugnis gelebten Glaubens, Kunst und Gemeinschaft. Für mich persönlich ist diese Kirche weit mehr als ein historisches Bauwerk – sie hat mich mein Leben lang begleitet. Sie war der Ort meiner Taufe und meiner Erstkommunion, ich war Ministrant, Mitglied und Leiter der Landjugend, hier empfing ich das Sakrament der Firmung, hier feierte ich meine Hochzeit, hier wurden Taufe, Kommunion und Firmung meiner Kinder gespendet, hier fanden die Beerdigungen meiner Großeltern und später auch meines Vaters statt und hier durfte ich bereits die Taufe meiner Enkelkinder erleben. Ferner war ich über 16 Jahre Mitglied im Pfarrgemeinderat. All diese Stationen verbinden mich eng mit diesem Gotteshaus und mit der Gemeinschaft, die sich hier versammelt – in Freud und Leid, in Feier und Stille. In einer Zeit, in der vieles im Wandel ist, braucht der Glaube sichtbare Orte und lebendige Gemeinschaften. Die Kirche ist weit mehr als ein sakraler Bau – sie gibt Menschen Orientierung, Hoffnung und Geborgenheit. Glaube darf nicht ins Verborgene verbannt werden, sondern er braucht Raum, in dem er hörbar, spürbar und erlebbar ist.

Ich möchte an dieser Stelle ganz besonders allen Ehrenamtlichen danken. Ohne sie wäre das kirchliche Leben nicht denkbar – ihr Engagement stärkt das Miteinander im Zeichen des Glaubens und trägt dazu bei, dass unsere Gemeinde lebendig bleibt.

Im Namen der Gemeinde Waakirchen
Ihr Norbert Kerkel,

1. Bürgermeister der Gemeinde Waakirchen
und Schirmherr der 550 Jahr-Feierlichkeiten

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www.waakirchen.de

-am- Bilder: am, pfvw

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Drei Festtage
550 Jahre 
Pfarrkirche Heilig Kreuz 
Schaftlach

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Als Gastgeber der Feierlichkeiten zum 550-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche Heilig Kreuz Schaftlach begrüßte Pfarrer Stefan Fischbacher vom Pfarrverband Waakirchen-Schaftlach die Festgäste und bat Norbert Kerkel das Festbierfass anzustechen. Diese Bitte erfüllte der Bürgermeister der Gemeinde Waakirchen gerne und nach drei Schlägen und dem Ausruf »O‘zapf is. Auf a schöne 550 Jahr Feier« waren die drei Festtage offiziell eröffnet.

Bei seiner Festrede erläuterte Pfarrer Fischbacher unter anderem die Entstehung der kleinen Pfarrkirche, die im Jahre 1476 geweiht wurde und ein Auftragsbau des Klosters Tegernsee gewesen sei. Mit den Worten »Wenn diese Mauern reden könnten…« ging der Pfarrer in die Vergangenheit zurück, erläuterte Geschehnisse aus dem Lauf der Jahrhunderte, erzählte eine Anekdote über eigenwillige Schaftlacher Kirchgänger vor rund 50 Jahren und beendete die Zeitreise mit dem Verweis auf die derzeitigen Renovierungsarbeiten. Abschließend dankte Pfarrer Fischbacher den Organisatoren der Jubiläumsfeier, dem Team des Festausschusses unter der Leitung von Diakon Franz Mertens, den Ortsvereinen »für die beeindruckende selbstverständliche Zusammenarbeit« sowie den Mitarbeitern der Gemeinde für die Unterstützung und allen Helfern im Hintergrund, »ohne die heute hier das Licht gar nicht angehen würde«.

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Nach dem erfolgreichen Bierfassanstich v.l.:
Pfarrer Stefan Fischbacher, Maximilian Dengler vom Herzoglich Bayerischen Brauhaus Tegernsee, 
Diakon Franz Mertens und Bürgermeister Norbert Kerkel

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Norbert Kerkel, Schirmherr der Festivität, betonte in seiner Festrede die Besonderheit dieses Jubiläums, die seit 550 Jahren »als Ort des Glaubens, der Begegnung und des gemeinsamen Lebens« mitten in Schaftlach stehe. Ferner spannte das Gemeindeoberhaupt einen Bogen von der Ersterwähung eines Bauwerks im Jahr 1315 zum Beginn der Bauarbeiten anno 1473 unter dem Tegernseer Klosterbaumeister Alex Gugler bis hin zur Weihe am 4. August 1476, was den Beginn einer langen Geschichte markierte, die bis in die heutige Zeit reiche und hob hervor: »Wenn man auf diese Jahrhunderte zurückblickt, wird deutlich, wie sehr dieses Gotteshaus mit dem Leben der Menschen verbunden ist. Es war und ist Ort der Freude und des Abschieds, der Hoffnung und des Trostes, der Stille und des Feierns. Von der Taufe bis zur Trauerfeier begleite die Kirche die Menschen in allen Lebensphasen und bietet Raum für das, was sie im Innersten bewegt«.

Natürlich ging Kerkel auch auf die derzeitigen Sanierungsarbeiten ein und teilte mit, dass der Kirchturm wieder seine ursprüngliche Farbe in Weiß erhalten habe. Er dankte den Mitgliedern von Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat, den Haupt- und Ehrenamtlichen sowie allen Helfern für deren Mitarbeit und bemerkte: »Ich bin zuversichtlich, dass es gelingt, dieses wertvolle Gotteshaus für kommende Generationen zu erhalten. Doch schöne Worte reichen meist nicht und daher gebe ich für die Renovierung unserer Kirche einen Scheck über 550,- Euro, das ist ein Euro für jedes vergangene Jahr«.

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Für die Renovierung der Kirche übergab Bürgermeister Norbert Kerkel (li) einen 550,- Euro-Scheck an Pfarrer Stefan Fischbacher (re)

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Anschließend stellte Susanne Götz vom Pfarrgemeinderat die Kirchenhistorie vor. Beispielsweise klärte sie auf, dass Amerika im Jahr 1476 in Europa noch gänzlich unbekannt war, und stellte mit Franz Goldhofer von der Kirchenverwaltung ein Zahlenwerk vor. Beide berichteten, dass aktuell die Veranschlagung der Renovierungskosten bei rund 1,25 Milionen Euro liege und das Erzbischöfliche Ordinariat 85 Prozent, also rund 1,07 Millionen Euro übernehmen werde. Der Eigenanteil von 15 Prozent betrage 180.000,- Euro, wobei insgesamt 147.000,- Euro von Spenden nebst 50.000,- Euro Unterstützung von der Gemeinde Waakirchen, eingegangen wären und rein rechnerisch noch 32.000 Euro offen wären. Es seien auch noch unvorhergesehene Arbeiten aufgetaucht, welche die Baukosten unkalkulierbar nach oben treiben könnten. Also wären Spenden jederzeit willkommen. Nach den nüchternen Fakten präsentierte Diakon Franz Mertens einen Film über die 500 Jahr Feier der Pfarrkirche asu dem Jahre 1976, der unter anderem die Vorbereitungsarbeiten bis hin zu den Festtagen und den Festzug mit den Trachten- und Schützenvereinen, auch aus Tirol sowie den Gebirgsschützen zeigte.

Ein weiterer vergnüglicher Programmpunkt war das »Quiz Kirchblatt«. Hierbei wurden drei Kandidaten Fragen rund um das »Kircheneinmaleins« gestellt, was für manch kuriose Antwort sorgte. Für die musikalische Umrahmung war die Blasmusik Sachsenkam zuständig. Damen vom Gartenbauverein kredenzten hausgemachte Kuchen, Torten und Fettgebackenes sowie »Slush-Eis«. Auch diese entsprechenden Einnahmen kamen den Renovierungsarbeiten zugute, ebenso wie der Erlös aus dem Geschicklichkeitsspiel »Weinflaschenangeln« mit Susanne Götz.

Feierlicher Festgottesdienst krönte die Jubiläumsfestivitäten
Der letzte Tag der Feierlichkeiten zum 550-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche Heilig Kreuz Schaftlach – am Sonntag, 5. Juli 2026 – stand ganz im Zeichen der Gemeinschaft. Viele in der Gemeinde ansässige Vereine gaben sich die Ehre, Bürgermeister Norbert Kerkel und Vertreter des Gemeinderates beim Kirchenzug zum Gottesdienstgelände zu begleiten. So kamen unter anderem die Gebirgsschützenkompanie Waakirchen, der Heimat- und Volkstrachtenverein Schaftlach-Piesenkam, der Heimat- und Volkstrachtenverein Schmid von Kochel & Bodenschneid Waakirchen-Hauserdörfl, der Turn- und Sportverein Schaftlach sowie der SV Waakirchen-Marienstein, der Eisschützenverein »D‘Eisratzn« Schaftlach, die Schützengesellschaft Eichenlaub Schaftlach und die Sportschützen Waakirchen, die Kolpingsfamilie St. Martin, die Nachbarschaftshilfe und der Verein »Wos guads vor Ort«, die Veteranen- und Reservistenvereine Schaftlach und Waakirchen, der Bergbauverein Marienstein, die Gebirgsjägervereinigung Oberland, der Gartenbauverein Waakirchen-Schaftlach, der Burschenverein Piesenkam, der Eisclub Marienstein, der Förderverein der Grundschule Waakirchen sowie der Feuerwehrverein Marienstein und die Freiwillige Feuerwehr Schaftlach zum großen Umzug zusammen. Für die musikalische Begleitung sorgten die Knappenkapelle Marienstein-Waakirchen sowie der Trommlerzug und der Musikverein Waakirchen.

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Abt Barnabas Bögle vom Benediktinerkloster Ettal bei seiner Predigt

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Auf dem Gelände des Festgottesdienstes, gegenüber der Schaftlacher Pfarrkirche, war der geschmückte Altar aufgebaut. Hier zelebrierten Abt Barnabas Bögle vom Benediktinerkloster Ettal und Pfarrer Stefan Fischbacher vom Pfarrverband Waakirchen-Schaftlach die Messe. Der Abt zeigte sich von der Kreuzreliquie und vom ottononischen Kreuz – beides Insignien der Pfarrkirche Heilig Kreuz Schaftlach – begeistert und betonte, mindestens einmal im Jahr die Kirche zu besuchen. Die Themen der Predigt handelten, neben dem Jubiläum der Pfarrkirche, dem Zeitgeist entsprechend von Frieden, dem Leben und der Nächstennliebe. Nach dem Gottesdienst zogen die Trachtlerinnen und Trachtler nebst Vereinsmitgliedern, Musikkappellen sowie Gottesdienstbesuchern im Festzug zum Festgelände an der Sporthalle der »D‘Eisratzn Schaftlach«, um den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. …weiter zur Bildergalerie

-am- Bilder: am

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