Gesundheit & Soziales

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Menschen mit Behinderung in der Corona-Zeit:

“Niemanden zurücklassen!”

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Ulrike Müller, Freie Wähler-Abgeordnete in Brüssel und Straßburg, fordert von der EU mehr Einsatz für die Rechte von Behinderten und setzte sich im Petitionsausschuss des Europaparlaments für die Belange behinderter Menschen ein. Sie forderte eine bessere finanzielle und strukturelle Unterstützung von Betroffenen und deren Familien und wies auf die besondere Verwundbarkeit dieser Gruppe hin. Eine Petition von „Inclusion Europe“ lenkt das Augenmerk auf die Lage von Menschen mit geistiger Behinderung in ganz Europa während der Corona-Krise und fand fraktionsübergreifend große Zustimmung.

Müller forderte in diessem Zusammenhang: “Im Rahmen der schrittweisen Lockerungen müssen wir Menschen mit Behinderung bei ihrer Rückkehr in den Alltag unterstützen. Zugleich müssen wir uns auf künftige Krisen dieser Art viel besser vorbereiten! Die EU muss sicherstellen, dass kein einziger Mensch zurückgelassen wird!”

Petition: Menschen mit Behinderung besonders schützen und unterstützen „Inclusion Europe“ macht mit seiner Petition darauf aufmerksam, dass im Rahmen der Corona-Regelungen vielen Menschen mit Behinderung Therapie und individuelle Unterstützung verweigert wird. Sie sind ganz besonderem Risiko ausgesetzt – im Kontext von Triage-Leitlinien (Entscheidungen über Leben und Tod, wenn z.B. nicht ausreichend Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen sollten). Die Trennung von Familienangehörigen und Bezugspersonen im Rahmen von Quarantäne- und „Social-Distancing“-Maßnahmen bringt schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich. Stigmatisierungen verschärfen sich – und im Bereich der inklusiven Bildung bedeutet Corona einen schweren Rückschlag.

Corona verschärft Diskriminierung und Segregation
“Das Coronavirus und der Lockdown werfen ein Schlaglicht auf die fortdauernde Segregation und Diskriminierung von Menschen mit intellektuellen Einschränkungen, inbesondere bezüglich ihres Zugangs zur Gesundheitsversorgung”, schreibt „Inclusion Europe“ in seiner Petition. Der Verband fordert Respekt und Einhaltung der Menschenrechte, wie sie beispielsweise in der EU- Grundrechtecharta festgeschrieben sind. Alle Leben sind gleichwertig, betonte der Verband und keine dritte Person könne darüber entscheiden, ob ein Leben lebenswert sei oder nicht.

„Inclusion Europe“ fordert, dass die Rückkehr zum Normalbetrieb für Behinderteneinrichtung oberste Priorität haben müsse. Finanzielle Hilfsmaßnahmen für die Zeit nach Corona müssten Menschen mit Behinderung und deren Familien nicht nur erreichen, sondern vielmehr prioritär bei ihnen ansetzen.

„Alle Menschen haben Recht auf Höchstmaß an Gesundheit! Die EU und die einzelnen Mitgliedsstaaten müssen garantieren, dass die Verpflichtungen aus dem UN-Vertrag über die Rechte von Menschen mit Behinderungen respektiert werden. Dazu gehören Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung, gleichberechtigte Teilhabe an der Gemeinschaft, an Bildung und am Arbeitsleben. Ganz besonders will ich hier das Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit hervorheben, das unter Corona nicht gewahrt wurde. Das ist bitter, und hier müssen wir besser werden”, so Ulrike Müller.

EU steht in der Verantwortung, die Menschenrechte zu sichern
Müller wies ferner darauf hin, dass die Gesundheitsversorgung grundsätzlich Aufgabe der Mitgliedsstaaten sei. “Das entlässt die EU aber nicht aus der Verantwortung. Wir müssen in Brüssel dafür sorgen, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung auf allen Ebenen berücksichtigt werden. Die Wahrung der Grundrechte jedes einzelnen Menschen ist sehr wohl die Pflicht der Europäischen Union!”, resümierte die Abgeordnete des Europäischen Parlaments.

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Ulrike Müller: „Die EU muss sicherstellen, dass kein einziger Mensch zurückgelassen wird!“

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Hintergrund
„Inclusion Europe ist ein Verband“, dem derzeit 78 Organisationen in 39 Mitgliedsstaaten angehören; in Deutschland unter anderem die „Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.“. Der Verband setzt sich u.a. für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ein und fordert Respekt, Solidarität und Inklusion.

Die Corona-Krise stellt Personen mit Behinderung und deren Pflegende und Angehörige vor besondere Herausforderungen. Wichtige Therapien sind ausgesetzt. Therapie über den Bildschirm ist eine Möglichkeit, ersetzt aber keinen direkten Kontakt! Gerade schwer behinderte Menschen brauchen häufig rund um die Uhr Betreuung. Wenn ein betroffenes Kind zuhause lebt, müssen Eltern „Homeoffice“ mit Pflege, Betreuung und Heimunterricht ggf. auch von weiteren Kindern verbinden. Es ist zudem schwierig oder unmöglich, Personen mit geistiger Behinderung in einer Einrichtung zu erklären, dass sie keinen Besuch erhalten dürfen. Gleichermaßen haben viele Betroffene keine verbalen Möglichkeiten, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Die Kosten der Betreuung stellen viele behinderte Menschen und deren Familien vor finanzielle Probleme. Diskriminierung und Stigmatisierung verschärfen sich in Krisenzeiten.

Ulrike Müller, Freie Wähler, MdEP

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Statement von Anton Grafwallner, Beauftragter für Menschen mit Behinderung des Landkreises Miesbach:

Schützen darf nicht „einsperren“ bedeuten!

Corona-Shutdown in Pflege- und Behinderteneinrichtungen

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Nach den monatelangen massiven Einschränkungen durch den Corona Virus erfolgt nun „Stück für Stück“ – unter bestimmten Voraussetzungen – die Rückkehr zur Normalität. Bedingt durch die Corona-Lockerungen in Bayern und angesichts des schönen Wetters ist es in den letzten Tagen zu einem Ansturm in die Berge und zu den Seen gekommen. Aber nicht alle Menschen konnten diese Freiheiten genießen, Menschen in Pflege-oder Behinderteneinrichtungen mussten, weil sie „einer Risikogruppe“ angehören, in ihren Einrichtungen bleiben! Für diese Einrichtungen gilt immer noch ein Besuchsverbot und ein komplettes Ausgehverbot, nicht einmal Spaziergänge sind erlaubt.

Die Eindämmung des Corona-Virus hat die Gesellschaft in den letzten acht Wochen intensiv gefordert. Oberste Prämisse war dabei, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Vorübergehend schränkt dieser „Shutdown“ unsere Grundrechte ein. Alte Menschen und Menschen mit Behinderungen zählen zur „Risikogruppe“. Sie gelten durch das Corona-Virus als besonders gefährdet. Es darf aber nicht sein, diese Personen weiter vorsorglich „wegzusperren“, um sie zu schützen! Es mag zwar für manche sicher scheinen, aber für die Betroffenen ist es eine Zumutung und aus menschenrechtlicher Perspektive absolut inakzeptabel!

Um den Menschen in diesen Einrichtungen wieder mehr Normalität zu ermöglichen, sollte unter Verwendung einer FFP2-Maske und unter bestimmten Voraussetzungen, zumindest wieder ein Spaziergang mit Angehörigen außerhalb der Einrichtungen ermöglicht werden. Es gibt weiterhin zu berücksichtigen, dass vor allem in Behinderteneinrichtungen viele – vor allem junge – Erwachsene leben und diese bisher alle zwei Wochen nach Hause gefahren sind. Dies ist seit dem Besuchs-/Betretungsverbot nicht mehr möglich. Ein Besuch ist für viele dieser Bewohner keine Lösung, weil das Verständnis, warum ein „Nachhause fahren“ weiterhin verboten ist, fehlt. Auch diese Menschen brauchen eine langfristige Perspektive!

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Anton Grafwallner: „Es werden deshalb mehr Normalität für Menschen in den Pflege-oder Behinderteneinrichtungen,
aber auch neue kreative Lösungen gefordert. Schützen darf nicht „einsperren“ bedeuten!“

-ag-  Bild: am

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Der Zuspruch ist großartig
Asklepios Stadtklinik Bad Tölz sagt Danke für die Unterstützung

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Region Bad Tölz-Wolfratshausen – Das Coronavirus ist für alle eine große Herausforderung. Die Mitarbeiter der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz leisten auch in dieser schwierigen Zeit weiterhin hervorragende Arbeit und sind rund um die Uhr für die Patienten im Einsatz. Dafür erreicht die Klinik viel Zuspruch, Hilfsbereitschaft und Unterstützung aus der Bevölkerung und von lokalen Einzelhändlern. Von Visieren über Desinfektionsmittel, selbstgenähtem Mund-und Nasenschutz für den Gebrauch im Alltag außerhalb des Krankenhauses bis hin zu Schokolade, Eiscreme und anderen Leckereien. Das sind nur einige der großzügigen Aufmerksamkeiten, die das Team der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz von lokalen Geschäften und Unternehmen aus der Region in den vergangenen Wochen erhalten hat. Hinzu kommen viele positive Zuschriften aus der Bevölkerung, oder gar ein spontanes Ständchen zweier Musiker vor dem Haupteingang.

Das Ziel: Ein großes Dankeschön an die Kolleginnen und Kollegen, die auch in Zeiten von Covid-19 rund um die Uhr um die Patienten kümmern. „Vielen Dank für die Hilfsbereitschaft und Solidarität. Der Zuspruch ist wirklich großartig. Gemeinsam schaffen wir es, diese Pandemie zu bewältigen“, betonte Felix Rauschek, Geschäftsführer der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz.

Glücklicherweise mussten bislang nur vereinzelte Covid-Patienten in der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz versorgt werden. Auf einen möglichen Anstieg von Corona-Fällen ist man vorbereitet. Im Umgang mit den Betroffenen wird auf die entsprechende Schutzausrüstung gesetzt. Für andere Patienten die in die Klinik kommen, besteht kein erhöhtes Ansteckungsrisiko.

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Stellvertretend für das Team der Notaufnahme und der gesamten Asklepios Stadtklinik Bad Tölz
sagten Raimund Novak und Dr. med. Tiina Rau „Danke für die Unterstützung“ aus der Bevölkerung

-am- Bild: ch

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Patientenbesuche

in den Krankenhäusern Weilheim-Schongau wieder möglich

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Region Weilheim-Schongau – Der Wunsch nach einer Lockerung des coronabedingten Besuchsverbotes war auch in den Kliniken groß – „bei Angehörigen wie bei Mitarbeitern gleichermaßen. Die Krankenhäuser des Landkreises Weilheim-Schongau nutzten jetzt die Neuregelungen des Freistaates, um wieder Patientenbesuche im geschützten Rahmen zu ermöglichen. Beginnend mit dem Muttertag sind in beiden Krankenhäusern wieder Besuche durch eine einzige Kontaktperson möglich. Hierfür wurden umfassende Hygiene-Maßnahmen vorbereitet und eigene Besucherzonen geschaffen, um den notwendigen Abstand einhalten zu können“, so Dr. Michael Platz, Ärztlicher Direktor des Schongauer Krankenhauses.

Hygiene-Maßnahmen für den Patientenbesuch:
Wichtig für die Besuche sind folgende Schutzmaßnahmen, die sich an den verschiedenen Auflagen des Freistaates orientieren:
1. Kontaktperson: Jeder Patient kann täglich durch eine feste Kontaktperson besucht werden. Hierzu zählen: Ehegatte, Lebenspartner, eigener Hausstand, Verwandte, wie z.B. Geschwister oder durch den Patienten festgelegte Personen.

2. Registrierung: Besucher registrieren sich am Eingang bei den Security-Mitarbeitern.

3. Zugang: Anschließend erfolgt der Zugang ins Krankenhaus über den Triage-Punkt. Hier schließt medizinisches Fachpersonal mögliche Symptome aus und erklärt das korrekte Tragen des Mund-Nasen-Schutzes. Nur gesunden Personen ist ein Besuch im Krankenhaus gestattet.

4. Masken und Abstandspflicht: Sowohl Besucher als auch besuchte Patienten müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern ist einzuhalten.

5. Besucherzone: Die eigens eingerichteten Besucherzonen befinden sich in beiden Kliniken in den Eingangsbereichen und sind entsprechend ausgeschildert. In Schongau ist es die Cafeteria und in Weilheim das Foyer.

6. Besuchszeiten: Entsprechend den Vorgaben des Freistaates sind Besuche derzeit nur zu festen Zeiten möglich. Diese sind von 9:00 bis 11:00 Uhr und von 15:00 bis 17:00 Uhr.

7. Dauer: Besuche sind täglich für jeweils 20 Minuten vorgesehen, um gerade in der Anfangsphase möglichst vielen Patienten diesen zu ermöglichen.

8. Sondergenehmigung: Patienten der Akutgeriatrie sind aufgrund von komplexen Mehrfacherkrankungen besonders schutzbedürftig. Hier bedarf es in jedem individuellen Fall einer vorherigen ärztlichen Freigabe.

Die Krankenhäuser Weilheim-Schongau begrüßen die gelockerten Besuchsregelungen. Dazu Geschäftsführer Thomas Lippmann: „Für viele Patienten war es sehr schwer, ihre Angehörigen nicht sehen zu können. Umso mehr freut es uns, dass unsere Patienten jetzt wieder Besuche empfangen können. Seit Bekanntwerden der Lockerung haben wir sofort begonnen, ein mehrstufiges Hygienekonzept umzusetzen, um einen bestmöglichen Infektionsschutz in der schrittweisen Rückkehr zum Normalbetrieb zu gewährleisten.“

-am- Bild: khwm

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
und der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder

besuchten das Gesundheitsunternehmen Roche in Penzberg

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Region Oberland – Auf Einladung von Dr. Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident von Roche, besuchten der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bayerischer Ministerpräsident Dr. Markus Söder das größte europäische biotechnologische Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionszentrum der Firma Roche – am Standort in Penzberg. In Anwesenheit der Spitzenpolitiker verkündete Roche, seine biochemischen Anlagen in Penzberg auszubauen, um u.a. seinen neuen Test „Elecsys Anti-SARS-CoV-2“ zum Nachweis von Antikörpern gegen „SARS-CoV-2“ in größeren Mengen zu produzieren. Hierfür investiert Roche geschätzte 170 Millionen Euro.

Nach einer Vereinbarung zwischen Roche und dem Bundesgesundheitsministerium sollen diese Tests bereits im Mai an Gesundheitseinrichtungen in Deutschland ausgeliefert werden. Dazu erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Antikörpertests helfen uns, zu wissen, wer eine Corona-Infektion schon durchgemacht hat. So gewinnen wir Erkenntnisse über das tatsächliche Ausbruchsgeschehen. Sobald gesicherte Erkenntnisse über eine mögliche Immunität nach durchgemachter Infektion vorliegen, gewinnen die Tests noch größere Bedeutung. Die Kooperation mit Roche ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen das Corona-Virus.“

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Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit, sprach im Roche-Entwicklungslabor
des neuen „Elecsys Anti-SARS-CoV-2“-Antikörpertests mit Forschern und Entwicklern des Tests

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Zusätzlich verkündete Roche, 250 Millionen Euro über vier Jahre in einen neuen Hub in Penzberg zu investieren, in dem Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für diagnostische Tests zusammengeführt und gebündelt werden sollen. Schon derzeit werden in Penzberg – in Kooperation mit nationalen und internationalen Forschungsinstituten – Wirkstoffe und diagnostische Tests erforscht und für Deutschland und die Welt produziert. Dazu gehört unter anderem auch der neue serologische Antikörpertest „Elecsys Anti-SARS-CoV-2“.

„Der Hub wird Teil unseres weltweiten Kompetenznetzwerks in der Entwicklung von diagnostischen Tests im Bereich der Infektiologie und ist ein klares Bekenntnis zum Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland. Es geht um Spitzentechnologie von Weltrang in Bayern“, so Dr. Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident von Roche. Ministerpräsident Dr. Söder betonte: „Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig robuste Wertschöpfungsketten im Bereich der Wirkstoffproduktion und Testentwicklung sind. Wir müssen die in Deutschland und Bayern bereits vorhandene Forschungskapazität schnell ausbauen. Daher begrüße ich die Investition von Roche in den Standort Penzberg sehr. Sie fördert nicht nur die Forschung und Entwicklung im Bereich Pharma, sondern stärkt den Hightech-Standort Bayern insgesamt. Dieses Engagement werden wir als Freistaat substanziell unterstützen.“

Im Rahmen des Besuchs besichtigten der Bundesgesundheitsminister und der Bayerische Ministerpräsident ein zentrales Forschungs- und Entwicklungslabor und sprachen mit den Forschern, die an der Entwicklung des Tests „Elecsys Anti-SARS-CoV-2“ federführend beteiligt waren. „Wir sind stolz, heute einen besonders hochwertigen Test anbieten zu können“, erläuterte Dr. Christoph Franz und ergänzte: „Die Auswertung tausender Proben in kürzester Zeit bestätigt eine sehr hohe Testspezifität von 99,8 Prozent“. Damit leiste Roche einen weiteren entscheidenden Beitrag in der Bekämpfung der Pandemie.

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Der „Elecsys Anti-SARS-CoV-2“-Antikörpertest, den Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder in Händen hält,
besitzt eine Testspezifität von 99,8 Prozent

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Spahn und Söder wandten sich ferner per Live-Videostream mit einer Ansprache an die gesamte Belegschaft von Roche in Deutschland, welche in kürzester Zeit alle Kräfte mobilisiert hat, um den Kampf gegen die „COVID-19“-Krise zu beschleunigen. „Die industrielle Gesundheitswirtschaft leistet einen zentralen Beitrag für die Gesundheitsversorgung in Deutschland“, erklärte der Ministerpräsident. Da Infektionskrankheiten einen Kernbereich der pharmazeutischen Forschung und Diagnostikkompetenz von Roche ausmachen, steht das Unternehmen der Politik auch mit seiner Expertise und seinem Know-How zur Verfügung. „Wir danken der Politik und den Behörden für die sehr gute Zusammenarbeit, um Antworten auf die aktuelle Krise zu finden und für die Überlegungen und Anstrengungen, wie wir in Zukunft in einem Pandemiefall sogar noch schneller und effizienter gemeinsam vorgehen können“, so Dr. Christoph Franz.

Etwa 98.000 Mitarbeitende sind weltweit bei Roche tätig. Das Unternehmen trägt auch erheblich zur Wirtschaftskraft in Deutschland bei. Allein in Penzberg unterhält Roche ca. 6.400 Arbeitsplätze, deutschlandweit sind es fast 16.700. Insgesamt hat Roche in den vergangenen fünf Jahren über 2,7 Milliarden Euro in seine Standorte in Deutschland investiert – davon rund 1,3 Milliarden Euro in Penzberg.

-am- Bilder: roche

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Neues CT-Gerät
für die Corona-Versorgung

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Region Weilheim-Schongau – Der Landkreis bekommt aus dem Beschaffungs- und Ausrüstungsprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege ein neues CT-Gerät – zur Lungenuntersuchung – für eine verbesserte Corona Diagnostik. CT-Systeme weisen bei der Diagnostik von „Covid-19“-Erkrankungen eine besondere Leistungsfähigkeit auf, da sie schnelle und eindeutige Ergebnisse ermöglichen.

Das neue CT-Modell ist ein „Canon Aquilion Prime SP“, ein sog. 80-Zeiler mit niedriger Dosis. Mitgeliefert wird die neueste Software von Canon „AiCE Deep Learning“, die im Bereich Lungenscreening extrem effizient ist und bis zu 20 Prozent Dosis bei besserer Bildqualität spart. Dies gelingt dadurch, dass die „AiCE“-Software in der Lage ist, das Bild-Rauschen in CT-Bildern von den eigentlichen Signalen zu differenzieren und zu bereinigen. Damit werden CT-Bilder von außerordentlich hoher Qualität bei minimalem Rauschen und somit minimaler Dosis erzeugt.

Staatsministerin Melanie Huml: „Ich bin froh, dass wir mit 34 neuen CT-Geräten die medizinische High Tech Ausstattung in Bayerischen Krankenhäusern weiter verstärken können. Die Anlieferung und Inbetriebnahme der Geräte findet umgehend statt. MdB Alexander Dobrindt: „Ich danke Staatsministerin Huml ausdrücklich, dass sie unserer Bitte nach Ausstattung unserer Krankenhaus GmbH mit einem zusätzlichem CT-Gerät nachgekommen ist. Gerade für unser Krankenhaus in Weilheim – in der Mitte des Oberlandes – und seinem großen Einzugsbereich ist dieses CT-Gerät ein wichtiger Beitrag für die medizinische Spitzenversorgung der Bürger auch über die Corona-Krise hinaus.“

“Ich bin stolz und freue mich sehr, dass unser Landkreis berücksichtigt wurde und wir dieses moderne CT-Gerät in unserem Krankenhaus für unsere Bürgerinnen und Bürgereinsetzen können. Das ist ein großartiges Signal der Wertschätzung gegenüber allen unseren Beschäftigten in diesen schweren Corona-Zeiten und unserem Kooperationspartner, dem Radiologischen Zentrum Weilheim“, betonte Andrea Jochner-Weiß, Landrätin des Landkreises Weilheim-Schongau. MdL Harald Kühn ergänzte: „Das neue CT-Gerät ist eine weitere wichtige und langfristige Stärkung für die Gesundheitsregion Weilheim-Schongau und der Krankenhaus GmbH Weilheim“.

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Der Landkreis Weilheim-Schongau bekommt ein neues CT-Gerät
Mit von der Partie beim Erörterungstermin im Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege waren v.l. :
Thomas Lippmann, Geschäftsführer KH GmbH; Andrea Jochner-Weiß, Landrätin des Landkreises Weilheim-Schongau,
Staatsministerin Melanie Huml; MdL Harald Kühn und MdB Alexander Dobrindt

-lawm- Bild: lawm

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Begrifflichkeiten

im Zusammenhang mit „Corona“

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Viren: Viren sind Parasiten, sie können nicht ohne einen Wirt überleben. Sie bestehen aus Erbgut, also RNA oder DNA, und viele sind von einer Eiweißhülle umgeben. Ein typisches Virus erreicht nur rund ein Hundertstel bis Tausendstel der Größe einer normalen Körperzelle. Es gibt keinen Organismus, der nicht von Viren befallen ist. Moleküle aus der Hülle ermöglichen es den Viren, sich an eine Wirtszelle zu heften. Der neuartige Coronoavirus SARS-CoV-2 kann das besonders gut bei menschlichen Zellen. Sind die Viren in eine Zelle eingedrungen, zwingen sie diese, Tochterviren herzustellen. Sie haben selbst keinen Stoffwechsel, können sich weder bewegen noch selbstständig vermehren. Manche Viren schleusen ihre Gene in das Erbgut ihres Wirts ein.

COVID-19: Das Virus, das für die derzeitige Pandemie verantwortlich ist, heißt SARS-CoV-2. Es löst die Krankheit Covid-19 aus: Covid ist eine Abkürzung für Coronavirus Disease, englisch für „Corona-Virus-Krankheit“, und die 19 steht für das Jahr in dem die Krankheit ausgebrochen ist, also 2019. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist verantwortlich für den Namen.

Epidemie: Wenn in einem bestimmten Zeitraum in einem begrenzten Gebiet viele Menschen aufgrund einer Ursache erkranken, spricht man von einer Epidemie. Oft wird der Begriff bei Infektionskrankheiten gebraucht.

Pandemie: Gibt es auf der ganzen Welt oder über Grenzen von Kontinenten und Ländern hinweg den Ausbruch einer Infektionskrankheit zu vermelden, ist die Rede von einer Pandemie.

Home Office:  Der Arbeitsplatz befindet sich „Zuhause“.

Lockdown: Ausgangssperre.

Shutdown: Herunterfahren der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens; bei einem „Shutdown“ arbeiten in der Regel nur Menschen in systemrelevanten Berufen.

Immunsystem: Das menschliche Immunsystem reagiert auf Eindringlinge meist nach demselben Muster. Infizieren wir uns mit einem Erreger, rücken zunächst Zellen des angeborenen Immunsystems an, um die Angreifer zu zerstören. Zu ihm gehören Makrophagen und andere sogenannte Fresszellen, die Krankheitserreger regelrecht verspeisen. Hinzu kommen natürliche Killerzellen, die befallene Zellen abtöten können, sowie Mastzellen, die entzündungsfördernde Botenstoffe ausschütten. Reicht das nicht aus, wird die erworbene Immunabwehr aktiviert, dabei handelt es sich um T- und B-Lymphozyten, die Erreger noch ziel­sicherer vernichten. Bis sie richtig aktiv sind, dauert es allerdings einige Tage, je nachdem ob die Keime schon bekannt sind oder nicht. Bei diesem Abwehrkampf werden Stoffe ausgeschüttet, die Schwellungen und Fieber auslösen. Spezielle Immunzellen merken sich die Eigenschaften der Erreger und können so bei der nächsten Infektion den Ausbruch von Krankheitssymptomen verhindern.

Herdenimmunität: Wer eine Infektionskrankheit durchgemacht hat, bildet in der Regel Immunzellen aus, die sich an den Erreger erinnern und ihn bei der nächsten Begegnung effektiv bekämpfen. Man kann auch sagen: „Der Mensch ist immun“. Nicht für alle viralen oder bakteriellen Infektionen gilt das lebenslang, ein Schutz besteht aber immer für eine ganze Weile. Wenn viele Menschen so eine Krankheit bereits hatten, sind sie nicht nur selbst geschützt, sondern geben die Erkrankung auch nicht so leicht an andere weiter. So tritt die Infektion nicht so häufig in der Bevölkerung auf. Man spricht dann von Herdenimmunität – und diese kann auch mit einer Impfung erreicht werden. Lassen sich ausreichend viele Menschen impfen, zum Beispiel gegen Masern, so kann für einige Krankheiten sogar verhindert werden, dass sie weiterhin auftreten.

Tröpfcheninfektion: Krankheitserreger, die im Rachen oder den Atemwegen siedeln, gelangen beim Niesen, Husten und Sprechen durch winzige Tröpfchen an die Luft. Dann können sie von einem anderen Menschen eingeatmet werden oder über die Schleimhäute in Mund und Nase in den Körper gelangen. Vor allem Viren, aber auch manche Bakterien werden auf diese Weise übertragen. SARS-CoV-2 vermehrt sich besonders gut im Rachen und gelangt dadurch auch besonders leicht wieder in die Luft. Tröpfchen, die größer als fünf Mikrometer sind, sinken in der Luft rasch ab. Abstand halten ist also sinnvoll, um sich nicht anzustecken. Kleinere Tröpfchen können unter Umständen länger in der Luft bleiben und somit auch weiter getragen werden.

Schmierinfektion: Speichel-Tröpfchen, die Krankheitserreger enthalten, können auch an Gegenständen oder Flächen haften bleiben – oder an Händen. Fasst ein noch nicht infizierter Mensch diese Gegenstände an oder gibt jemanden, dem Viren an den Händen haften, die Hand, so kann er sich anstecken. Nämlich dann, wenn er mit seinen dann verunreinigten Händen seine eigenen Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen berührt. Daher ist Hände waschen so wichtig – zum eigenen Schutz und Schutz der anderen. Daraus ergibt sich auch: Nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht fassen!

Infektionsschutzgesetz: Das deutsche Infektionsschutzgesetz trat zum 1. Januar 2001 in Kraft, es löste das Bundesseuchengesetz ab. Sein Zweck ist, übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern. Es regelt unter anderem, welche Krankheiten bei Verdacht, Erkrankung oder Tod und welche labordiagnostischen Nachweise von Erregern meldepflichtig sind. Seit Ende Januar gehört das Coronavirus dazu. Wird von einem Labor oder einem Arzt die Krankheit diagnostiziert, muss innerhalb von 24 Stunden das Gesundheitsamt informiert werden. Spätestens am nächsten Arbeitstag muss die Meldung an das Landesgesundheitsministerium und an das Robert Koch-Institut weitergeleitet werden. Derzeit plant die Regierung, das Gesetz für ein Jahr zu verschärfen, vor dem Hintergrund der Coronavirus-Epidemie. Der Bundesgesundheitsminister soll ermächtigt werden, viele Regeln auch ohne Zustimmung des Bundesrates zu beschließen. Das heißt, vom Bund angeordnete Maßnahmen greifen dann auch in den Ländern. Dabei soll es um die Grundversorgung mit Medikamenten, Medizinprodukten, Labordiagnostik, Hilfsmitteln und Schutzausrüstung gehen. Außerdem sollen Länder schneller Meldungen über Infizierte an den Bund weitergeben.

Attack Rate: Wie viele Menschen haben sich in einer Bevölkerung in einem bestimmten Zeitraum angesteckt während einer Epidemie? Das beschreibt die Angriffsrate.

Exponentielles Wachstum: Wenn sich eine Zahl in jeweils gleichen Zeitabschnitten immer um denselben Faktor verändert, dann spricht man von exponentiellem Wachstum. Das heißt zum Beispiel, dass sich die Zahl der Infizierten bei einem Krankheitsausbruch in einem gewissen Zeitraum verdoppelt. Und dann im gleichen Zeitraum wieder verdoppelt und so weiter. In der Darstellung ergibt sich daraus eine ansteigende Kurve. Will man gegensteuern, ist es wichtig zu wissen: Wie schnell verdoppelt sich die Anzahl der Infizierten? Schon nach einem, zwei oder drei Tagen – oder erst nach zwei Wochen? Das ist dann zum einen abhängig davon, um was für einen Erreger es sich handelt, wie neu er ist – und wie viele Menschen sich tagtäglich begegnen und sich theoretisch anstecken könnten.

Lineares Wachstum: Lineares Wachstum bedeutet, dass in gleichen Zeitabständen immer die gleiche Menge dazu kommt. Bei einem Krankheitsausbruch wären das zum Beispiel jeden Tag 500 neue Patienten, und am nächsten Tag wieder 500 neue Patienten und so weiter. In der Darstellung ergibt das eine Gerade.

Letalität: Sie bezieht sich auf den Anteil der Verstorbenen, bezogen auf alle an einer Infektion erkrankten Menschen. Da aber nicht alle Patienten gemeldet werden, ist sie schwer zu ermitteln.

Mortalität: Die Sterblichkeit bezieht sich auf den Anteil der Toten in einer Bevölkerung, die durch eine bestimmte Krankheit gestorben sind.

Manifestationsindex: Er gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der Infizierte auch tatsächlich erkranken und Symptome entwickeln.

RO-Wert (Basisreproduktionszahl R0): Wie viele Menschen steckt ein Infizierter im Durchschnitt an? Dafür steht der R0-Wert. Er wird zu Rate gezogen, um mögliche Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um neue Infektionen zu vermeiden.

Case Fatality Rate: Fall-Verstorbenen-Anteil. Sie gibt an, welcher Anteil der kranken, gemeldeten Patienten an einer bestimmten Krankheit stirbt; im Fall von COVID-19 also an einer Infektion.

Contact Tracing Management: Beim Kontaktmanagement werden stattgefundene Kontakte von Infizierten überprüft.

Social Distancing: Räumliche Distanzierung, auch räumliche Trennung oder physische Distanzierung.

Infection Fatality Rate:  Todesrate bei Infektionen. Sie gibt den Anteil der Todesfälle unter allen Infizierten an. Darunter sind erkrankte Menschen und jene ohne Symptome. Sie beinhaltet eine Schätzung der Dunkelziffer, also der Menschen, die mit einem Erreger infiziert sind, die aber gar nicht auffallen und auch nicht getestet werden.

-am-

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Durchhalten

und durchstarten!

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Region Bayern – Bayerns Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender, Dr. Markus Söder, hat in seiner Regierungserklärung eine vorsichtig optimistische Zwischenbilanz zur Corona-Krise im Freistaat gezogen. „Unsere Strategie hat geholfen, die Tendenz ist verhalten positiv. Es gibt tatsächlich Anlass zur Hoffnung.“ Markus Söder machte deutlich: „Es war wichtig, rechtzeitig, konsequent und entschlossen zu handeln. Wir haben Bayern vor dem Schlimmsten bewahrt.“ Dennoch warnte der CSU-Vorsitzende eindringlich vor überstürzten Handlungen: „Meine Bitte ist, jetzt nicht nachzulassen. Geduld hat Leben gerettet. Ungeduld kann sie wieder riskieren!“ Die Corona-Krise ist nicht vorbei: „Solange es keinen Impfstoff, kein Medikament gibt, ist das einzig wirksame Konzept: Vorsicht, Distanz, Geduld.“

Konkret kündigte Markus Söder im Umgang mit Corona Grundsätze an:
• Eine Maskenpflicht gilt in allen Geschäften sowie im ÖPNV ab 27. April 2020. Alltagsmasken, auch Schals, die Mund und Nase abdecken, sind ausreichend. Wichtig ist, diese regelmäßig zu desinfizieren und zu reinigen.

• Bis 4. Mai 2020 werden die Ausgangsbeschränkungen verlängert. Das Distanzgebot bleibt, Gruppenbildung ist weiter untersagt. Markus Söder: „Wir erlauben den Kontakt mit einer anderen Person außerhalb der Familie.“

• Im Handel gibt es bereits erste Erleichterungen, die ab 27. April 2020 auf alle anderen Geschäfte bis 800 Quadratmeter – eine bewährte Unterscheidung aus dem Baurecht und der Rechtsprechung für „großflächige Einzelhandelsbetriebe“ – erweitert werden. Bau- und Gartenmärkte dürfen schon jetzt öffnen. Hygienekonzepte sind Bedingung für weitere Erleichterungen. Kaufhäuser, Shopping-Malls, Gastronomie und Hotellerie bleiben vorerst zu.

• Großveranstaltungen sind zunächst bis 31. August nicht erlaubt.

• Für Veranstaltungen der Religionsgemeinschaften und für Demonstrationen wird derzeit nach Lösungen gesucht. Für Markus Söder ist klar: „Grundrechte gelten auch in schweren
Zeiten.“

Folgende Maßnahmen gelten für Schule und Kinderbetreuung:
• „Das ist bislang kein normales Schuljahr und sind wir ehrlich: Es wird auch kein normales Schuljahr mehr werden. Es war aber richtig, die Schulen zu schließen.“ Dies habe man an den Ansteckungszahlen ablesen können. Hier sei „kein überstürztes Vorgehen“ geboten, es brauche zuerst Hygienekonzepte – auch zum Schutz der Lehrer.

• Grundschulen und Kitas bleiben vorerst zu, da Abstand halten bei den Kleinsten schwierig ist. Die Notfallbetreuung wird aber ausgebaut.

• „Eine staatlich angeordnete Schließung von Betreuungseinrichtungen darf nicht dauerhaft zu Lasten der Eltern gehen“, versprach Markus Söder. Bayern springt an dieser Stelle ein und übernimmt für die kommenden drei Monate die Kita-Gebühren.

• Ab dem 27. April wird die Prüfungsvorbereitung für Abi, Quali, mittlere Reife, BOS und FOS beginnen. „Niemand soll seinen Abschluss versäumen. Denn der Abschluss gilt nicht nur für dieses Jahr, sondern für das ganze Leben“, betonte der CSU-Vorsitzende. Abiturstart sei der 20. Mai. Vorher wird es keine weiteren Klausuren mehr geben.

• Ab 11. Mai ist dann Unterricht in vorbereitenden Klassen, etwa Übergangsklassen, möglich.

• Ferien sollen im Rhythmus bleiben, aber eine Sommerbetreuung wird angeboten. „Uns ist vieles erspart geblieben. Bayern und Deutschland sind besser durch die Krise gekommen als viele andere Länder der Welt. Das war aber vor einem Monat nicht sicher. Wir liegen bei den wesentlichen Kennzahlen zum Teil sogar unter dem Bundesdurchschnitt, obwohl Bayern aufgrund seiner Nähe zu Österreich ganz besonders betroffen war. Er ist wichtig, keine unkontrollierten, überstürzten Exit-Debatten zu führen. Die Staatsregierung überprüft ihr Konzept jeden Tag und passt an, wo notwendig. Auch die Verhältnismäßigkeit der notwendigen Grundrechtseingriffe wird ständig kontrolliert. Daneben wurde die Zahl der Intensivbetten um 17 Prozent erhöht und die Eigenproduktion von medizinischen Masken angekurbelt“, betonte Söder.

Neben dem bereits beschlossenen bayerischen Schutzschirm von 60 Milliarden Euro kündigte der CSU-Vorsitzende weitere Hilfen an. Bayern setzt sich mit dem Bund dafür ein, die Mehrwertsteuer in der Gastronomie auf sieben Prozent zu senken. Das bringt 250 Millionen Euro. Ein Hilfspaket von 500 Millionen Euro soll Härten für Einrichtungen abfedern, denen nicht über Soforthilfen geholfen werden kann.

Zur künftigen Entwicklung sagte der Bayerische Ministerpräsident: „Unsere Philosophie lautet: Fortsetzen mit Erleichtern, Erleichtern mit Schutz, auf Sicht fahren und die Vorsorge weiter ausbauen. Je nachdem, wie sich die Situation entwickele. Wir haben Bayern bisher gut geschützt. Wir wollen es auch weiterhin tun. Gott schütze unser Land, wie er es bislang getan hat.“

„Das ist das stärkste Wirtschafts- und Finanzprogramm seit dem zweiten Weltkrieg – eine wuchtige Antwort auf die größte Krise der Nachkriegsgeschichte: Mit dem kraftvollen Krisenmanagement und der starken Regierungserklärung des Ministerpräsidenten sind wir in Bayern auf dem richtigen Weg“, resümierte CSU-Generalsekretär Markus Blume.

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„Stille Opfer“

in der Corona-Krise verhindern
DGIM: Internistische Versorgung in Deutschland ist auch für Nicht-Corona-Patienten gesichert

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Notbetrieb in vielen Kliniken und Arztpraxen, aufgeschobene Operationen und täglich Berichte über die erschwerten Arbeitsbedingungen für Ärzteschaft und Pflegekräfte – wer nicht unbedingt muss, verzichtet derzeit lieber auf einen Besuch in Klinik oder Praxis. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) befürchtet daher, dass unbehandelte Beschwerden über kurz oder lang zu vermehrten Todesfällen, den „stillen Opfern“ der Krise, führen könnten – und das, weil viele Menschen sich derzeit nicht rechtzeitig in Behandlung begeben. Man rät dazu, unnötige Besuche beim Arzt zu vermeiden, bei ernsthaften Beschwerden jedoch dringend ärztlichen Rat in Praxis oder Klinik in Anspruch zu nehmen. Medizinisch notwendige Behandlungen sollten nicht ohne Absprache mit dem Arzt aufgeschoben werden.

Die Kliniken machen sich auf den Ansturm vieler „Covid-19-Patienten“ gefasst und halten hierfür eine große Anzahl von Krankenhaus- und Intensivstationsbetten frei. „Das heißt aber nicht, dass nicht auch weiterhin Kapazitäten für akut oder chronisch kranke Patienten zu Verfügung stehen“, betonte Professor Dr. med. Jürgen Floege, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) und Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen an der Uniklinik der RWTH Aachen.

Bereits jetzt sei zu beobachten, dass viele Menschen trotz Beschwerden eine ärztliche Behandlung hinauszögerten – aus Angst vor Infektionen oder um einen Beitrag zur Entlastung des Gesundheitssystems zu leisten. Dem möchte die Fachgesellschaft entgegenwirken, denn Kliniken und Praxen haben sich bereits bestmöglich auf die neuen Herausforderungen eingestellt und verfügen über ausreichende Kapazitäten, um eine breite internistische Versorgung der Bevölkerung weiterhin zu gewährleisten.

Weil für Menschen, die an „Covid-19“ erkrankt sind, eigene Teams in den Kliniken vorgehalten werden, werden planbare Behandlungen und Operationen aufgeschoben – vorausgesetzt es ist keine weitere Verschlechterung der zugrundeliegenden Erkrankung in den nächsten drei Monaten anzunehmen. „Dies trifft in der Bevölkerung und bei den betroffenen Patienten in der Regel auf sehr großes Verständnis und schafft gleichzeitig Kapazitäten, notwendige Behandlungen auch weiterhin durchzuführen“, so Professor Dr. med. Georg Ertl, Generalsekretär der DGIM und Kardiologe aus Würzburg. Dennoch drängt er dazu, Patienten nicht allzu lange warten zu lassen und damit drohende Versorgungslücken oder Versorgungsengpässe nach der Corona-Krise zu vermeiden. Die rund 150.000 internistischen Krankenhausbetten, in denen jährlich sieben Millionen Patienten behandelt werden, stünden nach wie vor auch für Patienten zur Verfügung, die wegen akuter internistischer Leiden wie Herzinfarkt oder Krebs eine Behandlung benötigten.

„Viele Patienten scheuen sich aus Angst vor einer Infektion mit ‚Covid-19‘, ärztliche Einrichtungen aufzusuchen“, betonte auch Professor Dr. med. Markus Lerch, Vorstandsmitglied der DGIM und Direktor der Klinik für Innere Medizin A an der Universitätsmedizin Greifswald. Eine gute Alternative für vorerkrankte und immungeschwächte Patienten ohne akute Beschwerden schaffen die durch Kliniken und Praxen angebotenen Möglichkeiten der kontaktlosen medizinischen Versorgung. Viele internistische Praxen haben ihre Sprechstunden mittlerweile auf Telefonsprechstunden und Videosprechstunden umgestellt, damit Patienten eine ärztliche Beratung zu Hause erhalten können. Auch Rezepte können heute ausgestellt werden, ohne dass der Patient diese in der Praxis persönlich abholen muss. Um Patienten mit Verdacht auf eine „Covid-19-Infektion“ nicht in den Wartezimmern mit anderen Patienten zu mischen, haben die verantwortlichen Kassenärztlichen Vereinigungen längst an den meisten Standorten spezielle Fieber-Ambulanzen eingerichtet, an denen auch der Testabstrich auf das Coronavirus erfolgen kann und die Erkrankten ambulant behandelt werden. „Das schützt all jene, die trotz telemedizinischer Möglichkeiten eine persönliche ärztliche Behandlung benötigen“, so Lerch.

Auch die Kliniken haben Vorkehrungen für den Infektionsschutz getroffen: Das Tragen von Gesichtsmasken zum Schutz der stationären Patienten gegen Ansteckung ist in fast allen Krankenhäusern für Personal und Patienten inzwischen Pflicht. Darüber hinaus gibt es in den Krankenhäusern fast überall getrennte Bereiche für die an „Covid-19“-Erkrankten und die übrigen Patienten. Das ist insbesondere auch für jene Patienten wichtig, die etwa für die Dialyse oder Chemotherapie regelmäßig eine Klinik aufsuchen müssen. „Damit müssen sich internistische Patienten keine Sorgen um ihre Versorgung machen und sollten bei ernsthaften Beschwerden keineswegs zu lange warten“, resümierte der DGIM-Vorsitzender Floege.

-am-

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Bei Herzkrankheiten oder Schlaganfall
notwendige Therapien nicht hinauszögern

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Region Bad Tölz-Wolfratshausen – Ärzte waren davor, dass Patienten mit schweren und lebensbedrohlichen Erkrankungen aus Angst vor einer Corona-Infektion dringend notwendige Klinikbehandlungen vermeiden. Dadurch bringen sie sich mitunter in Lebensgefahr, denn die Grunderkrankung kann im Einzelfall gefährlicher sein als das Risiko einer Corona-Ansteckung. Besonders kritisch sind hier Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Krebserkrankungen zu nennen.

„Bei allen sinnvollen Maßnahmen gegen die Corona-Infektion dürfen wir nicht andere schwerwiegende Erkrankungen aus dem Blick verlieren“, so Prof. Rüdiger Ilg, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Neurologie der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz. „Herzinfarkte, Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfälle sind lebensbedrohliche Krankheiten, die eine sofortige Behandlung erfordern“, betonte auch Prof. Dr. med. Hans Ulrich Kreider-Stemple, Chefarzt der Inneren Medizin I /Kardiologie, Angiologie, Diabetologie und Intensivmedizin. Die beiden Mediziner sprechen damit stellvertretend auch für die Chefärzte der anderen Fachbereiche.

In Übereinstimmung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ist auch in der aktuellen Situation die leitliniengerechte Versorgung herzkranker Patienten sicherzustellen. In dringenden Fällen sollte man auch in Zeiten der „Covid-19 Pandemie“ keine Zeit verlieren und einen Arzt kontaktieren. Das gilt insbesondere für den akuten Herzinfarkt und einen Schlaganfall, wo jede Minute zählt. „Die Verschlechterung einer bekannten Herzschwäche, akute Lungenembolien, Herzrhythmusstörungen, symptomatische Herzklappenfehler ebenso wie Krebserkrankungen können schnell lebensbedrohlich werden, wenn man sie nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt“, erklärte Prof. Kreider-Stempfle.

Der Umgang mit „COVID-19“-Patienten
In der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz werden derzeit nur vereinzelte „COVID-19“-Patienten versorgt. Vordefinierte Bereiche zur Behandlung von Coronavirus (Verdachts-)Fällen, die aufgrund der Schwere ihrer Symptome eine stationäre Weiterbehandlung im Krankenhaus benötigen, sind eingerichtet und können bei Bedarf erweitert werden. Auf einen möglichen weiteren Anstieg von Coronavirus-Fällen ist man vorbereitet und das Personal mit der entsprechenden Schutzausrüstung ausgerüstet. Mit der abgetrennten Station und der Zimmer-Isolierung besteht keine Ansteckungsgefahr für andere Patienten. Die Patienten und deren Angehörige, etc. können beruhigt sein. Dringende, nicht aufschiebbare Eingriffe werden weiterhin durchgeführt. Andere unter Umständen von einer Terminverschiebung betroffene Patienten werden rechtzeitig telefonisch informiert, wenn ein anderer Termin vereinbart werden müsste.

-am- Bilder: ask

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116 117

ist keine „Informationshotline“

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Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) verweist darauf, dass für die kostenlose Rufnummer 116 117 die Kapazitäten in den drei Vermittlungszentralen in Augsburg, Bayreuth und München in den letzten Tagen stetig erhöht wurden. Ebenso wurde der eingerichtete Fahrdienst, der rund um die Uhr im Einsatz ist, ausgebaut. Gemäß der KVB haben sich hunderte von Ärztinnen und Ärzten bayernweit freiwillig gemeldet. In einem Schreiben an die Landratsämter heißt es: „Verweisen Sie auch in Ihrem Landkreis auf die Rufnummer 116 117. Auch wenn Wartezeiten unvermeidlich sind, ist dies der beste Weg, um in einem koordinierten Vorgehen die weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Spezielle Zentren zur Testung aller Verdachtsfälle sind dazu auf Grund der Ansteckungsgefahr nicht geeignet. Sehen Sie also von solchen Lösungen in Eigenregie möglichst ab und verweisen Sie Bürger, bei denen der Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus besteht, bitte auch nicht an einzelne Arztpraxen, um alle Beteiligten wirksam zu schützen.“

Die Nummer 116 117 ist keine Informationshotline sondern für Personen gedacht, bei denen entsprechend den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) ein konkreter Verdacht auf eine Infektion gegeben ist und die auch grippeähnliche Symptome zeigen.

-am-

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Personen

mit höherem Infektionsrisiko

müssen in Quarantäne

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Region Rosenheim – Der Landkreis Rosenheim erließ eine Allgemeinverfügung für Kontaktpersonen der Kategorie I: Personen, die direkten Kontakt mit einem bestätigten COVID-19-Patienten hatten, müssen 14 Tage in häusliche Quarantäne. Die Allgemeinverfügung entlastet das Team des Staatlichen Gesundheitsamtes, weil eine telefonische oder schriftliche Anhörung von Kontaktpersonen der Kategorie I nicht mehr notwendig ist. Konkret heißt das, für Personen, die durch das Staatliche Gesundheitsamt als Kontaktpersonen der Kategorie I ermittelt sind, wird für einen Zeitraum von 14 Tagen eine so genannte häusliche Quarantäne angeordnet. Die Isolierung beginnt mit dem letzten Kontakt zum bestätigten SARS-CoV-2-Fall.

Sollten sich innerhalb dieser 14-tägigen Quarantänezeit Erkrankungssymptome wie Husten, Schnupfen, Fieber, Kurzatmigkeit, Muskel-, Gelenk-, Kopf- oder Halsschmerzen entwickeln, verlängert sich die Quarantäne um weitere 14 Tage, beginnend ab dem ersten Tag des Auftretens der Erkrankungssymptome. Diese Anordnung endet nach Ablauf dieser 14 Tage aber nur, wenn die Kontaktperson 48 Stunden vor Ablauf der Quarantänezeit symptomfrei ist. Sollte dies nicht der Fall sein, verlängert sich die Quarantänezeit so lange, bis die Person 48 Stunden symptomfrei ist. In dieser Zeit darf die Wohnung ohne ausdrückliche Zustimmung des Gesundheitsamtes nicht verlassen werden. Lediglich der Aufenthalt im Garten oder auf dem Balkon ist gestattet. Der Besuch von Personen, die nicht dem Haushalt angehören, ist untersagt.

Wer Kontaktperson der Kategorie I ist, hat das Robert-Koch-Institut festgelegt. Dies sind: Personen mit kumulativ mindestens 15-minütigem Gesichts- („face-to-face“) Kontakt, z.B. im Rahmen eines Gesprächs. Dazu gehören z.B. Personen aus Lebensgemeinschaften im selben Haushalt. Personen mit direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten, insbesondere zu respiratorischen Sekreten eines bestätigten COVID-19-Falls, wie z.B. Küssen, Kontakt zu Erbrochenem, Mund-zu-Mund Beatmung, Anhusten, Anniesen. Personen die aerosolbildenden Maßnahmen ausgesetzt sind. Medizinisches Personal mit Kontakt zum bestätigten COVID-19-Fall im Rahmen von Pflege oder medizinischer Untersuchung (≤ 2m), ohne verwendete Schutzausrüstung.

-laro-

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Hohe Belastung
für Krankenhauspersonal
durch unnötige bürokratische Hürden

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Region Bayern – Unter anderen bereiten sich die Krankenhäuser der Asklepios Gruppe in Bayern seit Wochen mit Hochdruck auf die zu erwartende weitere Ausbreitung der Coronavirus Pandemie und einen Anstieg stationärer Covid-19 Fälle vor. Sie sind gemäß der Empfehlungen des RKI gut gerüstet. Dennoch bedeutet diese Situation eine hohe Belastung für das medizinische Personal. Ungeachtet dessen halten die Krankenkassen auch weiterhin an Prüfpflichten fest, binden so in den Krankenhäusern dringend für die Patientenversorgung benötigtes Personal und riskieren damit das Wohl der Patienten“, betonte der Asklepios Regionalgeschäftsführer Bayern Dr. Joachim Ramming.

Im Auftrag der Krankenkassen prüft der MDK Bayern als größter medizinischer Dienst der Krankenversicherung in Deutschland unter anderem die Abrechnungen der Krankenhäuser für vom Krankenhaus erbrachte Leistungen. Normalerweise geschieht diese Prüfung in Bayern überwiegend über Falldialoge. Prüfer des MDK besuchen auf Geheiß der Krankenkassen die Häuser vor Ort und führen die Prüfung der Akten im Austausch mit den Fallmanagern der Krankenhäuser durch. Aus Gründen des Infektionsschutzes in Zeiten der COVID-19 Pandemie wurden diese vor Ort-Prüfungen zu Recht mit Wirkung vom 17.03.2020 ausgesetzt. Dennoch halten die Krankenkassen weiterhin an der gesetzlich festgelegten Prüfverpflichtung fest und fordert die Kliniken nun auf, die entsprechenden Akten zu kopieren und postalisch einzureichen.

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Dr. Joachim Ramming, Asklepios Regionalgeschäftsführer Bayern

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„Selbst bei der, im Rahmen des vom Bundestag beschlossenen COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz, vorgesehen Prüfquote von nur fünf Prozent für das Jahr 2020 und der noch nicht geprüften Altfälle aus 2019 müssten in den kommenden Wochen in jeder einzelnen Klinik rund 1.000 Akten kopiert und verschickt werden. Das führt dazu, dass unsere Mitarbeiter, anstatt sich um die Versorgung der Patienten kümmern zu können, stattdessen durch einen nicht zumutbaren Bürokratieaufwand gebunden werden. Die Forderung der Krankenkassen geht damit nicht nur zu Lasten der Mitarbeiter, sondern auch zu Lasten der Versorgung der Patienten. Unser gemeinsames Ziel, sollte es daher sein, im gemeinsamen Dialog aller Beteiligter – MDK, Krankenkassen, Gesundheitsministerium – eine Lösung zu erreichen und den Krankenhäusern in Krisenzeiten wie diesen, Prüfungen vorübergehend zu ersparen. Auch die Bayerische Krankenhaus Gesellschaft (BKG) setzt sich für ein entsprechendes Vorgehen ein. Es geht hier nicht darum, dass wir uns vor entsprechenden Prüfverfahren drücken wollen, sondern einzig um das Wohl unserer Mitarbeiter und Patienten in dieser Ausnahmesituation. Wir müssen alle gemeinsam unsere Kräfte bündeln, um diese Pandemie zu bewältigen. Dabei sollten wir vor allem unsere Mitarbeiter, die rund um die Uhr für die Versorgung unserer Patienten im Einsatz sind und einen super Job machen, vor unnötigen bürokratischen Belastungen schützen“, resümierte Dr. Ramming.

-am- Bild: ask

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Coronavirus – Lagebesprechung

in der Bayerischen Staatskanzlei:

Die Situation ist bayernweit sehr ernst

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Region Bayern – Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Innenminister Joachim Herrmann, Gesundheitsministerin Melanie Huml und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger haben sich am 23. März gemeinsam mit den Regierungspräsidenten sowie Vertretern der bayerischen Landräte in einer Lagebesprechung ausgetauscht. Als Vertreter der schwäbischen Landräte hat Landrat Elmar Stegmann an der Lagebesprechung teilgenommen: „Die Lage ist weiterhin sehr ernst, die Zahl der Infizierten steigt auch bei uns deutlich an und wir müssen uns auf schwere Krankheitsverläufe einstellen. Der wichtige Appell an die Bürgerinnen und Bürger ist, weiter zuhause zu bleiben und soziale Kontakte vermeiden. Die Maßnahmen des Freistaats wurden sehr gut aufgenommen. Ein herzliches Dankeschön dafür an alle Bürgerinnen und Bürger“, betonte Stegmann.

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Elmar Stegmann, Landrat des Landkreises Lindau am Bodensee, war als Vertreter der schwäbischen Landräte
bei der Coronavirus-Lagebesprechung in der Bayerischen Staatskanzlei in München zugegen

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Bayern bereitet sich auf schwere Zeiten vor. Derzeit treffen Schutzmaterialien für Kliniken, Ärzte und Pflegeeinrichtungen in Bayern ein und werden auf die Regionen verteilt. Außerdem werden die Kapazitäten mit Intensivbetten und Beatmungsgeräten vor Ort noch weiter ausgebaut. Die Kapazitäten werden in erster Linie in den Krankenhäusern ausgebaut, aber auch andere Einrichtungen wie Reha-/Kur-/Schönheitskliniken kommen bei weiter steigenden Fallzahlen als Ergänzung zu den bestehenden Kliniken in Betracht, so die Bayerische Staatsregierung.

-lali- Bild: lali

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Asklepios-Vorstand moniert
‚Gesetz zur Finanzierung der Krankenhäuser im Ausnahmezustand‘:
„Jens Spahn lässt Krankenhäuser im Stich“

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Mit dem bekannt gewordenen Gesetzentwurf ‚zum Ausgleich der finanziellen Belastungen für die Krankenhäuser‘ bricht der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sein persönliches Versprechen und das der Bundesregierung, die auch in Krankenhäusern tätigen Ärztinnen/Ärzte und Pflegerinnen/Pfleger in der akuten Corona-Krise umfassend zu schützen und zu entlasten. Es ist komplett unverständlich, dass der Bundesgesundheitsminister in der historischen Krise nicht alles daransetzt, das Gesundheitssystem in Deutschland sturmfest zu machen. Die Krankenhäuser brauchen dringend umfassende finanzielle Unterstützung und Sicherheit, um so viele Menschenleben wie möglich während der bevorstehenden Hochphase der Corona Pandemie retten zu können. Stattdessen knickt Jens Spahn gegenüber dem Bürokratiewahn der Krankenkassen ein. Mit dem aktuellen Gesetzentwurf sind Kurzarbeit, Massenentlassungen und Insolvenzen in vielen Krankenhäusern unabwendbar“, betonte Kai Hankeln, Vorsitzender des Vorstands der Asklepios Kliniken.

„Der vorliegende Gesetzentwurf versagt darin, die Zahlungsfähigkeit der Krankenhäuser und Rehakliniken in dieser historischen Krise für das deutsche Gesundheitssystem zu sichern. Dieser Gesetzentwurf verhindert de facto, dass die Krankenhäuser die jetzt zwingend notwendigen Schritte zum Schutz der Bevölkerung einleiten können. Im Gegenteil werden zahlreiche Gesundheitseinrichtungen absehbar in Finanznot geraten, Kurzarbeit anordnen und Mitarbeiter entlassen müssen. Der Gesetzentwurf riskiert damit die Gesundheit und das Leben von sehr vielen Menschen, die an Corona erkranken werden, aber auch von den vielen Menschen, die ja auch weiterhin ihr Krankenhaus benötigen.

Der Minister feiert eine große symbolische Zahl, die in der Realität aber nicht mehr als ein leeres Versprechen ist und über den Spitzenausgleich am Jahresende auch wieder abgeschöpft wird. Die Krankenhäuser tun aktuell noch alles in ihrer Kraft stehende, um zusätzliche Intensivbetten aufzubauen. Aber wie viele Mitarbeiter werden die Stationen betreiben, wenn die Kliniken sie nicht bezahlen können? Es ist ein Skandal, dass der Minister die pragmatischen Vorschläge der Krankenhäuser zur schnellen und unbürokratischen Hilfe einfach zur Seite geschoben hat. Mit diesen Vorschlägen hätten die Krankenhäuser zumindest eine Chance gehabt, im Sinne der betroffenen Corona-Patienten und aller Patienten das System in der akuten Krise aufrecht zu erhalten. Herr Spahn, wie erklären Sie es der Bevölkerung, wenn es bald auch in Deutschland zu italienischen Verhältnissen kommt?

Zu allem Überdruss ignoriere das vorliegende Gesetz die Lebenswirklichkeit im Gesundheitssystem vollständig: Es wird unterstellt, dass bei den Krankenhäusern und den Krankenkassen die Verwaltungen derzeit Akkord arbeiten, um alles einzeln bürokratisch abzurechnen. Schon heute ist aber Home-Office die Regel bzw. auf Kostenträgerseite so gut wie gar nicht möglich, Ausgangssperren drohen akut. Es ist schlicht keiner mehr da, der die Zahlungsfähigkeit der Krankenhäuser in dem vorliegenden Modell sichern könnte“, so Hankeln weiter.

Die wichtigsten Aspekte, welche die Kliniken in akute Existenznöte bringen werden:
1. Kein Ausgleich für den Mehraufwand für Verbrauchsmaterialien Atemschutzmasken, Desinfektionsmitten, Schutzanzüge & Co sind unbedingt benötige Materialien, um die Gesundheitssystem in der aktuellen Corona-Krise am Laufen zu halten. Die Preise für überhaupt verfügbare Materialien auf den Märkten explodieren derzeit – weit über die finanziellen Belastungsgrenzen der Krankenhäuser hinaus. Das „Krankenhausentlastungsgesetz“ sieht aber keinerlei Ausgleich und Unterstützung hierbei vor. Die Folge: Da ohne wichtige Materialien keine Krankenhausbetrieb möglich ist, wird den Krankenhäuser wird schon bald das Geld ausgehen.

2. Der Aufbau dringend benötigter Intensivkapazitäten wird grundlos verzögert: Der zwingend notwendige Aufbau weiterer Intensivkapazitäten, um schwerkranke Corona-Patienten versorgen zu können, darf erst nach vorheriger Genehmigung des jeweiligen Bundeslandes erfolgen. Ein bürokratisches Verfahren, dass nur Zeit kostet – die wir in Deutschland nicht mehr haben! Jeder Tag, den wir vergeuden, um Intensivkapazitäten aufzubauen, kann später Menschenleben kosten! Zudem liegt der Pauschalbetrag pro Intensivbett laut derzeitigem Gesetzentwurf bei 50.000 EUR, ein Betrag der in keinster Weise die Kosten deckt! Die tatsächlichen Kosten sind nach Beurteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft fast doppelt so hoch. Die Folge: Der Aufbau von Intensivbetten verlangsamt sich deutlich oder kann von den Krankenhäusern erst gar nicht geleistet werden!

3. Die Pauschalbeträge decken Erlösausfall bei weitem nicht: Die Krankenhäuser richten – wie man Gesundheitsminister Spahn versprochen hat – derzeit alle verfügbaren Kapazitäten auf die Behandlung von Corona-Patienten aus. Dafür verschieben sie Operationen und Rehabilitationsaufenthalte, sagen Behandlungen ab oder nehmen Patienten mit nicht lebensgefährlichen Krankheiten nicht auf. Klares Ziel: So viele Corona-Patienten wie möglich behandeln zu können. Dafür verzichten die Krankenhäuser auf hohe Einnahmen aus den abgesagten Behandlungen und dergleichen. Das Krankenhausentlastungsgesetz soll diese Verluste ausgleichen, damit die Kliniken nicht in wenigen Wochen in die Insolvenz rutschen. Der aktuelle Gesetzentwurf wird die Pleite von Krankenhäusern aber nicht verhindern! Die vorgesehenen Pauschalbeträge, um den Erlösausfall der Krankenhäuser auszugleichen, liegt weit unter den tatsächlichen Kosten und Ausfällen. Teilweise decken sie nicht einmal die Hälfte der Netto-Ausfälle. Sollte das nicht angepasst werden, werden die Krankenhäuser sehr schnell in eine Liquiditätskrise und damit die Insolvenz getrieben.

4. Die unverhältnismäßige Bürokratie wird nicht ausgesetzt und schränkt Versorgung ein! Die Pflegepersonaluntergrenzen und alle GBA-Vorgaben sollen weiter Bestand haben. Das bedeutet, dass die Krankenhäuser einerseits Intensivkapazitäten aufbauen sollen, diese aber aufgrund strikter Personalvorgaben und Strukturprüfungen in der Realität gar nicht betreiben können. Schon vor der Krise herrschte Pflegepersonalmangel – es ist völlig unrealistisch, anzunehmen, diese Strukturvorgaben in einer Situation mit einer Corona-Patienten-Welle zusätzlich zum Bedarf der normalen Akutbehandlungen gleichzeitig jederzeit einhalten zu können. Konsequenz wäre die Schließung von Abteilungen mitten in der Stunde der größten Not! Auch die Dokumentationspflichten sollen auch in dieser Ausnahmesituation weiter aufrechterhalten werden. In Deutschland müssen Ärzte rund 40 Prozent ihrer Arbeitszeit mit dem Ausfüllen von Formularen etc. verbringen. In der aktuellen Krise brauchen die Patienten aber keine Formulare, sondern jede medizinische Behandlung, die irgendwie möglich ist.

5. Für die Corona-Krise dringend benötigte Reha-Kliniken befinden sich nicht unter dem Schutzschirm. Die Reha-Einrichtungen spielen eine entscheidende Rolle für die Sicherung des Gesundheitssystems, wenn uns die Welle der Corona-Krise mit voller Wucht treffen wird. Akutkrankenhäuser können diese Einrichtungen nutzen, um Patienten zu verlegen und so den notwendigen Platz für Corona-Patienten zu schaffen. In der aktuellen Gesetzesvorlage sollen allerdings die Länder lediglich ausgewählte Reha-Einrichtungen unter den Schutzschirm nehmen können. Alle anderen fallen unter den Tisch. Somit gibt es keinen Schutzschirm für die Reha-Einrichtungen und es muss erst ein bürokratischer, langer Prozess beschritten werden. Die Folge: Reha-Einrichtung müssen Kurzarbeit anmelden, die Pflegekräfte stehen für die Versorgung nicht mehr zur Verfügung und die Reha-Einrichtungen gehen insolvent. Dieser Prozess geht ganz schnell, und zwar binnen zwei Wochen. Die Reha Einrichtungen stehen dann auch nicht mehr als „Ersatzbank“ zur Verfügung. Das Gesundheitssystem wird zusammenbrechen, da es keine Entlastung durch die Reha-Häuser gibt.

6. Die Benachteiligung der Krankenhäuser führt zu Insolvenz-Welle. Für die Kassenärztliche Vereinigung und Pflege sind im aktuellen Gesetzentwurf unbegrenzte Ausgleichzahlungen vorgehen, die Krankenhäuser sind dagegen gedeckelt. Die Akteure, welche die Hauptlast in der Corona-Krise tragen und für das Überleben der Menschen sorgen können, werden sehenden Auges in die Insolvenz geschickt!“, resümierte Kai Hankeln, Vorsitzender des Vorstands der Asklepios Kliniken.

-am-

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-Ein Wunsch ändert nichts, eine Entscheidung alles-

K-Fall Bayern

Corona-Pandemie:

Bayern ruft Ausgangsbeschränkungen aus

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Angesichts der weiter steigenden Corona-Fallzahlen, gelten im Freistaat Bayern -vorerst bis zum 3. April 2020- Ausgangsbeschränkungen. Demnach dürfen Bürgerinnen und Bürger die Wohnung nur noch aus triftigen Gründen verlassen; u.a. für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder zum einkaufen. Spaziergänge, Gassigehen und Sport sind erlaubt – aber nur allein oder mit Menschen, mit denen man ohnehin zusammenwohnt. Lokale, Biergärten, Friseure, Bau- und Gartenmärkte müssen -vorerst bis zum 3. April 2020- geschlossen bleiben. Bei Verstößen sind Bußgelder bis zu 25.000 Euro möglich.

Maßnahmen der Ausgangsbeschränkung:

• das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu gehören u.a. der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe sowie Arzt- und Apothekenbesuche.

• erlaubt sind Besuche von Lebenspartnern, alten und kranken Menschen sowie Menschen mit Einschränkungen – außerhalb von Einrichtungen.

• Besuche in Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen sind nur noch bei Sterbefällen erlaubt.

• Besuche in Krankenhäusern sind nur noch für Eltern von Kindern und Vätern bei Geburten erlaubt.

• die Gastronomie bleibt geschlossen. Drive-In, Take away und Lieferungen sind weiter erlaubt.

• geschlossen werden Friseure sowie Bau- und Gartenmärkte.

• Lebensmittelmärkte und Banken bleiben geöffnet.

• Sport und Bewegung im Freien bleiben erlaubt, jedoch nur noch alleine oder mit Personen, mit denen man zusammenlebt und ggf. mit Haustieren.

• Gruppenbildungen im Freien und sog. Corona-Partys sind verboten.

Bei Nichteinhaltung der Verbote drohen gemäß dem Bayerischen Innenminister Herrmann, Bußgelder in Höhe von bis zu 25.000 Euro. Die Polizei kontrolliert die Vorgaben stichprobenartig.

-bsr-

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K-Fall Bayern

Corona-Pandemie:

Bayern ruft den Katastrophenfall aus

Veranstaltungsverbote und Betriebsuntersagungen

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Region Bayern – Die Bayerische Staatsregierung unter Führung von Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat am Montag, 16. März 2020, aufgrund der Corona-Pandemie den Katastrophenfall für ganz Bayern ausgerufen. Damit ist zur Bekämpfung der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus eine klare Steuerung mit zentralen Eingriffs- und Durchgriffsmöglichkeiten möglich.

Die Erkrankung ist sehr infektiös. Es besteht weltweit, deutschlandweit und bayernweit eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation mit starker Zunahme der Fallzahlen innerhalb weniger Tage auch in Bayern. Insbesondere ältere Menschen und solche mit vorbestehenden Grunderkrankungen sind von schweren Krankheitsverläufen betroffen und können an der Krankheit sterben. Da weder eine Impfung in den nächsten Monaten, noch derzeit eine spezifische Therapie zur Verfügung stehen, müssen alle Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung zu verlangsamen, damit die Belastung für das Gesundheitswesen reduziert und die medizinische Versorgung sichergestellt werden kann.

Um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, wurde eine Reihe von Maßnahmen beschlossen:

1. Veranstaltungen und Versammlungen werden landesweit untersagt. Hiervon ausgenommen sind private Feiern in hierfür geeigneten privat genutzten Wohnräumen, deren sämtliche Teilnehmer einen persönlichen Bezug (Familie, Beruf) zueinander haben. Ausnahmegenehmigungen können auf Antrag von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde erteilt werden, soweit dies im Einzelfall aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist. Dies gilt ab 17. März bis einschließlich 19. April 2020.

2. Der Betrieb sämtlicher Einrichtungen, die nicht notwendigen Verrichtungen des täglichen Lebens dienen, sondern der Freizeitgestaltung, wird untersagt. Hierzu zählen insbesondere Sauna- und Badeanstalten, Kinos, Tagungs- und Veranstaltungsräume, Clubs, Bars und Diskotheken, Spielhallen, Theater, Vereinsräume, Bordellbetriebe, Museen, Stadtführungen, Sporthallen, Sport- und Spielplätze, Fitnessstudios, Bibliotheken, Wellnesszentren, Thermen, Tanzschulen, Tierparks, Vergnügungsstätten, Fort- und Weiterbildungsstätten, Volkshochschulen, Musikschulen und Jugendhäuser. Dies gilt ab 17. März bis einschließlich 19. April 2020.

3. Untersagt werden Gastronomiebetriebe jeder Art. Ausgenommen hiervon sind in der Zeit von 6:00 bis 15:00 Uhr Betriebskantinen sowie Speiselokale und Betriebe, in denen überwiegend Speisen zum Verzehr an Ort und Stelle abgegeben werden. Ausgenommen sind zudem die Abgabe von Speisen zum Mitnehmen bzw. die Auslieferung; dies ist jederzeit zulässig. Es muss sichergestellt sein, dass der Abstand zwischen den Gästen mindestens 1,5 Meter beträgt und dass sich in den Räumen nicht mehr als 30 Personen aufhalten. Weiter ausgenommen sind Hotels, soweit ausschließlich Übernachtungsgäste bewirtet werden. Dies gilt ab 18. März bis einschließlich 30. März 2020.

4. Untersagt wird die Öffnung von Ladengeschäften des Einzelhandels jeder Art. Hiervon ausgenommen sind der Lebensmittelhandel, Getränkemärkte, Banken, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Optiker, Hörgeräteakustiker, Filialen der Deutschen Post AG, Tierbedarf, Bau- und Gartenmärkte, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Reinigungen und der Online-Handel. Die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden können auf Antrag Ausnahmegenehmigungen für andere für die Versorgung der Bevölkerung unbedingt notwendige Geschäfte erteilen, soweit dies im Einzelfall aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist. Die Öffnung von Einkaufszentren und Kaufhäusern ist nur für die in Ziffer 4 genannten Ausnahmen erlaubt. Dies gilt ab 18. März bis einschließlich 30. März 2020.

5. Ist zur Versorgung der Bevölkerung mit existenziellen Gütern eine Öffnung nach Ziffer 4 gestattet, so sind die Öffnungszeiten abweichend von § 3 LadSchlG:
a. an Werktagen von 6:00 Uhr bis 22:00 Uhr
b. an Sonn- und Feiertagen von 12:00 bis 18:00 Uhr.
Dies gilt ab 18. März bis einschließlich 30. März 2020.

Diese Maßnahmen wurden durch eine Allgemeinverfügung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales festgelegt.

-bsr-

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Coronavirus:
Antworten auf die häufigsten Fragen

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Wie äußert sich die Krankheit?
Die meisten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus verlaufen mild. Anzeichen einer Erkrankung sind u.a.: Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden. Nur in schwereren Fällen kann die Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes Atemwegssyndrom, Nierenversagen und sogar den Tod verursachen.

Wie ansteckend ist das Coronavirus?
Das Virus wird von Mensch zu Mensch vorwiegend durch Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen oder Speichel übertragen.

Wie lange dauert es, bis man eine Ansteckung bemerkt?
Sowohl WHO als auch ECDC benennen weiterhin eine Inkubationszeit von 14 Tagen in der Falldefinition.

Sind Kinder im Vergleich anfälliger für eine Erkrankung und kann eine Ansteckung vermieden werden?
Es gibt keine Nachweise, dass Kinder anfälliger für eine COVID-19 Erkrankung sind – die meisten belegten Fälle von COVID-19 aus China berichten von Erwachsenen. Dennoch wurden Ansteckungsfälle von Kindern, mitunter sehr jungen Kindern, berichtet. Kinder sollten die üblichen Präventionsmaßnahmen wie Erwachsene ergreifen – wie etwa häufiges gründliches Händewaschen, und den Kontakt zu erkrankten Personen meiden.

Kann man sich über Lebensmittel oder Wasser mit dem Coronavirus infizieren?
Nein: Von Fleisch, Wurst, Eiern, Obst, Gemüse, Wasser usw. geht keine Gefahr durch das neuartige Coronavirus aus. Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Menschen über herkömmliche Lebensmittel bzw. über Trinkwasser/Leitungswasser oder Oberflächenwasser mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben.

Sind Schwangere im Vergleich anfälliger für eine Erkrankung mit CO-VID-19?
Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für eine erhöhte Anfälligkeit schwangerer Frauen für CO-VID-19. Frauen können aber während ihrer Schwangerschaft im Vergleich ein höheres Risiko einer Erkrankung haben, wie dies in anderen Coronavirus-Erkrankungen – wie etwa MERS oder SARS oder aber anderen viralen Atemwegsinfektionen wie etwa Grippe – nachweislich der Fall ist.

Wie kann ich mich vor Coronaviren schützen?
Wie bei der saisonalen Grippe werden folgende Maßnahmen empfohlen: Mehrmals täglich Hände mit Wasser und Seife oder einem alkoholhaltigen Desinfektionsmittel waschen. Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch -nicht mit den Händen bedecken, wenn man hustet oder niest. Das Papiertaschentuch umgehend entsorgen und anschließend die Hände waschen. Direkten Kontakt zu kranken Menschen vermeiden.

Die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz sowie zum Schutz von anderen Personen vor der Ansteckung mit Erregern respiratorischer Infektionen sind eine gute Händehygiene, korrekte Hustenetikette und das Einhalten eines Mindestabstandes -von ein bis zwei Metern- von krankheitsverdächtigen Personen. Diese Maßnahmen gelten generell auch während der Grippesaison.

Können Einmal-Munschutzmasken schützen?
Einmal-Mundschutzmasken sind kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien, die in der Luft übertragen werden. Aber sie können dazu beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung des Virus durch „Spritzer“ von Niesen oder Husten zu verringern. Zum jetzigen Zeitpunkt wird das Tragen von Hygiene- bzw. Atemschutzmasken für die gesunde Allgemeinbevölkerung weder von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch von der europäischen Seuchenschutzbehörde (ECDC) empfohlen.

Wenn eine leichte Erkältung bzw. ein leichter Schnupfen vorliegt, man aber in keinem Risikogebiet war und auch keinen Kontakt zu einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person hatte, ist vorerst kein Coronavirus-Test notwendig.

Müssen Kinder, die in Risikogebieten waren oder von Schulschließungen betroffen sind, z. B. vom Vereinstraining fernbleiben?
Bei den Schulschließungen handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, um eine potenzielle Verbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. So lange Kinder keine Symptome
vorweisen, müssen auch keine Maßnahmen ergriffen werden. Es wird allerdings angeraten, große Menschenansammlungen zu meiden.

Kann der Chef verlangen, dass man sich auf den Coronavirus testen lässt?
Einen Abstrich von Seiten des Staatlichen Gesundheitsamtes kann nur bei symptomatischen Personen und nach offizieller Anordnung erfolgen.

Können geplante Veranstaltungen jetzt noch stattfinden?
In Bayern werden alle Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern abgesagt. Bei kleineren Veranstaltungen liegt die Absage im eigenen Ermessen. Es wird allerdings angeraten, deren Notwendigkeit zu überdenken.

-am-

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DGI fordert

rasches und konsequenteres Handeln

zur Verlangsamung des COVID-19-Infektionsgeschehens

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In Anbetracht der steigenden Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 unterstützen die Experten der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) ausdrücklich die Empfehlungen von Jens Spahn, Großveranstaltungen in Deutschland abzusagen. Zudem plädieren die Experten der DGI dafür, dass die Behörden rasch über weitere Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens beraten. Konsequentes und rasches Handeln sei nun erforderlich, um das Infektionsgeschehen zu verlangsamen und das Gesundheitssystem zu entlasten, so die Experten der DGI.

„Mit Sorge betrachten wir momentan die Situation in Italien, wo trotz umfassender Maßnahmen und intensiver Bemühungen der im Gesundheitswesen Tätigen, die Infektionszahlen und Todesfälle derzeit weiter zunehmen und das Gesundheitssystem massiv unter Druck gerät“, betonte Professor Dr. med. Bernd Salzberger, Leiter der Infektiologie am Universitätsklinikum Regensburg und Vorsitzender der DGI. Italien meldet aktuell 9172 Infektionen und 464 Todesfälle (Stand 10.3.2020).

Um eine ähnliche Entwicklung in Deutschland zu verhindern, müsse hierzulande nun rascher und konsequenter gehandelt werden: So ruft die DGI dazu auf – anknüpfend an die Empfehlungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn – Großveranstaltungen generell deutschlandweit abzusagen. Dies geschehe derzeit noch zu zögerlich, aktuell fänden bundesweit beispielsweise noch immer Sport- oder Kulturveranstaltungen mit mehreren tausenden Zuschauern statt, so die Experten der Fachgesellschaft. Zudem sollten die zuständigen örtlichen Gesundheitsbehörden über weitere, regional sinnvolle Maßnahmen zur Eindämmung beraten und diese entschieden umsetzen.

In Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) aktuell 1139 Infektionen mit SARS-CoV-2 registriert, zwei Personen sind verstorben (Stand 9.3.2020). Aktuell schätzt das RKI die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als mäßig ein. Diese Gefährdung variiere aber von Region zu Region und sei in besonders betroffenen Gebieten höher. Die Situation ist derzeit von einer hohen Dynamik geprägt und wird daher täglich neu bewertet.

SARS-CoV-2 ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus kann zu Symptomen wie Fieber, trockenem Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit führen, auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden an Übelkeit und Durchfall. Die Krankheitsverläufe variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien, die zu Lungenversagen und zum Tod führen können. Das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und Tod haben den aktuellen Daten zufolge Menschen über 60 Jahre sowie Menschen mit Grunderkrankungen.

-dgi-

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Großzügige Spenden

„Zum Abbau von Barrieren“:

Spendenübergabe an Behindertenbeauftragten des Landkreises Miesbach

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Region Miesbach – Gleich eine doppelte Freude -in Form von zwei Spendenschecks- durfte der Behindertenbeauftragte des Landkreises Miesbach, Anton Grafwallner, kürzlich im Gut Kaltenbrunn, in Gmund am Tegernsee, entgegennehmen. Hier erhielt er eine Spende über sage und schreibe 1.500 Euro von der ‚Clarissa & Michael Käfer Stiftung‘ sowie einen Scheck über ebenfalls sage und schreibe 1.000 Euro vom ‚CSU Kreisverband des Landkreises Miesbach‘! Die Überbringer der großzügigen Zuwendungen, Clarissa Käfer sowie Alexander Radwan, Olaf von Löwis of Menar sowie Sabrina Schnitzenbaumer von der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, waren sich einig, dass die langjährige Arbeit von Anton Grafwallner ein wertvoller Beitrag zum Wohle der Menschen mit Handicap im Landkreis Miesbach sei und dies auch unterstützt gehöre. Daher stellten sie ihren Beitrag unter das Motto „Zum Abbau von Barrieren im Landkreis Miesbach“. Anton Grafwallner freute sich über die unerwartete Aufmerksamkeit und dankte den noblen Spendern für die erhaltenen finanziellen Zuwendungen.

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Alexander Radwan und Olaf von Löwis of Menar bei der Anfertigung des großzügigen Spendenschecks

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Strahlende Gesichter für den guten Zweck (v.l.) :
Sabrina Schnitzenbaumer, Regionalleiterin der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee; Alexander Radwan, CSU-Mitglied des Deutschen Bundestages;
Olaf von Löwis of Menar, Bürgermeister der Marktgemeinde Holzkirchen und Landratskandidat bei der Kommunalwahl 2020;
Anton Grafwallner, Behindertenbeauftragter des Landkreises Miesbach und Clarissa Käfer, Geschäftsführende Gesellschafterin der Käfer Capital GmbH

-am- Bilder: am

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Allgemeinverfügung
zum Besuch von Schulen und Kindertagesstätten
für Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten

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Das Bayerische Gesundheitsministerium hat im Einvernehmen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales eine Coronavirus-Allgemeinverfügung zum Besuch von Schulen, Kindertagesstätten, Kindertagespflegestellen und Heilpädagogischen Tagesstätten – für Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten wie u.a. Südtirol – erlassen. Darauf hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hingewiesen. Demzufolge dürfen Schüler und Kindergartenkinder zum Beispiel nach ihrer Rückkehr aus Südtirol für 14 Tage nicht in die Schule bzw. Einrichtung.

Südtirol wurde vom Robert Koch-Institut als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft worden. Risikogebiete sind laut RKI-Definition „Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann“. In Italien gehören dazu außerdem die Region Emilia-Romagna, die Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.

In der Allgemeinverfügung, die am 7. März 2020 in Kraft getreten ist, heißt es unter anderem:

• Schülerinnen und Schüler sowie Kinder bis zur Einschulung, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet entsprechend der aktuellen Festlegung durch das Robert Koch-Institut (RKI) aufgehalten haben, dürfen für einen Zeitraum von 14 Tagen seit Rückkehr aus dem Risikogebiet keine Schule, Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Heilpädagogische Tagesstätte betreten. Ausreichend ist, dass die Festlegung des Gebietes als Risikogebiet durch das RKI innerhalb der 14- Tages-Frist erfolgt. Die Risikogebiete sind unter www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html tagesaktuell abrufbar. Schülerinnen und Schüler sowie Kinder bis zur Einschulung haben sich in einem Risikogebiet aufgehalten, wenn sie dort kumulativ mindestens 15-minütigen Kontakt zu einer anderen Person als den Mitreisenden im Abstand von weniger als 75 Zentimeter hatten.

• Die Personensorgeberechtigten haben für die Erfüllung der in Ziffer 1 genannten Verpflichtung zu sorgen. Sie sind unter Berücksichtigung der Voraussetzungen in Ziffer 1 verpflichtet, keine Betreuungsangebote von Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Heilpädagogischer Tagesstätte in Anspruch zu nehmen.

• Erhält der Träger bzw. das beauftragte Personal einer Schule, Kindertageseinrichtung oder Heilpädagogischen Tagesstätte oder eine Tagespflegeperson Kenntnis davon, dass die Voraussetzung nach Ziffer 1 vorliegt, dürfen die betreffenden Schülerinnen und Schüler sowie die Kinder nicht betreut werden.

Zur Begründung steht in der Allgemeinverfügung unter anderem: „Kinder und Jugendliche sind besonders schutzbedürftig. Dabei ist die Übertragungsgefahr bei Kindern besonders hoch, weil kindliches Spiel in den frühkindlichen Einrichtungen regelmäßig einen spontanen engen körperlichen Kontakt der Kinder untereinander mit sich bringt. Das Einhalten disziplinierter Hygieneetiketten ist zudem abhängig vom Alter und der Möglichkeit zur Übernahme von (Eigen-)Verantwortung und bedarf daher bei Kindern noch einer entwicklungsangemessenen Unterstützung durch Erwachsene. Diese Unterstützung kann in den Einrichtungen mit einer Vielzahl an betreuten Kindern seitens der Aufsichtspersonen nicht immer ununterbrochen sichergestellt werden. Vielmehr sehen die Räume in den Einrichtungen in aller Regel Rückzugsmöglichkeiten vor. Daher kann schon räumlich eine lückenlose Überwachung nicht immer gewährleistet werden. Damit steigt die Gefahr, dass sich Infektionen innerhalb der Einrichtung verbreiten und diese nach Hause in die Familien getragen werden.“

Ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums betonte: „Deshalb ist nach Abwägung aller Umstände eine allgemeingültige Anordnung erforderlich, um die Verbreitung der Infektion im Bereich der Schulen und der Kinderbetreuung zu unterbinden. Diese Anordnung betrifft die Kindertagespflege auch dann, wenn nur ein Kind betreut wird. Denn auch dann ist eine Übertragung auf weitere Kinder nicht ausgeschlossen. Die Anordnung ist nicht befristet. Bei entsprechender erneuter Risikoeinschätzung wird die Allgemeinverfügung aufgehoben.“

In der Allgemeinverfügung wird erläutert: „Es ist ausdrücklich keine Aufgabe der Träger bzw. des eingesetzten Personals bzw. der Tagespflegeperson, gezielt durch Nachfragen zu erforschen, ob Kinder sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Nur dann, wenn eine positive Kenntnis darüber besteht, dürfen diese Schülerinnen und Schüler sowie Kinder nicht mehr betreut werden.“ Die komplette Allgemeinverfügung ist  unter www.stmgp.bayern.de/wp-content/uploads/2020/03/20200306_stmgp_allgemeinverfuegung_coronavirus.pdf ersichtlich.

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-am- Bild: rki

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Bayerisches Gesundheitsministerium informierte

über aktuelle Entwicklung beim neuartigen Coronavirus

RKI nennt nun auch Südtirol als Coronavirus-Risikogebiet

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Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Freitag, 6.3., über die aktuelle Entwicklung bei dem neuartigen Coronavirus informiert. Ein Ministeriumssprecher verwies darauf, dass das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin die Zahl der Risikogebiete in Italien erweitert hat: Nun wird auch Südtirol als Risikogebiet genannt. Risikogebiete sind laut RKI-Definition „Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann“. In Italien gehören dazu außerdem die Region Emilia-Romagna, die Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.

Nun sind auch Personen, die innerhalb von 14 Tagen nach Rückkehr aus Südtirol Coronavirus-Symptome entwickeln, als begründete Verdachtsfälle einzustufen. Schulkinder, die sich in den letzten 14 Tagen in Südtirol aufgehalten haben, sollen nächste Woche zu Hause bleiben. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml bekräftigte mit Blick auf Rückkehrende aus einem Italien-Urlaub: „Bei einem begründeten Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion sollte man sich telefonisch an den Hausarzt oder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 wenden. Ein begründeter Verdachtsfall besteht bei Personen, die Symptome haben und sich vorher in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Wer in Italien mit einem Coronavirus-Erkrankten persönlichen Kontakt hatte, sollte sich umgehend an sein Gesundheitsamt wenden.“

Für Italien-Reisende hatte das bayerische Gesundheitsministerium bereits ein Merkblatt veröffentlicht, das auch im Internet zu finden ist. Es richtet sich auch an Rückkehrende aus dem Italien-Urlaub. In dem Merkblatt heißt es unter anderem:
„Waren Sie in einem der Risikogebiete und bekommen Sie innerhalb von 14 Tagen nach Rückkehr von dort Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen, Durchfall, so vermeiden Sie alle nicht notwendigen Kontakte, bleiben Sie zu Hause und beachten Sie die Husten-und Niesetikette. Setzen Sie sich bitte umgehend telefonisch mit Ihrer Hausarztpraxis in Verbindung oder rufen Sie den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 an. Der Hausarzt oder der kassenärztliche Bereitschaftsdienst bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen.“

Das Robert Koch-Institut hat auch seine Hinweise zum „ambulanten Management von leicht erkrankten bestätigten COVID-19-Patienten“ aktualisiert. Demzufolge können nun leicht erkrankte Patienten ohne Risikofaktoren für Komplikationen „bei Gewährleistung einer ambulanten Betreuung durch einen behandelnden Arzt sowie im Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt bis zur vollständigen Genesung im häuslichen Umfeld behandelt werden“. Die Betreuung umfasse „den regelmäßigen telefonischen oder persönlichen Kontakt zum Patienten sowie die Aufklärung des Patienten und seiner Haushaltsangehörigen über das korrekte Vorgehen hinsichtlich der geeigneten Hygienemaßnahmen zur Verhinderung einer Infektionsweitergabe an Gesunde und über das richtige Verhalten im Falle einer Beschwerdezunahme des Patienten bzw. eines Symptomauftretens bei Haushaltsangehörigen“.

„Zur Sicherstellung einer optimalen Patientenversorgung und bestmöglichen Verhinderung einer Weiterverbreitung von Infektionen in der Bevölkerung, bietet sich die Behandlung von bestätigten COVID-19-Patienten in der stationären Versorgung an. In Situationen, in denen die Kapazität zur stationären Behandlung ausgeschöpft oder dieser Zustand zu erwarten ist, kann bei Erfüllung gewisser Voraussetzungen und auf individueller Basis ein alternatives Vorgehen in der ambulanten Betreuung erwogen werden“, teilte das RKI mit.

Bayerns Coronavirus-Krisenstab hat zudem Empfehlungen für Schulen im Freistaat festgelegt. Demzufolge soll eine Schule geschlossen werden, wenn dort ein bestätigter Coronavirus-Fall aufgetreten ist. Wenn nur ein begründeter Verdachtsfall vorliegt, soll die Klasse der betroffenen Schülerin oder des betroffenen Schülers zu Hause bleiben. Die Dauer dieser Maßnahmen ist vom konkreten Einzelfall abhängig.

Gesundheitsministerin Huml betonte ferner mit Blick auf den Umgang mit Veranstaltungen: „Der Schutz der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität. Natürlich bedauere ich es, wenn zum Beispiel der ‚Starkbieranstich auf dem Nockherberg‘ abgesagt oder verschoben wird. Aber wir folgen den medizinischen Empfehlungen des bayerischen Coronavirus-Krisenstabs. Dies gilt auch für eine Veranstaltung wie den ‚Starkbieranstich auf dem Nockherberg‘.“

-am-

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Bestätigte Fälle

von Corona-Erkrankten im Landkreis Miesbach

– Gesundheitsamt rät zum Verschieben von Veranstaltungen –

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Region Miesbach – Auch im Landkreis Miesbach sind vier bestätigte Erkrankungen mit dem „Corona-Virus SARS-CoV-2“ gemeldet worden. Laboruntersuchungen bestätigten das Auftreten des Virus. Die Erkrankten aus dem Landkreis Miesbach befinden sich im Krankenhaus Agatharied und werden weiter beobachtet und untersucht. Sie haben leichte Krankheitssymtome. Das Gesundheitsamt hat bereits Kontaktpersonen der Erkrankten ermittelt und Abstriche genommen. Diese werden nun in einem Labor des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht. Weitere Kontaktpersonen werden ermittelt.

Die beiden ersten Erkrankten stammen aus einer Reisegemeinschaft aus dem Landkreis Miesbach. Sie waren während der Ferien zum Skifahren in Südtirol. Der Vater aus der einen Familie hatte sich mit leichten Krankheitsanzeichen Anfang der Woche an seinen Hausarzt gewandt. Eine Laboruntersuchung bestätigte eine Erkrankung mit dem „Corona-Virus SARS-CoV-2“. Der Mann wurde daraufhin stationär im Krankenhaus Agatharied aufgenommen. Das Kind aus einer anderen Familie hatte ebenfalls leichte Symptome. Nach einer häuslichen Quarantäne wurde es nun ebenfalls im Krankenhaus ausgenommen und wird dort beobachtet. Das Kind besucht keine Schule im Landkreis Miesbach.

Landrat Wolfgang Rzehak meinte zu dem Auftreten der ersten Fälle: „Es war leider damit zu rechnen, dass auch der Landkreis Miesbach nicht verschont bleibt, nach dem in den benachbarten Landkreisen schon Fälle gemeldet wurden. Unser Personal hat sich schon lange auf diesen Fall vorbereitet, der jetzt eingetroffen ist. Das Gesundheitsamt arbeitet mit Hochdruck. Wir stehen in engem Kontakt mit allen anderen beteiligten Behörden“.

Die Leiterin des Gesundheitsamtes Miesbach, Margarita Mühlenfeld betonte: „Bis jetzt haben wir die Erkenntnis, dass beide Erkrankte nur milde Symptome zeigen. Wir werden weiter Kontaktpersonen ermitteln, testen und nach den Vorgaben des Robert Koch Instituts vorgehen. Ehrlicherweise muss man sagen, dass wir mit weiteren Fällen im Landkreis Miesbach rechnen müssen“.

Gesundheitsamt rät zum Verschieben von Veranstaltungen
Das Gesundheitsamt rät Veranstaltern, ihre Events zu verschieben. Dies unabhängig von der Anzahl der beteiligten Personen. Falls Veranstaltungen doch durchgeführt werden sollen, so müssen die Veranstalter garantieren, dass es keinen Einlass für Personen mit Krankheitsanzeichen gibt. Sie müssen auf ausreichende Lüftung und Händehygiene achten.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Corona-Virus:
https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html
Informationen zur Risikobewertung des Robert Koch Instituts:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html

-lamb-

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Tölzer Gesundheitsforum:

Fachvortrag  „Übergewicht und Diabetes“

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Region Bad Tölz-Wolfratshausen – Übergewicht und Diabetes sind eine gefährliche Kombination, deren Ursachen eng miteinander verbunden sind. Zum Thema „Adipositas-Chirurgie: Heilung bei Typ-2-Diabetes?“, über den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Diabetes, Vorsorgemaßnahmen sowie konservative und operative Behandlungsoptionen sprachen Dr. med. Marc Krumrey, Leitender Oberarzt Chirurgie in der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz und Dr. med. Andreas Liebl, Chefarzt Innere Medizin/Diabetologie der Fachklinik Bad Heilbrunn, bei einem Fachvortrag.

Die Zahl der Menschen mit starkem Übergewicht nimmt in Deutschland immer weiter zu. Die Betroffenen haben gleichzeitig ein sehr hohes Risiko einen Herzinfarkt, Hirninfarkt, eine Leberverfettung oder Leberzirrhose zu erleiden, aber vor allem an Diabetes Typ 2 zu erkranken. „Je höher das Übergewicht ist, desto stärker steigt das Risiko für Diabetes mellitus und desto schwieriger und aufwändiger wird die Therapie bei einer schon aufgetretenen Diabetes. Daher ist die Gewichtsabnahme sowohl vor Ausbruch von Diabetes enorm wichtig, als auch bei schon bestehender Diabetes. Regelmäßige Bewegung und eine gesunde, ausgewogene Ernährung sind ganz entscheidend, um Gewicht abzubauen. Liegt schon eine Diabetes vor, kann eine sinnvolle Auswahl der Medikamente helfen, das Gewicht zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. Erfolge können mit operativen Eingriffen erzielt werden“, so Dr. med. Andreas Liebl.

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Dr. med. Andreas Liebl, Chefarzt Innere Medizin/Diabetologie der Fachklinik Bad Heilbrunn, bei seinem Fachvortrag

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Übergewicht trägt aslo zur Entstehung von Diabetes mellitus Typ 2 bei. Die Risiken bei einer Typ 2-Erkrankung sind neben einer Schädigung der Blutgefäße die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden, zu erblinden sowie Fuß- und Beinprobleme, was bis zur Amputation von Gliedmaßen führen kann. Insgesamt gesehen können bei einer Erkrankung an Typ-2-Diabetes rund sechs Lebensjahre und mit einem zusätzlichen Herzinfarkt rund zwölf Lebensjahre verloren gehen. Somit wäre eine Gewichtsabnahme essenziell und mit einer Basistherapie, einer guten Lebensführung mit mehr Bewegung und einer kohlehydratarmen Ernährung möglich. Trotzdem ist dem langfristigen Abbauen von Gewicht, das heißt von überschüssigen Pfunden, alleine mit Bewegung und vernünftiger Ernährung nicht optimal beizukommen, da auch manche Medikamente eine Zunahme begünstigen.

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Dr. med. Marc Krumrey, Leitender Oberarzt Chirurgie in der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz,
erörterte „Chirurgische Behandlungsweisen von Adipositas“

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Schafft man es also nicht, die überflüssigen Pfunde mit einer speziellen Adipositas-Therapie abzubauen oder einer weiteren Gewichtszunahme entgegenzuwirken, kann eine Operation Abhilfe schaffen. Bei Patienten, die unter DiabetesTyp 2 leiden und deren BMI höher als 35 ist -etwa 110 Kilogramm bei 175 Zentimetern Körpergröße-, kann eine chirurgische Behandlung sehr effektiv sein. Es gibt verschiedene Verfahren wie die Magenverkleinerung, die Schlauchmagenbildung, die Bildung eines Magenbypasses sowie weitere komplexere Operationen bei speziellen Voraussetzungen. Ziel der Operationen ist es, dass der Patient weniger Mageninhalt aufnehmen kann und es so zu einem stetigen Gewichtsverlust kommt. Die OP’s werden dabei in 99 Prozent der Fälle minimal-invasiv und damit mit wenigen kleinen Schnitten an der Bauchwand durchgeführt. Die Wahrscheinlichkeit, einen Typ 2-Diabetes dauerhaft erfolgreich mit einer Operation zu heilen, liegt bei etwa 50 Prozent. Ferner ist eine regelmäßige, lebenslange Nachsorge durch einen Arzt und eine Ernährungsfachkraft, als auch, gegebenenfalls, eine psychologische Nachbetreuung nötig.

„Eine Operation ist aber nur ein Baustein bei der Bekämpfung des Übergewichts und der Folgeerkrankungen, wie Bluthochdruck und Diabetes. Die Behandlung ist langfristig angelegt, daher baut die Asklepios Stadtklink Bad Tölz nun im Landkreis ein Expertennetzwerk zur langfristigen Betreuung und Behandlung auf“, so Dr. Krumrey.

-am- Bilder: am

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Projekt „TANNE“:

Telemedizinische Antworten

auf Neuropalliative Nachfragen in Echtzeit

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Region Miesbach – Mediziner des Krankenhaus Agatharied haben das Projekt „TANNE“ vorgestellt: Die Abkürzung steht für „Telemedizinische Antworten auf Neuropalliative Nachfragen in Echtzeit“. Durch das Projekt soll die ambulante Versorgung von palliativmedizinischen Patienten mit neurologischen Erkrankungen verbessert werden. Mehr Patienten sollen zu Hause behandelt werden, Einweisungen in das Krankenhaus vermieden werden. Im Krankenhaus Agatharied arbeitet dazu ein Team mit einer speziellen Expertise für neurologische Patienten, das mit mehreren ambulanten Palliativteams per Telemedizin verbunden ist. Der offizielle Projektstart erfolgt Ende 2020.

Eine erste Pilotstudie zu „TANNE“ wurde bereits vom Freistaat Bayern gefördert. Dieses Projekt wurde auch mit einem Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ausgezeichnet. In dieser ersten Pilotstudie wurden rund 100 Patienten betreut. Die neurologischen Patienten sind etwa an Amyotropher Lateralsklerose, Parkinson, Alzheimer, Multipler Sklerose oder Hirntumoren erkrankt.

„Diese Patienten können auch – wenn es die häuslichen Umstände zulassen – in der letzten Phase ihres Lebens zu Hause betreut werden“, berichtet Professor Lorenzl, Chefarzt der Neurologie am Krankenhaus Agatharied – „diese Betreuung erspart einen oft unnötigen Krankenhaus-Aufenthalt. Der Stress, Schmerzen und Angst beim Transport fallen weg“. Nach Auskunft des Mediziners gibt es ein gesetzliches Recht auch auf die ambulante SAPV, die „Spezialisierte ambulante Palliativversorgung“. „Es ist noch zu wenig bekannt, dass diese Möglichkeit besteht. Nur 13 Prozent der Patienten nehmen diese Möglichkeit wahr – und nur selten Menschen mit neurologischen Erkrankungen. Viele Ehepartner und Familien bemühen sich, ihren Partner zu Hause zu behalten. Diese Menschen können durch die SAPV unterstützt werden“, so Lorenzl. Damit kommen die Palliativ-Mediziner auch einem Wunsch der Menschen nach.

„Wo möchten Sie sterben, wenn es soweit ist?“ – wurde in einer Studie gefragt. Rund 65 Prozent antworteten: „Zu Hause“. Durch einen Innovationsfond des Bundesforschungsministeriums wurden insgesamt 31 Projekte in ganz Deutschland gefördert. Das Projekt in Agatharied erhielt eine Fördersumme von 2,2 Millionen Euro. Die Mediziner im Krankenhaus Agatharied werden damit ambulante Palliativteams in ganz Bayern mit Beratung und Betreuung unterstützen, wenn diese neurologische Patienten behandeln. Diesen Teams fehlt oft die Expertise und die Experten aus Agatharied können per Telemedizin zugeschaltet werden, wenn das ambulante Palliativteam zu Hause bei dem Patienten ist. Gleichzeitig wird das Projekt wissenschaftlich begleitet, damit Daten gesammelt werden können, und zwar mit dem Ziel, das Projekt in Zukunft in die Regelversorgung zu überführen und damit allen Patienten zugänglich zu machen.

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Coronavirus

Informationen

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Das Coronavirus ist in Deutschland unterwegs. Die regionalen Gesundheitsämter sind beständig in Kontakt mit dem Gesundheitsministerium, den integrierten Leitstellen, niedergelassenen Ärzten aber auch mit den Gemeinden.

Viele machen sich Sorgen: Was sollten Reiserückkehrer beachten?
• Reiserückkehrer aus Risikogebieten rät man zu allgemeiner Wachsamkeit.
• Insbesondere Reisende, die mit einer an COVID-19 (Coronavirus) erkrankten Personen persönlichen Kontakt hatten, sollten sich umgehend an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden auch wenn sie keine Krankheitszeichen aufweisen.
• Einreisende aus den Risikogebieten sollen für 14 Tagen nach ihrer Rückkehr unnötige Kontakte zu anderen Personen meiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Die aktuellen Risikogebiete können der Homepage des RKI entnommen werden. Bei Auftreten von akuten Erkältungssymptomen jeder Schwere, sollten sie sich ebenfalls umgehend an das zuständige Gesundheitsamt oder die entsprechende Rufbereitschaft über die integrierte Leitstelle unter 112 wenden. Ferner sollten sie – und darauf wird besonders hingewiesen – telefonisch Kontakt mit einer Arztpraxis aufnehmen, ihre Symptome schildern und auf ihre Reise hinweisen. Mit der telefonischen Erstkontaktaufnahme soll vermieden werden, dass es in der Arztpraxis zu weiteren Infektionen kommt.

Was sind typische Symtome?
Typische Symptome, die sich grundlegend von anderen Erkältungskrankheiten unterscheiden, gibt es nicht. Auch das Corona Virus äußert sich in erster Linie in Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber und einige Betroffenen leiden auch an Durchfall. Wer sich nicht in einem der Risikogebieten aufgehalten hat, kann sich bei Symptomen ganz normal an den Hausarzt wenden und muss sich nicht beim Gesundheitsamt melden.

Welche Maßnahmen schützen vor einer Ansteckung?
Beim Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus sollten dieselben Maßnahmen beachtet werden, wie auch bei der Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen. Man spricht dabei von der „Husten-und Nies- Etikette“. Beim Husten und Niesen sollte man die Armbeuge vor den Mund und Nase halten oder ein Taschentuch benützen, das sofort zu entsorgen ist. Ferner sollte man beim Husten und Niesen Abstand zu anderen halten und sich weg drehen.

Ein weiterer Punkt ist eine gute Händehygiene:
Damit schützt man sich und andere, d.h. die Hände sollten regelmäßig gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden, wobei vor allen Dingen nicht die Handrücken, die Fingerzwischenräume, die Außenseite der Finger und die Nägel zu vergessen sind.

Zum Eigenschutz sollte das Berühren von Augen, Mund und Nase vermieden werden und zu Erkrankten sollte man mindestens einen Abstand von ein bis zwei Metern einhalten. Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes macht nur für Erkrankte Sinn, da sie damit eine Übertragung von Viren jeder Art vermeiden. Hingegen gibt es keine hinreichenden Beweise dafür, dass das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, deutlich verringert.

Weitere Informationen zum Virus und der aktuellen Entwicklung:
Das Bayerische Gesundheitsministeriums informiert zu den aktuellen Entwicklungen in Bayern unter
www.stmgp.bayern.de/vorsorge/infektionsschutz/infektionsmonitor-bayern/

Coronavirus-Hotline des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege: 0 91 31 – 68 08 51 01

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen unter: www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html

Viele Details sind auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts ersichtlich: www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

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Wettbewerb “Erfolgreich. Familienfreundlich.“
Ehrung der 20 familienfreundlichsten Unternehmen

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Region Bayern – Das bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales möchte heuer Bayerns 20 familienfreundlichste Unternehmen mit der Auszeichnung ERFOLGREICH. FAMILIENFREUNDLICH ehren. Der Preis soll die positive Auswirkung einer familienfreundlichen Personalpolitik auf den Erfolg und das Image von Unternehmen aufzeigen. Mitmachen können kleine, mittlere und große Unternehmen, die ihren Sitz in Bayern haben. Weitere Informationen zu den Auswahl- und Bewertungskriterien sind unter www.erfolgreich-familienfreundlich.bayern ersichtlich.

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Wohnen im Alter

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Der demographische Wandel, sich ändernde Familienstrukturen und die Heterogenität der individuellen Lebenslagen älterer Menschen erfordern neue gesellschaftliche Antworten und insbesondere vielfältige alternative Wohn-, Pflege- und Betreuungsformen für ein würdevolles Altern. Alternative Lebensformen sind gefragt. Es entspricht derzeit dem überwiegenden Wunsch älterer Menschen, ihr Leben auch im Fall von Hilfebedürftigkeit möglichst unabhängig, selbständig und selbstbestimmt in der vertrauten Umgebung namens „zu Hause“ verbringen zu können. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2040 im Vergleich zum Jahr 2000 um etwa 60 Prozent bis 75 Prozent steigen wird.

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Vielfältige Möglichkeiten für ein Wohnen im Alter können u.a. sein:
• Betreutes Wohnen zu Hause
• Betreutes Wohnen
• Quartierskonzepte
• ambulante Hausgemeinschaften
• intergenerative Wohnformen
• Wohngemeinschaften für Ältere
• ambulant betreute Wohngemeinschaften und stationäre Einrichtungen

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Ein Haus oder eine Wohnung

fürs ganze Leben?

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Wer sich ein Haus bauen oder eine Eigentumswohnung kaufen und möglichst lange auch im hohen Alter ein selbstbestimmtes Leben in seinem eigenen Zuhause führen möchte – das gleiche gilt auch für Menschen, die ihre Wohnung barrierefrei sanieren wollen oder aufgrund einer Behinderung, sei es durch Krankheit oder Unfall, eine weitgehend hindernis- und gefährdungsfreie Wohnung benötigen, sollte folgendes beachten: Eine barrierefreie Wohnung ist ein Komfort für alle Bewohner und Besucher.

Betrachtet man unsere heutige gebaute Umwelt, gemietete Wohnungen und selbstfinanzierten Häuser, in denen man lebt, so kann man feststellen, dass diese nur für gesunde Menschen errichtet wurden. Früher hatte man keinen Gedanken daran verwendet, dass man einmal älter und damit auch unbeweglicher oder behindert werden könnte. Überall Barrieren, u.a. in Form von Treppenstufen, zu engen Türen, zu hohen Schwellen zum Balkon oder zur Terrasse.

Für eine barrierefreie und zukunftweisende Hausplanung sollten Investoren, Architekten und die Bauherren einige grundlegende Planungsprinzipien berücksichtigen:
1.: Schlafzimmer, Bad und Toilette sollten grundsätzlich im Erdgeschoss untergebracht werden und die Türen nach außen aufgehen oder mit einer Schiebetür versehen werden, damit bei einer eventuellen Ohnmacht die Tür nicht blockiert und man sofort helfen kann. Neben dem Bett sollte ein Freiraum von 150 Zentimetern Breite sein, damit man bei häuslicher Pflege gut zum Patienten kommt und ihn ohne Schwierigkeiten u.a. zum Roll- oder Toilettenstuhl umsetzen kann.

2.: Türbreiten sollen 90 Zentimeter nicht unterschreiten, damit sie mit Unterarmstützen, Gehwagen, Kinderwagen oder Rollstuhl uneingeschränkt passiert werden können.

3.: Treppen sollten in der Regel geradlinig verlaufen. Auf gewendelte Treppen sollte verzichtet werden, weil sie ungleiche Auftrittstiefen haben. Konstante Auftrittstiefen vermitteln gebrechlichen und ältern Menschen bessere Sicherheit beim Treppensteigen. Ebenso ist der Transport von Pflegebedürftigen auf geraden Treppen einfacher und ein Treppenlift ist später leichter zu integrieren. Vor der Treppe sollte ein Freiraum von 150 Zentimetern sein. Die beste Grifffähigkeit für Handläufe erreicht man bei einem Durchmesser von 30 – 45 Millimetern und die Handlaufenden sollten ca. 30 Zentimeter waagrecht über die letzte Stufe hinausreichen. Bestmöglich sollten zwei Handläufe die Treppe begleiten und die Treppenkanten sollten Kontrastreich gestaltet werden.

4.: Lichtschalter, Steckdosen, Türdrücker und andere Bedienelemente sollten auf eine Höhe von 85 bis 95 Zentimetern montiert werden. Diese Höhe unterstützt ein sicheres Zugreifen. Kontrastreiche Lichtschalter sind für sehbehinderte Personen und bei diffusem Licht eine Erleichterung.

5.: Badezimmer – ob mit Dusche oder mit Badewanne oder beidem – sind eine individuelle Entscheidung. Eine stufenlose Dusche ist bei eingeschränkter Bewegungsfähigkeit – wie z.B. bei einer Fußverletzung – von großem Vorteil. Man kann mit einem Plastikstuhl bequem duschen. Die Toilettenschüssel sollte von einer Seite (90 Zentimeter) frei zugänglich sein, damit sie eventuell später mit dem Rollstuhl anfahrbar ist. Der Badewannenablauf sollte so positioniert werden, dass man ihn später für eine ebenerdige Dusche verwenden kann. Die Oberkante des Waschbeckens sollte max. 80 Zentimeter betragen, wobei die Kniefreiheit 30 Zentimeter in der Tiefe und 67 Zentimeter Höhe sein sollte. Eine Einhebelstandarmatur – mit einem langen, schwenkbarem Auslauf – ist vorteilhaft. Ein Spiegel, kein Kippspiegel – sollte die Masse ca. 40 x 100 Zentimetern haben und mittig über dem Waschbecken angebracht werden. Die Unterkante sollte sich ca. 90 Zentimeter über dem Fußboden befinden.

6.: Balkon und Terrassentüren, sollten stufenlos ausgeführt werden.

7.: Bei der Garagenplanung sollte man darauf achten, dass an der Längsseite des Autos eine 150 Zentimeter tiefe Fläche zur Verfügung steht, damit schafft man einen Bewegungskomfort und man kann bequem ein- und aussteigen, egal ob man mit einem Kind auf dem Arm, mit Einkäufen bepackt oder einem behinderten Menschen helfen muss.

8.: Eine kontrastreiche Gestaltung der Wohnung ist gerade im höheren Lebensalter wichtig, denn es kommen typische Augenerkrankungen, wie z.B. altersabhängige Makuladegeneration, hinzu. In Deutschland gibt es ca. 1 Millionen Betroffene und jährlich erkranken 50.000 Personen neu an dieser Volkskrankheit. Je älter man wird desto wahrscheinlicher ist es, dass man eine derartige körperliche und sensorische Einschränkung bekommt. Eine vorausschauende Gemeinde sollte die Bebauungspläne mit genügend großen Baufenstern versehen, damit Wohnzimmer, Küche, Bad, Toilette und ein Schlafzimmer im Erdgeschoss untergebracht werden können.

In Bayern gibt es über eine Million Menschen mit Behinderungen, wobei über eine halbe Million über 65 Jahre alt ist. Im Seniorenalter wird jeder dritte Mann bzw. jede fünfte Frau schwerbehindert. Weil wir immer älter werden, wird Wohnen für alte und/oder behinderte Menschen einen immer größeren Stellenwert gewinnen, zumal sie dann auf die Wohnung als ihren Lebensraum in besonderem Maße angewiesen sind. Es gibt bereits eine große Anzahl von alten, kranken und behinderten Menschen, die große Schwierigkeiten mit der gebauten Umwelt haben, die sich nur schwer helfen können, deren Fähigkeiten – in unterschiedlichem Maße und aus unterschiedlichen Gründen – defizitär sind. Ihre Anzahl steigt.

-am-

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Helfen mit Herz und Pferd:
Therapeutisches Reiten

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Es kann jeden treffen – ein tragischer Autounfall, ein ungeschickter Sturz, eine heimtückische Krankheit, die neurologische oder cerebrale Bewegungsstörungen nach sich ziehen können. Vielfältige Behandlungsmaßnahmen werden angeboten, wobei auch alle Sinne angesprochen werden, wie beim Therapeutischen Reiten mit dem Pferd!

Beispielsweise auf dem Straußenhof in Waakirchen werden neurologische Bewegungsstörungen, die u.a. von Multipler Sklerose, Querschnittslähmung oder von Unfallfolgen herrühren, da das Gehirn oder Rückenmark geschädigt wurden sowie bei Kindern mit cerebralen Bewegungsstörungen und deren Folgen, mit Hilfe speziell ausgebildeter Pferde behandelt.

Im Jahr 1975 erwarb Dr. Ingrid Strauß den nach ihr benannten Straußenhof und gründete ein Jahr später die Interessengemeinschaft für Therapeutisches Reiten. Der heute gemeinnützige Verein „Therapeutisches Reiten Oberland e.V.“ bildet die organisatorische Grundlage für die Arbeit mit den Patienten. Der Verein fördert das therapeutische Reiten und führt es im Sinne der festgelegten Leitlinien des „Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten e.V.“ durch. 1986 kaufte Bruno Six den Hof und führte das Angebot des Therapeutischen Reitens weiter. Heute betreibt Tochter Josepha Brünner den Straußenhof.

Gundi, Willi und Leo sind nur drei der braven tierischen Mitarbeiter, welche die sogenannte Hippotherapie mit Therapeuten oder Therapeutinnen und Pferdeführer/innen durchführen. Die Hippotherapie wird in der Gangart „Schritt“ durchgeführt und gilt als Krankengymnastik auf dem Pferd. Die Pferde werden dabei von geschulten Helfern geführt – auf dem Straußenhof sind dies sämtlich ehrenamtlich arbeitende Therapeuten, Helfer und Pferdeführer/innen. Während der Hippotherapie überträgt das Pferd in der Gangart „Schritt“ 90 bis 110 Bewegungsimpulse pro Minute auf den Patienten.

Über die Kontaktflächen Pferderücken – Gesäß – Reitsitz werden u.a. Vor-zurück-, Hoch-tief-, Seit-zu-seit- und Drehbewegungen sowie Links-rechts-Diagonalbewegungsmuster auf den Patienten übertragen. Damit werden Rumpfaufrichtung, Gleichgewicht, Geschicklichkeit, Feinabstimmung und Symmetrie von Bewegungen in gangtypischer Vorwärtsbewegung geschult. Gleichlaufend werden die Funktionen von Wirbelsäule und Gelenken geübt, die Muskelkraft trainiert und der Gang geschult. Atmung, Sinne, Herz und Kreislauf des Patienten werden positiv beeinflußt. All dies ist eine Hilfe für den Menschen mit Behinderungen. Und wer schon einmal in die Gesichter der kleinen und großen Patienten nach der Therapie schaute, wurde vom Strahlen der Augen und dem glücklichen Lachen überwältigt!


Heilpädagogisches Reiten, Voltigieren, kann über das Medium „Pferd“ erfolgreich auf Bewegungsablauf, Sinneswahrnehmung, geistige Entwicklung und Verhalten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wirken. Reitsport für Menschen mit Handicap kann die Gesamtpersönlichkeit fördern und kann zur Erhaltung der Gesundheit, Vorbeugung von Krankheit, sozialer Integration und Rehabilitation beitragen. Alle Formen des Reitsports sind für sportfähige Menschen mit Handicap möglich, gegebenenfalls mit speziellen Hilfsmitteln.

„Im Laufe der Zeit lernt das Pferd, sich auf den jeweiligen Patienten einzustellen und ist damit nicht nur wichtiger Helfer in der Therapie, sondern oft auch die beste Therapie“, erläutert Bruno Six. Die Hippotherapie kann unter anderem vom Arzt verordnet werden und wird von Physiotherapeuten mit Zusatzausbildung für Hippotherapie durchgeführt. Weitere Infos: www.therapeutischesreiten-oberland.de

-am- Bilder: am

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