Tier & Natur – Haus & Garten

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Initiative
„earth NIGHT“

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Auch Lichtverschmutzung ist für den Artenrückgang mitverantwortlich. Wenn es Nacht wird, kämpfen viele Insekten ums Überleben. Straßenlampen, Autoscheinwerfer, Leuchtreklame, Flutlichter auf Parkplätzen, an Tankstellen und Sportanlagen, Strahler auf Baustellen, Gewerbeflächen und Baudenkmäler – für nachtaktive Insekten können solche Lichtquellen zu Todesfallen werden, denn sie führen zum Zusammenbruch ihres angeborenen Orientierungsvermögens. Um das große Insektensterben aufzuhalten fordert der BUND Naturschutz zusammen mit den „Paten der Nacht“ (Initiatoren der bundesweiten Aktion) die sich ehrenamtlich für die Eindämmung der Lichtverschmutzung einsetzen wenigstens eine dunkle Nacht im Jahr mit der Initiative „Earth Night“ ein. Am 7. September (Neumond) ruft die Initiative dazu auf, ab 22:00 Uhr das Licht zu reduzieren oder abzuschalten. Der BUND Naturschutz (BN) unterstützt die Aktion und bittet Kommunen und Bevölkerung, sich daran zu beteiligen.

„Von den in Deutschland vorkommenden Insektenarten sind etwa 70 Prozent nachtaktiv. Viele davon sind bereits in ihrem Bestand gefährdet“, betont Manfred Burger, der Vorsitzende der BN Kreisgruppe Miesbach. Für ihn steht fest: „Es ist höchste Zeit, um auf Beleuchtungsalternativen umzusteigen, die Beleuchtungsdauer zu verkürzen oder in bestimmten Fällen ganz auf nächtliche Beleuchtung zu verzichten. Leider haben noch nicht alle Kommunen die Vorgaben des Volksbegehrens Artenvielfalt umgesetzt, dass Bauten der öffentlichen Hand zwischen 23:00 Uhr und der Morgendämmerung nur noch in Ausnahmefällen beleuchtet werden dürfen. Die Reduzierung der Lichtverschmutzung ist aber auch eine Aufgabe für alle andere Institutionen. Wir sollten den Insekten zu Liebe soweit möglich auf nächtliche Beleuchtungen verzichten.“

Hintergrund:
Viele nachtaktive Insekten fühlen sich vom Licht angezogen. Schmetterlinge können beispielsweise auch den ultravioletten Teil des Lichtspektrums wahrnehmen. Viele Lampen, die neben dem
sichtbaren auch dieses UV-Licht ausstrahlen, ziehen deshalb Nachtfalter und andere Nachtinsekten besonders stark an und locken sie in riesigen Scharen aus ihren eigentlichen Lebensräumen heraus. Das Fatale: Haben Insekten eine künstliche Lichtquelle entdeckt, umfliegen sie diese bis zur völligen Erschöpfung oder sie kollidieren mit der Lampe und werden dabei zumeist tödlich verletzt. Nachtjäger wie Spitzmäuse, Igel, Kröten, Laufkäfer und Spinnen haben mit den erschöpften Insekten leichtes Spiel. Bei Tagesanbruch räumen dann die Vögel unter den verbliebenen Insekten auf. Ganze Insektenpopulationen können so in kurzer Zeit zusammenbrechen.

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Manfred Burger, der Vorsitzende der BN Kreisgruppe Miesbach

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„Ein Ziel des „Volksbegehrens Artenvielfalt“ war, die Lichtbelastung zu reduzieren. Seit 1. August 2019 gelten entsprechend neue Vorschriften zur Beleuchtung von Gebäuden und im Außenbereich, wobei unter anderem die Notwendigkeit der Beleuchtung abzuklären ist. Nicht jede nächtliche Beleuchtung im öffentlichen Raum ist wirklich notwendig. Bei baulichen Veränderungen sollten unnötig gewordene Beleuchtungen rückgebaut werden. Leuchtkörper sollten so abgeschirmt werden, dass das Licht nur dorthin gelangt, wo auch etwas beleuchtet werden muss. Wünschenswert sind vor allem Leuchten mit einem begrenzten Abstrahlwinkel. Objekte sollten nur so stark wie wirklich nötig beleuchtet werden. Mit einer gedämpften Beleuchtung lässt sich oft eine bessere Wirkung erzielen. Zudem sollten Leuchtkörper verwendet werden, die einen möglichst geringen Anteil an kurzwelligem Licht aussenden. Die deutlich geringste Anlockwirkung zeigen warmweiße LED-Lampen. Sie lockten nur etwa ein Achtel so viele Insekten wie die gängigsten Metalldampflampen an. Auch die Ausrichtung und Platzierung der Leuchten sollte beachtet werden. Jede Leuchte sollte grundsätzlich zum Boden gerichtet sein. Vor allem Straßenleuchten sollten so platziert werden, dass sie nicht in die Umgebung oder in ökologisch sensible Räume strahlen. Beim umweltgerechten Betrieb von Beleuchtungen sind Zeitschaltungen gefragt. Nicht jede Laterne und jeder Scheinwerfer muss die ganze Nacht eingeschaltet sein. Einige Kommunen in Bayern haben bereits damit begonnen, nach Mitternacht die Straßenbeleuchtung abzuschalten oder zu reduzieren. Auf Sportplätzen sollte das Flutlicht erst kurz vor dem Spiel ein- und danach sofort wieder ausgeschaltet werden. In ökologisch sensiblen Gebieten sollte die Beleuchtung nach 22:00 Uhr vollständig abgeschaltet werden, vorausgesetzt, die Sicherheitsbestimmungen erlauben eine solche Maßnahme. Ferner sollten nur Leuchten zum Einsatz gelangen, die eine Abdichtung gegen das Eindringen von Insekten und Spinnen aufweisen. Falls der Boden stark beleuchtet wird, sollte darauf geachtet werden, dass dieser keinen hellen oder gar reflektierenden Farbton hat. Die „Festbeleuchtung“ in den Orts- und Stadtkernen kann mit diesen insektenfreundlichen Lampen und Beleuchtungsvorschlägen ohne Sicherheitskompromisse reduziert werden und spart darüber hinaus kostbare Energie ein. Zusätzlich sollte darüber nachgedacht werden, ob bei Kirchen oder anderen baulichen oder landschaftlichen Attraktionen eine Effektbeleuchtung überhaupt notwendig ist oder diese zumindest auf Sonn- und Feiertage begrenzt werden kann“, so Burger.

-am- Bild: am

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Zwei junge
Bartgeier
im Nationalpark
Berchtesgaden

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Region Berchtesgadener Land – Erstmals seit über 140 Jahren gibt es wieder Bartgeier in Bayern! Der Nationalpark Berchtesgaden hat zusammen mit dem bayerischen Naturschutzverband LBV sowie der bayerischen Forstministerin Michaela Kaniber, dem bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber, dem Vorsitzenden des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) Dr. Norbert Schäffer und dem bayerischen Finanz- und Heimatminister, Albert Füracker,  im Nationalpark Berchtesgaden zwei junge, noch nicht flugfähige Bartgeier in einer Felsnische im Klausbachtal erfolgreich ausgewildert. „Mit dem Bartgeier kehrt ein imposanter Ureinwohner der Berge in seine bayerische Heimat zurück. Es freut mich ganz besonders, dass wir hier im Berchtesgadener Land eine Stück Geschichte schreiben. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz und zur Biodiversität. Auch wenn man den Bartgeier früher Lämmergeier nannte, reißt er keine lebenden Tiere und ist daher auch keine Bedrohung für die Tierhaltung im Alpenraum“, betonte Kaniber. Denn der Bartgeier ist trotz seiner beachtlichen Größe kein Beutegreifer, sondern ein reiner Aasfresser.

Mit großer Freude hatte die Staatsministerin vor einem Monat die jagdrechtliche Auswilderungsgenehmigung ausgehändigt. Bis 2030 werden im Nationalpark nun jährlich zwei bis drei Jungvögel ausgewildert. Die ersten beiden Vögel, die künftig ihre Kreise um den Watzmann ziehen werden, kamen im März 2021 in einer internationalen Zuchtstation in Andalusien zur Welt. Mittlerweile bringen sie stattliche sechs Kilo auf die Waage und haben eine Flügelspannweite von fast drei Metern erreicht. In ihrem neuen Horst werden die beiden Jungvögel noch einige Wochen durch ein Auswilderungsteam des Landesbunds für Vogelschutz mit Unterstützung des Nationalparks Berchtesgaden betreut, bevor sie dann selbständig ihre neue Heimat im Gleitflug erkunden werden.

Das Projekt soll über die nächsten zehn Jahre die Zukunft der zentraleuropäischen Population dieser seltenen Vogelart stärken und verbinden. Denn die Rückkehr des völlig harmlosen Greifvogels in die deutschen Alpen bildet einen wichtigen geografischen Lückenschluss für die Art. Vor ihrer Auswilderung wurden die beiden jungen Bartgeierweibchen vom Bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber auf die Namen „Bavaria“ und „ Wally“ getauft. „Das ist ein historischer Moment für den Artenschutz in Deutschland und ein echter Meilenstein. Der größte Vogel der Alpen ist nach Bayern zurückgekehrt“, freute sich der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. Die beiden Jungvögel stammen aus einer andalusischen Zuchtstation der Vulture Conservation Foundation (VCF) und gehören zu einem europäischen Nachzuchtprogramm. Auch im Nationalpark Berchtesgaden ist die Freude groß: „Wir freuen uns sehr, dass wir den Grundstein für die Rückkehr dieser faszinierenden Vogelart nach Deutschland legen konnten“, betonte Nationalparkleiter Dr. Roland Baier. Auch für den Bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber ist die erste Bartgeierauswilderung in Deutschland ein ganz besonderes Ereignis an einem besonderen Ort: „Der Nationalpark Berchtesgaden ist ein Juwel des Naturschutzes in Bayern und ein Hotspot der Artenvielfalt. Wir bringen den Bartgeier in die bayerischen Alpen zurück. Der Nationalpark Berchtesgaden ist für die Wiederansiedlung der Bartgeier in Bayern hervorragend geeignet. Das Umweltministerium unterstützt das herausragende Projekt in den kommenden drei Jahren mit rund 610.000 Euro. Ich wünsche den beiden Bartgeiern „ Wally“ und „Bavaria“ ein langes Leben. Sie werden einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der alpenweiten Bartgeierpopulation leisten.“

Als eine der Partnerschulen des Nationalparks hatten sich die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Berchtesgaden für den Namen „Bavaria“ entschieden. Bei den Leserinnen und Lesern der Süddeutschen Zeitung hatte „Wally“ das Rennen gemacht. Nachdem die beiden jungen Geierweibchen vom Tiergarten der Stadt Nürnberg nach Berchtesgaden gebracht worden waren, wurden sie zur Taufe aus den Transportkisten geholt und erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Anschließend wurden die beiden Junggeier in von Nationalparkmitarbeitern speziell angefertigteTragekisten gesetzt und auf „Kraxen“ den Berg zur Auswilderungsnische getragen. Als freiwillige Träger fungierten Projektpartner: Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten sowie der Vertreter der Kreisgruppe Berchtesgadener Land des Bayerischen Jagdverbandes. Der eineinhalbstündige Aufstieg konnte anfangs noch von interessierten Wanderern begleitet werden. Ab Erreichen des weglosen Geländes in der sogenannten Halsgrube war nur noch ein kleines Team aus Experten, Trägern und Nationalpark-Rangern zugelassen. Der anspruchsvolle Steilhang und die Querung über Felsplatten in die eigentliche Auswilderungsnische hinein waren auf den letzten Metern mit Sicherungsseilen versehen, sodass im Gelände von allen Beteiligten höchste Konzentration nötig war. Wegen der Steinschlaggefahr trugen alle Beteiligten zur Sicherheit Helme.

„Nach dem geglückten Anstieg haben wir „Bavaria“ und „Wally“ in zuvor vorbereitete Nester aus Fichtenzweigen und Schafwolle gesetzt. Anschließend wurden den Vögeln GPS-Sender angelegt, sie wurden nocheinmal untersucht und das erste Futter aus Gamsknochen in der Nähe platziert. Dann haben wir uns auch schon zurückgezogen, um den beiden Geiern die Eingewöhnung in ihre neue Heimat zu ermöglichen“, erklärte Nationalpark-Projektleiter Ulrich Brendel. Die ausgewählte Felsnische wurde von Experten für die Auswilderung der jungen Bartgeier liegt in rund 1.300 Metern Höhe. Dort werden die rund 90 Tage alten Bartgeier von nun an ohne menschlichen Kontakt weiter aufwachsen und das Fliegen üben. Wissenschaftler werden die Vögel in den kommenden Monaten rund um die Uhr von einem nahegelegenen Beobachtungsplatz aus direkt sowie durch installierte Infrarotkameras und per Livestream überwachen. „Dies ermöglicht es uns, Unregelmäßigkeiten sofort zu erkennen und so können wir den beiden Vögeln einen optimalen Schutz bieten“, betonte LBV-Projektleiter Toni Wegscheider. Die Fütterung erfolgt je nach Bedarf im Abstand von mehreren Tagen jeweils im Morgengrauen. „Dabei bekommen die noch schlafenden Geier Nahrungsportionen in die Nische geworfen, sodass sie zwar beim Aufwachen frisches Futter vorfinden, jedoch nie einen Menschen damit verbinden“, so Wegscheider. Der selbstständige erste Ausflug der beiden Vögel dürfte nach ausgiebigen Flugübungen in etwa drei bis vier Wochen erfolgen. „Dann sind ihre Flügel stark genug, um mit ihrer bis zu 2,90 Metern großen Spannweite ihre sechs Kilo Körpergewicht in die Luft zu heben“, erläuterte Nationalpark-Projektleiter Ulrich Brendel. Danach werden sie vor ihrem endgültigen Aufbruch zur Erkundung des Alpenraums noch bis in den Spätsommer in der näheren Umgebung der Felsnische im Nationalpark anzutreffen sein und dort auch weiterhin mit Nahrung versorgt und überwacht. Interessierte können die Entwicklung der beiden Bartgeier-Jungvögel im Internet mitverfolgen. Zum einen werden die Geschehnisse in der Auswilderungsnische live auf der Webseite des Nationalparks Berchtesgaden unter nationalpark-berchtesgaden.bayern.de sowie beim LBV unter lbv.de/bartgeier-webcam übertragen. Auch die ersten Flugversuche und den weiteren Lebensweg der beiden Vögel können in den nächsten Monaten und Jahren im Internet mitverfolgen werden. Durch eine Ausstattung der Bartgeier mit GPS-Sendern werden die zukünftigen Flugrouten der Vögel auf einer Karte unter lbv.de/bartgeier-auf-reisen dargestellt.

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Hintergrund:
Der Bartgeier gehört zu den Greifvögeln, genauer gesagt zur Familie der Habichtartigen. Mit einer Flügelspannweite von rund drei Metern zählt er weltweit zu den größten flugfähigen Vögeln. Über 140 Jahre galt er im Alpenraum als ausgestorben. Die heutigen Vorkommen gehen auf Wiederansiedlungsprojekte, welche 1986 in Österreich starteten zurück. Heute noch werden in verschiedenen Ländern Europas junge Bartgeier in die Freiheit entlassen. Seit Juni 2021 gehört auch ein Auswilderungshorst in den bayerischen Alpen zur Projektkulisse. Aufgrund der späten Geschlechtsreife der Geier mit fünf bis acht Jahren, wird es allerdings noch einige Zeit dauern bis bayerischer Nachwuchs zu erwarten ist. Trotz seiner beeindruckenden Größe stellt der Bartgeier keinerlei Gefahr für Heim-, Nutz- und Wildtiere dar, denn er gehört zu den Aasfressern und leistet damit einen aktiven Beitrag als Gesundheitspolizei in seinem Lebensraum. Mit einer Spannweite von fast drei Metern und einem Gewicht von bis zu sieben Kilogramm, gehört der Bartgeier neben dem Mönchsgeier zu den größten Greifvögeln der Alpen. Das Gefieder ausgewachsener Bartgeier ist an der Oberseite schiefergrau. Kopf, Hals und die komplette Körperunterseite sind weiß. Diese Federpartien werden allerdings von den Vögeln gerne durch das Baden in eisenoxidhaltigem Schlamm eingefärbt, so dass dieser Bereich rötlich wirkt. Junge Bartgeier besitzen einen dunkeln Kopf, eine hellere Schulterpartie und eine graue Körperunterseite. Mit etwa sechs Jahren sind die Vögel dann komplett durchgefärbt. Seinen Namen verdankt der Bartgeier dem schwarzen Federbart, der von den Augen aus über den Schnabel nachunten hängt. Die gelben Augen sind von einem roten Ring – dem sogenannten Skleralring – umgeben, welcher durch die Farbintensität die Stimmung des Bartgeiers widerspiegelt. Je intensiver das Rot desto aufgeregter ist der Bartgeier. Die Flugsilhouette ist durch die langen schmalen Flügel, den keilförmigen Schwanz (Stoß) sowie die enorme Größe geprägt. Jungvögel wirken durch den kürzeren Schwanz und die breiten Flügel meist wuchtiger als die Altvögel. Detaillierte Informationen zum Bartgeier sind unter wildtierportal.bayern.de ersichtlich.

-stmelf- Bilder: Judith Schmidhuber, Hansruedi Weyrich

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Auf der Suche
nach unbekannten Arten

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Beim Malaise-Fallenaufbau:
v.l. Johannes Voith (Landesamt für Umwelt), Theresa Schöpfer (Landratsamt Miesbach)
und Florian Bossert (Gebietsbetreuer Mangfallgebirge)

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Region Miesbach – Die Arten gehen weltweit zurück, das Artensterben ist auch in Bayern jetzt Realität. Andere Arten besiedeln in Folge des Klimawandels neue Lebensräume. Doch trotz jahrhundertelanger wissenschaftlicher Forschung sind noch gar nicht alle bekannt und erfasst. Das soll ein weltweit durchgeführtes Projekt ändern. Dazu werden von Frühjahr bis Herbst Insektenfallen aufgestellt. Entsprechende Fallen stehen auch im Landkreis Miesbach, unter anderem in der Nähe von Bayrischzell und im Suttenfeuchtgebiet.

Johannes Voith schlägt wuchtig mit einem schweren Metallhammer auf einen Pfahl, treibt ihn in den nassen Untergrund des Moores im Suttengebiet. Voith arbeitet für das Bayerische Artenschutzzentrum, Teil des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Der Holzpfahl ist Teil des Gerüsts für ein schwarzes Zelt aus Netzmaterial. Mit dieser Malaise-Falle werden Insekten gesammelt. Sie fallen in einen weißen Plastikbehälter mit Alkohol, der regelmäßig ausgeleert und ausgewertet wird. Bei dem Projekt werden fünf Fallen aufgestellt, zwei in der Nähe von Bayrischzell, zwei an der Weißach bei Kreuth und eine weitere Falle im Suttenfeuchtgebiet am Ufer des Baches Rottach. Bei dem Projekt kooperieren das Bayerische Landesamt für Umwelt und die Zoologische Staatssammlung München.

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Der mittlere Perlmuttfalter ist vom Aussterben bedroht.
Im Suttengebiet des Landkreises Miesbach gibt es die letzten guten Vorkommen in Bayern.

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Das gesammelte Material wird nach Gruppen sortiert und zur Auswertung an Experten in ganz Deutschland geschickt. Die Gen-Sequenzen werden dann in eine Datenbank in Kanada aufgenommen, das „Barcode of Life Data System“ (BOLD). Später sollen Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt auf dieses Wissen zugreifen können. Im Landkreis Miesbach wurde das Suttengebiet bewusst gewählt, weil es sehr vielseitig ist. Im Hochtal liegen auf engstem Raum verschiedene Biotop-Arten nebeneinander – Hochmoore, Übergangsmoore, Niedermoore, Pfeifengraswiesen oder Hochstaudenflure. Das Gebiet umfasst – auf 90 Prozent der Offenlandflächen – geschützte Biotope, die Hälfte der Fläche ist Landschaftsschutzgebiet.

Einzigartige Vielfalt
„Wir wollen möglichst viele Arten erwischen“, erläutert Landschaftsökologe Johannes Voith, „ein Schwerpunkt sind die Alpen, gerade das Gebiet hier ist besonders artenreich und naturnah. In diesem strukturreichen Komplex liegen zum Teil äußerst seltene Biotope auf engem Raum. Aus wissenschaftlicher Sicht ist besonders die Vielfalt der Insekten interessant. Der Standort im Suttengebiet ist gut gewählt, weil wir die Fallen hier nicht vor Weidevieh schützen müssen.“

Das Projekt wurde im vergangenen Jahr schon einmal durchgeführt, unter anderem an der Hofbauernweißach in Wildbad Kreuth. Eine vollständige Auswertung der Sammlung des Jahres liegt noch nicht vor. Gebietsbetreuer Florian Bossert: „Es ist spannend. Es gibt erste Hinweise, dass bisher unbekannte Arten entdeckt wurden. In den bayerischen Alpen ist ein großer Reichtum besonders an Insekten zu beobachten. In den vergangenen Jahren bemerken wir besonders im Mangfallgebirge viel Bewegung bei den Insekten sowohl bei den aussterbenden Arten als auch bei Neuankömmlingen. Welche Arten nehmen zu und welche nehmen ab? Viele Arten kennen wir jetzt noch gar nicht, selbst wenn die Artenvielfalt auch in Bayern bereits spürbar zurückgeht. Wenn wir die Arten noch nicht kennen, kennen wir auch die Ansprüche nicht, die sie an ihren Lebensraum stellen – und das ist die Grundlage, um sie zu schützen!“ Beim Aufstellen der Falle in der Moorwiese ist auch Theresa Schöpfer dabei. Die Forstwissenschaftlerin erarbeitet ein Wegekonzept für das Mangfallgebirge. Das Projekt zur Erfassung neuer Arten begeistert sie: „Es ist faszinierend, die vielfältige Flora und Fauna hier im Suttengebiet kennen zu lernen. Dieses Projekt motiviert mich, die Natur noch besser zu schützen“.

Transekte für die Tagfalter
Florian Bossert kombiniert das Barcoding-Projekt mit den Insektenfallen mit einer weiteren Aktion, im Rahmen des Tagfalter-Monitoring Deutschlands: Er kümmert sich um seltene Tagfalter, die kaum in die Fallen gehen. Dazu hat er an den Fallen „Transekte“ eingerichtet – dies ist ein Satz von Mess- bzw. Beobachtungspunkten entlang einer geraden Linie. Alle zwei bis drei Wochen geht er die Strecke ab. Auf diesen 200 bis 400 Metern notiert er alle Tagfalter systematisch. Er freut sich über seltene Arten, wie den Randringperlmuttfalter, der auf der Roten Liste als „Stark gefährdet“ geführt wird. Oder der mittlere Perlmuttfalter, der sogar „Vom Aussterben bedroht“ ist. Das Vorkommen dieser sehr seltenen Tiere sei aber in den vergangenen Jahren schon „massiv zurückgegangen“, so der Gebietsbetreuer. Für die Falter gebe es im Mangfallgebirge „eines der letzten guten Vorkommen in Bayern“. Zum Erhalt dieser schönen Tiere trägt auch bei, dass die Wiesen nur einmal gemäht werden, und zwar möglichst spät im Jahr. Die Seilbahnbetreiber verwenden dazu eine umgebaute Pistenraupe. Deren Ketten greifen den empfindlichen Moorboden nicht so stark an. Für Florian Bossert ist dies ein weiteres Zeichen, dass Naturschutz, Umweltschutz und der Erhalt der Arten gerade in so einem sensiblen Gebiet nur gelingen kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Daher ist er sehr dankbar, dass die Projekte dort vom Forstbetrieb Schliersee, den Weidepächtern und den Almbauern getragen und unterstützt werden.

-am- Bilder: Birger Nemitz

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Faktensammlung
zum Thema Klimawandel
Klimaabkommen von Paris erreicht bisher nicht die notwendige Wirkung

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Die Temperaturen steigen weltweit, Extremwetter nehmen zu, das Meereis geht dramatisch zurück – das Klima ist im Wandel. Mit Folgen für uns und unsere Umwelt. Was sind Ursachen für die Veränderungen? Wie zeigen sie sich und worauf müssen wir uns in Zukunft einstellen? Sechs namhafte Organisationen haben dazu im vergangenen September eine Faktensammlung rund um das Thema Klimawandel zusammengestellt. Auf 26 Seiten geben sie einen Überblick über Erkenntnisse, die in der Wissenschaft unumstritten sind. Jetzt liegt eine Aktualisierung vor, welche die neuesten Zahlen aufnimmt.

Die Folgen der globalen Erwärmung sind weiter massiv: Das Jahr 2020 war weltweit nach 2016 das zweitwärmste Jahr, das Meereis am Nordpol schrumpfte auf den zweitniedrigsten Wert und der Meeresspiegel steigt weiter an. Auch in Deutschland zeigen sich deutliche Veränderungen: Das vergangene Jahrzehnt (2011-2020) war das wärmste in den Aufzeichnungen. Deutschland erlebte das dritte, viel zu trockene Jahr in Folge und gleichzeitig deutet sich an, dass immer mehr Starkregen fällt.

Der gegenwärtige Klimawandel ist eine Tatsache und menschliches Handeln der Hauptgrund dafür – das zeigt das Faktenpapier „Was wir heute übers Klima wissen“. Gemeinsam haben das Deutsche Klima-Konsortium, die Deutsche Meteorologische Gesellschaft, der Deutscher Wetterdienst, der Extremwetterkongress Hamburg, die Helmholtz-Klima-Initiative und klimafakten.de in vier Kapiteln die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel zusammengetragen. Die erste Ausgabe aus dem letzten Jahr haben sie nun aktualisiert.

Noch hat es die Menschheit in der Hand, die globale Erwärmung auf ein weniger gefährliches Maß zu begrenzen. Notwendig sind hierfür aber schnelle und dauerhafte Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft – vom Energiesystem über die Landnutzung bis hin zur Infrastruktur – sowie neue technologische Ansätze. Je später diese Veränderungen beginnen, desto schwieriger wird es, den Klimawandel zu bremsen und unumkehrbare Veränderungen zu vermeiden. Fakten für kluge Entscheidungen sind da.

Höchststand beim Kohlenstoffdioxid trotz Klimaabkommen
Frank Böttcher, Mitinitiator, Coautor des Faktenpapiers und Veranstalter des ExtremWetterKongresses: „Die Daten zeigen, dass der Klimawandel auch in Zeiten der Pandemie keine Pause eingelegt hat. In Folge des Rückgangs der wirtschaftlichen Entwicklung während der Pandemie sind die Emissionen von Kohlenstoffdioxid (CO2) um rund zehn Prozent auf rund 36 Milliarden Tonnen in 2020 zurück gegangen. Da sich das Treibhausgas jedoch auf Grund seiner Langlebigkeit in der Atmosphäre anreichert, ist die Gesamtkonzentration trotz der Pandemie weiter gestiegen. Damit hat sich der Treibhauseffekt in den vergangen zwölf Monaten weiter verstärkt. Im Mai dieses Jahres erreichte die Konzentration des Kohlenstoffdioxids an der Referenzstation auf Hawaii – mit 419ppm – den höchsten Wert seit Beginn der Messungen im Jahre 1958. Der Anstieg hat sich in diesem Zeitraum erheblich beschleunigt. Während in den 1960er-Jahren die Konzentration im Mittel um 0,9ppm pro Jahr stieg, waren es in der Dekade von 2011 bis 2020 knapp 2,5ppm pro Jahr (Quelle). Auch das Abkommen von Paris hat eine Wirkung auf die Emissionen. Jedoch ist diese Wirkung bisher weit davon entfernt, den Anstieg der Treibhausgaskonzentration zu stoppen. Ohne das Abkommen von Paris 2015 hätte der Anstieg in der letzten Dekade möglicherweise noch höher ausgefallen können. Trotzdem bedeuten die Werte, dass das Abkommen von Paris die gewünschte und notwenige Wirkung bisher nicht erreicht hat.“

ExtremWetterKongress 2021
Der nächste ExtremWetterKongress findet vom 22. bis 24. September 2021 im Internationalen Maritimen Museum Hamburg als Präsenzveranstaltung statt.

-fb- Bild: am

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Bunte
Pfeifengraswiesen,
eiszeitliche Seen- und Moorlandschaften

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Region Weilheim-Schongau – Ein vierköpfiges Kartier-Team setzt seit April 2021 die Suche nach den Naturschätzen im Landkreis fort. Bei der jüngsten Bürgermeisterdienstbesprechung in der Schlossberghalle in Peiting gab das Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) Auskunft über die Aktualisierung der Biotopkartierung in der Region. Vor über 30 Jahren wurde zum ersten Mal die Biotopkartierung im Landkreis Weilheim-Schongau durchgeführt. Bereits 2018 wurde mit dem zweiten Erfassungsdurchgang begonnen, der in den kommenden Jahren fertig gestellt werden soll. Die Biotopkartierung liefert u. a. Kommunen, Naturschutzbehörden, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen wichtige Informationen für ihre tägliche Arbeit.

Für die naturverträgliche Bewirtschaftung können Landwirte eine Förderung nach dem Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm beantragen. Landrätin Frau Andrea Jochner-Weiß bestätigte die hohe Biotopausstattung im Landkreis und wies darauf hin, dass jährlich knapp 1,7 Millionen Euro Fördergelder an die Bewirtschafter gehen und ihr Landkreis auch in weiteren Kernaufgaben des Naturschutzes, wie der Moor-Renaturierung, aktiv vorangeht.

Die Bandbreite der Naturoasen reicht von ausgedehnten Seenlandschaften über naturnahe Bäche und artenreiche Mähwiesen, bis hin zu den bayernweit größten Nasswiesen und Moorkomplexen. Der Brachvogel, die gebänderte Heidelibelle, das Sumpf-Glanzkraut und der Rauhaarige Alant gehören zu den seltenen Arten, die im Landkreis Weilheim-Schongau noch einen Lebensraum finden. Für den Erhalt dieser einzigartigen Naturschätze Bayerns ist die Erfassung in der Biotopkartierung die wesentliche Wissensgrundlage. Nach der Digitalisierung und Prüfung der Daten ist mit einer Veröffentlichung der Ergebnisse für den gesamten Landkreis im Sommer 2023 zu rechnen. In den Gemeindeverwaltungen liegt für alle Interessierten die Broschüre „Lebensräume erfassen und gemeinsam bewahren“ des LfU zur Information aus.

-lawm- Bild: Dr. A. u. I. Wagner

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Vogelbrutzeit

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Die wärmere Witterung und das Frühjahr lässt Vögel balzen und ihr Brutgeschäft beginnen. Gerade während der Brut- und Aufzuchtzeit sind Vögel jedoch in besonderer Weise empfindlich für Störungen. Diese können beispielsweise beim Spazierengehen und Wandern in sensiblen Rückzugsräumen – ob allein, in Begleitung oder mit Hund – bei der Ausübung sportlicher Aktivitäten – wie Kanu- oder Bootfahren nahe der Lebensstätten wasserbrütender Vögel oder beim Reiten oder Mountain-Bike-fahren querfeldein oder entlang schmaler Pfade – oder auch beim Ausführen für notwendig erachteter Rückschnitt- und Aufräumarbeiten erfolgen.

Gerade Unbedacht oder leicht vermeidbare Unachtsamkeiten führen häufig bereits zu Störungen der Brut, die dann ggf. sogar abgebrochen und aufgegeben werden können. Aber auch die bekannten gängigen Regeln und Vorschriften, welche dem Schutz der Vögel und deren Bruterfolg dienen, finden nicht immer ausreichende Beachtung.

Grundsätzlich dürfen ab 1. März auch im Siedlungsbereich keine Hecken, lebenden Zäune und Gebüsch mehr geschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden. Zulässig sind dann lediglich schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen erlaubt. Sollten im Zuge von winterlichen Ausholzmaßnahmen immer noch Holz- und Aststapel liegen, die noch gehäkselt werden sollen, sind diese unbedingt vorher zu kontrollieren, inwieweit diese bereits von Vögeln oder auch anderen Tieren als Niststätten benützt werden und somit tabu sind.

Bei Spaziergängen oder Aktivitäten in der freien Natur ist es gerade in der Brut- und Aufzuchtzeit besonders wichtig, auf die Lebensstätten und Rückzugsräume für die freie Tierwelt Rücksicht zu nehmen und diese nicht zu durchqueren. Hilfreich ist hier möglichst auf den Wegen zu bleiben sowie mitgeführte Hunde an die Leine zu nehmen. Bodenbrütende Vögel können andernfalls beim Brüten gestört und aufgestöbert werden. Selbst wenn Hunde nur herumstöbern, besteht bereits die Gefahr, dass brütende Vögel ihr Gelege aufgeben oder Jungvögel vertrieben werden.

-ladah- Bild: lalif

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Sieger
des Fotowettbewerbs
„Insekten an heimischen Pflanzen“

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Wettbewerbsfoto von Gerhard Wiegel

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Region Ansbach – Dass Artenschutz ein Thema ist, welches die Bürgerinnen und Bürger des Freistaats umtreibt, ist spätestens seit dem Volksbegehren im Frühjahr 2019 kein Geheimnis mehr. Dass die Vielfalt der heimischen Insekten auch die Bewohner des Landkreises fasziniert, konnte im Rahmen des Fotowettbewerbs des Aktionsbündnisses ArtenLandkreis Ansbach eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden.

Insgesamt erfolgten 293 Einsendungen von 113 Teilnehmern. Den Mitgliedern der Jury – bestehend aus Kreisrätin Christine Reitelshöfer – als Impulsgeberin des Wettbewerbs und Zugleich Vertreterin der bayerischen Landfrauen – sowie Bechhofens Erster Bürgermeister Helmut Schnotz als Vertreter des Bayerischen Gemeindetages, Norbert Hauer als Kreisvorsitzender der Imker, Roger Rehn als Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege und Stefanie Schwarz, Sachgebietsleiterin der Unteren Naturschutzbehörde – fiel es bei der Menge an großartigen Fotos nicht leicht, eine Auswahl zu treffen. Die Bilder wurden den Juroren zweimal vorgelegt, bevor letztendlich ein eindeutiger Sieger gefunden werden konnte. Den größten Zuspruch erhielt dabei das Bild von Gerhard Wiegel (Flachslanden). Im Licht der Abenddämmerung gelang es ihm das geschäftige Treiben einiger Streifenwanzen auf einem Exemplar der wilden Möhre vor einem Meer aus Blüten abzulichten. Die Blühfläche, in der das Bild entstand, habe er selbst bereits vor zwei Jahren angelegt. Mit seiner Kamera wollte er festhalten, was sich in der Fläche mittlerweile alles tummelt. Gerhard Wiegels Bild konnte sich letzten Endes nur im Stechen gegen die Einsendung von Philip Steigauf (Neusitz), einer faszinierenden Nahaufnahme von einem Paar Zweiflügler, durchsetzen. Mit dem Foto einer Gruppe von Widderchen, tagaktiven Nachtfaltern, an den Blütenständen der Rauen Nelke von Walter Leidenberger (Geslau) wurde das Siegertrio komplettiert.

Ziel des Wettbewerbs ist es, für mehr Artenschutz im eigenen Garten zu werben. „Durch eine naturnahe Landschaftsgestaltung, auch auf kleinen Flächen im heimischen Garten, kann jeder dazu beitragen den Lebensraum für Insekten zu verbessern“, so Dr. Jürgen Ludwig, Landrat des Landkreises Ansbach. Blütensäume mit heimischen Pflanzen beispielsweise bilden eine wichtige Nahrungsgrundlage für verschiedenste Insekten. „Mit dem Bau von Insektenhotels oder der Aufschichtung von Reisig- oder Laubhaufen können die Lebensbedingungen für Hummel, Grashüpfer und Co. weiter verbessert werden“, betonte Christine Reitelshöfer.

Weitere Informationen sind unter www.landkreis-ansbach.de/Leben-im-Landkreis/ArtenLandkreis-Ansbach/Fotowettbewerb ersichtlich.

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Bei der Fotowettbewerb-Siegerehrung v.l.: 
Christine Reitelshöfer mit dem Foto des Drittplatzierten Walter Leidenberger,
der Erstplatzierte Gerhard Wiegel mit eigenem Bild sowie

Landrat Dr. Jürgen Ludwig mit dem Foto des Zweitplatzierten Philip Steigauf

-laan- Bilder:  Gerhard Wiegel, laan

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„Apfel-Birne-Berge – alte Obstsorten im Alpenvorland“

Juwele
des Landkreises
vom Aussterben bedroht

Pomologe rettet alte Apfel- und Birnensorten

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Region Miesbach – Krummbeinige, vergraiste Erscheinungen mit bemoosten Rinden, über Jahrzente gezeichnet von Wind und Wetter, sind ungehante Schätze. Obstbäume, die über Generationen Bestandteil der Ernährung der Vorfahren waren und sich an das wechselhafte Wetter im Alpenvorland optimal angepasst haben. Für die jahrzehnte alten Bäume stellt inzwischen jedes Unwetter eine Bedrohung dar.

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Obstbaumnachzuchten im Projekt „Apfel-Birne-Berge – alte Obstsorten im Alpenvorland“

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Ertraggesteigerte, schnellwüchsige neue Sorten verdrängen diese Juwele langsam aber sicher aus den Gärten von Bauernhöfen und Familienhäusern. Das Projekt „Apfel-Birne-Berge – alte Obstsorten im Alpenvorland“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, vergessene Apfel- und Birnensorten zu identifizieren und seltenere Sorten in Erhaltungsgärten zu sichern. Bereits seit 2015 werden in den oberbayerischen Voralpenlandkreisen von Weilheim-Schongau bis Berchtesgandener Land Kartierungen der alten Obstbäume durchgeführt. In den Gemeinden des Landkreises Miesbach wurden in der letzten Erntesaison ebenso wieder alte Obstbäume untersucht, die von Sortenkennern und Eigentümern gemeldet wurden. Auch hier wurden wieder seltener bekannte und gänzlich unbekannte Sorten gefunden. Bei 24 dieser Sorten wird durch eine Nachzucht nun zum Erhalt beitragen.

Der Pomologe (Person, die sich mit der Bestimmung, systematischen Einteilung und Beschreibung von Obstarten und -sorten beschäftigt) Georg Loferer war in den vergangenen Wochen unter anderem in Weyarn, Bayrischzell, Valley, Irschenberg und Gmund unterwegs, um Reiser, also einjährige Triebe von den in diesem Jahr nachzuziehenden Altbäumen, zu schneiden. Ein mühsames Unterfangen, denn die brauchbaren Reiser – lang und möglichst kräftig – befinden sich häufig ganz oben in der Krone der bisweilen noch mächtigen Altbäume.

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Pomologe Georg Loferer bei der Begutachtung eines enjährigen Triebes

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Die Reiser wurden gut gekühlt und vor Austrocknung geschützt zur Baumschule Schmitt nach Poxdorf im Landkreis Forchheim transportiert und dort auf vorbereitete Unterlagen (Jungbäumchen mit kräftig entwickelter Wurzel) veredelt. Spätestens im Mai werden die Reiser austreiben und der Fortbestand der Sorten ist gesichert – sofern fleißige Hände in den Folgejahren für ein gutes Gedeihen der veredelten Bäume sorgen.

Ab Herbst 2022 werden die Jungbäume dann in Sortenerhaltungsgärten gepflanzt. Bis die Sorten in größeren Mengen in die Streuobstwiesen verbreitet werden können, werden jedoch noch einige Jahre vergehen. Projektmanagerin Eva Bichler-Öttl führt allerdings schon jetzt eine Liste mit Streuobstwiesenbesitzern, die gerne selbst seltene oder vergessene Sorten auspflanzen möchten, denn das Interesse ist groß.

Die Mittel zur Finanzierung des Projekts „Apfel-Birne-Berge – Alte Obstsorten in den oberbayerischen Voralpenlandkreisen“ kommen vom Bayerischen Naturschutzfonds, dem Bezirk Oberbayern, dem Bezirksverband Oberbayern für Gartenkultur und Landespflege e.V. sowie von allen beteiligten Landkreisen bzw. dem Trägerverein Biosphärenregion Berchtesgadener Land. Weiterhin werden Fördermittel gemäß der Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie (LNPR) eingesetzt. Weitere Informationen sind unter www.apfel-birne-berge.de ersichtlich.

-lamb- Bilder: Sabine Hermsdorf-Hiss, Eva Bichler-Öttl

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Schutz
der
Wiesenbrüter

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Wiesenpieper

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Region Bad Tölz-Wolfratshausen – Im Landkreis kann man u.a. die selten gewordenen Wiesenbrüter -wie Großer Brachvogel, Braunkehlchen und Wiesenpieper- noch vereinzelt antreffen. Während der Brutzeit sollte man die sensiblen Arten jedoch nur mit großem Abstand betrachten und Störungen vermeiden. „Wiesenbrüter, die auch Weidevögel genannt werden, brüten bei uns vorwiegend in Moorgebieten, Streuwiesen und seltener auch im Grünland. Alle vorkommenden Arten gehen in ihrem Bestand zurück. Ihre Bodennester sind durch freilaufende Hunde und Spaziergänger abseits der Wege gefährdet. Wenn die Elterntiere das Nest aufgrund einer Störung verlassen müssen, kühlen die Jungvögel in der nassen Vegetation schnell aus und gehen ein“, so Hannah Heither, Biodiversitätsberaterin des Landkreises.

Zum Schutz der wiesenbrütenden Vogelarten wurden bayernweit sogenannte „Wiesenbrütergebiete“ deklariert. Die aufgestellten Hinweisschilder in den Attenloher Filzen, im Naturschutzgebiet Kirchseefilzen und in den Loisach-Kochelsee-Mooren weisen auf die Schutzbedürftigkeit der Arten hin. Zusätzlich sollen die Schilder darauf aufmerksam machen, dass einige Wege nicht verlassen werden dürfen, dass andere Wege gänzlich gesperrt sind und dass Hunde angeleint werden müssen. Von diesen Regeln ausgenommen sind lediglich Grundeigentümer, Pächter und sonstige berechtige Personen.

In diesem Frühjahr findet in den Wiesenbrütergebieten eine landesweite Bestandserfassung der vorkommenden Vogelarten statt. Die ehrenamtlich tätigen Kartierer dokumentieren die Brutvögel und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Überwachung und zum Schutz der gefährdeten Arten. Weitere Informationen zu Naturschutz im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und zur landesweiten Wiesenbrüterkartierung gibt es online unter:  Naturschutz; Beratung, Information sowie lfu.bayern.de/natur/artenhilfsprojekte_voegel/wiesenbrueter/

-labt- Bild: Johan Krol

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Der Wald
von morgen

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Region Bad Tölz-Wolfratshausen – Rund 80 Millionen Euro wird die Staatsregierung auch 2021 für den Aufbau klimafester Zukunftswälder zur Verfügung stellen. Die Mittel kommen Bayerns privaten und kommunalen Waldbesitzern zugute, die derzeit wieder Millionen junger, klimatoleranter Bäumchen in die Erde setzen. Bei einer gemeinsamen Pflanzaktion in der Nähe von Ammerland bei Münsing haben sich Forstministerin Michaela Kaniber und der Präsident des bayerischen Waldbesitzerverbands, Josef Ziegler, ein Bild vom laufenden Waldaufbau gemacht. „Unsere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer arbeiten mit Hochdruck daran, die grüne Lunge Bayerns fit für die Zukunft zu machen. Das ist praktizierter Klimaschutz. Ich freue mich sehr, dass wir ihnen dabei auch künftig mit Fördermitteln auf Rekordniveau unter die Arme greifen können“, betonte die Ministerin. Kaniber und Ziegler waren sich einig, dass die Mammutaufgabe Waldumbau nur im Schulterschluss aller Beteiligten zu meistern ist.

Die riesige Nachfrage nach staatlichen Zuschüssen für die Waldpflege im vergangenen Jahr zeigt, dass die attraktiven waldbaulichen Förderangebote ankommen: Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Anzahl der geförderten Maßnahmen in etwa verdreifacht werden. Der positive Trend wird sich Kaniber zufolge in diesem Jahr fortsetzen. Auch deshalb, weil die bayerische Forstverwaltung die Förderung rund um den Wald Anfang des Jahres nochmals verbessert hat: Es gibt höhere Zuschüsse für den Bau von Waldwegen und erstmals sind auch Holzlagerplätze förderfähig, um große Schadholzmengen künftig für den Markt besser zwischenlagern zu können. Ferner gibt es höhere Fördersätze und noch praxisnähere Fördermaßnahmen im Vertragsnaturschutzprogramm Wald, das in Zusammenarbeit mit der Umweltverwaltung freiwillige Naturschutzmaßnahmen im Wald bezuschusst.

Für eine kostenlose und gemeinwohlorientierte Beratung der Waldbesitzer sind die Kontaktdaten der Försterinnen und Förster der Bayerischen Forstverwaltung unter www.foersterfinder.de zu finden. Nützliche Infos für Waldinteressierte und Waldbesitzer sowie die Angebote der Bayerischen Forstverwaltung sind unter www.waldbesitzer-portal.bayern.de ersichtlich.

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Bei einer Pflanzaktion: Forstministerin Michaela Kaniber und
Josef Ziegler, Präsident des bayerischen Waldbesitzerverbands

-am- Bilder: aelf, Judith Schmidhuber

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Kröten
und Frösche
wandern wieder

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Region Bayern – Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen und den länger werdenden Tagen erwachen die Amphibien allmählich wieder aus ihrer Winterstarre. Damit beginnt ein alljährlich zu beobachtendes Spektakel von neuem: In milderen, besonders in regnerischen Nächten machen sich Gras- und Springfrösche, Molche und vor allem Erdkröten auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern. Die aktuelle Kälteperiode bringt zwar die Wanderung wieder zum Erliegen, doch mit den länger werdenden Tagen und den allmählich über fünf Grad Celsius steigenden Nachttemperaturen ist mit einer Fortsetzung der Wanderbewegungen zu rechnen.

Derzeit werden alle relevanten Wanderstrecken auf den amphibischen Ansturm vorbereitet. An Straßen mit starken Wanderbewegungen werden Zäune aufstellt und Eimer eingegraben. Einzelne Strecken mit besonders starker abendlicher Laichwanderung werden über die Nachtstunden vollständig gesperrt, andere sind nur eingeschränkt befahrbar. Dort heißt es aufmerksam sein und vor allem Fuß vom Gas! Schon bei Geschwindigkeiten über 30 Kilometer pro Stunde werden Amphibien allein durch den Luftdruck getötet. Autos, Lastwagen, sogar Fahrräder werden von den Tieren nicht als Gefahren erkannt, sie reagieren deshalb nicht rechtzeitig und erliegen so jährlich zu Tausenden dem Straßentod.

Alle Verkehrsteilnehmer werden um Einhaltung der vorübergehenden Tempolimits und um Beachtung der Warnschilder, die auf Streckenabschnitte mit erhöhten Amphibienaufkommen hinweisen gebeten. Besondere Vorsicht ist in regnerischen Nachtstunden während der Hauptwanderzeit zwischen 19:00 Uhr abends und 7:00 Uhr morgens geboten. Auf nassem Untergrund streben die Tiere nämlich massenhaft zu den Gewässern.

Auf allen Wanderstrecken sind abends und in den frühen Morgenstunden auch zahlreiche engagierte Helfer unterwegs. Sie betreuen u.a. Schutzzäune, sammeln Frösche, Kröten und Molche ein und tragen die Tiere über die Straße, damit sie gefahrlos den Weg zu den Laichgewässern fortsetzen können.

-lam- Bild: lam

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Brachvogel,
Kiebitz und Co.
sind auf besonderen
Schutz angewiesen

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Brachvogel

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Region Pfaffenhofen an der Ilm – Bald kehren die Wiesenbrüter, wie beispielsweise der Große Brachvogel oder der Kiebitz aus ihren Winterquartieren auch in die Region Pfaffenhofen zurück, um ihre Nester auf Wiesen und Äckern anzulegen. Vernimmt man ihre unverkennbaren Rufe, beginnt für viele Menschen der Frühling. „In unserem Landkreis gibt es zwar noch Brutvorkommen, aber nicht nur die Bestände dieser beiden Leitarten, sondern aller Wiesenbrüter sind stark rückläufig“, erläuterte Gudrun Bosch von der Unteren Naturschutzbehörde.

In den heimischen Wiesen und Äckern brüten die scheuen und sehr standorttreuen Vögel zwischen März und Mai innerhalb von rund vier Wochen meist vier Eier aus. Gudrun Bosch: „Da sich die Nester am Boden befinden, sind die Tiere starken Störungen sowie Gefährdungen durch Fressfeinde und die Bewirtschaftung ausgesetzt. Auch die geschlüpften Jungvögel können ungefähr vier Wochen lang noch nicht fliegen und sind auf die Aufsicht durch die Elterntiere angewiesen.“ Bei häufigen Störungen durch Freizeitbetrieb würden die erwachsenen Tiere sehr viel Energie verbrauchen, da sie jedes Mal auffliegen müssen, um ihre Nester und Jungen zu verteidigen. „Werden die Störungen zu stark, geben die Tiere ihre Gelege oder Nachkommen sogar ganz auf. Daher sind die Wiesenbrüter auf unseren Schutz und unsere Rücksichtnahme angewiesen“, so die Naturschutzexpertin.

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Kiebitz

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Es werden daher, wie jedes Jahr, Schilder aufgestellt, um Spaziergänger, Radfahrer usw. so zu lenken, dass die Tiere ohne Störung ihrem Brutgeschäft nachgehen können. In Kooperation mit den Landwirten werden ferner Nester ausgesteckt und gezäunt, um den Schutz der Gelege neben der Bewirtschaftung sicherzustellen. Für jedes ausgesparte Nest bekommt der Landwirt eine Nestprämie. Landwirte, die Wiesenbrüter auf ihren Wiesen und Feldern entdecken, können sich gerne bei der Unteren Naturschutzbehörde melden und an dem Programm teilnehmen. Gudrun Bosch: „Bitte unterstützen Sie uns bei diesen Maßnahmen, damit auch unsere nachfolgenden Generationen noch die einzigartigen Vögel bei uns im Landkreis und nicht nur im Internet beobachten können.“

-lapaf- Bilder: denk

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Richtiges Verhalten
im Auerwildgebiet
Naturpark Oberer Bayerischer Wald ruft zu Rücksicht auf

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Region Ostbayern – Die Kombination aus frisch gefallenem Schnee und Corona-Lockdown treibt in diesen Tagen viele Menschen zu Fuß oder auch auf Skiern in die Natur. Verschneite Wälder, die Aussicht auf Abwechslung und Ruhe locken die Besucher geradezu in die Hochlagen der Bergregionen. Das Arbergebiet, die Auerhahnloipe und die Scheibenloipe sowie das Zwercheck-Ossergebiet sind davon besonders betroffen. Dabei vergisst man häufig, dass man nur Besucher des Waldes ist. Gerade für das Auerwild – als geschützte und vom Aussterben bedrohte Tierart – welche während der Wintermonate nur von angelegten Fettreserven und energiearmen Koniferennadeln zehrt, ist jede Störung mit großem Stress verbunden. Die Naturpark-Verantwortlichen rufen daher dazu auf, das Wegegebot einzuhalten und die Freizeitaktivitäten in der Natur auf die Tagesstunden zu begrenzen. Wer dennoch auf einen aggressiven Auerhahn trifft, dessen Verhalten häufig der Revierverteidigung in der Balzzeit dient, sollte dem Tier aus dem Weg gehen und weitere Konfrontationen vermeiden.

-lacha- Bild: Karl-Heinz Schindlatz

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Naturschutz-
Maßnahmen
in den Loisach-Kochelsee-Mooren

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Braunkelchen in den Loisach-Kochelsee-Mooren

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Region Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Loisach – Kochelsee – Moore zählen mit ihren ausgedehnten Nieder- und Hochmoorflächen zu den bedeutendsten Moorlandschaften in Süddeutschland. Wiesenbrütende Vogelarten – wie das Braunkelchen – leben hier noch in bedeutenden Populationen. In den letzten Jahren verzeichnet aber auch diese Art durch unterschiedlichste Einflussfaktoren starke Bestandsrückgänge. Mittlerweile zählt das Braunkehlchen zu den Arten, die unmittelbar vom Aussterben bedroht sind.

Unlängst wurde daher westlich von Ort bei Kochel der Bodenfrost für Arbeiten mit Motorsäge und Forstmulcher genutzt. Kleinere Baumgruppen und Gehölzbestände wurden entfernt, wo es dem Schutz und der Verbesserung des Lebensraumes für die Wiesenbrüter dient. Da Gehölze von Fressfeinden – wie dem Fuchs oder Greifvögeln – als Unterschlupf oder Ansitzwarten angenommen werden, die von dort aus vermehrt Jagd auf die Jungvögel machen, halten Wiesenbrüter große Abstände von 100 bis 200 Meter zu diesen Gehölzen ein. Wo an schwer mähbaren Rändern Gehölze aufkommen, können die Wiesenbrüter nicht erfolgreich brüten.

Von der Naturschutzbehörde werden diese Maßnahmen im Wiesenbrütergebiet geprüft. Sie werden genehmigt, wenn eine sorgfältige Abwägung zeigt, dass seltenere Arten in ausreichendem Maße gefördert werden. Denn was im Ausnahmefall für den Erhalt der äußerst seltenen Wiesenbrüter notwendig ist, kann für andere Arten, die an Feldgehölzen Schutz und Nahrung finden, ein Nachteil sein. Daher dürfen Feldgehölze, einzelne Bäume und Baumgruppen nicht einfach gerodet werden. Sie stellen für die übrigen Vogelarten, für Insekten und viele andere Wildtiere wichtige Bestandteile in der Natur dar und müssen im Allgemeinen erhalten bleiben. Da die Wiesenbrüter besonders selten sind, aber an bestimmten Stellen in den Loisach-Kochelsee-Mooren im Gegensatz zur Umgebung noch vorkommen können, wenn diese nicht zu stark von Gebüschen eingenommen werden, wurden die beantragten Fällungen genehmigt.

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Faulbaumgebüsch wird auf den Wiesenbrüterflächen entfernt

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Die Gebietsbetreuerin des Zentrums für Umwelt und Kultur Benediktbeuern, Elisabeth Pleyl, hat die Maßnahmen mit Eigentümern, Nutzern, Gebietskennern und betroffenen Ämtern abgestimmt. Die freigestellten Streuwiesen sollen künftig teils am Rand gemäht werden, teils nur von Gehölzen frei gehalten werden. Das ist nur ein Teil der Maßnahmen, die zum Erhalt der seltenen Wiesenbrüter durchgeführt werden. Um deren Überlebenschancen zu erhöhen, beobachten Ehrenamtliche, wo bestimmte Arten brüten. Landwirte werden über die Vorkommen informiert und gemeinsam besprochen, wie der Erhalt einer Brut gesichert werden kann.

Altgrasstreifen, die entlang von Wegen, Gräben oder Zäunen über den ersten Mahdtermin hinaus stehen bleiben, oder auch feuchte Senken, sind wertvolle Nahrungsquellen für die seltenen Vogelarten, für Amphibien und viele andere Arten. Sie dürfen nicht verfüllt werden. Natürlich stellen auch Wege Korridore dar, von denen die Wiesenbrüter entsprechend Abstand halten. Um die Wiesenbrüter noch lange in den Mooren erleben zu können, gilt in den Loisach-Kochelsee-Mooren eine Verordnung. So darf zur Brutzeit zwischen 20. März und 15. Juli nicht Querfeldein gegangen werden und bestimmte Wege dürfen gar nicht genutzt werden.

-labt- Bilder:  Rudolf Schmidt, Elisabeth Pleyl

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Naturgarten-
Zertifizierung
2020

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Region Pfaffenhofen an der Ilm – Im Landkreis fanden die ersten Verleihungen der Naturgarten-Plaketten anlässlich der Zertifizierung Ausgezeichneter Naturgarten statt. Mit dabei waren neben der stellvertretenden Landrätin Kerstin Schnapp auch Wolfram Vaitl, Präsident des bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege e.V sowie Andreas Kastner, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege.

„Die Zertifizierung soll die Biodiversität und somit den Erhalt der heimischen Tierwelt in den bayerischen Gärten fördern. Ein Naturgarten erhöht die lebendige Vielfalt von Lebensräumen. Die ausgezeichneten Gärten zeigen eine bunte Mischung vom Bauerngarten bis zur Blumenwiese und vom Trockenbiotop bis zum Gartenteich“, so Kerstin Schnapp. Ein positiver Nebeneffekt sei die Durchgrünung der Ortschaften und Städte, denn dadurch werde die allgemeine Lebensqualität erhöht. Kreisfachberater Andreas Kastner: „Es werden die Aspekte des Gartenbaues sowie des Naturschutzes verbunden. Auch Klein-Gartenbesitzer können damit am Thema Natur- und Artenschutz unter dem großen Begriff Biodiversität teilhaben.“

In der Region Pfaffenhofen wurden nun drei Gärten zertifiziert. Beim „Obstgarten“ der Familie Karl aus Ilmmünster handelt es sich um eine naturnahe Obstwiese mit etwa 80 Obstsorten, vielen Wildblumen, einem Gemüsegarten, sehr vielen Nützlingsunterkünften, einem kleinen Teich und mehreren wilden Ecken. Die Verwertung der erzeugten Lebensmittel und des Obstes spielt eine zentrale Rolle. Andreas Kastner: „Die Delegation war begeistert von dem geschaffenen Garten und der Vielfalt. Der wundervolle Blick auf das Ilmtal ergänzte das Bild.“ Vor Jahren hat der Garten auch schon am Tag der offenen Gartentür teilgenommen.

Der Garten von David Seifert in Puch entstand aus einer besonderen Philosophie: Es ist ein Drei-Zonen-Garten Hortus Statera nach Markus Gastl mit integrierten Permakulturelementen. Darunter ist ein gegliederter Garten zu verstehen, bei dem eine Pufferzone die schädlichen Einflüsse von außen weitgehend abhalten soll. Oft finden sich Heckenpflanzungen am Rand und in der Hot-Spot-Zone magere Böden als Lebensraum für heimische Blumen und Kräuter. Insekten und andere Tiere haben damit einen besonderen Lebensraum. In der Ertragszone wird Gemüse angebaut und das anfallende organische Material in Form einer Kreislaufwirtschaft wiederverwertet. Der Garten ist mittlerweile mehrfach prämiert.

Im Garten der Landwirtschaftsschule in Pfaffenhofen wird den angehenden Dorfhelferinnen Gartenwissen rund um das naturnahe Gärtnern vermittelt. Dieses Wissen wird in die Betriebe getragen. Damit können bestehende Gärten fachgerecht und ökologisch bewirtschaftet werden. Auch in diesem Garten sind neben einer Blumenwiese, Obstbäume und einem großen Gemüsegarten sehr viele Elemente vorhanden und bieten im Unterricht Möglichkeiten, sich mit der Natur auseinanderzusetzen. Heimische Materialien finden beispielsweise im neuen Hochbeet Verwendung. Hier wird gezeigt, dass auch kleine Flächen Ertrag bringen können und keine exotischen Materialien notwendig sind. Es wurde heimische Lärche für das Hochbeet verwendet. Der Garten wird von Fachlehrerin Stefanie Rieblinger betreut und stetig weiterentwickelt.

Alle bisher zertifizierten Gärten sind Multiplikatoren für eine naturnahe Gartennutzung und zeigen dies in Form von Jugend- und Vereinsarbeit, zu Ausbildungszwecken sowie privatem Engagement. „Natürlich ist dies nicht zwingend notwendig, denn ein guter Garten spricht für sich selbst. Gärten müssen übrigens auch nicht groß sein, um vielen Arten einen Lebensraum zu bieten“, so Andreas Kastner. Sind viele naturnahe Gärten in einer Ortschaft vorhanden, vergrößere sich das Potential.

Die Zertifizierung ist eine Aktion der Landesvereinigung Bayern e.V. unter der Dachmarke „Bayern Blüht“ und wird vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege e.V. durchgeführt. Lokal wird das Projekt durch den Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Pfaffenhofen an der Ilm e.V. und die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege unterstützt.

„Lassen Sie sich von den verschiedenen Ideen motivieren und schaffen Sie neue Naturgartenelemente in Ihrem Garten“ appelliert Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege Andreas Kastner.

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Verleihungen der Naturgartenzertifizierung v.l.:
Christian Wild, Behördenleiter und Bereichsleiter Forsten am AELF Pfaffenhofen;
stv. Landrätin Kerstin Schnapp, Fachlehrerin Stefanie Rieblinger,
Wolfram Vaitl sowie Andreas Kastner

-lapaf- Bild: lapaf

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Kursreihe
zum Erhalt der Artenkenntnis

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Region Bamberg – Die Zahl von Menschen mit umfassenden Kenntnissen von Tier- und Pflanzenarten sinkt stetig. Dies stellten Prof. Dr. Kai Frobel, Artenschutzreferent beim BN und Initiator des „Grünen Bandes“ sowie Dr. Helmut Schlumprecht bereits 2014 in einer Studie fest. Sie belegten damit erstmals mit konkreten Fakten, dass es heute etwa 20 Prozent weniger Artenkenner als noch vor 20 Jahren gibt und zu wenig junge nachkommen. Artenkenner stehen heute quasi selber auf der Roten Liste. Für den Naturschutz sind sie jedoch von enormer Bedeutung, denn sie sind die ersten, die den Rückgang der Artenvielfalt bemerken und stellen somit ein Frühwarnsystem für Umweltveränderungen dar.

Das Projekt „Artenkenner in der Region Bamberg“ ist demnach eng mit der Problematik des immer weiter fortschreitenden Artensterbens verknüpft. Der BN hat die „Erosion der Artenkenner“ als erster erkannt und vor allem folgende Gründe dafür herausgefunden: Kinder erleben zu wenig Natur, Lehrkräften an Schulen fehlt die nötige Artenkenntnis und Universitäten sind zu stark marktwirtschaftlich ausgerichtet, wodurch selbst Menschen mit abgeschlossenem Biologie-Studium oftmals jegliche Artenkenntnis fehlt. Um dieser dramatischen Entwicklung entgegenzuwirken hat der BUND Naturschutz Bamberg das Umweltbildungsprojekt „Was man kennt, das schützt man – Artenkenner in der Region Bamberg“ ins Leben gerufen, das von 2020 bis 2022 zum ersten Mal stattfindet und durch den beim Landkreis angesiedelten Verein LAG Region Bamberg e.V. mit LEADER-Mitteln und Geldern der Oberfranken- und Heidehofstiftung sowie der Postcode Lotterie gefördert wird, die sich insgesamt auf etwa 136.000 Euro belaufen.

„Ich freue mich sehr, dass es nun im Landkreis Bamberg ein groß angelegtes Projekt zum Erhalt der Artenkenntnis gibt, denn auch hier in der Region sind Artenkenner eine seltene Spezies geworden. Wir bieten insgesamt sechs Kurse zu den Artgruppen Amphibien, Falter, Fledermäuse, Pflanzen, Pilze und Vögel an“, berichtet BN-Projektkoordinator Jan Ebert. Die Kurse richten sich in erster Linie an Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren. Darüber hinaus sind auch Kurse für Landwirtinnen und Landwirte zum Thema Botanik und Wiesenbrüter sowie eine Zusammenarbeit mit Schulen und der Universität Bamberg geplant. „Der Artenschutz ist unerlässlich um einen funktionsfähigen Naturhaushalt zu erhalten. Ich bin sehr erfreut, dass das von LEADER geförderte Projekt „Artenkenner“ im Landkreis Bamberg einen wichtigen Beitrag dazu leisten wird“ so der Vorsitzende der LAG Region Bamberg – Landrat Johann Kalb.

-laba- Bild: Jan Ebert

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Ein weiterer Steinbruch
für die Riesnatur

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Region Donau-Ries – Nach der in den vergangenen Jahren erfolgten Aufwertung des Kellersteinbruchs bei Holheim soll jetzt nach diesem Vorbild ein weiterer Steinbruch für die Riesnatur aufgewertet werden. Bei Holheim bestehen eine Reihe von großflächigen und tiefen Kalksteinbrüchen, die schon vor Jahrzehnten stillgelegt wurden. Bekannte Brüche sind das Geotop Lindle und das eindrucksvolle Fuchsloch nördlich des Naturschutzgebietes Ofnethöhlen.

Die Heide-Allianz Donau-Ries wird im Rahmen des vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderten Projekts „Abbaustellen im Landkreis Donau-Ries – Von Wunden in der Landschaft zu Naturparadiesen“ auch im Herbst 2021 Pflegearbeiten im ehemaligen Steinbruch Fuchsloch durchführen. Das Projekt wird aus Zweckerträgen der Glücksspirale gefördert. Der Geopark Ries ist Mitträger des Projektes. Die Stadt Nördlingen unterstützt das Projekt durch Bereitstellung von Grundstücken. Der Abfallwirtschaftsverband Nordschwaben verzichtet wegen der hohen naturschutzfachlichen Wertigkeit des Gebiets auf eine weitere Verfüllung. Damit kann der Steinbruch für den Erhalt einer hohen Artenvielfalt gesichert werden. Der Steinbruch selbst ist Teil des Fauna-Flora-Habitat Gebietes „Trockenverbund am Rand des Nördlinger Rieses“ und gehört somit zum europäischen Schutzgebietsnetz NATURA 2000. Er stellt eine wertvolle Ergänzung der Naturschutzgebiete auf bayerischer und baden-württembergischer Seite des Riegelbergs dar.

Ein Teil der noch im Privatbesitz befindlichen, kleinflächigen Grundstücke im Steinbruchbereich wurden von der Heide-Allianz Donau-Ries zwischenzeitlich erworben. Der Vorsitzende des Rieser Naturschutzvereins Johannes Ruf erläuterte: „Der ehemalige Steinbruch, dessen wärmeliebende Lebensgemeinschaften stark von Gehölzaufwuchs bedroht sind, soll durch Gehölzentnahmen aufgewertet werden. Ferner ist beabsichtigt, die dortigen Felswände für Felsbewohner offen zu halten. Zur Vorbereitung der im Herbst 2021 vorgesehenen größeren Pflegemaßnahmen wird die Heide Allianz auf Eigentumsflächen der Stadt Nördlingen, aber auch auf baden-württembergischer Seite parallel zum bestehenden Zaun im Norden und Nordwesten Gehölzentnahmen durchführen, um dort einen Weidezaun zu errichten.“ „Diese Maßnahme ist mit den Fachbehörden beider Bundesländer abgestimmt. Dadurch kann eine Beweidung bereits im Sommer 2021 ermöglicht werden, die eine nachfolgende Pflege erleichtert.“, ergänzte der Geschäftsführer der Heide-Allianz Donau-Ries Werner Reissler.

Ein Teil der bestehenden Absturzsicherung wird in den Wintermonaten erneuert. Durch geeignete Maßnahmen soll die Erlebbarkeit des Steinbruchs für die Bevölkerung gesichert und neue Einblicke ermöglicht werden. Im kommenden Frühjahr will die Heide-Allianz die für Herbst 2021 geplanten Pflegemaßnahmen öffentlich vor Ort vorstellen. Die Heide-Allianz Donau-Ries ist eine Kooperation zwischen dem Landkreis Donau-Ries, dem Rieser Naturschutzverein, der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und des Bund Naturschutz Kreisgruppe Donau-Ries.

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Blick auf die Steinbrüche des Naturschutzgebietes Ofnethöhlen bei Holheim; rechts der ehemalige Steinbruch Fuchsloch

-ladr- Bild: Kurt Kroepelin

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Obdachlose Igel:
Laubsauger und Laubbläser
zerstören Winterquartiere

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Gute Verstecke sind für den Igel überlebenswichtig. Sie finden Winterquartiere u.a. unter Holzterrassen, unter Sträuchern, Laub- und Holzhaufen oder Geräteschuppen. Der November ist für die Tiere jedoch ein Monat mit Tücken. Manche Igel befinden sich bereits im Winterschlaf. Weibchen und Jungtiere sind aber häufig noch auf der Suche nach Nahrung und einem Quartier für den Winter. Die Ordnungsliebe der Menschen bringt die Suche nach guten Verstecken vollkommen durcheinander. In vielen Gärten wird derzeit Laub gefegt, werden Hecken geschnitten, der Rasen gemäht – doch vor allem gelärmt.

„Laubsauger und Laubbläser zerstören Winterquartiere oder vertreiben die Igel durch ihren enormen Lärm“, beklagt Kai Frobel, Artenschutzreferent des Bund Naturschutz (BN). Doch nicht nur Igel sind gefährdet. Die Geräte bedrohen vor allem zahlreiche Kleintiere wie Würmer und Insekten, die durch die Beseitigung des Laubs ihren Lebensraum und die Nahrungsgrundlage verlieren. Also gerade die Tiere, die der Igel als Fleischfresser zum Überleben braucht. Der BN bittet deshalb alle Gartenbesitzer, auf Laubsauger und Laubbläser zu verzichten und stattdessen lieber wilde Ecken mit Laubhaufen im Garten einzurichten. „Winterquartiere, die durch eine übertriebene Gründlichkeit zerstört werden, bringen die Igel in große Bedrängnis. Die erneute Suche nach einem alternativen Schlafplatz, kostet die Tiere viel Energie und kann tödlich enden“, so Frobel.

Wer keine Möglichkeit für Laub- und Reisigecken im Garten hat, kann den Tieren auch ein fertiges Igelhaus anbieten und zufüttern. Gefressen werden gerne Rühreier, Katzenfutter, gekochtes Geflügel oder gebratenes Hackfleisch. Milch dagegen schadet den Tieren. Eine flache Schale mit frischem Wasser sollte in keinem Garten fehlen. Eine Fütterung ohne zusätzlichen Unterschlupf in der Nähe macht jedoch keinen Sinn. Futterstellen werden von Igeln gerne angenommen, finden die Tiere dagegen kein Versteck in der unmittelbaren Umgebung, müssen sie bei kühlen Temperaturen weit laufen und verlieren ihre zuvor angefressene Energie. Die beste Lösung ist deshalb immer ein Naturgarten, in dem der Igel alleine zurechtkommt.

Igelhilfe – was ist erlaubt?
Der Igel ist eine besonders geschützte Tierart. Nur kranke und verletzte Igel dürfen häuslich aufgenommen und gepflegt werden. Sobald sich diese Tiere wieder selbst erhalten können, müssen sie unverzüglich in die Freiheit entlassen werden. Für die Pflege eines hilfsbedürftigen Igels reicht Tierliebe allein nicht aus. Igelfinder sollten sich in jedem Fall die nötige Sachkenntnis aneignen oder im Zweifelsfall fachkundigen Rat einholen. Mehr Infos unter bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/igel

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-bn- Bild: am

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Kleine Rinder
sind in der Landschaftspflege ganz groß

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Region Main-Spessart – Seit Mitte Oktober weiden drei Dexter-Rinder in der Region Aschfeld. Sie weiden im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes Main-Spessart für das Projekt „BayernNetzNatur – Lebensräume auf Kalkstandorten im Landkreis Main-Spessart“. Die Aufgabe: Den vorhandenen Kalkmagerrasen für seltene Pflanzen und Insekten offenhalten, denn mit dem Naturschutzgebiet „Ruine Homburg“ in unmittelbarer Nähe bildet diese Fläche ein wichtiges Spektrum in der Agrarlandschaft.

Die eher kleinen Dexter-Rinder werden gerne für die Landschaftspflege eingesetzt, da sie sehr robust sind und auch mit kargem Futter zurechtkommen. Die Offenhaltung von Flächen durch Beweidung mit Rindern, aber auch anderen tierischen Landschaftspflegern ist eine gängige Praxis. Auf diese Weise werden seltene, lichtliebende Pflanzen- und Tierarten gefördert. Ein Vorteil der Beweidung liegt darin, dass die Tiere auch einen Teil der Sträucher verbeißen. Der Verbiss beugt einer übermäßigen Gebüsch-Entwicklung vor. Doch die Beweidung alleine reicht oft nicht aus, um den schnell wachsenden Sträuchern entgegen zu wirken. Deshalb wurde auf der Fläche zusätzlich ein maschineller Rückschnitt einiger Sträucher vorgenommen. Ein großer Teil der Heckenstruktur bleibt stehen und bildet ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume für eine große Artenvielfalt.

Das „BayernNetzNatur“-Projekt vom Landschaftspflegeverband Main-Spessart läuft seit Juni 2019. Das Projekt setzt naturschutzfachliche Maßnahmen um, damit Magerstandorte durch geeignete Pflege und Bewirtschaftung offengehalten und weiter optimiert werden. Diese Flächen sind  wichtig für den Biotopverbund zwischen den hochwertigen Naturschutzflächen.

-lamsp- Bild: Julia Eberl

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„Tag der offenen Gartentür 2021“

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Region Unterallgäu – Wer seinen Garten im kommenden Jahr beim „Tag der offenen Gartentür“ präsentieren möchte, kann sich jetzt bewerben. Die Veranstaltung erfolgt am Sonntag, 27. Juni 2021. Teilnehmer öffnen ihre Gärten an diesem Tag von 10:00 bis 17:00 Uhr für die Öffentlichkeit. In die teilnehmenden Gärten kommen viele Besucher, die sich Anregungen für daheim holen wollen oder an einem Austausch interessiert sind. Wie immer findet die Veranstaltung am 27. Juni nicht nur im Unterallgäu, sondern in ganz Bayern statt. In Schwaben wird der „Tag der offenen Gartentür“ vom Schwäbischen Bezirksverband für Gartenbau und Landespflege mit seinen Kreis- und Ortsverbänden, den schwäbischen Kreisfachberatern für Gartenkultur und Landespflege an den Landratsämtern sowie dem Gartenbauzentrum Bayern Süd-West am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg veranstaltet. Ein Bewerbungsformular kann unter offene-gartentuer heruntergeladen werden. Bewerbungsschluss ist am Montag, 12. Oktober 2020.

-laua- Bild: laua

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Analyse
nach den ALB-Baumfällungen in Miesbach:
40 Käfer- und 130 Larvenfunde

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Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB)

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Region Miesbach – Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen haben Ende März 2020 mit Fällungen nach Vorgaben des Bundes und der EU zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) begonnen. In den vorgegebenen 100-Meter-Radien sind von den relevanten 16 Laubgehölzgattungen – sogenannte „spezifizierte Pflanzen“ – 13 Gattungen festgestellt, gefällt und untersucht worden. In einem Quarantänelabor ergab die Analyse der entnommenen Gehölze aus der Befallszone in Miesbach insgesamt 40 lebende Käfer, von denen allein sieben im speziell gesicherten Labor geschlüpft sind. Es konnten ferner rund 130 Larven und etwa 400 Eiablagestellen festgestellt werden. An 97 Gehölzen konnte ALB-Befall festgestellt werden, wobei 77 Gehölze lebenden Befall aufwiesen.

Der bei den Fällungen im Frühjahr gefundene ALB-Befall machte weitere Fällmaßnahmen, eine Änderung der Allgemeinverfügung sowie eine Erweiterungen der bisherigen Befallszone in Richtung Südosten und Nordwesten notwendig. Die anschließenden Bekämpfungsmaßnahmen, die Mitte Mai 2020 endeten, ergaben keine weiteren Funde. Die ALB-Verdachtsproben haben die Experten der LfL während der Fällungen sichergestellt und in das Quarantänelabor am Institut für Pflanzenschutz der LfL nach Freising gebracht. Einige der gefundenen Larven wurden zur DNA-Analyse geschickt, andere für weitere Untersuchungen archiviert. Die befallenen Bäume gehören den Gattungen Ahorn (Acer spp.), Rosskastanie (Aesculus spp.), Birke (Betula ssp.) und Weide (Salix ssp.) an.

Zwei vom ALB befallene Bäume, die bei Fällungen im April gefunden wurden, bewirkten eine Erweiterung der Miesbacher ALB-Befallszone, im Südosten und Norden. Bei der nördlichen Fläche im Bereich der Riviera handelte es sich um öffentlichen Grund und es wurde im konstruktiven Vorgehen von LfL und der Stadt Miesbach beschlossen, die notwendigen Fällungen unmittelbar an die laufende Maßnahme anzuschließen. Diese konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten ermöglichte ein zügiges Erledigen der notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen. Der teilweise massive Käferflug bei Entdeckung des Befalls im August 2019 war Hintergrund für die durchgehenden Fällungen ab dem Frühjahr 2020, wenn auch unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Epidemie einerseits sowie der teilweise schwierigen Geländegestaltung in den Fällbereichen andererseits. Die LfL hat in diesem Zeitraum der einsetzenden Brutzeit Rechnung getragen und die Arbeiten bis zum Flüggewerden der Jungtiere verschoben, beziehungsweise in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vogelschutzverbänden brütende Vögel umgesetzt oder Nestlinge zu einer Pflege zum Aufziehen und Auswildern gebracht.

Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Miesbach, dem Bauhof, dem AELF Holzkirchen, den örtlichen Vogelschutzverbänden, der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Miesbach, den an der Maßnahme beteiligten Firmen sowie der LfL verlief äußerst konstruktiv und zielführend. Im Waitzinger Park wurden 22 Linden von den Fällungen ausgenommen, da sie aufgrund ihres kulturellen Wertes für die Allgemeinheit unter Naturschutz gestellt wurden. Für das intensive Monitoring dieser Bäume, die als geschützter Landschaftsbestandteil erhalten bleiben sollen, wurde in enger Abstimmung mit der Stadt Miesbach als Lasten- und Kostenträger sowie mit der Kreisverwaltung Miesbach ein Konzept entwickelt. Kern dieses Konzeptes ist ein intensives Kronenmonitoring durch erfahrene, von der LfL speziell auf ALB-Diagnose ausgebildete Sachkundige. Die Bürger in miesbach sind auch weiterhin aufgerufen, die Bekämpfung des ALBs aktiv zu unterstützen und den ausgewiesenen Sammelplatz für Schnittgut zu nutzen.

-lfl- Bild: lfl

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Mückenatlas

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Weltweit gibt es etwa 3500, hierzulande wohl 50 Stechmückenarten. Trotz dieser Vielfalt und der direkten Interaktion mit dem Menschen ist das Wissen über Vorkommen, Verbreitung und Biologie der verschiedenen Arten in Deutschland nicht ausreichend. Denn Stechmücken sind nicht nur lästig, sondern teilweise auch in der Lage, Krankheitserreger zu übertragen. Um den Wissensstand zu verbessern, gibt es seit mehreren Jahren eine verstärkte Forschungstätigkeit, die seit 2012 durch ein Citizen Science-Projekt ergänzt wird – den Mückenatlas.

Der Mückenatlas ruft die Bevölkerung dazu auf, Stechmücken zu fangen und zur Identifizierung an die verantwortlichen Forschungsgruppen am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und/oder am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, zu senden. So erreichen jährlich Tausende Mücken die Forschungsgruppen am Institut. Über dieses sogenannte passive Monitoring sammeln die Wissenschaftler kontinuierlich Daten von verschiedenen Standorten und klären somit nicht nur die Bevölkerung über Stechmücken auf, sondern verfeinern die Datenlage durch Informationen von nicht öffentlich zugänglichen Orten.

Jede Einsendung ist ein wertvoller Baustein im Gesamtbild der Stechmückenverbreitung Deutschlands. Daher ist die Schwelle zur Teilnahme äußerst gering gehalten: Ein Internetanschluss oder ein Smartphone sind nicht notwendig zum Mitmachen. Es müssen lediglich folgende Schritte beachtet werden: Eine Stechmücke unversehrt in einem geschlossenen Behälter einfangen, nicht zerquetschen. Das Insekt über Nacht im Behältnis im Gefrierschrank einfrieren, um es zu töten. Den Mückenfang zum Verschicken in einen kleineren, stabilen Behälter umschütten. Das Einsendeformular über mueckenatlas.com ausdrucken und ausfüllen oder ein eigenes Informationspapier erstellen, und zwar mit Fangdatum und -ort sowie Kontaktdaten für die Rückmeldung und zusammen mit dem Mückenfang mit ausreichend Porto an den Mückenatlas versenden.

Die eingeschickte Mücke wird morphologisch auf ihre Art bestimmt, oder – bei unklaren und invasiven Arten – genetisch analysiert. Anschließend erhält jeder Teilnehmer neben einer Eintragung auf der „Karte der Sammler“ eine persönliche Nachricht zur Art und Biologie der Mücke sowie Tipps zur Eindämmung, falls die Tiere in Massen vorkommen. Die Projektverantwortlichen lenken auch die Aufmerksamkeit auf mögliche gesundheitliche Risiken und Gegenmaßnahmen zur Verbreitung von invasiven Stechmückenarten, wie etwa der Tigermücke (Aedes albopictus).

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Mückenbestimmung

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Forschungszweck
Klimawandel und Globalisierung begünstigen die Einschleppung nichtheimischer – sogenannter invasiver – Arten, die Überträger von Krankheitserregern sein können. Daher ist es für Politik und Gesellschaft von Interesse zu erfahren, wo und wann welche Stechmückenarten in Deutschland vorkommen, ob diese potenzielle Überträger sind und welche nichteinheimischen Arten bereits hier existieren. Eines der wichtigsten Ziele ist es, aussagekräftige Verbreitungskarten für einzelne Arten zu erstellen. Da Stechmückenpopulationen von Klimaschwankungen und anderen Umweltveränderungen beeinflusst werden, erfolgt die Datensammlung regelmäßig und über Jahre.

Wissenschaftlich relevante Informationen zu den Einsendungen, wie Art, Fangdatum und -ort, fließen in die deutschlandweite Stechmücken-Datenbank „Culbase“ ein. Auf die „Culbase“ greifen Forscher und Entscheidungsträger zurück, um sich über den aktuellen Stand der Verbreitung von Stechmücken zu informieren und Risikoanalysen für Deutschland zu erstellen. Ein großer Teil der eingesandten Tiere wird aufbewahrt, entweder tiefgekühlt als genetische Sammlung (DNS) am Friedrich-Loeffler-Institut oder „genadelt“ in der Referenzsammlung des ZALF, die schon mehr als 30.000 Exemplare von in Deutschland gesammelten Stechmücken umfasst.

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. und dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Weitere Infos: mueckenatlas.com

-zalf- Bild: Jarno Müller

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Afrikanische Schweinepest:
Marktstörungen befürchtet

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Region Bayern – Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat nach dem ersten bestätigten Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Deutschland darauf hingewiesen, dass die Tierseuche für den Menschen unbedenklich ist. Auch vom Fleisch-Verzehr gehe keine gesundheitliche Gefahr aus. Für Haus- und Wildschweine ist der hochinfektiöse ASP-Virus aber lebensgefährlich. „Wichtig ist jetzt, dass der Seuchenherd in der betroffenen Region schnell eingegrenzt und eine weitere Verbreitung unterbunden wird. Ich appelliere an alle bayerischen Schweinehalter, die Hygiene- Sicherheitsmaßnahmen bei ihren Betrieben nochmals zu überprüfen und weiterhin strikt einzuhalten. Eine Übertragung in die Hausschweinebestände muss unbedingt verhindert werden“, betonte Kaniber. Ferner rät sie den Betrieben dringend zu einer Teilnahme an der Status-Untersuchung zur ASP, um gegebenenfalls ihre ASP-Freiheit nachweisen zu können.

Um den Betrieben den Einstieg in das Verfahren zu erleichtern, wurden dafür bereits im Vorfeld 200.000 Euro zur Verfügung gestellt. Bayern sei aber für einen ASP-Ausbruch gut gerüstet. Entsprechende Präventionsmaßnahmen wurden frühzeitig eigeleitet sowohl durch das für die Tierseuchenbekämpfung zuständige bayerische Umweltministerium, als auch durch das Landwirtschaftsministerium.

„Mit einer Rekordstrecke von über 112.000 erlegten Wildschweinen im Jagdjahr 2019/2020 wurden so viele Wildschweine wie nie zuvor erlegt“, so Michaela Kaniber. Das sei eine Steigerung von 71 Prozent gegenüber der Strecke des Vorjahrs mit 65.457. „Es war wichtig, dass wir vorausschauend ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht haben, das der Jägerschaft noch effizientere Mittel zur Bejagung der Wildschweinbestände an die Hand gegeben wurde“, so die Ministerin.

Deutschland gilt durch den ASP-Fall bei einem Wildschwein in Brandenburg ab sofort nicht mehr als ASP-Frei. Auf die Betriebe in Bayern hat das unmittelbar keine Auswirkungen für das Verbringen ihrer Schweine in andere Betriebe oder zur Schlachtung. Von tierseuchenrechtlichen Maßnahmen ist Bayern derzeit nicht unmittelbar betroffen. Massive Marktstörungen sind aber nicht auszuschließen, da wichtige Märkte – z. B. in Asien – wegbrechen könnten. „Hier ist der Bund in der Pflicht, sich bei der EU für entsprechende Marktentlastungsmaßnahmen einzusetzen“, so Kaniber. Aber nicht nur die Jägerschaft und die Landwirte tragen Kaniber zufolge Verantwortung bei der Seuchenprävention. Auch jeder Reisende könne dazu beitragen. Über Nahrungsmittel kann die Seuche über hunderte Kilometer mitreisen. „Um ein Einschleppen der Tierseuche zu vermeiden, sollte man auf das Mitbringen von Fleisch, Fleischerzeugnissen verzichten“, betonte die bayerische Landwirtschaftsministerin.

-stmelf- Bild: am

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Gefräßige Raupen
in Schach halten

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Region Unterallgäu – Seit vergangenem Jahr treibt der Buchsbaumzünsler sein Unwesen im Unterallgäu. Auch heuer frisst er wieder Buchsbäume ab. Um die Sträucher zu schützen, sollten diese regelmäßig auf einen Befall kontrolliert und eventuell vorhandene Raupen entfernt werden. Wer den Buchsbaumzünsler bis zum ersten Frost im Herbst in Schach halte – danach ist der Schädling nicht mehr aktiv – könne vermeiden, dass der Buchs zu stark geschwächt wird und abstirbt.

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Buchsbaumzünsler-Raupe

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Die Raupen des Falters befinden sich  vorwiegend im Pflanzeninneren und sind aufgrund ihrer guten Tarnung nicht leicht zu erkennen. Die Tiere sind rund viereinhalb Zentimeter lang, gelbgrün und haben einen schwarzen Kopf. Befallene Pflanzen sind meist gelblich, haben kaum noch Blätter und sind häufig von den Raupen eingesponnen. Wer die gefräßigen Tiere entdeckt, sollte diese entfernen und die Gespinste herausschneiden. Bei Einzelpflanzen könne man die Raupen absammeln. Bei vielen Pflanzen, zum Beispiel bei einer Hecke, ist es effektiver, die Tiere mit einem Hochdruckreiniger abzuspritzen oder mit dem Staubsauger abzusaugen. Entfernte Schädlinge und befallene Pflanzenteile sollten in Säcke verpackt und im Restmüll entsorgt werden.

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Buchsbaumzünsler-Falter

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Werden Buchsbäume stark oder wiederholt befallen, können diese absterben. Bekämpft man die Tiere und hält den Fraß-Schaden in Grenzen, überleben die meisten Pflanzen. Da der Schädling aber nicht mehr ausgerottet werden kann, müssten sich Gartenbesitzer wohl darauf einstellen, dass der Kampf jedes Jahr von Neuem beginne. Wer das nicht möchte oder Ersatz für bereits abgestorbene Buchsbäume sucht, kann Alternativen wie Eibe, Heckenkirsche oder Zwergliguster pflanzen. Pflanzzeit ist im Herbst.

-laua- Bilder: laua

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Mit Balkonmodulen
Solarstrom selbst erzeugen

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Solarstrom vom Dach ist längst günstiger als Strom aus dem Netz. In der Vergangenheit waren nur Hausbesitzer in der Lage, Solarstrom selbst zu erzeugen. Doch mit Stecker-Solar-Geräten, sogenannten Balkonmodulen, können jetzt auch Mieter und Eigentümer in Mehrfamilienhäusern ihren eigenen Strom produzieren. Bei den Balkonmodulen handelt es sich um vergleichsweise kleine Photovoltaik-Systeme mit einer Fläche zwischen 1,5 und 3 Quadratmetern. Balkonbrüstungen, Außenwände, Dächer, Terrassen und Gärten kommen für die Montage in Frage. Die Geräte sollten möglichst unverschattet zur Sonne ausgerichtet werden. „Durch ein Stecker-Solar-Gerät haben Verbraucher die Möglichkeit, eigenen Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Das ist ein tolles Erlebnis und leistet einen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz“, so die Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Genug Strom für eine Kühl-Gefrier-Kombination
Der Anschluss von bis zu 600 Watt an eine Steckdose ist erlaubt. Der Strom wird vorwiegend im eigenen Haushalt verbraucht, was Strombezug und Kosten reduziert. Speisen die Nutzer Überschuss-Strom ins öffentliche Netz ein, verzichten sie aus Aufwandsgründen meist auf die ohnehin geringe Einspeisevergütung. Die Anschaffungskosten für Balkonmodule betragen je nach Größe bis etwa 1.000 Euro und die jährliche Stromerzeugung liegt bei etwa 200 bis 500 Kilowattstunden, die für den Betrieb einer Kühl-Gefrier-Kombination ausreichen. Über den Betrieb eines Stecker-Solar-Gerätes muss der örtliche Stromnetzbetreiber informiert werden – verbieten kann er ihn nicht. Der vorhandene Haushaltsstromzähler darf bei Netzeinspeisung nicht rückwärtslaufen, eventuell muss er durch eine moderne Messeinrichtung mit etwas höherer Grundgebühr ersetzt werden.

Beratungen zum Thema sind u.a. unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 809 802 400 möglich. Weitere Informationen: verbraucherzentrale-energieberatung.de

-lawm-

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Aktion „Gelbes Band“:
Ernten erwünscht!

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Region Main-Spessart – Die Erntezeit für Äpfel und Birnen ist angebrochen und wer durch die Landschaft geht, sieht immer häufiger Streuobstbäume die nicht abgeerntet werden. Das Obst verfault auf oder unter den Bäumen. Das ist schade, lassen sich doch aus den Früchten leicht verschiedenste Leckereien herstellen. Die Gründe, warum das Obst nicht geerntet wird, sind sehr verschieden. Häufig benötigen die Bewirtschafter keine solch großen Mengen an Obst oder können es aus Altersgründen nicht mehr ernten. Um in diesen Fällen Abhilfe zu schaffen, ruft der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Main-Spessart die Aktion „Gelbes Band – Ernte erwünscht“ ins Leben.

Die Idee selbst stammt aus dem Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg und wird dieses Jahr auch von der Stadt Karlstadt übernommen. Streuobstwiesen-Bewirtschafter können mithilfe eines „Gelben Bandes“ ihre Bäume kennzeichnen und so anzeigen, dass diese Bäume zum Abernten für Jede und Jeden freigegeben sind. Die Obst- und Gartenbauvereine des Landkreises sind die Ansprechpartner vor Ort und verteilen die Bänder an die Baumbesitzer, die ihre Bäume für andere zur Ernte freigeben möchten. Das „Gelbe Band“ sollte gut sichtbar am Stamm angebracht werden.

-lamsp- Bild: Hilmar Keller

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Bayerische
Tiergesundheits-Datenbank

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Region Bayern – Die Gesundheit ihrer Tiere ist ein zentrales Anliegen aller landwirtschaftlichen Tierhalter. Mit dem Aufbau einer bayerischen Tiergesundheits-Datenbank will Agrarministerin Michaela Kaniber die tierhaltenden Betriebe bei diesem Bestreben unterstützen. „Gesunde Tiere sind die Basis für die Erzeugung gesunder und sicherer Nahrungsmittel“, betonte die Ministerin. Die Datenbank soll Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Betrieben schaffen. Damit können die Tierhalter Schwachpunkte in der Tiergesundheit frühzeitig erkennen und gegebenenfalls schnell Abhilfe einleiten. Eine stetige Verbesserung der Tiergesundheit in den bayerischen Ställen soll nach den Worten Kanibers auch dazu beitragen, den Arzneimitteleinsatz weiter zu verringern, das Tierwohl zu fördern sowie eine zukunftsfähige, in der Gesellschaft akzeptierte Nutztierhaltung sicherzustellen.

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Michaela Kaniber, Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:
„Gesunde Tiere sind die Basis für die Erzeugung gesunder und sicherer Nahrungsmittel“

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Bereits seit 2015 fördert das Landwirtschaftsministerium ein Projekt zur Erfassung und Rückmeldung von Schlachttierbefunden bei Rindern, Schweinen und Geflügel. Auf dieser breiten Basis wird nun über den „Fleischprüfring Bayern“ die Datenbank schrittweise aufgebaut. Dazu werden Schlachtbefunddaten mit weiteren Betriebs- und Leistungsindikatoren zusammengeführt und so zu einer Tiergesundheits-Datenbank weiterentwickelt. Ferner werde damit auch eine Basis für zielgerichtete Beratung geschaffen. „Dadurch bekommen die Landwirte ein wichtiges Online-Instrument an die Hand, das ihnen als Frühwarnsystem zur Verbesserung der Tiergesundheit dient“, so Michaela Kaniber.

-stmelf- Bild: stmelf

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Klimaprogramm
„Bayern 2050 – Moorrenaturierung“
Natürlicher Moorwasserstand im Münsinger Filz
wird im Projektgebiet wieder hergestellt

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Region Bad Tölz-Wolfratshausen – In Kürze beginnen die Renaturierungsmaßnahmen im Münsinger Filz. Nachdem im vergangenen Winter auf den Flächen, auf denen die Entwässerungsgräben verschlossen und die Fichten entfernt wurden, werden heuer im September und Oktober die Gräben verschlossen, und zwar überall dort, wo die Eigentümer damit einverstanden sind und soweit Nachbarn nicht betroffen sind.

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Angestauter Graben im Kirchsee-Filz bei Sachsenkam

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Die Riegel werden mit einem Moorbagger aus nicht zersetztem Torf gebaut. Das Material wird vor Ort entnommen und mit einem Holzgerüst verstärkt. Ziel der Maßnahme ist es, den natürlichen Moorwasserstand im Projektgebiet im Münsinger Filz wieder herzustellen. Die Fichten mussten zur Vorbereitung der Maßnahme herausgenommen werden, weil die Bäume durch die Vernässung instabil und dadurch anfällig für den Borkenkäfer werden. Zum anderen sind die Flächen auch schwerer befahrbar, wenn sie vernässt sind. Dadurch dass die Gräben verschlossen werden, wird das Regenwasser im Moor zurückgehalten. Der Torf wird dort, wo er nass ist, bewahrt und nicht weiter zersetzt, der Abbau durch Mikroorganismen endet, die Torfmoose können wieder wachsen und das Wasserregime der Umgebung wird gleichmäßiger. In den bereits angestauten Bereichen finden unter anderem Libellen, Wasserkäfer und vieles mehr wieder einen Lebensraum. Die Renaturierungsmaßnahme führt die Kreisverwaltung Bad Tölz-Wolfratshausen durch. Die Finanzierung trägt der Freistaat Bayern aus den Mitteln des Klimaprogramm Bayern 2050 – Moorrenaturierung.

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Eine Moosjungfer-Libelle im Moorrenaturierungsgebiet

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-latöl- Bilder: Pleyl, latöl

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Beratung
bei Problemen mit Bibern

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Region Nürnberger Land – Wem die beeindruckenden tierischen Ingenieure ungefragt ein Bauwerk in die Landschaft setzen, auf das ein Fluss mit Überschwemmungen reagiert, oder bei der Materialbeschaffung Fraßschäden in Wald- und Ackerflächen hinterlassen, kann sich mit Biberberatern in Verbindung setzen und mit ihnen gemeinsam nach einer Lösung suchen. Einen Anspruch auf Entschädigung haben jedoch nur Land-, Forst- und Teichwirte.

Das Nürnberger Land hat nun zwei neue Biberberater. Wer Probleme mit den Nagern hat, kann sich vertrauensvoll an Niels Baumann und Bernd Deinzer wenden. Bei ihrer umfangreichen Ausbildung haben sie eine Faszination für Deutschlands größten Nager entwickelt, der auf der Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Arten steht. „Deswegen ist unser Motto: leben und leben lassen“, erklärten die Biberberater. Niels Baumann wird sich vorrangig um Probleme im südlichen Landkreis kümmern und ist mobil erreichbar unter Tel. 0151 – 12 14 33 95 oder per Email unter fsg@fbg-nuernbergerland.de. Im nördlichen Landkreis steht Bernd Deinzer zu Verfügung; er ist erreichbar unter Tel. 0157 – 53 57 24 09 oder per Email unter bdeinzer@online.de

-lan- Bild: lala

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Auf der Jagd
nach unbekannten Tierarten

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Region Miesbach – Aufmerksamen Wanderern an der Hofbauernweißach – in Wildbad Kreuth – sind sie vielleicht schon aufgefallen: Mitten im Bachbett oder am Steilufer sind zeltartige schwarze Netze aufgebaut. Es handelt sich um Fallen. In diesen „Malaise-Fallen“ fangen Wissenschaftler flugaktive Insekten, vor allem Fliegen und Mücken, aber auch Spinnen. Dies dient der biologischen Grundlagenforschung. Denn selbst nach jahrhundertelanger wissenschaftlicher Arbeit ist noch nicht bekannt, wie viele Arten es auf der Welt gibt. Es werden immer noch neue entdeckt, und zwar auch im Landkreis Miesbach.

Gebietsbetreuer Florian Bossert kniet vor der Falle aus schwarzem Netz. Er gräbt den Befestigungshering tiefer in den Sand ein. Ein weißes Schild verrät, worum es sich hier handelt. „Insektenfalle – bitte nicht berühren“ steht dort. Im Tegernseer Tal stehen vier „Malaise Fallen“, die nach ihrem Erfinder, dem schwedischen Forscher René Malaise benannt sind. Die Insekten fliegen gegen das Netz, flüchten dann nach oben in Richtung Licht und fallen in eine Flasche mit Industriealkohol.

Der Gebietsbetreuer muss die vier Fallen im Talbett alle zwei Wochen absammeln. Die Flaschen werden ausgetauscht. Das Projekt ist ein Nachfolger des ehrgeizigen Forschungsprojektes „Barcoding Fauna Bavarica“. Damit sollte der „DNA-Barcode“ von allen Tieren in Bayern festgelegt werden. Doch dies gelang nicht ganz, es waren zu viele. In dem neuen Projekt arbeitet nun ein Konsortium aus drei deutschen Instituten mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt zusammen. Für die Zoologische Staatsammlung München ist Dieter Doczkal in den Landkreis Miesbach gekommen. Er hat insgesamt 40 Fallen in Südbayern aufgestellt und weitere zwölf im Rheintal. Drei Jahre soll geforscht werden. Die Auswertung wird weitere Jahre dauern. „Das Projekt wird die Erkenntnisse über die Artenvielfalt deutlich steigern“, urteilte Dieter Doczkal, „wir können noch nicht einmal eine seriöse Schätzung machen, wie viele Arten wir noch gar nicht kennen“. Dies betrifft vor allem kleine Tiere, sie stellen die höchste Artenvielfalt in ganz Deutschland, wie etwa Gallmücken. Hierzulande gibt keinen Experten, der sich wissenschaftlich fundiert mit ihnen beschäftigt. Nur in Schweden gebe es dazu Fachleute, berichtet Doczkal.

Von den gefangenen Tieren wird das Erbgut sequenziert. Die Staatssammlung beauftragt damit ein Labor in Kanada. Falls es hier keine Übereinstimmung mit erfassten Tieren gibt, könnte es sich um eine neue Art handeln, etwa Parasiten von Pilzmückenlarven. Die Gen-Sequenzen werden in einer kanadischen Datenbank – dem „Barcode of Life Data System“ (BOLD) des kanadischen Biologen Paul Hebert – aufgenommen, auf die Forscher aus der ganzen Welt zugreifen können.

Florian Bossert arbeitet mit dem Helmholtz-Zentrum Umweltforschung, wenn es um das Zählen von selten gewordenen Schmetterlingen – wie den Trauermantel, den Thymian-Ameisen-Bläuling, Schlüsselblumen-Würfelfalter oder den Quellen-Mohrenfalter geht. In dem vielbegangenen Tal mit dem Bachbett wirft seine Arbeit Fragen auf. „Für einen Gebietsbetreuer ist dieses Projekt hochinteressant“, meint Bossert, „man unterstützt die Wissenschaft. Und gleichzeitig werde ich viel und oft angesprochen. So kann ich Besucher für den Naturschutz begeistern und für den Erhalt der Artenvielfalt“. Wie aufs Stichwort schreit ein kleiner Junge vom anderen Ufer herüber: „Was macht ihr da?“ Damit hat er einen Wesenszug für einen guten Naturforscher schon gezeigt, nämlich Neugierde. Der spannende Beruf ist zukunftssicher: Denn selbst bei weiteren Jahrzehnten der Forschung werden immer noch neue Arten entdeckt und kategorisiert – auf der ganzen Welt, in Bayern und im Landkreis Miesbach.

-lamb- Bild: lamb

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Auszeichnung
„Bayern blüht – Naturgarten“

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Region Weilheim-Schongau – Gleich 44 Gartenbesitzer und Gartenbesitzerinnen erhalten bei vier Terminen ihre „Bayern blüht“-Urkunde und die Plakette für den Gartenzaun. Im Januar konnten erstmalig fünf Auszeichnungen übergeben werden. Die Gärten befinden sich in 18 Gemeinden und Städten im Landkreis Weilheim-Schongau. Sie sind sehr unterschiedlich gestaltet, haben aber gemeinsam, dass sie die Pflichtkriterien: „Keine Pestizide“, „keine synthetischen Dünger“, „kein Einsatz von torfhaltigen Substraten“ und eine „hohe biologische Vielfalt“ erfüllen. Hinzu kommen weitere Kriterien aus dem Bereich Naturgartenelemente sowie Nutzgarten. Auf der Rückseite der Urkunde heißt es: „Mit Ihrer Gartenplakette „Bayern blüht – Naturgarten“ sind Sie ein Vorbild für behutsamen Umgang mit der Natur und bereichern die örtliche Gartenkultur durch einen blühenden, belebten und vielseitigen Garten.

Anmeldungen sind noch möglich – die Gartenbesuche haben in diesem Jahr erst ab Juli stattgefunden und werden bei entsprechender Nachfrage bis Ende September erfolgen. Die Aktion wird 2021 fortgeführt, dann stehen voraussichtlich zwölf Zertifizierer in der Region zur Verfügung, die jeweils zu zweit die Gärten besuchen. Die Koordination liegt bei der Kreisfachberaterin für Gartenkultur mit Unterstützung des Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege und dem Netzwerk Gartenwinkel-Pfaffenwinkel. Weitere Infos: www.gartenbauvereine-wm-sog.de oder auf der Homepage der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau www.lwg.bayern.de

-lawm- Bild: grosser

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Bei langanhaltender Hitzeperiode
für ausreichend Wasser und Beschattung sorgen

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Region Bayern – Die Freilandhaltung gilt als eine der artgerechtesten Haltung für den Großteil der in der Obhut von Menschen gehaltenen Nutztiere. Obwohl viele dieser Tiere durchaus in der Lage wäre, sich an die verschiedenen Witterungsverhältnisse anzupassen, sind diesen natürlichen Verhaltensweisen Grenzen gesetzt. Die zur Verfügung stehenden Flächen auf Weiden oder in Gehegen müssen daher alle die für die jeweiligen Bedürfnisse notwendigen Einrichtungen in ausreichendem Maße zum Schutz und der Versorgung der Tiere bieten. Angesichts des globalen Klimawandels kommt es immer häufiger zu langanhaltenden Hitzeperioden. Unter idealen Bedingungen kann die überschüssige Energie über die Atemluft, durch Schwitzen und Strahlungswärme abgegeben werden. Entscheidend ist jedoch immer, dass Tiere jederzeit Zugang zu Frischwasser in ausreichender Menge haben. So liegt der Wasserbedarf eines Rindes bei 40 – 100 Liter je Tag, bei Pferden bei 30 – 40 Liter je Tag, bei Schafen 3 – 5 Liter je Tag, bei Hühnern 0,25 Liter je Tag und sogar Kaninchen trinken ca. 0,5 Liter je Tag. Bei heißer Witterung kann jedoch die zwei- bis dreifache Wassermenge benötigt werden!

In der freien Natur lebende Wildtiere sind in der Lage, vor Sonne geschützte Plätze aufzusuchen und erst nachts oder früh am Morgen die kühlen, geschützten Unterstände zu verlassen. Gleiches gilt für den Schutz vor Unwettern mit Hagel, Sturm und Regen. Bei der Nutztierhaltung muss der Tierhalter für Witterungsschutz und Wasser sorgen. Als Witterungsschutz können sowohl natürliche Gegebenheiten wie auch künstliche Einrichtungen genutzt werden. Natürliche Schutzmöglichkeiten (Hecken, Bäume, Büsche, Waldungen u. ä.) bzw. künstliche Schutzmöglichkeiten müssen ganztägig und ganzjährig wirksam sein. Situationen, welche die körpereigenen Temperaturregulationsmechanismen überfordern und das natürliche Schutzbedürfnis der Tiere missachten, müssen in jedem Fall vermieden werden.

-lamue-

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Mehr Bäume
für den Klimaschutz

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Baum des Jahres: Die Robinie

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Region Unterallgäu – Wieder konnten Gemeinden über die Fachstelle für Klimaschutz Bäume bestellen vorzugsweise den Baum des Jahres: Das ist heuer die Robinie. Insgesamt 40 Gemeinden beteiligten sich. Markus Orf, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, beriet die Gemeinden bei der Wahl der Bäume und des Standorts. Im Herbst können die Gemeinden ihre Bäume an den Bauhöfen in Mindelheim und Ottobeuren abholen. Einen Baum je Gemeinde zahlt die Fachstelle für Klimaschutz.

Seit 2014 gibt es das Projekt „Mehr Bäume für den Klimaschutz“. Normalerweise findet jedes Jahr am Tag des Baumes – 25. April – eine feierliche Auftaktveranstaltung zu der Aktion statt, um den jeweiligen Baum des Jahres zu pflanzen. Diese hätte heuer im Kindergarten St. Josef in Oberneufnach stattfinden sollen, musste aber aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden. Trotzdem hat die Kreisverwaltungsfachstelle für Klimaschutz einen Apfelbaum für den Kindergarten gestiftet – ausnahmsweise nicht den Baum des Jahres, da Blätter, Rinde und Samen der Robinie für den Menschen giftig sind.

Über die Robinie:
Die Robinie hat ihren Ursprung im östlichen Nordamerika. Aufgrund ihres dekorativen Erscheinungsbildes wird sie hierzulande unter anderem in Parks und Gärten gepflanzt. Sie braucht viel Licht und kommt gut mit trockenen und mageren Böden zurecht. Als Pioniergehölz breitet sie sich rasch aus und findet sich zum Beispiel häufig entlang von Bahndämmen oder Straßenböschungen. Die Robinie, auch falsche Akazie genannt, ist eine sommergrüne Baumart und zählt zur Familie der Lippenblütler. Etwa ab dem sechsten Jahr bildet sie hängende Blütentrauben mit weißen, duftenden Blüten aus – welche bei Bienen sehr beliebt sind. Aus den Blüten entstehen fünf bis zehn Zentimeter lange schwarzbraune Hülsenfrüchte.

-laua- Bild: laua

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Illegaler
Hundewelpenhandel

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Corona treibt viele Blüten – eine Folge davon ist, dass der Handel mit Hundewelpen – im Internet – boomt, und zwar zum Leidwesen der Tiere. Denn durch die Einschränkung der Freizeitangebote und Kurzarbeit oder Home-Office verbringen viele Menschen mehr Zeit zu Hause als früher. Das zwingt zu Selbstbeschäftigung in Haus und Natur.

Nahezu anonym oder unter falschem Namen werden ahnungslosen Käufern niedliche Welpen mit herzzerreißenden Geschichten vor allem in Online-Portalen zum Kauf angeboten. Informationen zum Hund sind oft frei erfunden oder gar nicht vorhanden. Laut Angaben der EU werden so jeden Monat schätzungsweise 50.000 Welpen zwischen den europäischen Ländern gehandelt. Doch die Dunkelziffer beim illegalen Welpenhandel ist sehr hoch. Die Behörden erfahren in der Regel erst durch Straßenverkehrskontrollen der Polizei oder Hinweise aus der Bevölkerung von derartigen Fällen. Auch in der Region Straubing-Bogen haben sich die Fälle zuletzt gehäuft. Seit Juni gab es bereits viermal Hinweise aus der Bevölkerung bzw. Kontrollen der Polizei im Zusammenhang mit illegalem Hundewelpenhandel. Falsche Papiere, illegale Einfuhr, keine Impfung, zu klein – so lauteten zumeist die Vorwürfe. Der Aufklärung der potentiellen Käufer von Hundewelpen kommt daher eine besondere Bedeutung zu, um dem illegalen Welpenhandel entgegenzuwirken.

Die Welpen sind häufig zu jung, geschwächt und nicht geimpft, meist auch unzureichend sozialisiert. Das Auftreten von Krankheiten und Verhaltensstörungen ist die Folge. Die tatsächliche ausländische Herkunft der Hundewelpen wird dabei gerne verheimlicht, stattdessen eine inländische Herkunft vorgetäuscht. Ferner wird vom Tierkauf im Internet grundsätzlich abgeraten. Beim Kauf eines Welpen sollte unbedingt folgende Checkliste beachtet werden: Bei Herkunft aus einem anderen EU-Mitgliedstaat muss ein Welpe über den in diesem Fall vorgeschriebenen EU-Heimtierausweis in Verbindung mit einer Kennzeichnung durch Mikrochip und einer gültigen Tollwutimpfung verfügen. Daneben ist ein amtliches Gesundheitszertifikat aus dem Herkunftsland vorgeschrieben. Ein weiteres Kriterium, das für ein unseriöses Angebot spricht, ist der Verkauf „aus dem Kofferraum“ bzw. das Angebot des Verkäufers an den Käufer, den Welpen an einen beliebigen Ort zu liefern. Schlechte Aufzuchtbedingungen sowie die tatsächliche Herkunft können auf diese Weise leicht vertuscht werden. Es ist dringend zu empfehlen, sich das Muttertier und eventuelle Wurfgeschwister vor dem Kauf anzusehen. Auch ein Preis deutlich unterhalb des üblichen Marktpreises, ein sogenannter „Schnäppchenpreis“ kann auf eine nicht tiergerechte Aufzucht und ein unseriöses Angebot mit zweifelhafter Herkunft des Welpen hinweisen. In letzter Zeit werden jedoch in immer mehr Fälle handelsübliche Preise verlangt, um eine seriöse Zucht vorzutäuschen.

Ein offensichtlich schlechter Gesundheitszustand ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Indiz für ein unseriöses Angebot, da kein verantwortungsbewusster Züchter oder Händler ein krankes Tier verkaufen würde. Zu den auffälligen Krankheitssymptomen, die auch von einem Laien erkannt werden können, zählen allgemeine Schwäche, Augen- und Nasenausfluss, Husten und Lahmheiten. Jeder angebotene Hundewelpe sollte über Begleitpapiere verfügen. Ungereimtheiten, wie Eintragungen eines ausländischen Tierarztes bei einem angeblich aus Deutschland stammenden Hund, sollten in jedem Fall hinterfragt werden. Außerdem sollten die Impfdaten mit dem vom Verkäufer angegebenen Alter des Welpen abgeglichen werden. Hundewelpen werden in der Regel mit acht Wochen erstmalig gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose geimpft, die Nachimpfung und die Tollwuterstimpfung erfolgen im Alter von zwölf Wochen.

Die Tollwutimpfung wird in der Regel frühestens im Alter von zwölf Wochen durchgeführt. Danach dauert es 21 Tage, bis ein gültiger Impfschutz erreicht wird. Hundewelpen können deshalb aus tierseuchenrechtlichen Gründen grundsätzlich erst ab einem Alter von 15 Wochen aus anderen EU-Staaten nach Deutschland verbracht werden. Aus bestimmten Nicht-EU-Ländern kann diese Frist deutlich länger sein. So müssen Welpen, die beispielsweise aus Serbien stammen, zusätzlich eine Wartezeit von drei Monaten nach Ausbildung des Impfschutzes einhalten. Diese Welpen können demnach erst ab einem Alter von sieben Monaten nach Deutschland eingeführt werden. Oft haben illegal eingeführte Welpen keinen gültigen Tollwut-Impfschutz. Zum Schutz der Öffentlichkeit müssen diese Tiere dann bis zum Vorliegen gültiger Bedingungen unter amtliche Aufsicht, das bedeutet, unter Quarantäne, gestellt werden. Dies ist mit erheblichen Kosten für den Tierbesitzer verbunden und eine weitere Belastung für die Tiere. Keinesfalls sollte ein Welpe aus Mitleid gekauft werden, da der illegale Welpenhandel auf diese Weise unterstützt wird. Vielmehr sollte bei Verdacht auf entsprechende Verstöße gegen das Tierschutz- und/oder das Tierseuchenrecht umgehend die Polizei oder das örtlich zuständige Veterinäramt informiert werden.

-lastb-

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Auf der Suche nach
seltenen Apfel- und Birnensorten

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Region Bad Tölz-Wolfratshausen – Im Rahmen eines laufenden Obstsortenerhaltungsprojektes, das von sechs Landkreisen entlang des oberbayerischen Alpenvorlandes getragen wird, sollen besonders alte oder seltene Apfel- und Birnensorten vor dem Verschwinden bewahrt und zu neuem Leben erweckt werden. Bäuerliche Obstgärten, die oft einer großen Anzahl alter und seltener Sorten Platz boten, waren auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weit verbreitet. Sie sind jedoch immer rückläufiger. Viele Sorten drohen unwiederbringlich verloren zu gehen.

Besitzer von Obstwiesen, aber auch großen Hausgärten, die unter ihren Apfel- oder Birnbäumen ältere als 50 Jahre oder seltene Sorten vermuten, sind aufgerufen, sich bis 24. August 2020 beim Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege zu melden (E-Mail: lorenz.meier@lra-toelz.de, Tel. 08041 505-305). Die Bäume werden durch Fachleute näher bestimmt. Besonders alte oder seltene – auch lokale Sorten – oder Sorten mit wertvollen Frucht- oder Verwertungseigenschaften sollen mit Zustimmung des Eigentümers zum Sortenerhalt weiter vermehrt und in Sortenerhaltungsgärten für interessierte Obstbaumliebhaber als Anschauungsobjekte aufgepflanzt werden. Weitere Informationen: www.apfel-birne-berge.de

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Eichenprozessionsspinner
auf dem Vormarsch

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Region Dachau – Der Eichenprozessionsspinner war ursprünglich als wärmeliebende Art ein Insekt des Offenlandes. Man konnte ihn vor allem an einzelnstehenden Eichen in Parkanlagen, an Alleen und an Waldrändern finden. Kam er bisher vorwiegend im nordbayerischen Raum vor, ist er aufgrund der klimatischen Entwicklung mittlerweile in fast ganz Bayern zu finden und befällt seit Ende der 1990er Jahre auch flächig geschlossene Waldbestände.

Auch in der Region Dachau ist die Art bereits angekommen, wobei glücklicherweise aktuell nur wenige Bäumen befallen sind. Die bis zu fünf Zentimeter langen Raupen leben gesellig und begeben sich in Gruppen hintereinander wie bei einer Prozession – daher auch der Name – auf Nahrungssuche. Sie sind dabei fast ausschließlich auf Eichen zu finden. Tagsüber und später zur Häutung ziehen sich die Raupen in sogenannte Raupennester, bis zu einem Meter lange Gespinste am Stamm oder in Astgabelungen, zurück. Die befallenen Bäume werden in der Regel nicht dauerhaft geschädigt, da häufig nur ein kleiner Teil der Blätter gefressen wird. Auch bei einem Kahlfraß treiben die befallenen Eichen wieder aus, so dass zum Schutz der Bäume in der Regel keine Maßnahmen erforderlich sind.

Die Raupen besitzen aber ab dem dritten Larvenstadium hohle, mit vielen Wiederhaken besetzte Haare, die das Eiweißgift Thaumetopoein enthalten. Bei Kontakt mit den Raupen brechen die Haare leicht ab und dringen durch Reibung in die Haut ein. Hierdurch können allergische Hautreaktionen hervorgerufen werden sowie Entzündungen der Augen und – sollten sie eingeatmet werden – auch der oberen Luftwege, in schlimmeren Fällen sogar Schwindel, Fieber und Schüttelfrost.

Wenn man auf befallene Bäume stößt, ist ein Kontakt mit den Tieren und deren Gespinsten daher unbedingt zu vermeiden. Es gibt weitere Falterarten, wie Goldafter und Wollafter, deren Raupen auffällige Gespinste ausbilden und deren Brennhaare allergische Reaktionen hervorrufen können. Sie sollten daher ebenfalls nicht aufgesammelt oder Gespinste zerpflückt werden. Bekämpfungsaktionen sind generell nur in Fällen erforderlich, wo eine Gefährdung von Mensch und Tier vorliegt. Befinden sich durch Eichenprozessionsspinner befallene Bäume in Bereichen, an denen sich regelmäßig Personen aufhalten, sollte der Standort unverzüglich der betroffenen Gemeinde oder der Kreisverwaltung gemeldet werden. Bei Bäumen im Wald oder am Waldrand, an stark frequentierten Wegen oder beispielsweise in der Nähe von Waldkindergärten, sollte die zuständige Forstdienststelle verständigt werden.

-ladah- Bild: am

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Projekt
„Autochthones Saatgut für die Region“

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Region Cham – Bei einem Ortstermin mit Vertretern des Naturparks Oberer Bayerischer Wald e. V. und dem Maschinen- und Betriebshilfsring Cham e. V. stellte Landrat Franz Löffler das Projekt „Anbau von autochthonem Saatgut für die Region“ vor, dessen Ziel die Gewinnung von gebietsheimischen (autochthonen) Saatgut ist. „Heimische Pflanzen haben sich seit Jahrtausenden an die Bedingungen vor Ort wie etwa Klima, Boden, Tageslänge, und Höhenlagen angepasst. Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt daher zum Schutz der Biodiversität seit 1. März 2020 vor, dass in der freien Natur gebietsheimisches Saatgut bei der Ansaat verwendet werden muss. Für unsere Region gibt es aber keinen einzigen Anbieter. Deswegen haben wir uns gemeinsam mit Partnern an dieses Thema gewagt und können nun ein Jahr nach Projektstart erste Ergebnisse vorweisen, die uns motivieren, hier gezielt weiter zu arbeiten.“, so Löffler.

Um den Bedarf an gebietsheimischem Saatgut zu decken, startete bereits 2019 das Projekt zum „Anbau von Wildpflanzen aus der Region für die Region“. Der Naturpark übernahm das Projektmanagement und als ersten Schritt die Sammlung von Saatgut von vier häufigen Wiesenpflanzen: „Gemeine Schafgarbe“, „Spitzwegerich“, „Echtes Johanniskraut“ und „Weißes Labkraut“. Die Samen wurden über den Winter von einer Gärtnerei zu Pflanzen angezogen. Der Maschinenring Cham brachte die Pflanzen dann im Frühjahr 2020 auf den Acker und kümmert sich seither mit viel Handarbeit. „Auch wir vom Maschinenring betraten mit diesem Projekt absolutes Neuland. Bei dem Vorhaben handelt es sich nicht um das Anlegen einer Blühfläche oder Blumenwiese, sondern um einen artenreinen Anbau – am ehesten vergleichbar mit Gemüseanbau. Demnächst steht die Ernte des Saatguts an. Auch diesbezüglich müssen wir uns eine spezielle Erntemethode überlegen“, fasste der Geschäftsführer Johann Stibich zusammen. Das so gewonnene Saatgut soll dann im nächsten Jahr großflächiger angebaut werden und auch weitere Arten sollen hinzukommen.

„Bereits im ersten Jahr des Anbaus konnten so viele wichtige Erfahrungen gewonnen werden – von der Sammlung des Ausgangssaatguts und den verschiedenen Ansprüchen der Arten, über den Umgang mit Pflanz- und Hackmaschine bis hin zur Unkrautbekämpfung. Vor allem aber ist ein Netzwerk aus Partnern entstanden, die ihre jeweiligen Expertisen erfolgreich bündeln.“, resümiwerte Landrat Löffler.

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-lacha- Bild: Ritt

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Gemeinsam „ackern“

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Region München – Immer mehr Kinder haben keinen Bezug zum Anbau von Lebensmitteln. Dem will das Projekt „GemüseAckerdemie“ entgegenwirken, welches an zehn Schulen im Landkreis München umgesetzt wird. Landrat Christoph Göbel hat bei einem Pflanztermin an der Grundschule Unterföhring den jungen Gärtnern über die Schulter geschaut. Gerade in Zeiten von Corona zeigt sich, wie wertvoll und wichtig das Thema Selbstversorgung ist.

Kinder und Jugendliche entfremden sich zunehmend von der natürlichen Nahrungsmittelproduktion und deren Zusammenhängen. So kommt es, dass nur wenige Kinder wissen, wo ihre Lebensmittel wirklich herkommen, wie sie entstehen und was sie bedeuten. Ziel der „GemüseAckerdemie“ ist es, Kindern und Jugendlichen mehr Wertschätzung von Lebensmitteln zu vermitteln. Hier lernen sie am Beispiel der Produktion und Vermarktung von Gemüse auf nachhaltige Art und Weise landwirtschaftliches Basiswissen und entwickeln ein Verständnis für natürliche Wachstumsprozesse und gesunde Ernährung.

Bei dem jüngsten Pflanztermin an der Grundschule Unterföhring handelte es sich bereits um den dritten Termin des Jahres. Viele Gemüsesorten und Kräuter waren schon hochgewachsen und teilweise erntereif. Neben Landrat Christoph Göbel überzeugten sich unter anderem auch Unterföhrings Erster Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer und die Ernährungsberaterin des Landkreises München, Anne Kösler, vor Ort vom Ergebnis. „Ein Schulgarten bietet eine ausgesprochen tolle Möglichkeit, die Themen Lebensmittel und Ernährung besonders anschaulich zu vermitteln. Wissen lässt sich am besten aneignen, wenn man Dinge nicht nur hört, sondern auch gleichzeitig sieht und – im wahrsten Sinne des Wortes – begreift. Dabei spielt hier nicht nur der Themenkomplex Ernährung eine Rolle, vielmehr lernen die Kinder bei der „GemüseAckerdemie“ spielerisch die Bedeutung von Umweltschutz und Nachhaltigkeit – und damit die Werkzeuge zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft kennen“, so Göbel.

Geackert wird an zehn Schulen im Landkreis
Gefördert werden in der Region München insgesamt zehn Schulen über eine Dauer von zwei bis drei Jahren. Acht Schulen haben das Projekt bereits gestartet, zwei weitere folgen im kommenden Jahr. Nach Ende des Förderzeitraums sollen die Schulen in die „Selbstständigkeit“ entlassen werden und ihre Schuläcker dann eigenständig weiterführen. Dabei ist der Landkreis München bundesweit der erste und bislang einzige Landkreis, der das Projekt „GemüseAckerdemie“ fördert. Am Projekt nehmen bereits jetzt die Grundschule Baierbrunn, die Max-Mannheimer Mittelschule Garching, die Grundschule Hohenbrunn, die Carl-Steinmeier Mittelschule Hohenbrunn, die Grund- und Mittelschule Kirchheim teil.

-lam- Bild: lam

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Amerikanische Faulbrut
erfolgreich bekämpft

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Region Traunstein – Im August 2019 wurde in einem Bienenstand in der Gemeinde Surberg die Bienenseuche „Amerikanische Faulbrut“ festgestellt. Daraufhin wurde durch das Veterinäramt ein Sperrbezirk eingerichtet, der Gebiete der Gemeinde Surberg und der Stadt Traunstein umfasste. Nach erfolgter Sanierung sowie Reinigung und Desinfektion der betroffenen Bienenstände haben abschließende Untersuchungen keine weiteren Hinweise von Amerikanischer Faulbrut ergeben. Der Sperrbezirk wurde daher nun durch das Veterinäramt aufgehoben.

Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine Erkrankung der Honigbienen. Der Erreger wird über die erwachsenen Bienen auf die im Stock vorhandene Brut übertragen und führt letztendlich zu deren Tod. Bis zum Absterben des Volkes können nach Infektion oft Jahre vergehen. In dieser Zeit verläuft die Erkrankung ohne Symptome. Die Bekämpfung der Erreger erfolgt in Deutschland ohne Medikamenteneinsatz. Wurden bis vor kurzem befallene Bienenvölker entfernt, wird mittlerweile in den allermeisten Fällen das sogenannte Kunstschwarmverfahren durchgeführt. Dabei werden die Bienen von ihren befallenen Waben getrennt und in eine neue Behausung umgesetzt, in welcher die Bienen komplett neue Waben ausbauen müssen. Durch diesen Neuanfang gelingt es, das Faulbrut-Bakterium wieder aus dem Bienenvolk zu entfernen.

Durch die frühzeitige Entdeckung und die konsequente Einhaltung der Sperrvorgaben durch die betroffenen Imker, konnte eine größere Ausbreitung verhindert werden. Der Erreger wurde bei nur vier von insgesamt 117 vorhandenen Bienenvölkern im Sperrgebiet nachgewiesen. Der Erreger konnte aber auch in einem leerstehenden Bienenhaus dokumentiert werden. Der ursprünglich ordnungsgemäße Verschluss war witterungsbedingt nicht mehr gegeben. Da die Bakterien der Amerikanischen Faulbrut als Sporen jahrelang überleben, können sie auch mit dem Honig transportiert werden. Für Menschen besteht aber keine Gefahr, da die Seuche für sie völlig ungefährlich ist. Auch Honig und Honigprodukte wurden in ihrer Qualität nicht beeinflusst. Bienen wiederrum können die Sporen über den Honig aufnehmen und dadurch ihr Volk gefährden. Untersuchungen zeigten, dass Importhonig in rund 70 Prozent der Fälle mit Sporen belastet war. Daher sollten nur gründlich gereinigte Honiggläser entsorgt werden.

-lats- Bild: am

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Wo die Holzbiene
Nektar holt

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Eine Holzbiene, die sich auf der Blüte einer Platterbse Nektar holt

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Region Lichtenfels – Viele Gartenbesitzer haben sich heuer schon verwundert die Augen gerieben, als sie dicke Brummer namens „Holzbiene“ in ihrem Garten beobachtet haben. Auch Jochen Partheymüller hat sie in seinem Garten in Marktgraitz an einer Platterbse entdeckt und damit ein Bild der Woche für die Aktion „Gartenfreuden“ des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege geliefert.

Die Holzbiene taucht in der Region in diesem Jahr so häufig auf wie nie zuvor. Das sei auf die beiden vergangenen warmen und trockenen Jahre zurückzuführen, erläuterte der Leiter der Umweltstation des Landkreises Lichtenfels in Weismain, Michael Stromer. Diese Witterungsbedingungen haben die Vermehrung und Verbreitung der Holzbienen begünstigt. Diese Insekten nagen ihre Brutröhren selbst ins Holz, was für Wildbienen selten ist, braucht es doch dazu sehr starke Mundwerkzeuge. Trotzdem ist die Holzbiene für den Menschen harmlos. Die Blüten von Hülsenfruchtgewächsen – wie der Platterbse – ziehen sie mit ihrem Nektar stark an, was momentan vielerorts zu sehen ist. Platterbsen, auch Duftwicken genannt, gibt es in vielen Farbvarianten. Sie werden üblicherweise im April ausgesät oder samen sich nach der Blüte selbst aus. Gerade an Zäunen und Beeträndern sind sie seit jeher eine Zierde.

Alle Fotobeiträge der Aktion „Gartenfreuden“ sind unter www.landespflege-lichtenfels.de ersichtlich. Wer selbst Gartenfreuden per Foto mitteilen möchte, kann sein Bild per E-Mail an gartenfreuden@landespflege-lichtenfels.de einsenden. Das Foto sollte aktuell sein und in einem Garten im Landkreis Lichtenfels aufgenommen worden sein.

-lalif- Bild: Jochen Partheymüller

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Naturpark-Kindergarten und -Schule
im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald

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Region Neustadt an der Waldnaab – Das unmittelbare Umfeld entdecken und eine natürliche Verbundenheit zur eigenen Umgebung aufzubauen steht im Mittelpunkt der Projekte „Naturpark- Kindergarten“ und „Naturpark-Schule“. Dabei sind die bewusste und altersgerechte Auseinandersetzung von Kindern mit der Natur sowie die Sensibilisierung für natürliche Kreisläufe wichtig, um die „Heimat“ bewusst zu entdecken und eine nachhaltiges Bewusstsein für regionale Lebensräume und Naturprodukte zu schaffen.

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Besiegelten eine Kooperationsvereinbarung v.l.:
Landrat Andreas Meier, Kindergartenleiterin Sabine Hösl, Pfarrer Arnold Pirner und Naturpark-Rangerin Simone Peuleke

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Die erste Kooperationsvereinbarung für einen „Naturpark-Kindergarten“ im „Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald“ unterzeichneten für den Kindergarten St. Martin in Luhe-Wildenau die Kindergartenleitung Sabine Hösl, Pfarrer Arnold Pirner von der Katholischen Kirchenstiftung St. Martin und Landrat Andreas Meier als Vorstand vom Naturpark Oberpfälzer Wald e.V. Das gleiche freudige Ereignis fand nur wenige Tage später in der Grundschule in Grafenwöhr statt: Schulleiterin Ruth Seitz, Bürgermeister Edgar Knobloch und Landrat Andreas Meier leisteten ihre Unterschriften für die erste Naturpark-Schule.

Ziel der Kooperationsprojekte „Naturpark-Schule“ und „Naturpark-Kindergarten“ ist es, den Kindern Themen aus den Bereichen Natur, Kultur und Heimat mit außerschulischen Partnern zu vermitteln und ihnen die Möglichkeit zu bieten, in der Natur prägende Erfahrungen zu sammeln. Naturpark-Rangerin Simone Peuleke wird die Umweltbildungsarbeit im Kindergarten und der Schule übernehmen und regionale Kooperationspartner mit einbeziehen. Wer gerne als Kooperationspartner mit Kindern aktiv werden möchte, kann sich bei unserer Naturpark-Rangerin melden. Ob Imker, Angler oder Geschichtenerzähler – gemeinsam kann man den Kindern die Heimat „begreifbar“ machen.

-lanew- Bild: lanew

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Kartierung wertvoller Lebensräume:
Felsige Gipfel, blütenreiche Wiesen und einzigartige Waldhufen

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Region Freyung-Grafenau – Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Freyung-Grafenau nehmen Fachleute ab August die Naturschätze in der Region unter die Lupe. Über die Aktualisierung der Biotopkartierung gab das LfU kürzlich Auskunft. Vor über 30 Jahren wurde zum ersten Mal die Biotopkartierung im Landkreis Freyung-Grafenau durchgeführt. Das Wissen über die Naturschätze wird jetzt auf den neuesten Stand gebracht. Die wertvollen Biotopflächen prägen die einzigartige Landschaft und machen den Landkreis nicht nur für Touristen attraktiv, sondern tragen auch entscheidend zur Lebensqualität der Bürger bei.

Die Biotopkartierung liefert Kommunen, Naturschutzbehörden, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen wichtige Informationen für ihre tägliche Arbeit, wie die Planung und Beurteilung von Bauvorhaben und Maßnahmen zum Schutz der Natur. Landrat Sebastian Gruber und  Bürgermeister begleiteten den Vortrag mit kritischen Fragen – u. a. zur Frage der Entschädigung für Grundeigentümer, wenn ein Biotop auf ihrem Grund festgestellt wird. Hierfür hat der Freistaat Bayern das Vertragsnaturschutzprogramm ins Leben gerufen. Landwirte, die bei der Naturschutzbehörde einen Antrag stellen, können für die biotoperhaltende Nutzung oder Pflege von Biotopflächen ein Entgelt erhalten. Rund eine Million Euro Fördergelder kommen so schon bisher jährlich in den Landkreis.

Auf der Basis der aktualisierten Daten können Landwirte für die naturnahe Bewirtschaftung und Pflege der Biotopflächen gezielt über den Vertragsnaturschutz honoriert werden. Die Bandbreite der Naturoasen ist in Freyung-Grafenau vielfältig: Mittelgebirgsbäche, abwechslungsreiche Waldhufenlandschaften und Rodungsinseln, Mager- und Borstgrasrasen sowie extensiv genutzte, blütenreiche Wiesen: Sie alle sind Garant für die kostbare Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. Die Flussperlmuschel, das Braunkehlchen, die kürzlich wiederentdeckte Wald-Birkenmaus, die Echte Arnika und der Böhmische Enzian gehören zu den Arten, die in der Region Lebensraum finden. Für den Erhalt dieser einzigartigen Naturausstattung ist die Erfassung in der Biotopkartierung die wesentliche Wissensgrundlage.

Im Jahr 2018 wurden bereits in einem Teil des Landkreises die wertvollen Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten untersucht. Nach einem bayernweiten Stopp der Biotopkartierung im Frühjahr 2019 wird ab August 2020 ein beauftragtes Fachbüro die Arbeiten fortsetzen. Die Ergebnisse der Kartierung liegen voraussichtlich im Sommer 2024 vor. Über 800.000 Euro stellt der Freistaat für die Naturinventur im Landkreis Freyung-Grafenau zur Verfügung. Bei der letzten Kartierung wurden ca. 2.700 Biotope mit einer Gesamtfläche von rund 5.300 Hektar erfasst. Dies entspricht einem Biotopanteil von ca. 5,4 Prozent im Landkreis.

Gemäß Art. 46 des Bayerischen Naturschutzgesetzes (BayNatSchG) ist das „LfU“ für die landesweite Durchführung der Biotopkartierung zuständig. Die Biotopkartierung erfasst und beschreibt nach einem bayernweit einheitlichen Schema wertvolle Lebensräume, wie die nach § 30 und § 39 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) oder Art. 16 und 23 BayNatSchG gesetzlich geschützten Biotoptypen oder die Natura 2000-Lebensraumtypen. Sie liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen und der Pflanzenarten, die dort leben. Wiederholungskartierungen bringen die Daten auf den neuesten Stand. Das „LfU“ koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Die Biotope werden im Gelände erhoben und im Maßstab 1:5.000 in Luftbild-Karten eingezeichnet. Dabei erfassen und beschreiben speziell ausgebildete Kartierer die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen. Seit 2006 werden zusätzlich die Lebensraumtypen des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 erfasst. Rund vier Prozent der Landesfläche Bayerns außerhalb der Alpen sind seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume erfasst und beschrieben worden. Weitere Informationen: www.lfu.bayern.de/natur/biotopkartierung/ und www.lfu.bayern.de/natur/fis_natur/fin_web

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Auf Zeckenschutz achten

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Individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft, gemeinsam mit der Familie oder zu zweit, sind während des bundesweiten Kontaktverbotes aufgrund des aktuellen Ausbruchs von „COVID-19“ weiterhin erlaubt. Bei frühlingshaften Temperaturen zieht es die Menschen verstärkt ins Freie. Mit ansteigenden Temperaturen steigt auch die Gefahr für Zeckenstiche, die Borreliose oder FSME übertragen können.

Menschen, die sich im Freien bewegen, sollten daher für ausreichend Schutz sorgen. Zecken sind ab einer Temperatur von zirka acht Grad aktiv. Man findet sie überall dort, wo es im Freien Pflanzen gibt. In zehn bis 50 Zentimetern über dem Boden warten sie u.a. auf Grashalmen, im Gebüsch oder auf Totholz. Bei Kontakt mit einem Menschen oder Tier beißen sie sich fest. Dabei übertragen sie Krankheiten wie die Lyme-Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). In Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) im vergangenen Jahr 444 Menschen an FSME erkrankt. Das sind zwar 24 Prozent weniger als im Vorjahr, die Zahl der Erkrankten schwankt jährlich aber stark. Ferner könnte die niedrigere Infektionsrate auch auf eine bessere Impfquote zurückzuführen sein. Von den im Jahr 2019 gemeldeten FSME-Erkrankten waren 98 Prozent gemäß der Meldedaten gar nicht oder unzureichend geimpft.

Die ersten Anzeichen der Frühsommer-Meningoenzephalitis zeigen sich zwei bis drei Wochen nach einer Übertragung des FSME-Virus durch eine Zecke in Form grippeähnlicher Symptome. In schweren Fällen greift das Virus Gehirn, Hirnhaut und das Rückenmark an; es kann zu Lähmungen, Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen kommen. Gegen FSME kann man sich zuverlässig durch eine Impfung schützen. Diese wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Menschen in den FSME-Risikogebieten in Deutschland empfohlen.

Zu den Bundesländern mit dem höchsten FSME-Übertragungsrisiko zählen Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch Südhessen, das südöstliche Thüringen und Sachsen sind betroffen; insgesamt 164 Landkreise bundesweit. Für einen verlässlichen und langdauernden FSME-Schutz sind drei Impfstoffdosen notwendig, die im Abstand von mindestens 14 Tagen – erste und zweite Dosis – und dann nach fünf bis zwölf Monaten – zweite und dritte Dosis – verabreicht werden. Man kann auch auf einen Schnellschutz zurückgreifen: Dann werden zwei Dosen im Abstand von 14 Tagen verabreicht. Die Impfung sollte, je nach Lebensalter, alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Für die ebenfalls durch Zecken übertragene Lyme-Borreliose liegen nur Schätzungen der Fallzahlen vor, da es keine einheitliche Meldepflicht gibt. In Bayern ist die Lyme-Borreliose seit 2013 meldepflichtig: Das Nationale Referenzzentrum für Borrelien in Bayern schätzt, dass in Deutschland jedes Jahr zwischen 60 000 und 100 000 Menschen neu daran erkranken. Zudem ist die Lyme-Borreliose nicht einfach zu diagnostizieren, da sie sehr unterschiedliche Symptome verursachen kann. In sehr seltenen Fällen entwickelt sie sich zu einem chronischen Leiden, welches das Nervensystem, die Gelenke und das Herz schädigt. Grundsätzlich muss jedes Symptom der Lyme-Borreliose antibiotisch therapiert werden. Der Erfolg der Antibiotika-Therapie ist in frühen Infektionsstadien am besten. Eine wirksame Impfung gegen Borreliose gibt es bisher nicht. Daher sind allgemeine Schutzmaßnahmen gegen Zeckenstiche ratsam: Bei Aufenthalten im Grünen sollten lange Hosen und geschlossene Schuhe getragen werden. Auch Repellents zum Einreiben und Aufsprühen auf die Haut sind sinnvoll. Am wichtigsten ist aber die Kontrolle nach dem Ausflug. Dabei sollten vor allem die von Zecken bevorzugten Körperregionen wie Kniekehlen, Achseln, Schambereich, Bauchnabel, Bauchfalten und der Bereich hinter den Ohren gründlich abgesucht werden. Denn je schneller die Zecke entdeckt und entfernt werden kann, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit Borreliose.

Die beste Entfernungsmethode: Eine feine Pinzette so dicht wie möglich über der Haut ansetzen und die Zecke am Kopf herausziehen. Der Körper des Tieres sollte nicht gequetscht werden, sonst besteht die Gefahr, dass erregerhaltiges Sekret aus dem Zeckenleib in die Stichstelle gedrückt wird. Nach dem Entfernen sollte die Einstichstelle desinfiziert werden. Danach gilt es die Einstichstelle gut zu beobachten: Bildet sich dort eine kreisförmige Rötung, oder treten grippeartige Symptome auf, ist ein Arztbesuch unbedingt erforderlich.

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Photovoltaik-Anlagen
lohnen sich weiter
52-Gigawatt-Deckel kommt nicht

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Das befürchtete Ende der Einspeisevergütung für Solarstrom kommt nun doch nicht. Der Bundestag hat die Abschaffung des so genannten 52-Gigawatt-Deckels beschlossen. Damit kann die private Stromerzeugung durch Photovoltaik-Anlagen weiter durch die Einspeisevergütung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetztes gefördert werden.

Großes Potenzial für den Klimaschutz
Eine private Photovoltaik-Anlage kann rund 30 Prozent des eigenen Strombedarfs decken. Bei einem Haushalt mit vier Personen und einem jährlichen Verbrauch von 3.000 Kilowattstunden sinken die jährlichen CO2-Emission um etwa 500 Kilogramm. Obwohl die Einspeisevergütung weiter sinkt, kann eine neue Photovoltaik-Anlage auch heute noch kostendeckend oder mit Gewinn betrieben werden. Grund sind die in den vergangenen Jahren immer preisgünstiger gewordenen Solarmodule.

Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern wird oft überschätzt
Ein Batteriespeicher im Haus kann den Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms deutlich erhöhen. Allerdings verschlechtern die Batterien in der Regel die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik Anlagen. Dies liegt an den hohen Anschaffungskosten für die Batterien und deren begrenzter Lebensdauer. Wer sein Elektrofahrzeug mit eigenem Solarstrom betankt, kann den Eigenverbrauchsanteil ebenfalls erhöhen. Oft reichen Kapazität und Ladestrom eines Batteriespeichers nicht zum vollständigen Laden der Fahrzeugbatterie aus. Wenn möglich sollte man tagsüber direkt aus dem Überschuss der Photovoltaik-Anlage laden. Photovoltaik-Anlage, Speicher und intelligente Ladestation müssen aufeinander abgestimmt sein.

Vor der Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage sollte eine unabhängige Beratung stattfinden. Hierfür bietet sich unter anderem der „Eignungs-Check Solar“ der Energieberatung der Verbraucherzentrale Bayern an. Termine können unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 809 802 400 vereinbart werden.

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Wespen- oder Hornissennest:
Kein Grund zur Panik!

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Jetzt ist die Zeit, in der wegen „regem Flugverkehr“ erstmals auffällt, dass im Gartenhaus, auf dem Dachboden oder im Rollladenkasten ein Wespen- oder Hornissennest entstanden ist. Die jungen Königinnen haben sich nach der Platzsuche für ihre Nestgründung oft eine anschauliche Anzahl von Arbeiterinnen zur Unterstützung herangezogen. Aber noch lange kein Grund zur Panik. Denn hält man sich an einige Grundregeln, kann ein Nebeneinander gut funktionieren. Grundsätzlich sind Wespen und Hornissen friedliche Flieger und Nützlinge, die keineswegs an Ärger mit dem Menschen interessiert sind.

Die meisten heimischen Wespenarten bauen ihre Nester aus Fasern, die sie mit ihren Kiefern von totem Holz abnagen und mit Speichel zu einer Art Papierbrei vermischen. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar und tragen so zur Bestäubung bei, während die Larven mit frisch gefangenen Insekten gefüttert werden. So vertilgt ein mittelgroßes Hornissenvolk ein halbes Kilo Stechmücken, Fliegen, Bremsen, Motten und Wespen täglich. Nur zwei Wespenarten (die Deutsche und die Gemeine Wespe) fliegen Süßspeisen an und können vor allem im Spätsommer durchaus lästig werden. Daher sollten Getränke und Marmeladengläser im Freien abgedeckt werden und Kinder süße Getränke nur mit dünnen Strohalmen trinken, um zu verhindern, dass Tiere verschluckt werden.

Wichtig im Umgang mit Wespen und Hornissen:
Sich ruhig bewegen, nicht nach den Tieren schlagen, die direkte Einflugschneise bis ca. zwei Meter vor dem Nest freihalten und Erschütterungen von Nestern vermeiden. Grundsätzlich weichen Wespen und Hornissen Störungen durch den Menschen aus und greifen nur dann an, wenn sie sich zum Beispiel durch Quetschen oder Schlagen bedroht fühlen oder ihr Volk durch Störungen des Nestes bedroht sehen.

Alle Wespen unterliegen dem allgemeinen Artenschutz des § 39 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und dürfen daher ohne vernünftigen Grund nicht getötet und ihre Nester nicht zerstört werden. Vernünftige Gründe können z. B. sein: Nest über Eingangstür, Wespengiftallergie oder gewöhnlicher Aufenthalt von Kleinkindern in unmittelbarer Nähe zum Nesteingang. Ansonsten muss das Nest geduldet werden und es darf nicht selbst entfernt, der Nesteingang verschlossen oder einfach mit einem Wespenspray besprüht werden. Dauerhaft bleiben die Gäste ohnehin nicht: Je nach Art stirbt ein Wespenvolk Ende Juli, spätestens jedoch im Herbst mit den ersten Frösten ab. Auch bei den Hornissen sind die Tage nach dem Ausfliegen der Geschlechtstiere (Jungköniginnen und Drohnen) im August bereits gezählt und finden bis Oktober ihr Ende. Die leeren Nester können daher im Winter problemlos entfernt werden. Alte Nester werden im nächsten Jahr nicht wiederbesiedelt, so dass man seine Untermieter gewiss nur für eine Saison beherbergt. Oft reicht es aber bereits auch, die Einflugschneise durch eine kleine Abschirmvorrichtung zu verändern, um so ein gefahrloses Nebeneinander für Mensch und Insekt zu ermöglichen. Die meisten Nester können erfahrungsgemäß mit geringen Nutzungseinschränkungen und umsichtigem Verhalten während der Sommermonate an ihrem Platz bleiben. Hornissen sind darüber hinaus sogar nach § 44 BNatSchG besonders geschützt. Eine Umsiedlung oder Abtötung eines solchen Nests ist ausschließlich mit Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutz Behörde möglich. Bei Fragen und Problemen mit Wespen und Hornissen stehen auch die örtlichen Wespen- und Hornissenberater zur Verfügung.

-ladah- Bild: am

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Sicherungsmaßnahmen
an der mehrere hundert Jahre alten Tassilo-Linde auf der Insel Frauenchiemsee

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Region Rosenheim – Die Bayerische Schlösserverwaltung führt Sicherungsmaßnahmen an einer mehrere hundert Jahre alten, mächtigen Linde auf der Fraueninsel durch. Die Tassilo-Linde ist kulturhistorisch und naturschutzfachlich von besonderer Bedeutung. Sie steht im Zentrum der Fraueninsel, auf deren höchstem Punkt. Der betagte Baum, der einige Faulstellen, Risse und einen Pilzbefall aufweist, musste bereits in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach baumpflegerisch behandelt werden.

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Tassilo-Linde auf der Insel Frauenchiemsee

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Die mehrere Tage andauernden Arbeiten dienen dazu, die Bruchsicherheit der Tassilo-Linde wiederherzustellen. Zu diesem Zweck müssen die Krone des Baumes leicht eingekürzt sowie Seilverspannungen ersetzt bzw. neu eingebaut werden. Aus Sicherheitsgründen wird in dieser Zeit der Lindenhain für den Publikumsverkehr gesperrt. „Diese Maßnahmen ermöglichen, dass die beeindruckende Tassilo-Linde hoffentlich noch viele weitere Jahrzehnte erhalten bleibt“, so Konstantin Buchner, Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee. Die Maßnahme wurde mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Rosenheim abgestimmt und wird zudem durch einen Biologen begleitet. Der Baum, der in einem Meter Stammhöhe einen Umfang von über zehneinhalb Metern hat, wurde nach Herzog Tassilo benannt, der im 8. Jahrhundert das Kloster Fraunchiemsee gründete.

-am- Bild: Bayerische Schlösserverwaltung

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„Ganz meine Natur!“
Natura 2000-BayernOskar

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Region Bayern – Studierende und Schüler, Grundeigentümer, Landnutzer und deren Verbände können bis zum 30.10.2020 in drei Kategorien Beiträge zu neuen Konzepten oder bereits umgesetzten Maßnahmen zu „Natura 2000“ einreichen und Preise gewinnen.

Die Bayerische Naturschutzakademie (ANL) führt seit 2018 das EU-geförderte Kommunikationsprojekt „LIFE Living Natura2000“ durch, das Inhalt und Zielsetzung von „Natura 2000″ für Bayern an unterschiedliche Zielgruppen kommuniziert und die Akteure in allen Regierungsbezirken miteinander vernetzt. Unter dem Motto „Ganz meine Natur!“ werden Aktivitäten und Veranstaltungen in Bayerns „Natura 2000“-Gebieten und allen bayerischen Regierungsbezirken durchgeführt.

Viele Menschen engagieren sich bereits seit langem für den Naturschutz in Bayern im Allgemeinen und für das europäische Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ im Besonderen. Nun kann dieses Engagement mit einer Auszeichnung prämiert werden. Wer besonders gute, besonders originelle oder sehr erfolgreiche Maßnahmen zur Sicherung des europäischen Naturerbes mit seinen einzigartigen Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten durchgeführt hat, kann sich in drei Kategorien für die Auszeichnung „Natura 2000-BayernOskar“ bewerben.

Der „Natura 2000-BayernOskar“ wird in drei Kategorien ausgelob
Idee: Studierende und Schüler können innovative Konzepte oder bereits umgesetzte Projekte zum Thema „Natura 2000“ einreichen. Engagement: Grundeigentümer, Landnutzer und deren Verbände und Interessensverbände können sich in dieser Kategorie mit ihrem Engagement zur Umsetzung von „Natura 2000″ bewerben. Vermittlung: Diese Kategorie prämiert Projekte und/oder Veranstaltungen, welche Kinder und Jugendliche zielgruppengerecht an das Thema „Natura 2000“ heranführen. Interessensverbände/Grundeigentümer und Landnutzer und deren Verbände können in dieser Kategorie ebenfalls Beiträge einreichen.

Natura 2000
„Natura 2000“ ist die Bezeichnung für ein europäisches Netzwerk besonders wertvoller und schutzwürdiger Naturgebiete, die von der EU nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH- Gebiete) und nach der Vogelschutz-Richtlinie (SPA-Gebiete) geschützt sind. Das Netzwerk umfasst mehr als 27.000 Schutzgebiete in ganz Europa. Alle Gebiete zusammen nehmen etwa ein Fünftel der Fläche der EU ein. Damit ist „Natura 2000“ das weltweit größte Projekt zum Schutz der biologischen Vielfalt. Obwohl Europa nur etwa fünf Prozent der Fläche der Erde bedeckt, beherbergt Europa eine einzigartige Vielfalt an Wildtieren, -pflanzen und Landschaften.

Projekt LIFE living Natura 2000
„LIFE living Natura 2000“ ist eine durch die EU, die Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und den Bayerischen Naturschutzfonds geförderte Öffentlichkeitskampagne, die das Ziel verfolgt, die Bevölkerung über das Europäische Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ zu informieren und die Wertschätzung für intakte Natur und artenreiche Landschaften in Bayern zu fördern. Das Projekt wird unter Federführung der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) über vier Jahre hinweg umgesetzt. Weitere Infos: ganz-meine-natur.bayern.de/natura-2000-bayern-oskar/

-am- Bild: natura2000

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Asiatischer
Moschusbockkäfer

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Region Rosenheim – Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat im Landkreis Rosenheim 29 Schilder zur Kennzeichnung der Quarantänezone des Asiatischen Moschusbockkäfers aufstellen lassen. Aus dieser Zone darf kein Steinobst-Schnittgut heraus transportiert werden, um eine Verbreitung des Käfers zu verhindern. In dem Bereich ist es zudem wichtig, Steinobstschnittgut über die Sammelstellen zu entsorgen und die Wirtspflanzen regelmäßig zu kontrollieren.

Der Schwerpunkt des Befalls mit dem Asiatischen Moschusbockkäfer liegt derzeit in Kolbermoor, in Rosenheim gab es bisher einen Fund. Die sogenannte Verbringung von Wirtspflanzen-Schnittgut stellt die größte Gefahr bei der Verbreitung des Käfers dar. Daher darf kein Steinobst-Schnittgut aus der Quarantänezone hinaus transportiert werden. Auch innerhalb der Quarantänezone müssen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Verbreitung zu verhindern. So wurden vier Sammelstellen in der Quarantänezone errichtet, in der Steinobstschnittgut kostenlos abzugeben ist; der Kirschlorbeer ist dabei ausgenommen. Das Schnittgut wird gehäckselt und verbrannt, um noch im Holz vorhandene Käferstadien abzutöten.

Die Sammelstellen befinden sich am Wertstoffhof Kolbermoor, Geigelsteinstraße 8 sowie am Wertstoffhof Bad Aibling, Thürnhammerstraße 21; am Wertstoffhof Rosenheim, Innlände 25 und am Wertstoffhof Stephanskirchen, Spielnstraße 17. Neben der Entsorgung ist eine Lagerung des hauseigenen Schnittgutes auf dem Grundstück zulässig. Das Schnittgut darf allerdings das Grundstück nicht verlassen, das heißt es muss im eigenen Kamin verheizt oder das Häckselgut auf den Beeten verteilt werden. Als Gartenbesitzer ist man verpflichtet, die Wirtspflanzen des Asiatischen Moschusbockkäfers (Gehölze der Gattung Prunus – beispielsweise Kirsche, Zwetschge, Pflaume, Aprikose, Pfirsich, Mirabelle u. a. sowie alle Zierformen) alle zwei Monate auf Befallsmerkmale und geschlüpfte Käfer zu kontrollieren. Befallssymptome sind insbesondere ein bis zwei Zentimter große Ausbohrlöcher und Bohrmehlauswurf der Larven am Stammfuß oder in Astgabelungen. Die LfL unterstützt bei der Suche nach Befallsmerkmalen, deshalb findet ganzjährig ein Bodenmonitoring statt. Dabei kontrollieren LfL-Mitarbeiter auch Gehölze in Privatgärten. Neuanpflanzungen von Wirtsgehölzen innerhalb der Befallszone sind verboten, um dem Käfer die Nahrungsgrundlage zu entziehen und damit seiner weiteren Verbreitung vorzubeugen.

Mit der warmen Witterung hat die Flugzeit des Asiatischen Moschusbockkäfers begonnen. Der Käfer schlüpft und sucht einen Partner zu Paarung. Die Käfer sind träge, wärmeliebend, leicht zu fangen – zum Beispiel in einem Marmeladenglas mit Löchern im Deckel.

-lfl- Bild: lfl

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Der „intelligente” Blumenkasten
bienenfreundlich – insektenfreundlich – küchengeeignet – praktisch

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Viele Balkone und Fenster sind im Sommer mit einer bunten Blütenpracht geschmückt. Rot, blau, gelb oder weiß leuchtet oft ein üppiges Meer an Blüten und bringt heitere Natur in so manch ein tristes Wohnviertel, aber auch Bauernhäuser oder Reihenhaussiedlungen schmücken sich im Sommer gerne mit bunten Blumen. So üppig Geranien und Fuchsien im Sommer blühen – außer Blüten können sie nicht viel bieten. Noch schöner sind Blumen aber, wenn auch fleißige Bienen, dicke Hummeln, zierlich kleine Wildbienen und bunte Schmetterlinge zu Besuch kommen, weil sie hier Nektar und Pollen als Nahrung finden. Noch besser sind die Pflanzen, wenn man sie auch noch in der Küche verwerten kann. Noch praktischer und auch billiger sind sie, weil sie nicht jedes Jahr neu gepflanzt werden müssen, sondern zwei oder drei Jahre durchhalten. Was aber wächst, blüht und gedeiht in einem Blumenkasten?

Wertvoll für Insekten, Feines für die Küche
Zur Bepflanzung eignen sich viele mehrjährige Stauden vor allem aus der nektar- und pollenspendenden Familie der Lippenblütler, unter denen es aber auch viele geschätzte Küchenkräuter gibt, die nicht übermäßig groß werden und durchweg sehr hübsch blühen, wie zum Beispiel Lavendel, Thymian, Dost, Bohnenkraut, Salbei, Ysop oder Pfefferminze. Schnittlauch, wenn er blühen darf, passt ebenfalls ins Sortiment, genauso auch die gelb blühende Weinraute. Die Blüten des Lavendels kann man u.a. in die Wäsche legen.

Am „intelligenten Blumenkasten“ kann man beispielsweise zuhören, wie fleißige Bienen am Bohnenkraut summen oder eine dicke Hummel zwischen den Blüten brummt, oder zusehen, wie Schmetterlinge um den blühenden Dost schweben. Der besondere Blumenkasten macht es möglich. Sollte die Bepflanzung wirklich etwas teuerer ausfallen als bei den herkömmlichen Balkonblumen, so sollte man aber daran denken, dass die Kästen winterfest sind und einige Jahre durchhalten. Erneuerung ist in der Regel erst dann nötig, wenn einzelne Stauden zu groß werden und auch dann besteht vielfach die Möglichkeit, einzelne Stöcke zu teilen oder Ableger zu machen, die für einen neuen Kasten verwendet werden können. Übrigens: Man spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Arbeit, wenn die Kästen länger als nur einen Sommer halten!

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Ein Pfauenaugen-Schmetterling besucht blühenden Schnittlauch

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Und die Pflege?
Die genannten Pflanzen sind dankbar für einen sonnigen Standort. Die Kästen nicht zu klein wählen, da die Pflanzen längere Zeit im selben Boden bleiben. Regelmäßige, jedoch mäßige Düngung vom Frühjahr bis zum Spätsommer – bei nicht übermässiger Bewässerung – sichert gutes Wachstum und Blühen. Rückschnitt nach der Blüte bringt manche Stauden noch einmal zum Blühen. Wer sich nicht an trockenen Blütenstengeln im Herbst und Winter stört, kann sogar erleben, dass sich auch Vögel einstellen, wenn die Samen reifen.

Empfehlenswerte Pflanzen für den “intelligenten” Blumenkasten:
Alle Mauerpfefferarten, zum Beispiel: Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre), Weißer Mauerpfeffer (Sedum album), Felsen-, Fettkraut, Tripmadam (Sedum rupestre), Große Fetthenne (Sedum telephium), Unechte Fetthenne (Sedum spurium) sowie deren Zuchtformen mit rötlichen Blättern und reichlichem Blütenflor. Lippenblütler, die gleichzeitig als Gewürzkräuter verwendet werden können, beispielsweise: Thymian (Thymus vulgaris), Lavendel (Lavandula officinalis), Bohnenkraut (Satureja montana), Küchen-Salbei (Salvia officinalis), Dost (Origanum vulgare), Ysop (Hyssopus officinalis), Zitronenmelisse (Melissa officinalis), Pfefferminze (Mentha piperita). Weitere wertvolle Arten: Weinraute (Ruta graveolens) und Schnittlauch (Allium schoenoprasum).

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Fetthenne

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Wie sollte man die Auswahl treffen?
Immerhin muss man bedenken, dass diese Pflanzen nicht zum Zierpflanzensortiment gehören und deswegen im Gegensatz zu den gewohnten Geranien nur eine Blühphase hervorbringen. Eine überlegte Zusammenstellung von Pflanzen unterschiedlicher Größe, Arten mit besonderen Blättern und hängenden Formen ist wichtig, wenn die Kästen lange Zeit ansprechend aussehen sollen. Etwas größer im Wuchs und damit etwas anspruchsvoller im Platzbe- darf sind Große Fetthenne (blau-grüne Blätter, große Rosette, blüht sehr spät), Salbei (üppige Blattmasse), Origanum, Bergbohnenkraut (zierliche Wuchsform), Lavendel, Ysop und Weinraute (geteilte, blaugrüne Blätter, einzige Pflanze mit gelben Blüten). Ältere Pfefferminze kann sich manchmal gut ausbreiten, Zitronenmelisse gibt große Stöcke, aber beide lassen sich problemlos zurückschneiden, was im Hinblick auf ihre Verwendungsmöglichkeit in der Küche durchaus willkommen ist. Polsterförmig, als Bodendecker oder hängende Formen, wenn sie den Rand des Blumentopfes erreichen, sind die übrigen Fetthenne-Arten (nur der Scharfe Mauerpfefferbleibt recht klein). Bei guter Düngung wachsen sie üppig – wenn die Pflanzen zu groß werden, lassen sie sich durch Abschneiden leicht im Zaun halten. Der Schnittlauch darf alle etwas größeren Zwischenräume einnehmen. Wenn die – nicht geschnittenen – Schnittlauchstöcke im Frühsommer blühen, sind die übrigen Kastenpflanzen gerade im Aufwachsen und stören sich nicht. Größere Stöcke sollte man teilen, gelegentlich frische Erde tut ihnen ebenfalls gut.

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Pfefferminze

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Wo gibt es die Pflanzen?
Das Pflanzenangebot ist nicht so ausgefallen, dass man nicht zumindest den größten Teil in jeder gut sortierten Gärtnerei bekommt. Staudengärtnereien bieten allerdings oft auch Zuchtformen an, die in ihren Farben Besonderheiten aufweisen und damit zusätzliche Abwechslung in die Pflanzung bringen können, zum Beispiel Salbei mit gescheckten Blättern oder Fettehenne-Arten mit roten Blättern oder besonderen Blütenfarben. Das meiste wird als junge Staude angeboten und blüht noch im gleichen Jahr. Bei Schnittlauch, Ysop und Weinraute kann man auch Samen kaufen, muss dann aber selbst aussäen und bis zur Blüte mit einem Jahr Vorkultur rechnen.

Eine Empfehlung: Man sollte sich die Liste mit den lateinischen Namen zum Einkaufen mitnehmen, denn Fachgeschäfte geben nicht immer den deutschen Namen an. Geheimtipp unter Garten- und Imkerfreunden: Einen Gartenbesitzer – der auch Küchen- und Gewürzkräuter pflegt – fragen, ob er ein paar Ableger übrig hat. Gute Ratschläge zum erfolgreichen Einpflanzen gibt es oft kostenlos dazu.

-lwg- Bilder: am

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Ein Haus oder eine Wohnung
fürs ganze Leben?

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Wer sich ein Haus bauen oder eine Eigentumswohnung kaufen und möglichst lange auch im hohen Alter ein selbstbestimmtes Leben in seinem eigenen Zuhause führen möchte – das gleiche gilt auch für Menschen, die ihre Wohnung barrierefrei sanieren wollen oder aufgrund einer Behinderung, sei es durch Krankheit oder Unfall, eine weitgehend hindernis- und gefährdungsfreie Wohnung benötigen, sollte beachten, dass eine barrierefreie Wohnung ein Komfort für alle Bewohner und Besucher ist.

Betrachtet man die heutige gebaute Umwelt, gemietete Wohnungen und selbstfinanzierten Häuser, in denen man lebt, so kann man feststellen, dass diese meist nur für gesunde Menschen errichtet wurden. Früher hatte man keinen Gedanken daran verwendet, dass man einmal älter und damit auch unbeweglicher oder behindert werden könnte. Überall befinden sich Barrieren, u.a. in Form von Treppenstufen, zu engen Türen, zu hohen Schwellen zum Balkon oder zur Terrasse.

Für eine barrierefreie und zukunftweisende Hausplanung sollten Investoren, Architekten und die Bauherren einige grundlegende Planungsprinzipien berücksichtigen: Schlafzimmer, Bad und Toilette sollten grundsätzlich im Erdgeschoss untergebracht werden und die Türen nach außen aufgehen oder mit einer Schiebetür versehen werden, damit bei einer eventuellen Ohnmacht die Tür nicht blockiert und man sofort helfen kann. Neben dem Bett sollte ein Freiraum von 150 Zentimetern Breite sein, damit man bei häuslicher Pflege gut zum Patienten kommt und ihn ohne Schwierigkeiten u.a. zum Roll- oder Toilettenstuhl umsetzen kann.

Türbreiten sollten 90 Zentimeter nicht unterschreiten, damit sie mit Unterarmstützen, Gehwagen, Kinderwagen oder Rollstuhl uneingeschränkt passiert werden können und Treppen sollten in der Regel geradlinig verlaufen. Auf gewendelte Treppen ist zu verzichten, weil sie ungleiche Auftrittstiefen haben. Konstante Auftrittstiefen vermitteln gebrechlichen und ältern Menschen bessere Sicherheit beim Treppensteigen. Ebenso ist der Transport von Pflegebedürftigen auf geraden Treppen einfacher und ein Treppenlift ist später leichter zu integrieren. Vor der Treppe sollte ein Freiraum von 150 Zentimetern sein. Die beste Grifffähigkeit für Handläufe erreicht man bei einem Durchmesser von 30 – 45 Millimetern und die Handlaufenden sollten etwa 30 Zentimeter waagrecht über die letzte Stufe hinausreichen. Optimal sind zwei Treppen-Handläufe und die Treppenkanten sollten Kontrastreich gestaltet werden.

Lichtschalter, Steckdosen, Türdrücker und andere Bedienelemente sind bestmöglich auf einer Höhe von 85 bis 95 Zentimetern zu montieren. Diese Höhe unterstützt ein sicheres Zugreifen. Kontrastreiche Lichtschalter sind für sehbehinderte Personen und bei diffusem Licht eine Erleichterung. Badezimmer – ob mit Dusche oder mit Badewanne oder beidem – sind eine individuelle Entscheidung. Eine stufenlose Dusche ist bei eingeschränkter Bewegungsfähigkeit – wie z.B. bei einer Fußverletzung – von großem Vorteil. Man kann mit einem Plastikstuhl bequem duschen. Die Toilettenschüssel sollte von einer Seite -90 Zentimeter- frei zugänglich sein, damit sie eventuell später mit dem Rollstuhl anfahrbar ist. Der Badewannenablauf könnte so positioniert werden, dass man ihn später für eine ebenerdige Dusche verwenden kann. Die Oberkante des Waschbeckens sollte maximal 80 Zentimeter betragen, wobei die Kniefreiheit 30 Zentimeter in der Tiefe und 67 Zentimeter Höhe sein sollte. Eine Einhebelstandarmatur – mit einem langen, schwenkbarem Auslauf – ist vorteilhaft. Ein Spiege – kein Kippspiegel – sollte die Masse ca. 40 x 100 Zentimetern haben und mittig über dem Waschbecken angebracht werden. Die Unterkante sollte sich hier rund 90 Zentimeter über dem Fußboden befinden.

Balkon und Terrassentüren, sollten stufenlos ausgeführt werden. Bei der Garagenplanung ist darauf zu achten, dass an der Längsseite des Autos eine 150 Zentimeter tiefe Fläche zur Verfügung steht; damit schafft man einen Bewegungskomfort und man kann bequem ein- und aussteigen, egal ob man mit einem Kind auf dem Arm, mit Einkäufen bepackt, oder einem behinderten Menschen helfen muss.

Eine kontrastreiche Gestaltung der Wohnung ist gerade im höheren Lebensalter wichtig, denn es kommen typische Augenerkrankungen, wie z.B. altersabhängige Makuladegeneration, hinzu. In Deutschland gibt es rund eine Millionen Betroffene und jährlich erkranken 50.000 Personen neu an dieser Volkskrankheit. Je älter man wird desto wahrscheinlicher ist es, dass man eine derartige körperliche und sensorische Einschränkung bekommt.

-am- Bild: am

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Perlmuttfalter, Kammmolch und Co.:
Seltene Tierarten im Fokus

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Der Heidegrashüpfer liebt trockene Magerwiesen, wie sie die Schwäbische Alb im nördlichen Landkreis Dillingen bietet

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Region Dillingen – Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) beginnt im Landkreis Dillingen an der Donau die Naturschutzfachkartierung. In den nächsten zwei Jahren werden wichtige Lebensräume seltener Tierarten aus verschiedenen Artengruppen untersucht und dokumentiert. „Die Aktualisierung vorhandener Grundlagendaten ist eine wichtige Basis für die Arbeit von Behörden, Kommunen, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen“, betonte LfU-Präsident Claus Kumutat zum Auftakt der Naturschutzfachkartierung. Die Ergebnisse, die voraussichtlich im Herbst 2022 vorliegen, unterstützen fachlich fundierte Aussagen im Naturschutz und tragen zu einem effektiven Einsatz von Fördermitteln bei.

Gegenstand der Kartierung sind die Artengruppen Vögel, Reptilien, Amphibien, Libellen, Schmetterlinge und Heuschrecken: In welchen Gewässern gibt es noch Kammmolch und Gelbbauchunke, wo fliegen seltene Libellen und Schmetterlinge wie Binsenjungfern und Perlmuttfalter und wo sind im Sommer Heidegrashüpfer zu finden? Im Frühjahr 2021 werden Mittelspecht und Halsbandschnäpper in den Donauauen gesucht. Die beiden Vogelarten bevorzugen Laubwälder mit hohem Anteil an Eichen- und Buchen-Altholz.

Neben dem aktuellen Nachweis von Arten und ihren Lebensräumen ermöglicht die Kartierung auch den Vergleich mit älteren Daten. So können Aussagen zur Bestandsentwicklung seltener Arten gemacht und Fördermaßnahmen für bedrohte Arten gezielt umgesetzt werden. Die Naturschutzfachkartierung liefert Informationen über bedrohte Tierarten eines Landkreises. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Die Ergebnisse werden in der landesweiten Datenbank der Artenschutzkartierung zentral gespeichert.

-lfu- Bild: Eberhard Pfeuffer

 

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„Mit den Rangern unterwegs“

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Region Wunsiedel – Was macht die Landschaft zu dem was sie ist? Was ist besonders schützenswert? Welche historischen und kulturellen Hintergründe sollte man zum Naturpark Fichtelgebirge wissen? Welche Pflanzen und Tiere leben hier besonders gern? Und wie nimmt der Mensch auf all das Einfluss? Solche und andere Fragen beantworten die „Naturpark-Ranger“.  Geführten Touren „Mit den Rangern unterwegs“ sollen darüber informieren, was es überhaupt bedeutet „Naturpark“ zu sein – für die Tier- und Pflanzenwelt, aber auch für die Menschen. Wo die Unterschiede beispielsweise zu einem „Nationalpark“ liegen und wie sich Erholungssuchende richtig in der Natur verhalten. Die Zielgruppe ist entsprechend breit: „Mit den Rangern unterwegs“ richtet sich an Jung und Alt, Einheimische und Feriengäste, einzelne Wanderer und Familien. Die circa zweieinhalb Stunden dauernden, leichten bis mittelschweren Touren finden rund um die bekannten Naturpark-Infostellen statt und werden von den Naturpark-Rangern geführt; teilweise sind auch Geopark-Ranger an der Führung beteiligt.

Corona-bedingt war in diesem Jahr nur die Planung von drei Terminen möglich; vorgesehen ist aber, das Angebot im Jahr 2021 auszubauen. Weitere Infos: naturpark-fichtelgebirge.org

-lawun-

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Umgang
mit Wildtieren

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Oft ist zuhören, dass in Gärten überraschend Wildtiere – wie Füchse – anzutreffen sind. Manchen macht dieser Kontakt mit Wildtieren Angst; einige greifen zur Selbsthilfe und legen Giftköder aus, andere fordern den sofortigen Abschuss der Tiere. Die Jagdbehörde kann jedoch für einen gesunden Fuchs im befriedeten Bezirk, also in einem Wohngebiet, keine Abschusserlaubnis erteilen. Für den Fuchs gibt es keinen Abschussplan, die Fähen dürfen ferner von März bis Mitte August nicht gejagt werden.

Während manche Menschen vor Füchsen Angst haben oder sich vor übertragbaren Krankheiten schützen wollen, gibt es auch Tierfreunde, die Füchse extra anfüttern. Oft meinen sie: Die Tiere würden in den Garten, ins Dorf oder die Stadt flüchten, da ihnen der Mensch den Lebensraum nimmt. Jedoch ist dies falsch: Die Tiere suchen die Nähe zum Menschen, da gerade für anpassungsfähige Tierarten wie Marder, Füchse oder Waschbären hier beste Lebensräume – mit höheren Bestands- und Besatzdichten – geboten werden. Es gibt also in der Stadt mehr Füchse, als auf dem Land.

Ein Anfüttern führt meist dazu, dass Füchse die Scheu vor dem Menschen komplett verlieren und nach Futter betteln oder teilweise sogar in Wohnungen eindringen. Die Nähe zum Menschen bietet oft auch Schutz vor Feinden. Neben gewollter Fütterung füttern viele Menschen die Tiere auch ungewollt oft selber an: Durch unbedachtes Verhalten ist für Füchse der Speisezettel im Dorf und in der Stadt meist bestens bestellt – unverschlossene Mülleimer, weggeworfene Essensreste, Igel- und Vogelfutter, Komposte und offene Hunde- oder Katzennäpfe sind dann wie Selbstbedienungsläden. Wer stattdessen die Tiere aktiv fern halten will, kann einige Verhaltensweisen beherzigen: Komposte sollten verschlossen sein, Gelbe Säcke hochhängen, Haustiere nicht auf der Terrasse füttern und Speisereste ordnungsgemäß entsorgen. Jedoch wird man mit diesen Maßnahmen nie ganz verhindern, dass Füchse, Marder oder Dachse nachts den Garten besuchen.

Viele haben auch vor übertragbaren Krankheiten Angst. Der Fuchsbandwurm ist hier ebenso zu nennen, wie die Räude, welche sich auch auf Hunde überträgt. Es ist nachgewiesen, dass Haustierbestände vermehrt die Räude haben, in denen die Fuchspopulation stark räude-belastet ist. Bei anderen Wildtieren – wie Kaninchen – treten Krankheiten, wie beispielsweise die Staupe oder Myxomatose, auf. Diese Krankheiten können dazu führen, dass Wildtiere verenden. Tote Tiere sollten aus Gründen der Hygiene unbedingt fachgerecht beseitigt werden. Auf keinen Fall dürfen sie in Restmülltonnen oder in Biotonnen geworfen werden – sie sollen auch nicht vergraben oder hinter einer Hecke oder im Wald „entsorgt“ werden. Die fachgerechte Entsorgung erfolgt mit dem Verbringen der toten Tiere in eine Konfiskat-Truhe, welche meist im Landkreisbezirk befindlich sind. Die gekühlten Truhen werden regelmäßig von Fachfirmen geleert und der Inhalt wird entsorgt. Die Nutzung der Truhen ist meist kostenlos, für Fallwild ist der jeweilige Straßenbaulastträger zuständig.

Was Füchse und Marder anlockt – etwa offene Näpfe mit Katzenfutter – schmeckt auch einem anderen nützlichen Gartenbewohner, dem Igel. Igel haben neben dem Straßenverkehr einen neuen Feind bekommen, den auch der Mensch verantwortet. Immer öfter übernimmt ein Mähroboter das von vielen Gartenbesitzern als lästig empfundene Mähen des Rasens. Die Mähroboter schnurren nahezu geräuschlos über den Rasen und halten ihn meist auf Golfrasen-Niveau. Sie haben aber auch einen großen Nachteil: Die Hersteller weisen in ihren Bedienungsanleitungen darauf hin, die Geräte in der Gegenwart von Kindern oder Haustieren nicht unbeaufsichtigt arbeiten zu lassen – viele Gartenbesitzer verlegen die Betriebszeiten darum auf die Abend- und Nachtstunden.

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Leider kommt es vor allem bei Dunkelheit oft zu verhängnisvollen Zusammenstößen mit der heimischen Gartenfauna! Mähroboter sind eine Gefahr für Igel, Blindschleichen und Amphibien. Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie durch Mähroboter besonders gefährdet. Die Zahl der verletzten Stacheltiere, die zur Behandlung bei den Igelstationen abgegeben wurden, ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Dies wird auf die immer stärkere Verbreitung von Mährobotern zurückgeführt. Aber auch andere Kleintiere wie Blindschleichen oder Amphibien sind durch die automatischen Rasenmäher bedroht. Am Ende hat es jeder Mähroboter-Besitzer selbst in der Hand, etwas für den Tierschutz im eigenen Garten zu tun. Es wird empfohlen, die Betriebszeiten des Mähroboters auf das notwendige Minimum zu begrenzen und darauf zu verzichten, ihn nachts laufen zu lassen. Ein guter Kompromiss ist beispielsweise der Betrieb am Vormittag, wenn die Kinder in der Schule sind, oder am frühen Abend, solange es noch hell ist.

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-lramb- Bilder: am

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Wohnen
im Alter

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Der demographische Wandel, sich ändernde Familienstrukturen und die Heterogenität der individuellen Lebenslagen älterer Menschen erfordern neue gesellschaftliche Antworten und insbesondere vielfältige alternative Wohn-, Pflege- und Betreuungsformen für ein würdevolles Altern. Alternative Lebensformen sind gefragt: Es entspricht derzeit dem überwiegenden Wunsch älterer Menschen, ihr Leben auch im Fall von Hilfebedürftigkeit möglichst unabhängig, selbständig und selbstbestimmt in der vertrauten Umgebung namens „zu Hause“ verbringen zu können. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2040 um etwa 60 bis 75 Prozent steigen wird.

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Vielfältige Möglichkeiten für ein Wohnen im Alter können u.a. sein:
Betreutes Wohnen zu Hause; betreutes Wohnen; Quartierskonzepte; ambulante Hausgemeinschaften; intergenerative Wohnformen; Wohngemeinschaften für Ältere; ambulant betreute Wohngemeinschaften und stationäre Einrichtungen.

-am- Bilder: am

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Ambrosia und Riesenbärenklau
sind nicht ungefährlich

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Pflanzen, die den Menschen schaden können, kommen in der Natur immer wieder vor. Dazu zählt zweifelsohne die Ambrosia, auch „Beifußblättriges Traubenkraut“ genannt. Die Ambrosia beginnt ab Anfang Juli mit der Blüte, unmittelbar danach kommt es zur Pollenausschüttung. Durch ihr hohes allergenes Potential ist diese Pflanze sowohl für Allergiker als auch gesunde Menschen problematisch bis gefährlich. Vor allem während der Blütezeit, von Juli bis Oktober, könnten Symptome -wie juckende Augen, allergischer Schnupfen, Husten, Atemlosigkeit und Asthmaanfälle auftreten.

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Ambrosia, alias „Beifußblättriges Traubenkraut“

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Am besten ist die Ambrosia durch Ausreißen der gesamten Pflanze zu bekämpfen. Blüht die Pflanze noch nicht, reichen Handschuhe zum Eigenschutz aus. Sind die Blütenstände sichtbar, ist es ratsam, vor dem Entfernen der Pflanze einen Plastiksack überzustülpen, dann mitsamt ihrem Wurzelstock auszureißen und zu entsorgen. Die Entsorgung sollte auf jeden Fall über die Restmülltonne bzw. bei größeren Mengen über die Müllverbrennung erfolgen. Bei der Entfernung während der Blüte ist das Tragen eines Mundschutzes, d.h. einer Feinstaubmaske – mindestens FFP2 oder höher – notwendig. Handschuhe, Schutzanzug und eine dicht sitzende Schutzbrille schützen zusätzlich vor Kontaktallergien. Bei Ambrosia ist zu beachten, dass die Samen noch viele Jahre im Boden keimfähig bleiben. Deshalb ist es wichtig, diese Bereiche auch in den Folgejahren rechtzeitig vor der möglichen Blüte zu kontrollieren, um einen Bestand vorher restlos beseitigen zu können.

Ein besonderes Augenmerk sollte auf Straßenrändern und Bereiche mit Erdbewegungen bzw. offenem Boden liegen, da die Samen der Pflanze häufig durch Fahrzeuge oder kontaminiertes Erdreich verteilt werden und gute Wachstumsbedingungen vorfinden.

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Riesenbärenklau

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Eine weitere invasive und sehr widerstandsfähige Pflanze ist der „Riesenbärenklau“. Der Pflanzensaft ist phytotoxisch, d.h., wenn mit dem Saft benetzte Haut mit Sonnenlicht in Berührung kommt, entstehen zum Teil Hautrötungen bis hin zu schweren Verbrennungserscheinungen. Wer diese Pflanze im Garten oder auf seinem Grundstück hat, kann sie meist nur durch Ausstechen bekämpfen. Dabei sollten Körper, Gesicht und Augen vor dem Kontakt mit dem Pflanzensaft geschützt sein. Empfehlenswert ist das Tragen eines Schutzanzuges mit Handschuhen und einer Schutzbrille. Falls möglich, sollte die Entfernung nur an bewölkten Tagen oder in den Abendstunden stattfinden. Idealerweise findet die Entfernung oder der Rückschnitt noch vor der Blüte statt. Werden die Pflanzen nur zurückgeschnitten, ist zu beachten, dass meist noch eine Nachblüte erfolgt, die ebenfalls entfernt werden sollte. Eine besonders hartnäckige Eigenschaft ist, dass die Samen sogar an den abgeschnittenen Samenständen noch ausreifen können. Die Samen behalten außerdem ihre Keimfähigkeit über mehrere Jahre hinweg, weshalb die Samen nicht in den Kompost gelangen dürfen. Auch der „Riesenbärenklau“ wird mit durch Samen oder Wurzelresten kontaminiertes Erdreich verbreitet. Wird ein kleiner Bestand, ob Ambrosia oder Riesenbärenklau, von Anfang an konsequent bekämpft, besteht auch Hoffnung, die Pflanzen zumindest an der Stelle wieder los zu werden.

-lapaf- Bilder: lapaf

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Auf der Suche
nach der Fledermaus des Jahres

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Region Neustadt an der Waldnaab – Die Fledermaus des Jahres 2020, die seltene Mopsfledermaus, macht sich im Sommer die Scheunen des Naturparks NOW zu Nutze und schläft dort tagsüber u.a. in Spalten zwischen den Holzbalken. Naturpark-Rangerin Simone Peuleke befestigt derzeit im Naturparkgebiet „Batcorder“ in der Nähe solcher Scheunen. Die „Batcorder“ nehmen die Ultraschallfrequenzen der Fledermäuse auf, so dass festgestellt werden kann, ob die Scheunen von Mopsfledermäusen bewohnt werden.

Die Tätigkeit ist Teil eines bundesweiten Naturschutzprojekts, dessen Ziel in Nordostbayern es ist, Scheunen-Lebensräume für die gefährdete Mopsfledermaus zu sichern. Naturparkbewohner mit geeigneten Scheunen können sich am Projekt beteiligen, indem sie die Naturpark-Rangerin kontaktieren, die dann vor Ort einen „Batcorder“ für einige Tage anbringt. Es bestehen Möglichkeiten der Förderung bei den von Mopsfledermäusen bewohnten Scheunen. Außerdem findet im Anschluss an das Projekt eine Ehrung mit Urkunden für alle Teilnehmer und eine Präsentation mit den Ergebnissen statt. Weitere Infos: Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald e.V., naturpark-now.de

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Naturpark-Rangerin Simone Peuleke befestigt derzeit im Naturparkgebiet „Batcorder“

-lanew- Bild: lanew

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„Wildes Wohnzimmer“

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Region Fürth – Jäger, Imker und ein Landwirt haben in Weinzierlein in den vergangenen Jahren zwei große Flächen zu Wildlebensräumen umgewandelt. Dazu haben sie entsprechende Pflanzen auf zwei Grundstücken gepflanzt. Die eine Blühfläche wurde 2018 angesät und ist rund 2500 Quadratmeter groß. Die zweite Fläche wurde Ende April 2020 angesät und umfasst knapp 5800 Quadratmeter. Dort traf sich die Regionalinitiative “Gutes aus dem Fürther Land” zusammen mit Landrat Matthias Dießl und dem örtlichen Bürgermeister Thomas Zwingel.

Die Projektpartner informierten die Gäste über die Hintergründe der Aktion: Daran beteiligt ist Helmut Stoll, Landwirt, Jäger und Jagdpächter aus Weinzierlein. Er hat die beiden Grundstücke von Eigentümer Wolfgang Meyer gepachtet, mit der Maßgabe, darauf langjährige Blühflächen anzusäen und zu pflegen. Die Imker Jürgen Wied, Gerhard Behringer und Hans-Peter Härtl aus Weinzierlein haben das Saatgut für die Blühflächen zur Verfügung gestellt. Tatkräftig unterstützt wird die Aktion durch den Jagdvorstand des Jagdbezirks Weinzierlein. „Ganz wichtig ist das Miteinander der beteiligten Jäger, Imker und Jagdgenossenschaft. Ein Gegeneinander hätte diesen neuen Naturraum nicht vorangebracht“, so Helmut Stoll, der sich hierfür auch bei seinen Mitstreitern und den Grundstückseigentümern aus Weinzierlein für den großen Einsatz bedankte. “Hier wurde ein Stück ursprünglicher Wildlebensraum geschaffen. Daran sieht man, wenn man der Natur Zeit lässt und sie wenig beeinflusst, was sich entwickeln kann. Die Verantwortung beginnt bei jedem selbst, einen Teil für die Natur beizutragen“, so Landrat Matthias Dießl. Das zeigen die Akteure, die mit viel Eigenleistung ein Stück Wildlebensraum geschaffen haben. Die Projektpartner haben dabei bewusst auf Fördergelder verzichtet und ihre jahrelange Erfahrung einfließen lassen. Letztendlich wurde die Natur größtenteils sich selbst überlassen. Sofern Arbeiten zu verrichten waren, wurden diese behutsam vorgenommen.

-lafü- Bild: lafü

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Rosenpflege
nach der Blüte

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Die Rose als „Königin der Blumen“ schmückt fast jeden Garten. Noch stehen die Rosen in voller Blüte. Doch hohe Temperaturen und starker Regen führen zu einem schnellen Verblühen. Die unterschiedlichen Wuchsformen sowie die verschiedenen Blütenfarben lassen fast keinen Wunsch offen. Ungefüllte und halb gefüllte Sorten liefern Pollen und Nektar und werden deshalb von Insekten gerne besucht.

Sanfter Rückschnitt
Einmalblühende Rosen blühen früher und anhaltender. Auch wenn der Name schon sagt, dass die Pflanzen keine weitere üppige Blüte hervorbringen werden, kann es sein, dass bei starker Blüteninduktion vereinzelte Nachblüher erscheinen. Ansonsten freut man sich über eine reiche Hagebuttenpracht. Bei mehrmals blühenden Rosen lohnt sich der Griff zu Schere. Man sollte nicht sehr tief schneiden, nur bis zum nächsten voll ausgebildetem Blatt. Dann erscheinen die Nachblüten schneller.

Manchmal haben sich, besonders an alten und historischen Rosensorten, schon kleine Seitentriebe gebildet. Damit ist der Schnitt vorgegeben. An den jungen Trieben sind bereits neue Blütenknospen angelegt. Es wäre schade, wenn man diese entfernt. Leider ist manche Rose nicht mehr ganz makellos. Gelegentlich findet man erste Schadsymptome. Sei es Echter Mehltau oder Rosenrost; hier empfiehlt es sich betroffene Pflanzenteile großzügig zurück zu schneiden, um mehr Luft und Licht in die Pflanze zu bringen sowie die Krankheiterreger zu entfernen. Welke Triebe werden durch Rosentriebbohrer verursacht, die sich in die Triebe einbohren und schließlich zum Welken und Absterben führen. Auch hier sollten Sie großzügig zurückschneiden.

Wasser und Nährstoffe
Stehen Rosen schon mehrere Jahre auf ihrem Platz, haben sie ein weit- und tiefreichendes Wurzelwerk gebildet. Das erleichtert das Bewässern.  In Trockenphasen sollte man lieber weniger oft gießen, also nur alle ein bis zwei Wochen und dafür aber durchdringend. Zu starke Trockenheit würde die neue Trieb- und Blütenbildung hemmen. Im Wurzelbereich sollte man auf den Boden und nicht über die Blätter gießen. Dies beugt Pilzkrankheiten vor.

Meist reicht eine einmalige Düngung der Rosen im Frühjahr, besonders dann, wenn es sich um einen Langzeitdünger – wie Kompost oder andere organische Dünger – handelt. Verfärben sich die Blätter während oder nach der Blüte hell und man hat das Gefühl, dass die Pflanze Hunger leidet und nicht mehr wüchsig austreibt, kann noch nachgedüngt werden. Flüssigdünger oder in Gießwasser aufgelöste mineralische Dünger wirken schnell. Bei später Düngung (nach Mitte Juli) reifen die Triebe bis zum Spätherbst und Winter nicht mehr richtig aus und sind frostempfindlich. Weitere Infos: lwg.bayern.de/gartenakademie

-lalif/lwg- Bild: Christine Scherer

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