Bergfilmfestival Tegernsee 2019

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17. Internationales

Bergfilm-Festival Tegernsee

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Region Miesbach – Auch dieses Jahr sind die Berge der Erlebnisraum und dienen als Kulisse für unwahrscheinliche Leistungen. Natürlich kommen aktuelle Themen wie Klimawandel, Umweltzerstörung und Tourismus nicht zu kurz. Die Beiträge beim 17. Internationalen Bergfilm-Festival Tegernsee sind so vielfältig, kritisch und erlebnisreich, wie auch das Biotop „Gebirge“ atemberaubend schön, unwiderstehlich herausfordernd und unwahrscheinlich wandlungsfähig ist.

Steile Wände, wilde Flüsse und viel Idealismus begleiteten die Hauptakteure der gezeigten Filmbeiträge – bei der Eröffnungsfeier des diesjährigen Internationalen Bergfilm-Festivals – im Barocksaal des Schlosses Tegernsee. Mit packenden Bildern gelang es den Filmemachern wieder einmal, ihr Publikum zu begeistern. Seine Weltpremiere feierte der Film „Endless Winter“, der eindrucksvoll das Leben des in der Steiermark geborenen Toni Sponar zeigte, der nach dem Krieg nur die Freiheit suchte, mehr oder weniger durch Zufall Skilehrer wurde und seine Heimat schließlich in einem Hochtal in den Anden in Chile fand. Erfreut begrüßte Festival-Direktor Michael Pause den nunmehr 85 jährigen Toni Sponar sowie die Filmemacher Michael Neumann und Henrik van Janda-Eble.

Der Applaus war frenetisch, als Toni Sponar auf die Bühne kletterte. Und es ging schon unter die Haut, als er gleich zu Beginn einen eindringlichen Appell an alle im Saal richtete: „Macht euch bewusst, was da gerade mit der Erde geschieht – und handelt entsprechend!“, so Sponar. Er selbst hat es geschafft, in 50 Jahren keinen einzigen Winter zu verpassen. Weder auf der Süd- noch auf der Nordhalbkugel. „Endless Winter“, den Film, der die spannende Geschichte seines Lebens erzählt, hat auch er bei der Weltpremiere in Tegernsee zum ersten Mal gesehen. Eigentlich konnte er es gar nicht richtig glauben, dass er der Held dort oben auf der Leinwand im ausverkauften Barocksaal war und ihm der Applaus galt.

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Toni Sponar im Gespräch mit Festival-Direktor Michael Pause

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Ein weiterer Filmbeitrag handelte von den Höchstleistungen beim Extrem-Klettern. Hier zeigte die Tirolerin Babsi Zangerl, was eine der weltbesten Kletterinnen auszeichnet – im Film durch atemberaubend ehrliche und intensive Aufnahmen dargestellt. Zusammen mit Jacopo Larcher, ihrem Lebensgefährten und ebenfalls Spitzenkletterer, bewältigte die junge Frau die härtesten alpinen Routen – wie die „Magic Mushroom“ im Yosemite Valley. Zangerl begeistert nicht nur im Film, sondern auch auf der Bühne. Man glaubt ihr, dass sie keinen Wert auf Schlagzeilen legt. Viel wichtiger ist für sie, dass sie mit ihrem Seil- und Lebenspartner Larcher in der Welt der steilen Wände unterwegs sein kann – mit jemandem, auf den sie sich in jeder Situation zu hundert Prozent verlassen kann. Denn der Wert einer solchen Partnerschaft und die Freiheit, einfach aufbrechen zu können, sei durch nichts zu ersetzen. Am allerwenigsten durch lukrative Sponsorenverträge.

Eiskalt erwischt das Publikum dann Olaf Obsommers neuester Wildwasser-Abenteuerfilm „Eisiger Tanz mit dem Götterfall“. Waghalsigkeit offenbarte der Film, der die kühnen Erlebnisse von vier Kajafahrern im winterlichen Island erzählt. Die jungen Wildwasserpadler wagen u.a. den Ritt auf dem „Godafoss“ und müssen mit Kälte, Eisblöcken und dem rasant hinabstürzenden Wasser des „Fall der Götter“ zurechtkommen. Der Filmemacher Obsommer fing herrliche Bilder der Winterlandschaft auf Island ein und zeigte den mutigen Kampf der Wildwasserpadler mit tosenden Wasserfällen. Wie kleine Kinder freuen sich die Kajafahrer, für einen Moment Teil dieser faszinierenden Landschaft sein zu dürfen. Wie heiß ihre Leidenschaft für Wildwasser ist, merkt man nicht nur im Film, sondern auch im Gespräch mit Festival-Direktor Michael Pause.

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Ob einer der drei Beiträge zur Eröffnung im Barocksaal wohl einen Preis erhalten wird? Darüber zerbricht sich die international besetzte Jury den Kopf. Gesichtet haben sie bereits alle Filme, doch die Entscheidung fällt schwer, will genau abgewogen werden. “Viele Filme, wenig Preise“, ist im Moment der Tenor. Das Niveau sei sehr hoch, was aber auch bedeute, dass eigentlich kaum ein Film ganz besonders herausragt, ist von der Jury zu hören. Da gilt es, genau hinzuschauen, die Feinheiten aufzuspüren. Und dann werden manche Produktionen immer besser, immer wertvoller.

Besonders positiv ist der Jury aufgefallen, dass viele junge Filmer und Filmerinnen das „Schneller-höher-weiter-Zeitalter“ endgültig überwunden haben und mit ganz neuen Ideen an das Thema Berg herangehen. Die eigene Leistung der Protagonisten wird nicht mehr in den Vordergrund gestellt, sondern auf mehreren Ebenen hinterfragt. So entstehen spannende Psychogramme, ergeben sich überraschende Wendungen. In kaum einem Film wird der Berg noch als „Sportgerät“ wahrgenommen, sondern als hoch sensibler, schützenswerter Naturraum.

„Jeder kann etwas tun, aber tut es endlich – es betrifft die Zukunft von uns allen!“: das sagte eindringlich Toni Sponar, dem es gelungen ist, ein Leben lang seinen Traum zu leben. Weitere Infos: www.bergfilm-tegernsee.de

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-am- Bilder: am

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