Landfrauentag im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen 2020

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Landfrauentag

im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

2020

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Region Bad Tölz-Wolfratshausen – Für den diesjährigen Landfrauentag, der unter dem Motto „Wir gestalten die Region“ stand, arbeitete Ursula Fiechtner – Kreisbäuerin des Kreisverbands Bad Tölz-Wolfratshausen – und ihr Team ein abwechslungsreiches und heiteres Programm aus. Nach der Heiligen Messe in der Pfarrkirche Ascholding trafen sich die Landfrauen und die Ehrengäste zum offiziellen Teil des besonderen Tages. „Der Landfrauentag ist ein Festtag, an dem Sie sich zurücklehnen können“, begann Rolf Oehler, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen, seine Grußworte. „Sie, meine Damen, sind diejenigen, die im Mittelpunkt des landwirtschaftlichen Betriebes stehen, sind die Seele und das Herz des Betriebs“, betonte Oehler. Ferner ging er auf die schlechte Stimmung in der bäuerlichen Bevölkerung wegen des Volksbegehrens ein: „Den Initiatoren ist bis heute noch nicht klar, was sie angerichtet haben“, so Oehler – und berichtete erfreut über die enormen Erfolge und gute Auslastung der Landwirtschafts- und Hauswirtschaftsschule: „Die Schulen machen die Bäuerinnen und Bauern fit für die Zukunft!“, resümierte der AELF-Amtsleiter.

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Rolf Oehler, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen, betonte:
„Sie, meine Damen, sind diejenigen, die im Mittelpunkt des landwirtschaftlichen Betriebes stehen!“

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Kreisbäuerin Ursula Fiechtner erwähnte in ihrer Festrede u.a. den derzeitigen Medikamentenmangel. „Diese Engpässe werden wegen Auslagerungen der Produktionsstätten von Deutschland ins Ausland hervorgerufen. Die Versorgungslage wird immer unsicherer, wird es nun mit den Lebensmitteln genauso? Wo bleibt die Ernährungssicherheit?“, meinte Fiechtner. Die Kreisbäuerin verwies ferner auf die Probleme der Jugend, bäuerliche Anwesen weiterzuführen und auf die mangelnde Bereitschaft der Bevölkerung, regional erzeugte Produkte zu konsumieren und selber für den Umweltschutz sowie gegen den Klimawandel einzustehen.

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„Durch Bauern ist die Ernährungssicherheit gewährleistet. Ohne uns gehen die Lichter aus!“, so Ursula Fiechtner


Josef Niedermaier, Landrat des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, zeigte sich erfreut, am Landfrauentag teilnehmen zu dürfen und ging ebenso auf die aktuellen Thematiken ein. Allerdings sprach der Landrat auch den demographischen Wandel, den Fachkräftemangel und die mangelnde Wertschätzung von Lebensmitteln an, wobei Lösungen nur vor Ort besprochen werden könnten. Allerdings erwähnte Niedermaier auch noch die Wertschöpfungskette, die mit dem Erzeuger der Rohstoffe beginne.

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Landrat Josef Niedermaier: „Die Wertschöpfungskette beginnt mit dem Erzeuger der Rohstoffe!“

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„Bürgermeisterfragerunde“

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Den Festvortrag hielt Mathilde Ahle, Bürgermeisterin aus Langenmosen;
Ursula Fiechtner dankte ihr mit einem Geschenkkorb und Blumen (v.l.)

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Einen Scheck für die Dorfhelferinnen in Höhe von 1000,- Euro übergab Manfred Gasteiger,
Vorsitzender des Kreisverbands der Raiffeisenbanken im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

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Den Festvortrag hielt Mathilde Ahle, Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft, Ernährungsfachfrau, Präsidentin der Erwachsenenbildung, ehemalige Kreisbäuerin und ehrenamtliche Richterin am Landwirtschaftsgericht sowie ehrenamtliche Richterin am Verwaltungsgericht und jetzt als erste Bürgermeisterin der Gemeinde Langenmoosen tätig. Ihren interessanten Vortrag begann die Politikerin bei ihrer Kindheit, als sie mit drei Geschwistern in einem landwirtschaftlichen Betrieb mit angeschlossener Gastwirtschaft aufwuchs, wobei Kindheit und Jugend zwar von der Mitarbeit im Betrieb, jedoch auch von ihrem musikalischen Talent, dem Gesang, geprägt war. „Selbst heute noch singe ich im Kirchenchor“, bekannte sie. Mathilde Ahle berichtete von der Zeit, als sie ihre Familie gründete, selber eine Landwirtschaft führte, ehrenamtliche Tätigkeiten in Kindergarten und Schule übernahm, als Kreisbäuerin bestimmt wurde und als noch „Kinder-Küche-Kirche“- in den Köpfen umherschwirrrten. Sie spannte den Bogen weiter bis ins Heute. Ihr war immer bewußt, so die Mutter von vier Kindern, dass sie durch ihre Tätigkeiten in Politik und Ehrenamt die Familie so manches Mal mit der Arbeit auf dem Hof alleine ließ, was ihr auch ständig schlechtes Gewissen bereitete. Doch erhielt sie stets Verständnis, Rückhalt und Hilfe. Ihren Vortrag beendete Mathilde Ahle mit einem Apell an die Landfrauen, sich in der Gesellschaft und vorallem in der Politik einzubringen und den Mut aufzubringen, sich gegen die selbstgesteckten Normen – Zurückhaltung und den Drang zu Perfektionismus – zu stellen und mehr auf die eigenen Träume und Ziele einzugehen. Besonders die aktuelle Situation der bäuerlichen Landwirtschaft samt Diskussionen über Klimaschutz, Artenvielfalt und Düngeverordnung war der Politikerin ein Herzensanliegen. Mathilde Ahle forderte die Landfrauen auf, darüber in der Öffentlichkeit zu sprechen, den Mut aufzubringen, Neues auszuprobieren oder Altes zu verändern und die junge Generation bei diesem Prozess mitzunehmen. „Hört auf euer Bauchgefühl, kein Mensch ist perfekt! Gebt auf euch selber acht und sorgt für einen Ausgleich“, resümierte sie. Anschließend las Dr. Georg Unterholzner – Tierarzt, Krimiautor, Erzähler und Schauspieler – humorvolle Geschichten aus seinem umfangreichen Repertoire vor und begeisterte das Publikum.

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Ehrung der Hauswirtschaftsmeisterin und Dorfhelferin Christine Greinwald v.l.:
Josef Niedermaier, Landrat des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen; Maria Urban, stellv. Kreisbäuerin; Ursula Fiechtner, Kreisbäuerin;
Christine Greinwald;  Mathilde Ahle, Bürgermeisterin aus Langenmosen; Nicole Fischer, BBV-Dienststellenleiterin in Holzkirchen
und Rolf Oehler, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen

-am- Bilder: am