Bergwacht Schliersee: 100 Jahre Bergrettungsdienst Schliersee im Roten Kreuz

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Bergwacht Schliersee:

100 Jahre Bergrettungsdienst Schliersee im Roten Kreuz

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Region Miesbach – Als sich der Schlierseer Buchhändler August Finsterlin anno 1888 seine ersten Skier aus Finnland kaufte, konnte er nicht ahnen, wie sich der Skisport in den Bergen des Landkreises Miesbachs entwickelte. Waren anfangs nur einige Skitourengeher unterwegs, kamen im Jahre 1907 schon 2000 Wintersportler und in den zwangziger und dreißiger Jahren bis zu unglaublichen 10.000 Skifans u.a. mit dem Zug aus München nach Schliersee.

Damals hielt sich die Kranken- und Verletztenrate der Skifahrer zwar noch in Grenzen, dennoch mussten Personen aus unwegsamen Gebieten und abgelegenen Hütten geborgen werden. Die Bergung und den Abtransport übernahmen die Männer der 1902 gegründeten ‚Schlierseer Alpenvereins-Sektion‘, welche die „Freiwillige Rettungsgesellschaft Schliersee“ gründeten, die im Jahre 1907 dann in die „Freiwillige Sanitätskolonne Schliersee im Roten Kreuz des Bayerischen Landeshilfsvereins“ umgewandelt wurde. 1911 entwickelte sich aus ihren Reihen die „Erste deutsche schifahrende Sanitätskolonne Schliersee“. Dies war die Geburtsstunde des organisierten Bergrettungsdienstes im Zeichen des Roten Kreuzes. Im Jahre 1919 gründete dann August Finsterlin, selbst Mitglied der Sanitätskolonne, den „Gebirgsunfalldienst“. Seit dieser Zeit besteht der regelmäßige alpine Rettungsdienst mit Streifen und festen Stützpunkten zwischen Bodenschneid und Sudelfeld sowie zwischen Schliersberg und Valepp. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der „Gebirgsunfalldienst“ auf Anordnung der Alliierten Besatzungsmächte in die Bergwacht im Bayerischen Roten Kreuz über. Im Jahr 1960 wurde Schliersee dann eine selbstständige Bereitschaft mit 40 aktiven Mitgliedern.

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Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, dankte den Schlierseer Bergwachtlern für ihr großartiges Engagement

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Durch den ständigen Ausbau der Bergwelt mit Bergbahnen und Sesselliften wurde auch die Bergrettung erweitert – es wurden geländegängige Fahrzeuge angeschafft und in Ausrüstung investiert – sogar eine einheitliche Kleidung erhielten die Mannschaften. Die Bergretter standen in Kooperationen mit den ausländischen Nachbarn, die zu Freundschaften wurden und bis heute gepflegt werden.

Frauen eroberten die Männerdomäne „Bergwacht“ ab der Jahrtausendwende, als sich im Jahr 2000 die ersten jungen Frauen als Anwärterinnen meldeten. Heute haben sie einen festen Platz bei der Bergwacht Schliersee und übernehmen Verantwortung als Gruppen- und Einsatzleiterinnen. Und natürlich ging auch die Digitalisierung nicht an den Bergrettern vorbei: Ab 1994 half „Kollege Computer“ – 1999 kam eine ISDN-Anlage mit einem leistungsfähigen Fax dazu und ab 2016 zog der Digitalfunk bei der Bergwacht ein.

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Wolfgang Rzehak, Landrat des Landkreises Miesbach, lobte das Bergwacht-Team für das selbstlose Handeln

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Heute leitet Marcus Taubenberger als Bereitschaftleiter die Geschicke der Bergwacht Schliersee. Zum 100-jährigen Jubiläum gratulierten neben Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, auch Wolfgang Rzehak, Landrat des Landkreises Miesbach; Franz Schnitzenbaumer, erster Bürgermeister der Marktgemeinde Schliersee; Otto Möslang, Vorsitzender der Bergwacht Bayern sowie viele Mitglieder und Freunde der Berwacht Schliersee, mit kleinen und größeren Geschenken. Die Feierlichkeiten fanden im Saal des Theater Terofal in Schliersee statt.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner hob hervor, dass die Aktivitäten in den Bergen gestiegen seien und somit auch die Anforderungen an Material und Mensch. Landrat Rzehak dankte den Bergwachtlern für die gute Zusammenarbeit, welche sich zuletzt beim „K-Fall“ bemerkbar machte und betonte, dass die Männer und Frauen der Bergrettung, ohne auf die eigene Sicherheit rücksicht zu nehmen, anderen Menschen selbstlos helfen würden und gab zu bedenken, dass der Staat diese Arbeit, welche die Bergwacht leiste, niemals bezahlen könnte. Schliersees Bürgermeister, Franz Schnitzenbaumer, bemerkte, dass sich das Freizeitverhalten der Menschen geändert habe und beispielsweise das Skitourengehen zum Massensport wurde. Bergwacht Bayern-Chef, Otto Möslang, forderte deshalb, mit Bezug auf immer wieder neue Bergsportarten, auch neue Rettungstechniken.

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Franz Schnitzenbaumer, erster Bürgermeister der Marktgemeinde Schliersee,
betonte, dass die Herausforderungen an die Ehrenamtlichen Helfer erheblich gestiegen sind

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Marcus Taubenberger, Leiter der Bergwacht Schliersee, bedankte sich bei allen Bergwachtlerinnen und Bergwachtlern für ihr Engagement und zeigte in einer Diaschau die Werdegänge der Schlierseer Bergrettung von 1911 bis in die heutige Zeit. Die Zeitreise begann mit Fotos von Werbepostkarten der Bergrettung, zeigte dann die Fahrzeuge, die mehr oder weniger Bergtauglichkeit bewiesen sowie die Hubschrauber der Luftrettung, deren erster Einsatz 1967 an der Firstalm erfolgte. Ferner wurden verschieden Übungen mit dem ADAC, der Polizei und der Bundeswehr erklärt.

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Horst Hornfeck (l.) erhielt von Marcus Taubenberger eine Ehrung für 61-jährige Mitgliedschaft und wurde auch von Ilse Aigner beglückwünscht

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Marcus Taubenberger zählte die vielfäligen Einsatzbereiche auf, die neben der Bergrettung und Gleitschirmrettung auch noch die Tierbergung sowie die Rettung verunglückter Wintersportler als auch Unterstützungseinsätze bei polizeilichen Einsätzen oder Veranstaltungen umfassen. „Nebenbei“ ist die theroretische Ausbildung von Nachwuchs und die eigene Weiterbildung sowie das Kennenlernen und Handhaben von neuer Ausrüstung obligatorisch, dazu gehört auch das mehrmalige Training im Bergwacht-Schulungszentrum in Bad Tölz und das Besetzen der Hüttenbereitschaft. Doch trotz allen Pflichten, die das Ehrenamt mit sich bringt, wird die Kameradschaft und Geselligkeit großgeschrieben und bei Veranstaltungen und Ausflügen gepflegt. Ferner dankte der Bergwachtleiter nicht nur seinen Kollegen, sondern allen Förderen und Arbeitgebern, welche die Bergwacht Schliersee unterstützen.

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-am- Bilder: am

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