Der Verein „Therapeutisches Reiten Oberland e.V.“ feierte sein Sommerfest auf dem Straußenhof

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Der Verein „Therapeutisches Reiten Oberland e.V.“

feierte sein Sommerfest auf dem Straußenhof

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Region Miesbach – Der Verein „Therapeutisches Reiten Oberland e.V.“ nahm sein Sommerfest auf dem Straußenhof in Waakirchen zum Anlaß, seine Freunde, Förderer und Unterstützer einzuladen, um ihnen im Rahmen einer informativen Präsentation die Arbeit der Pferde-Therapeuten vorzustellen. Nach einem Sektempfang wurden die zahlreichen Gäste in die angenehm kühle Reithalle gebeten. Karin Friedenberger, die erste Vorsitzende des Vereins, begrüßte die Besucher zum großen Sommerfest. Sie stellte die Vorstandsriege des Vereins vor und erklärte die Verwendungungszwecke der gespendeten Gelder: „Uns liegt sehr viel daran, uns zu öffen, damit Sie sehen, was wir mit Ihrem Geld machen und wo es hingeht: Unter anderem in die Ausbildung von unseren Pferden und in die Ausrüstung für die Therapie unserer Patienten.“

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Als Hausherr auf dem Straußenhof, Vorstandsmitglied und Pferdekenner, übernahm anschließend Bruno Six das Wort und stellte gleich zwei Pferdedamen vor: „Das sind unsere ältesten Pferde, die Ulla und die Maja, die normalerweise auf einem Gnadenhof landen würden oder, weil sie ausgedient haben, dem Leben Ade sagen müssten, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Wir haben jedoch Gönner, die es ermöglichen, dass beispielsweise die Kaltblutstute Ulla, die noch nie einen Tag krank war und mittlerweile 30 Jahre alt ist, bei uns auf dem Hof bleiben kann.

Diese Gönner ermöglichen den Pferden einen angenehmen „Austrag“; sie sind in Rente – was aber nicht heißt, dass sie den ganzen Tag nur ihre Hufe in die Luft strecken und nichts mehr zu tun haben. Beide Pferde sind immer noch soweit im Einsatz, dass Menschen mit Handicap Tuchfühlung mit ihnen aufnehem können; sie putzen, streicheln, knuddeln und liebhaben können. Auch wenn die Ulla heute nicht mehr geritten wird, so ist sie doch noch therapeutisch tätig und wichtig für uns und die Patienten. Doch nicht nur Ulla ist im Rentenalter noch tätig. So arbeitet die Therapeutin Marie Sophie Breuer in ihrer „Montagsgruppe“ beispielsweise mit der Pferde-Rentnerin Maja zusammen, um Kindern mit Entwicklungsverzögerungen zu helfen.“

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Bei ihrer hinreissenden Vorführung präsentierte eine junge charmante Reiterin, was sie bei ihren Therapiestunden schon alles gelernt hat. So konnte sie, während Maja im langsamen Schritt ging, freihändig reiten und einen Ball fangen und führte gar die „Mühle“ vor, was beim Voltagieren ein Umdrehen um 180 Grad bedeutete – auf dem Pferd wohlgemerkt! Das Publikum applaudierte begeistert. „Die Kinder öffnen sich, zeigen ihre Freude und ihr Selbstbewußtsein und ihre Mobilität wird gestärkt und gesteigert“, betonte die Therapeutin Marie Sophie Breuer.

Dann erzählten Patientinnen mit Handicap, wie gut die Reittherapie für sie ist. Marion: „Ich komme jeden Dienstag auf den Straußenhof zur Therapie. Das Reiten bringt mir so viel, es geht mir danach so gut. Ich habe dann keinen Schwindel mehr und ich kann wieder gut laufen.“ Claudia, die gehbehindert ist und deren Krankheit von den Ärzten nicht diagnostiziert werden kann, erzählte: „Durch das Sitzen auf den Pferden gibt es, durch die unterschiedlichen Bewegungen und Gangarten, jedesmal einen anderen Impuls, der verschieden auf meine Wirbelsäule einwirkt. Ich bin froh und dankbar, auf diesen gut ausgebildeten Pferden reiten zu können“.

Bruno Six erklärte, dass es ganz besonders ist, wie ein Pferd auf einen Menschen einwirken und wie positiv es doch einen Menschen beeinflussen kann. Hier merkte man, dass der erfolgreiche Turnierreiter nicht nur als Pferdeprofi, sondern als Pferdeliebhaber sprach. Schließlich gab er das Wort an Tochter Josepha Brünner weiter, welche die Reittherapie auf dem Straußenhof leitet. Brünner, selbst erfolgreiche Reiterin und ausgebildete Physio-Therapeutin mit Zusatzqualifikation, erklärte u.a. die unterschiedlichen Gurte, Steigbügel, Zügel und Sättel, welche speziell auf die Größe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen – von einem ausgewählten Sattler – angefertigt wurden, um die Reittherapie hoch zu Roß durchführen zu können: „Die Gurte haben stabile Griffe, damit wir Therapeuten die Patienten richtig und fest halten können und nicht an ihrer Kleidung umherzubbeln müsssen. Ferner sind an den Gurten Ösen angebracht und ein Gelenk eingearbeitet, um den Gurt, je nach Größe des Patienten, dem passend großen Pferd umlegen zu können. Wir haben Keile zum Abstützen des Rückens und des Hinterteils der Patienten, damit sie nicht nach hinten absacken. Der Keil ist mit Klettbändern versehen, um ihn am Sattel rutschsicher befestigen können. Dies dient alles der Sicherheit unserer Patienten. Die Gurte sind Maßanfertigungen, extra gepolstert und die Steigbügel sind vorne geschlossen, um ein Durchrutschen des Fusses zu verhindern. Natürlich kostet die Spezialausrüstung viel Geld“, so Josepha Brünner.

Ob ein Therapiepferd auch eine Freizeitbeschäftigung habe, wollte eine Besucherin wissen. Bruno Six berichtete: „Der 11-jährige Leo, ein großer süddeutsches Kaltblut, ist ein echter Leistungssportler! Er liebt es u.a. Kutschen und Wagen zu ziehen, was er auch bei Wettbewerben immer wieder mit großen Erfolg unter Beweis stellt. Er hat bei den Bayerischen Meisterschaften schon einiges gewonnen. Er ist zwar kein schneller Langläufer, aber durch seine unbändige Kraft und Ausdauer überzeugt er jedes Mal. Durch seine Ausbildung als Therapiepferd hat er eine Gelassenheit, die seinesgleichen sucht! Er ist überdies ein tolles Reitpferd! Jedes der Pferde wird „normal“ geritten und in Kutschen oder Wagen gespannt. Natürlich gehen sie auch auf die Koppel, wo sie sich austoben können. Das brauchen sie zum Ausgleich, denn die Arbeit mit den Menschen mit Handicap ist für sie auch Anstrengend, da sie sich voll auf ihre Reiter konzentrieren. Durch die Unterstützung unserer Gönner ist es uns möglich, einige Pferderassen für die Therapie zu halten; denn jedes Pferd hat eine andere Gangart und einen anderen Bewegungsrhythmus. Wir wählen die Pferde nicht nach bestimmten Rassen, sondern nach ihren charakterlichen Eigenschaften, dem Bewegungsmodus und nach der Belastbarkeit aus“, So Bruno Six.

Und was er damit meinte, wurde auch sogleich bewiesen: Obwohl Leo mit einem Ball beworfen, mit einem Regenschirm erschreckt oder Mädels auf ihm herum- oder unter seinen Bauch durchkrabbelten – dem Leo schiens nicht zu beeindrucken. Mit keinem Wimperzucken reagierte das große schwere Pferd, kein Muskel zuckte, kein Gedanke an Flucht – der Leo stand da wie ein Fels!

Zum Durchführen einer Reittherapie gehört, neben Pferd und Therapeut, ein Pferdeführer, welcher hinter dem Tier am langen Zügel hergeht, es damit lenkt und einwirkt. Dafür lernt der Pferdeführer bei einer kurzen Ausbildung alles nötige und erhält dazu bei Vroni Hofstetter, einer gelernten Pferdewirtin, qualifizierte Reitstunden. „Unsere Pferdeführerinnen lernen, Vertrauen zum Pferd aufzubauen und es zu bescherrschen. Pferdeführer können Jugendliche und Erwachsene werden, unabhängig vom Alter, nur Zeit und Liebe zum Pferd müssen sie mitbringen“, so Bruno Six und Karin Friedenberger fügte hinzu: „Auch zum Betreuen von unseren kleinen und großen Patienten suchen wir ehrenamtliche Mitarbeiter, die mal Tee oder Kaffee kochen oder uns einfach im Vereinshaus helfen.“

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Nach dem beeindruckenden Vorführungen trafen sich die Gäste im Garten des Straußenhofes
und ließ den Abend bei einem Grillfest mit netten Gesprächen ausklingen

-am- Bilder: am

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