Die wilde Isar und ihre Schätze: Der seltene Flussuferläufer

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Die wilde Isar und ihre Schätze:

Der seltene Flussuferläufer verlangt Rücksicht

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Region Oberland – Auf und nieder bewegt sich der Bürzel, sein Ruf ist schrill, klingt beinahe so wie bei einem Welpen. Würden Sie ihn erkennen? Die Rede ist von einem Schnepfenvogel, dem vom Aussterben bedrohten Flussuferläufer. In Bayern steht er auf Stufe 1 der Roten Liste. Was viele Naturfreunde nicht wissen: An der oberen Isar kann man den bis zu 20 Zentimeter großen Vogel von April bis Oktober oft beobachten.

„Es sieht schon ein bisschen lustig aus, wenn der Vogel schwanzwippend die Wasserkante auf der Suche nach Nahrung abläuft. Wenn der Vogel dann noch einen weißen Bauch hat und Spinnen, Insekten kleine Krebstiere und Weichtiere mit dem Schnabel aus dem flachen Wasser pickt, dann handelt es sich ziemlich sicher um einen Flussuferläufer“, erklärte Joachim Kaschek, Fachkraft für Naturschutz und Kenner der Tier- und Pflanzenwelt an der Isar.

Nicht nur der Name des Flussuferläufer ist dem Flussregenpfeifer ähnlich, auch der Lebensraum: Beide lieben naturnahe, freifließende Flüsse mit Kiesbänken. Der Flussuferläufer bevorzugt allerdings Kiesbänke, die bereits leicht mit Gräsern und Sträuchern bewachsen sind. Blanke Kiesflächen und zu dichtes Gehölz werden als Brutplatz eher gemieden. Nach etwa drei Wochen Brutzeit beginnend im Mai schlüpfen die Jungen und sind wiederum nach drei Wochen flügge.

Die Isar im Bereich zwischen Krün und Pupplinger Au gilt als wichtigstes Vorkommen dieses seltenen Vogels an einem alpinen Wildfluss. Am meisten gefährdet den Flussuferläufer der Lebensraumverlust verursacht durch die Begradigung von Flüssen und dem Einbau von Querbauwerken. Dadurch sind für ihn geeignete Brutplätze an den meisten bayerischen Gewässern verschwunden. Auch an der oberen Isar sind die geeigneten Brutplätze rar geworden. Oberhalb des Sylvensteinspeichers ist es das fehlende Wasser in der Isar, so dass es Fressfeinde leicht haben den Brutplatz zu erreichen. Unterhalb des Speichers ist es vor allem die Eintiefung durch fehlendes Geschiebe und die Konzentration des Flusses auf ein enges Gerinne auf langer Strecke. Dadurch sind geeignete Brutplätze rar gesät.

Durch die Verpflichtung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie die Gewässer in einen ökologisch guten Zustand zu bringen, sind vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim eine Vielzahl von Maßnahmen geplant, die nicht nur den Fischen nutzen werden, sondern von denen auch die Kiesbrüter profitieren können. Dazu gehören der Rückbau bestehender Uferverbauung wie zuletzt an der Bibermühle erfolgreich durchgeführt, die Anbindung von Seitenarmen an den Fluss und die Einbringung von Geschiebe unterhalb des Speichers zur Verbesserung des Defizits. Dem entgegen steht allerdings das Freizeitverhalten des Menschen: „Wenn zu viele Erholungssuchende sowohl auf als auch am Wasser unterwegs sind, geben manche Flussuferläufer ihren Brutplatz auf, noch bevor sie die ersten Eier gelegt haben. Manchmal verlassen aufgeschreckte Elternvögel das Nest für einen zu langen Zeitraum. Je nach Witterung können so die Eier auskühlen oder überhitzen. Zum Schutz des Flussuferläufers ist es deshalb wichtig, Kiesbänke und Neststandorte nicht zu betreten und auch nicht mit Booten anzufahren“, betonte Kaschek.

Solche Vogelschutzbereiche sind mit Schildern markiert und dürfen von Erholungssuchenden nicht betreten werden. Eine Regelung, die nicht erst seit dem Erlass der Bootfahrverordnung gilt. Kaschek zeigt sich zuversichtlich: „Wenn die Natur gnädig ist und die Brut nicht wie dieses Jahr mit einem Hochwasser dahinrafft hätte und die Menschen so verständig sind, die Brutplätze in Ruhe zu lassen, besteht die Chance, dass wir noch lange Zeit Freude an den gefiederten Kiesbewohnern haben.“

-latw- Bild: Hans-Joachim Fünfstück

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